Porto besticht durch eine besondere Wimmelbild-Grafik.
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Porto besticht durch eine besondere Wimmelbild-Grafik.

Städtebau im Wimmelbild

Porto im Test: Kunterbunte Stadtplanung als Brettspiel

  • vonSebastian Hamers
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In der Hafenstadt am Atlantik könnt ihr euch als Stadtarchitekt versuchen. Dabei kommt es insbesondere auf die farbliche Gestaltung der Häuser an.

Habt ihr euch in eurer Kindheit auch so gerne mit Wimmelbild-Büchern beschäftigt? Ich erinnere mich jedenfalls gerne an die Zeit zurück, in denen ich auch nach vielen Minuten des genauen Hinguckens auf einem Bild immer noch neue witzige Details entdeckt habe. Ein Stück dieser Kindheit kann ich mir jetzt mit Porto, dem neuen Brettspiel des portugiesischen Verlags Mebo, wieder zurückholen. In einem schönen comichaften Stil versucht das Spielbrett die besonderen Merkmale der nordportugiesischen Hafenstadt herauszuarbeiten. Optisch kann Porto also schon einmal reichlich Pluspunkte sammeln. Doch steckt hinter der bunten Fassade auch ein gutes Spiel?

Porto ist nicht nur bekannt für seine Kathedralen, der Altstadt im Barockstil und seinen zahlreichen Museen, sondern auch für die farbenfrohe Gestaltung der Häuser. In Porto übernehmt ihr die Rollen von Städtearchitekten, die sich vornehmlich um den Ausbau der quietschbunten Hausfassaden kümmern. Das Spielbrett wird dabei in zwei Bereiche unterteilt, die jeweils sieben Häuser unterschiedlicher Höhe umfassen. Diese vierzehn Gebäude gilt es im Spiel stückweise hochzuziehen. Dabei achtet ihr vor allem auf die farbliche Gestaltung der Gebäude, um das homogene Stadtbild Portos nicht zu zerstören.

Porto im Test: Bunt mit System

Bei Spielbeginn liegt noch das große weiße Blatt vor euch aus, alles geht. Freudig nehmen die Hauswände jede Farbe auf, die ihr ihnen anbietet. Fünf verschiedene Farben stehen euch für die beiden Stadtviertel zur Verfügung. Habt ihr aber dem Erdgeschoss eines Hauses einen farblichen Anstrich spendiert, muss natürlich auch die restliche Fassade in der gleichen Farbe gestrichen werden. Da die Einwohner von Porto echte Schöngeister sind, dürfen zudem nicht zwei Häuser derselben Farbe direkt nebeneinanderstehen. Ansonsten habt ihr viele kreative Freiheiten.

Porto besticht durch eine besondere Wimmelbild-Grafik.

Gebaut wird immer in einzelnen Etagen. Jedes Haus beginnt mit dem Erdgeschoss und wird dann Stockwerk für Stockwerk nach oben gezogen. Dafür benötigt ihr jede Menge Baukarten. Seid ihr am Zug, habt ihr zwei Optionen. Entweder ihr rüstet euch mit neuen Baukarten aus oder ihr verwendet diese, um den Hausbau voranzutreiben. Um neue Baukarten zu nehmen, dürft ihr euch an einer offenen Auslage mit fünf Karten bedienen. In einer Aktion nehmt ihr euch immer Baukarten im Wert von drei Punkten.

Die Essenz von Porto: Kartenduo für den Architekten

Auf den Baukarten findet ihr immer zwei wichtige Angaben. Entsprechend der Farbe einer Baukarte dürft in eurem Zug farblich passende Stockwerk-Plättchen verbauen. Weiterhin findet ihr auf den Karten einen Wert zwischen einem und drei Punkten. Die Zahl gibt wiederum an, wie viele Stockwerke ihr in dieser Runde auslegen dürft. Da ihr immer beide Informationen für den Fassadenbau benötigt, müsst ihr die Karten immer im Doppelpack ausspielen.

Wenn ihr die Etagen zu einem günstigen Zeitpunkt legt, zahlt sich oft mit zusätzlichen Siegpunkten aus.

Statt neuer Karten zu nehmen, wählt ihr nun die Bauen-Aktion. Hier legt ihr immer gleich zwei Karten ab. Ihr entscheidet selbst, bei welcher Karte die Farbe gewertet wird und bei welcher Karte die angegebene Ziffer. Ihr nehmt euch nun die Stockwerk-Plättchen in passender Farbe und Anzahl, platziert sie dann innerhalb der Stadt. Pro Zug dürft ihr aber Plättchen immer nur in einem einzigen Gebäude auslegen. Weiterhin dürft ihr auch nicht auf das Verbauen von einzelnen Etagen verzichten. Gerade am Spielende werden dann die Karten mit den kleinen Ziffern wieder wertvoller, wenn viele Häuser kurz vor der Vollendung stehen.

Porto im Test: Städtebau mit Plan

Um die Häuser in der Stadt auszubauen, habt ihr sonst nicht sonderlich viele Restriktionen. Dennoch solltet ihr eure Stockwerke nicht einfach nach dem Tabula-rasa-Prinzip verteilen. Porto belohnt Baumeister, die bei ihrer Wahl mit Bedacht vorgehen. Mit taktischem Geschick könnt ihr so manche Siegpunkte praktisch im Vorbeigehen mitnehmen. Siegpunkte lassen sich auf fünf verschiedene Arten gewinnen. Damit bleiben die Optionen immer noch soweit überschaubar, dass es nicht zu sehr in Stress ausartet.

Über die öffentlichen Aufträge könnt ihr jede Menge zusätzliche Siegpunkte generieren.

Baut ihr eine Etage in ein Gebäude ein, erhaltet ihr Siegpunkte für die Etage selbst, aber auch für alle Stockwerke, die sich schon darunter befinden. Es lohnt sich also vor allem die oberen Bereiche eines Hauses auszubauen. Ein paar Extrapunkte fallen zudem für alle Etagen ab, die sich in den beiden benachbarten Gebäuden direkt angrenzend befinden. Geteilte Außenmauern sparen Baukosten, was sich direkt in Form von Siegpunkten auf eurem Konto bemerkbar macht.

Porto: Auf dem Weg zum lukrativen Dachgeschoss

Einen Sonderbonus erhaltet ihr zudem auch für den Bau einer Erdgeschoss-Etage. Der Bonus ist als ein kleiner Ausgleich zu sehen, da ihr für die Erdgeschoss-Wohnungen natürlich keine Punkte für weiter untenliegende Etagen erhaltet. Deshalb wird direkt zu Spielbeginn in der Basis jedes Gebäudes ein Siegpunktplättchen ausleget. Ihr tragt die erhaltenen Siegpunkte direkt auf eurem Konto ab, legt das Plättchen dann allerdings in das Dachgeschoss eines beliebigen Hauses.

Um Plättchen in die Stadt legen zu können, benötigt ihr zunächst ausreichend Baukarten.

Wer die letzte Etage eines Gebäudes errichtet, darf sich nun über die zusätzlichen Siegpunkte freuen. Daher legt ihr das Siegpunktplättchen am besten in ein Haus, das ihr möglicherweise selbst gut abschießen könnt. Auf diese Weise kommt euch das Siegpunktplättchen gleich doppelt zugute. Ebenso lukrativ wie die Dachgeschoss-Etagen der Häuser können auch die Aufträge sein, die es in öffentlichen und privaten Varianten gibt.

Porto: Test bringt uns zum Auftrag der Stadt

Vier öffentliche Aufträge liegen immer offen auf dem Spielfeld aus. Die Aufträge sind in ihrer Form sehr einfach gehalten, so dass sich manchmal pro Zug gleich mehrere von ihnen auf einmal erfüllen lassen. Oft reicht es schon aus, wenn ihr eine bestimmte Anzahl von Stockwerken in einer angegebenen Farbe auslegt. Einige Aufträge fordern das Abschließen eines Gebäudes oder das Ausspielen eine bestimmten Baukarten-Kombination. Mit den öffentlichen Aufträgen könnt ihr so jede Menge zusätzliche Punkte sammeln.

Porto wird in Deutschland über Heidelbär Games vertrieben und kostet zwischen 35€ und 40€.

Weiterhin erhält jeder Spieler schon bei Spielbeginn drei geheime Aufträge. Die Erfüllung dieser Aufgaben ist schon etwas komplexer, bringt euch aber natürlich auch mehr Siegpunkte ein. Hier erhaltet ihr beispielsweise einen Bonus, wenn sich zwei fertige Häuser mit vorgegebenen Farben direkt nebeneinander befinden. Ein anderer Auftrag belohnt euch, wenn am Spielende die Häuser an den Stadträndern in einer bestimmten Farbe gestaltet wurden. Um die geheimen Aufträge zu erfüllen, empfiehlt es sich frühzeitig zu planen, da ihr sonst zu sehr auf die Handlungen der Mitspieler angewiesen seid.

Die Partie endet, sobald sechs bis zehn Häuser, je nach Anzahl der Spieler, fertiggestellt wurden. Für einen Durchlauf benötigt ihr eine knappe Stunde. Porto ist für zwei bis vier Spieler ab acht Jahren geeignet und kommt über Heidelbär Games in den deutschsprachigen Handel. Preislich bewegt sich das Spiel zwischen 35€ und 40€.

Fazit: Im Wimmelbild haben wir für Porto die folgende Testwertung entdeckt

Porto im Test: Das Brettspiel rund um Stadtplanung weiß zu überzeugen.

Ich möchte gar nicht wissen, wieviel Zeit ich in den vielen Jahren, in denen ich mich intensiv mit Brettspielen befasst habe, allein für das Lesen der Regeln verwendet habe. Auch wenn ich mir inzwischen natürlich eine gewisse Routine erarbeitet habe und mir Regelwerke vergleichsweise schnell aneigne, so ist das Lesen einer Regel immer noch ein gewisser Angang. Porto hat mir den Einstieg in das Spiel sehr leicht gemacht. Nach dem Lesen der Anleitung blieben tatsächlich keine Fragen offen. Alles wurde gut strukturiert und kompakt dargestellt, so dass wir tatsächlich sehr schnell loslegen konnten. Das liegt natürlich nicht am Regelwerk allein, sondern auch am einfachen Spielprinzip von Porto selbst. Das Spiel folgt einer ziemlich klaren Struktur und hält euch immer nur eine Hand voll Optionen offen, die ihr dann auf ihre Effizienz prüft. Mit welcher Kartenkombination kann ich die meisten Punkte herausschlagen? Wer nur kurzfristig überlegt, hat am Ende möglicherweise dann aber doch das Nachsehen. Einige Züge bilden vielleicht nur den Auftakt eines Gesamtplans, an dessen Ende die Erfüllung eines geheimen Auftrags steht. Hier seid ihr aber natürlich auch ein wenig auf die Aktionen der Mitspieler angewiesen, die ihre ganz eigenen Pläne erfolgen. Dadurch entsteht eine schöne Interaktion unter den Spielern, ohne dass es allzu konfliktreich wird. Porto spielt sich zudem sehr flüssig, es gibt keine großen Sackgassen in die ihr euch verrennen könnt und auch die Wartezeiten auf den eigenen Zug fallen moderat aus. Das macht Porto zu einem Familienspiel, das nicht Seichtigkeit untergeht, sondern mit einem guten Schuss Taktik eine angenehme Mischung findet.

Pros

Cons

+ mit Solospieler-Modus

- Karten haften stark und lassen sich nicht gut mischen

+ Wimmelbild-Optik

+ gut strukturierte Anleitung

+ klarer Spielablauf

+ fordert taktische Entscheidungen

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