Poule Poule ist über Game Factory erschienen und kostet 10-12€.
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Poule Poule ist über Game Factory erschienen und kostet 10-12€.

Filmfestival der Tiere

Poule Poule im Test: Der chaotische Memory-Spaß

  • vonSebastian Hamers
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Auf dem Filmfestival von Cannes soll Poule Poule seine Premiere feiern. Leider sind die Szenen beim Schnitt ein wenig durcheinander geraten.

Memory-Spiele sind doch ein alter Hut! Wer sich gerne und häufig mit Brett- und Kartenspielen beschäftigt, mag dieser Aussage vielleicht sogar zustimmen. Jedenfalls wenn vom klassischen Memory die Rede ist. Stöbert ihr allerdings ein wenig beim Brettspielhändler eures Vertrauens, fördert ihr aber schnell etliche Spiele zutage, bei denen es in erster Linie auf eure Gedächtnisleistungen ankommt. Es tummeln sich viele moderne Memory-Vertreter im Handel, die eine simple Mechanik besonders geschickt verpacken und so das Maximum an Spielspaß herauskitzeln. Einer dieser Vertreter ist Poule Poule von der Game Factory. Das kleine Kartenspiel erzählt euch obendrein noch eine kleine Geschichte und nimmt euch mit auf eine Reise zum Filmfestival von Cannes.

Auf dem Festival steht die große Premiere von „Poule Poule“ bevor. Kurz vor dem Auftakt droht die Premiere allerdings zum Fiasko zu werden. Irgendwie sind die Filmszenen beim finalen Schnitt ziemlich durcheinandergeraten. Die Crew braucht daher dringend eure Hilfe. Mit heißer Nadel und mit viel Feinarbeit schnippelt ihr die einzelnen Szenen wieder zusammen. Der Film ist jedoch erst im Kasten, wenn fünf Eier auf der Leinwand erscheinen. Klingt leicht? Abwarten…

Filmschnitt à la Poule Poule

Einer von euch schlüpft in die Rolle des Regisseurs. Als Regisseur greift ihr euch den Kartenstapel und deckt langsam eine Karte nach der anderen auf. Die Karten werden dabei immer übereinandergestapelt, so dass ihr immer nur das zuletzt gespielte Blatt sehen könnt. Genau darin besteht auch euer größtes Problem. Ihr müsst euch immer gut vor dem inneren Auge halten, welche Karten schon gespielt wurden.

Der klassische Cast: Fuchs, Henne und Ei. Sie sind die unumstrittenen Stars von Poule Poule.

Eigentlich kommt es nur darauf an, die Anzahl der Eier in den Szenen zu zählen. Doch leider tauchen zwischenzeitlich immer wieder seltsame Figuren auf, die für völlig neue Konstellationen sorgen. Es verschwinden Eier auf mysteriöse Art und Weise, manchmal tauchen sie wieder auf, manchmal aber auch nicht. Sobald das fünfte Ei tatsächlich auf der Leinwand erscheint, schlagt ihr mit der flachen Hand auf den Kartenstapel. Und schon habt ihr euren ersten Durchlauf gewonnen… sofern ihr euch beim Zählen der Eier nicht irgendwo ein Fehler unterlaufen ist.

Poule Poule erzählt die Geschichte von Hennen und Füchsen

Für euch ist der Job als Filmrestaurator noch am einfachsten, wenn eine Szenenkarte mit einem Ei ins Spiel kommt. Ihr verbucht das neue Ei auf eurem inneren Zählkonto, bevor auch schon wieder die nächste Szene aufgedeckt wird. Möglicherweise wird jetzt eine Henne ins Spiel gebracht. Das Federvieh geht ganz ihren Instinkten nach und hockt sich auf ein Ei, sofern schon eines im Film aufgetaucht ist. Das zuvor ausgespielte Ei würde somit annulliert.

In weiteren Nebenrollen: Bauer Roger, Hahn Rico und Hund Wuff.

Streicht es aber noch nicht ganz aus eurem Gedächtnis. Schließlich hat auch der Fuchs in „Poule Poule“ eine Rolle. Seine Aufgabe dürfte klar sein. Er schleicht sich auf den Hof und macht Jagd auf eine Henne. Diese nimmt natürlich sofort Reißaus und flüchtet panisch vor dem Fuchs. Dabei vernachlässigt sie sogar ihre Instinkte und gibt das Ei wieder frei. So kann es also eine ganze Zeit dauern, bis sich die Leinwand mit den geforderten fünf Eiern gefüllt hat.

Der Cast von Poule Poule

Mit diesen wenigen Basisregeln könnt ihr mit Poule Poule auch schon loslegen. Habt ihr die Grundvariante gemeistert, kann das Spiel aber noch etwas nachlegen. Zum Film-Cast gehören nämlich auch noch ein paar Nebendarsteller, die ihr optional dem Streifen hinzufügen könnt. Da wäre etwa Bauer Roger. Sobald er den Schauplatz betritt, krallt er sich alle verfügbaren Eier und macht sich wieder auf und davon.

Ihr könnt Poule Poule mit zusätzlichen Figuren nach Belieben erweitern und so den Schwierigkeitsgrad anpassen.

Für etwas Chaos sorgt hingegen der treue Hofhund Wuff. Er verteidigt die brütenden Hennen. Kommt Wuff ins Spiel, wartet er in der Szene bis tatsächlich irgendwann ein Fuchs auftaucht. Dieser wird natürlich umgehend vom Hof gejagt, bevor er eine der armen Hennen verscheuchen kann. Es sei denn, es handelt sich um einen Fuchs im Hühnerpelz. Dieser superschlaue Fuchs hat sich als Huhn verkleidet und kann somit den Effekt von Wuff ignorieren.

Poule Poule und seine tierischen Schauspieler

Wenn ihr dem Spiel ein klamaukiges Element hinzufügen wollt, könnt ihr die Ente Quack mit ins Deck mischen. Sie hat im Grund keinen Effekt. Betritt sie jedoch die Bildfläche, müssen alle Spieler „Quack!“ rufen. Wenn ihr den Ruf der Ente als letzter Spieler bestätigt habt, müsst ihr bei der folgenden Karte allerdings die Augen schließen. Der stolze Hahn Rico ist wiederum weniger für seinen Humor bekannt. Mit seinem Auftauchen wird das Spiel sofort beendet. Der erste Spieler, der auf den Stapel schlägt, muss die Zahl der sichtbaren Eier benennen.

Mit den vier Casting-Karten könnt ihr eure eigenen Ideen ins Spiel bringen.

Damit ist der Cast von Poule Poule aber immer noch nicht am Ende. Ganz nach Wunsch könnt ihr auch noch ein oder zwei Regenwürmer mit ins Spiel nehmen. Befindet sich ein Regenwurm in der Filmszene, wird sich die nächste erscheinende Henne direkt auf diesen stürzen, ohne ein Ei zu verdecken. Weiter geht es mit Double, dem dicken Straußenei. Double wird immer gleich als zwei Eier gewertet. Da es so riesig ist, ist auch keine Henne in der Lage, das Ei zu besetzen. Zu guter Letzt befinden sich noch vier Casting-Karten in der Spielschachtel. Dabei handelt es sich um Blanko-Karten, auf denen ihr eure eigenen verrückten Ideen einbringen könnt.

Poule Poule als Partyspaß?

Ein Durchlauf endet, wenn sich fünf Eier in der Szene befinden, die nicht von einer Henne verdeckt oder vom Bauer eingesammelt wurden. Jetzt ist Schnelligkeit gefragt. Wer zuerst mit der Hand auf den Tisch schlägt, bekommt den Punkt. Ob die Ansage des Spielers richtig ist, wird allerdings nur überprüft, wenn ein oder mehrere Spieler Einspruch erheben und Richtigkeit anzweifeln. In diesem Fall wird der gespielte Stapel nun noch einmal ganz genau unter die Lupe genommen. Für die Zweifler besteht allerdings auch ein gewisses Risiko. Haben sie sich vielleicht doch geirrt, müssen sie ihren Fehler mit einem Punktabzug bezahlen.

Poule Poule ist über Game Factory erschienen und kostet 10-12€.

Poule Poule von Charles Bossart ist für zwei bis acht Spieler ab acht Jahren geeignet. Für eine Partie müsst ihr ungefähr zwanzig Minuten einplanen, bei vielen Mitspielern dauert es allerdings oft erheblich länger. Poule Poule kommt über Game Factory in den deutschsprachigen Handel und ist ab sofort für etwa 10-12€ zu haben.

Fazit: Der ingame-Filmkritiker vergibt für Poule Poule die Wertung

Poule Poule im Test: Chaos und Memory vermixt – So gut ist das Kartenspiel.

Wenn ich mir meine Spiele im Regal so ansehen, dann muss ich zugeben, so ein richtiger Fan von Memory-Spielen bin ich nicht. Poule Poule gefällt mir aber trotzdem, weil es aus dieser einfachen Mechanik sehr viel rausholt. Für mich hebt es sich auch weit genug vom Uralt-Klassiker ab, um es vorbehaltlos auf den Tisch zu bringen. Im Spiel ist immer was los, Chaos und Anarchie bestimmen das Spielgefühl. Eier kommen, Eier gehen, manchmal tauchen sie sogar unverhofft wieder auf. Da kommt man mit dem Zählen schnell ins Schlingern und gerade bei längeren Durchläufen ist sich kaum noch jemand zu 100% sicher, wie viele Eier denn da nun gerade wirklich sichtbar sind. Poule Poule lädt dazu ein, ein wenig mit den ganzen tierischen Darstellern zu experimentieren. Das Grundspiel ist doch ziemlich schnell verinnerlicht und dient eher als kleine Aufwärmübung. Nehmt ihr aber weitere Figuren mit dazu, steigt der Chaosfaktor und somit auch der Spielspaß. Ziemlich pfiffig finde ich zudem den thematischen Unterbau. Sicher hätte Poule Poule auch mit einem ganz abstrakten Ansatz gut funktioniert. Das Filmthema passt aber ganz gut zum Thema, vielleicht hätte man hier sogar noch ein paar coolere und nerdigere Figuren verwenden können. Vielleicht könnt ihr die ja mit den Casting-Karten selbst kreieren und das eigene Spiel so noch etwas aufwerten.

Pros

Cons

+ einfache Regeln

- nicht alle Tiere gleichermaßen spaßig

+ stimmungsvolles Thema

+ partytauglich

+ anpassbarer Schwierigkeitsgrad

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