Quacksalber Quedlinburg Alchemisten Schmidt Spiele Magier
+
Die Quacksalber von Quedlinburg: Die Alchemisten erscheint über Schmidt Spiele und kostet etwa 20€.

Mit der Alchemisten-Erweiterung wird die Quedlinburg Saga fortgeführt

Die Quacksalber von Quedlinburg - Die Alchemisten im Test: Tränkebrauen mit der 2. Erweiterung

  • vonSebastian Hamers
    schließen

Die Quacksalber von Quedlinburg: Die Alchemisten wird das Kennerspiel des Jahres 2018 erneut erweitert. Ein paar kranke Mitbürger benötigen dringend euren Rat.

  • 2. Erweiterung der Reihe
  • nur mit Grundspiel spielbar
  • Preis: ca. 20€
  • für 2-5 Spieler ab 10 Jahren

Es ist beinahe schon so etwas wie ein ungeschriebenes Gesetz. Erfolgreiche Spiele erfahren fast ziemlich sicher irgendwann eine Fortsetzung… oder zumindest ein Add-on. So auch geschehen im Falle von Die Quacksalber von Quedlinburg, das sich vor zwei Jahren sogar mit dem prestigeträchtigen Award „Spiel des Jahres“ schmücken konnte. Es verwunderte also wenig, dass Autor Wolfgang Warsch und Schmidt Spiele im letzten Jahr die Kräuterhexen-Erweiterung nachschob. Sie verlieh dem Spiel zusätzliche Variationsmöglichkeiten und bot auch noch einem fünften Quacksalber die Chance, am Spiel teilzunehmen. Seit der Veröffentlichung der Kräuterhexen ist nun bereits wieder ein Jahr vergangen. Es ist also an der Zeit für Nachschub. Ab sofort steht die zweite Erweiterung mit dem vielversprechenden Titel „Die Alchemisten“ im Handel.

Bereits vor zwei Jahren überzeugten die Quacksalber von Quedlinburg im ingame-Test mit einen ganz feinen Zocker-Mechanismus. Im Kern geht es darum, möglichst viele Zutaten in einen magischen Trank zu pressen, ohne dass uns dieser um die Ohren fliegt. Dazu werden Zutatenplättchen aus einem blickdichten Beutel gezogen und im eigenen Kessel abgelegt. Unter die Ingredienzien haben sich jedoch leider einige Knallerbsen gemischt. Diese reichern den Trank zwar ebenso an, sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Landen zu viele Knallerbsen im Kessel, hat unser Quacksalber das Ding in die Luft gejagt. Die Kunst des Quacksalbens besteht also darin, zum passenden Zeitpunkt keine weiteren Zutaten mehr in den Kessel zu schmeißen. Beinharte Zockernaturen treiben das natürlich auf die Spitze, riskieren es aber auch, am Ende mit fast leeren Händen dazustehen.

Die Quacksalber von Quedlinburg: Die Alchemisten ist schon die zweite Erweiterung

Wie schon bei der ersten Erweiterung, so ist auch die Alchemisten-Schachtel wieder prall gefüllt mit neuen Inhalten. Fast schon obligatorisch sind die neuen Zutatenbücher. Diese drehen sich diesmal um das Narrenkraut, das bei den Kräuterhexen eingeführt wurde. Sie sorgen für noch mehr Variantenreichtum im Spiel. Als kleiner Bonus wurden dem Paket außerdem noch ein neues Set mit Knallerbsen sowie zusätzliches Narrenkraut beigelegt. Zu guter Letzt gibt es noch 20 neue Wahrsagekarten, die das Spiel in jeder Runde um eine Sonderregel ergänzt.

In Die Quacksalber von Quedlinburg: Die Alchemisten sollt ihr euch um diese Krankheiten kümmern.

Die weitrechenden Änderungen kommen allerdings mit den Alchemistenkolben ins Spiel. Jeder Quacksalber erhält seinen eigenen Kolben, in dem er Essenzen anrührt, um damit seinem Patienten von einer schicksalhaften Krankheit zu befreien. Die Alchemisten kümmern sich insgesamt um acht Patienten mit jeweils anderen Leiden. Pro Partie kommen allerdings immer nur drei Erkrankte zum Einsatz. Als Alchemist und Quacksalber könnt ihr euch aber unmöglich, um sämtliche Krankheiten kümmern, sondern konzentriert euch auf ein Spezialgebiet. Noch vor Spielbeginn müsst ihr euch daher für die Behandlung eines einzigen Patienten entscheiden.

Seltsame Krankheiten in Die Quacksalber von Quedlinburg: Die Alchemisten

Das Feld der zu behandelnden Erkrankungen ist ziemlich weitreichend. Heilsame Tränke lassen sich im Quacksalber-Universum offenbar gegen Ohrwurm, Segelohren, Rübennase, Schreckhaftigkeit und sogar Vampirismus mischen. Die Zusammenstellung des Tranks verläuft letztlich dann allerdings doch überraschend ähnlich. Es geht um das Sammeln von Essenzen, die ihr eurem Kessel aus dem Grundspiel entnehmt.

Bei Die Quacksalber von Quedlinburg: Die Alchemisten rührt ihr Essenzen im Kolben an.

Die Kernmechanik wird durch die Alchemisten-Erweiterung nicht berührt. Ihr werft immer noch die Zutaten in den Kessel und hofft am Ende auf ein möglichst reichhaltiges Ergebnis. Habt ihr die Zubereitung im Kessel abgeschlossen, werden aus dem Gebräu die Essenzen extrahiert. Je mehr unterschiedliche Zutaten im Braubehälter gelandet sind, desto stärker wird das Extrakt in eurem Alchemistenkolben.

Dankbare Patienten in Die Quacksalber von Quedlinburg: Die Alchemisten

Unter Umständen können sogar die Knallerbsen dem Trank noch einen kleinen Boost verleihen. Addieren sich diese im Kessel auf einen Gesamtwert von genau sieben Punkten, profitiert davon auch die Essenz im Kolben. Einen weiteren Bonus gibt es zudem, wenn der Kessel bei einem eurer Sitznachbarn zuvor explodiert ist. Die Stärke des gebrauten Tranks ergibt sich somit aus insgesamt drei Faktoren.

Der Braukessen ist natürlich weiterhin ein fester Bestandteil von Die Quacksalber von Quedlinburg: Die Alchemisten.

Für die gute Arbeit erhaltet ihr jetzt natürlich auch eine Entlohnung von eurem Patienten. Diese fällt umso größer aus, desto besser euch der Trank geglückt ist. Während die Zubereitung des Gemischs bei allen Krankheiten gleich abläuft, fällt die Art der Bezahlung jedoch stark unterschiedlich aus. Eure Patienten sind mitunter recht kreativ, wenn es darum geht, euch für eure Künste zu entlohnen.

Die Quacksalber von Quedlinburg: Die Alchemisten sorgen für Variantenreichtum

Nehmen wir beispielsweise die schreckhafte Patientin. Mit ihrer Gunst dürft ihr vor Beginn der kommenden Runde bereits einige Zutaten aus dem Beutel ziehen. Die Knallerbsen werft ihr direkt wieder zurück. Alle übrigen Zutaten dürft ihr jederzeit in den Kessel werfen, statt eine weitere Zutat aus dem Beutel zu holen. Ziemlich mächtig, denn diese Reservezutaten geben euch mehr Sicherheit und Kontrolle über das Gebräu.

In Die Quacksalber von Quedlinburg: Die Alchemisten fällt die Bezahlweise der Patienten ziemlich unterschiedlich aus.

Die Kraft von Mr. Rübennase ist allerdings auch nicht schlecht. Er schenkt euch nicht nur direkte Siegpunkte, sondern auch eine Sonderfähigkeit für Kürbisse. Zieht ihr einen Kürbis aus dem Beutel, dürft ihr in unter Abgabe von zwei Essenzpunkten direkt auf das nächste freie Feld mit Rubinsymbol legen. So überspringt ihr unter Umständen gleich mehrere Felder und wertet den Trank im Kessel ordentlich auf.

Hühneraugen und Vampirismus in Die Quacksalber von Quedlinburg: Die Alchemisten

Beim armen Patienten mit den Hühneraugen fällt unsere Belohnung immer sehr unterschiedlich aus. Ein klares Bezahlkonzept scheint er jedenfalls nicht zu verfolgen. In den unteren Stufen gibt es einen Kürbis oder einen Rubin. Qualitativ hochwertige Tränke zahlt er auch schon mal mit 4 Bonuswürfeln oder lässt euch einen 1er-Chip in eine gleichfarbige 4er-Zutat umwandeln.

Als kleinen Bonus gibt es für Die Quacksalber von Quedlinburg: Die Alchemisten noch 20 neue Wahrsagekarten.

Ganz anders agiert da schon die rothaarige Dame, die dem Vampirismus verfallen ist. Es scheint ihr nicht am nötigen Kleingeld zu mangeln. Sie legt euch die Kohle einfach in bar auf dem Tisch. Mit dieser dürft ihr euch jetzt ein weiteres Zutatenplättchen für die nächsten Runden kaufen. Für exquisite Tränke gibt die zahlungskräftige Vampirlady bis zu vierzehn Geldeinheiten aus. Damit lässt sich doch arbeiten.

Die Spieldauer wird durch die Alchemisten ein klein wenig erhöht. Eine gute dreiviertel Stunde solltet ihr für eine Partie ungefähr einplanen. Wer mag kann das Spiel sogar noch etwas komplexer machen und die Kräuterhexen-Erweiterung zusätzlich mit hinzunehmen. Sämtliche Module lassen sich problemlos miteinander verbinden. Die Quacksalber von Quedlinburg: Die Alchemisten kommt über Schmidt Spiele in den Handel und kostet ca. 20€.

Fazit: Die Quacksalber von Quedlinburg: Die Alchemisten brauen sich die folgende Testwertung zusammen

Die Quacksalber von Quedlinburg: Die Alchemisten brauen sich die folgende Testwertung zusammen

Schon das Grundspiel Die Quacksalber von Quedlinburg konnte sich durch seinen ungeheuren Variantenreichtum auszeichnen. Einfach ein paar Zutatenbücher austauschen, schon ergibt sich ein ganz anderes Spielgefühl. Durch die Alchemisten-Erweiterung wird das ohnehin schon sehr abwechslungsreiche Spiel jetzt sogar noch bunter. Bis ihr alle Patienten einmal behandelt habt, liegen mindestens acht Partien hinter euch. Die Krankheiten spielen sich auch tatsächlich unterschiedlich genug, um sie alle spielen zu wollen. Zwischenzeitlich dürft ihr natürlich weiterhin kräftig variieren. Ihr probiert etwa die neuen Zutatenbücher aus oder nehmt gleich die gesamte Erweiterung mit den Kräuterhexen hinzu, die das Spiel noch komplexer machen. Mir hat das Spiel mit dem zusätzlichen Alchemistenkolben viel Freude bereitet. Er fügt sich nahtlos in den Spielablauf ein, so als wäre er von Beginn an von Autor Wolfgang Warsch geplant gewesen. Wenn die Quacksalber demnächst mal wieder bei mir auf den Tisch kommen, dann ganz bestimmt wieder mit der Alchemisten-Erweiterung.

ProCon
+ Alchemisten fügen sich nahtlos in den Spielablauf ein- fünfter Spieler nur mit den Kräuterhexen möglich
+ hochwertiges Spielmaterial
+ macht das Spiel nach variantenreicher
+ mit der Kräuterhexen-Erweiterung kombinierbar

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Vampire: Die Maskerade - Vendetta im Test: Wer wird der neue Prinz von Chicago?
Vampire: Die Maskerade - Vendetta im Test: Wer wird der neue Prinz von Chicago?
Vampire: Die Maskerade - Vendetta im Test: Wer wird der neue Prinz von Chicago?
Test: Pandoria
Test: Pandoria
Test: Pandoria
Test: Sid Meier's Civilization - Das Brettspiel
Test: Sid Meier's Civilization - Das Brettspiel
Test: Sid Meier's Civilization - Das Brettspiel

Kommentare