Rainbow Regenbogen Farben Mathias Spaan Piatnik Schachtel Artwork
+
Rainbow von Mathias Spaan erscheint über Piatnik und kostet 8-9€.

Farbenfrohes Rainbow regt die grauen Zellen an

Rainbow im Test: Das kunterbunte Zwei-Personen-Kartenspiel

  • VonSebastian Hamers
    schließen

Nach Alien On Board und Wortfabrik veröffentlichen Piatnik und Mathias Spaan mit Rainbow noch ein drittes Spiel im Herbst 2021.

Brettspielautor Mathias Spaan hat in diesem Jahr einen wirklich guten Lauf. Nachdem der Kreativkopf seinen Werdegang als Spieleerfinder ein paar Jahre ruhen ließ, hat dieser beim österreichischen Verlagshaus Piatnik offenbar eine neue Heimat gefunden. Gleich drei neue Spiele sind aus der Kooperation entstanden. Während bei Alien On Board eure detektivischen Fähigkeiten gefragt sind, richtet sich das Würfelspiel Wortfabrik vor allem sprachgewandte Wortakrobaten. Komplettiert wird das Spaansche Trio durch das Kartenspiel Rainbow. Das Spiel ist für genau zwei Personen ausgelegt und lässt – wie schon die beiden anderen Titel – schnell die Köpfe zum Qualmen bringen.

Farbenfrohes Rainbow

Doch werfen wir erstmal einen Blick auf das Material. Optisch wirkt Rainbow zwar durchaus farbenfroh, sieht aber ansonsten eher unspektakulär aus. Das Spiel besteht aus 57 doppelseitigen Karten, bei denen jede Seite im Grunde nur eine monofarbige Fläche zeigt. Hinzu kommt lediglich noch ein praktischer Kartenhalter, der vor Spielbeginn mitsamt den Karten in eine Haltevorrichtung direkt in der Schachtel montiert wird. Schnell noch jeweils drei Karten ziehen, dann geht’s auch schon los mit der Partie.

Rainbow besteht lediglich aus 57 doppelseitigen Farbkarten.

Eure gemeinsame Aufgabe besteht nun darin, einen Regenbogen in all seinen Farben auf dem Spieltisch erstrahlen zu lassen. Rainbow ist allerdings kein kooperatives Spiel, sondern belohnt lediglich den Spieler, der den Regenbogen zum Abschluss gebracht hat. Um einen Regenbogen zu komplettieren müssen sechs Karten mit unterschiedlicher Farbe ausliegen. Das Spiel bietet euch zwar sieben Farbmöglichkeiten an, sechs Farben sind allerdings ausreichend.

  • für 2 Spieler ab 7 Jahren
  • Spieldauer: ca. 10 Minuten
  • Autor: Mathias Spaan
  • Verlag: Piatnik
  • Preis: 8-9€

Bunter Rainbow regt die grauen Zellen an

In eurem Zug dürft ihr prinzipiell eure gesamte Hand, die immer aus drei Karten besteht, in die Mitte ausspielen. Allerdings werden im Verlauf die Karten in der Auslage auf die andere Seite gedreht, was eure Strategie schnell zunichtemachen kann. Bevor die erste Karte gespielt wird, ist es euch noch freigestellt, ob ihr eine Karte im Regenbogen auf die Rückseite dreht. Wollt ihr allerdings weitere Karten ausspielen, wird diese Option zu einem Muss.

Spielt ihr bei Rainbow eine Farbe, die sich schon in der Auslage befindet, gehen sämtliche Karten an den Mitspieler.

Der Zwang zum Umdrehen kann somit natürlich schnell zum Problem werden. Doppelt sich eine Farbe, gehen alle schon ausliegenden Karten an den Gegner. Am Spielende ist jede gesammelte Karte einen Punkt wert. Eine überhastete Aktion kann den Regenbogen zum Einsturz bringen, so dass ihr mit dem Bau wieder von vorne beginnen müsst. Ein wenig Glück gehört manchmal sicherlich auch dazu, dennoch bietet euch das Spiel eine faire Chance, das Risiko zu minimieren.

Rainbow mit Memory-Effekt

Da alle Karten doppelseitig bedruckt sind, erhaltet ihr wertvolle Informationen, über die der Mitspieler nicht verfügt. Legt dieser eine Karte in den Regenbogen, wisst ihr nun bereits, welche Farbe auf der Rückseite zu sehen ist. Habt ihr euch alles gut eingeprägt, könnt ihr von diesem Wissen später Gebrauch machen und eine Karte gefahrlos umdrehen. Jetzt ist vielleicht der Weg frei für eine weitere eigene Karte, die den Regenbogen komplettiert oder zumindest vorantreibt.

Ein Kartenhalter liegt Rainbow praktischerweise gleich bei.

Risikofreudige Naturen können bei Rainbow ihr Glück aber auch herausfordern, indem sie eine eigene Karte direkt mit der Rückseite in die Auslage spielen. Je nachdem wie viele Karten sich schon im Regenbogen befinden, kann das durchaus eine ganz gute Option sein. Völlige Kontrolle über den Verlauf des Spiels werdet ihr ohnehin nie bekommen können. Bei Rainbow gibt es dafür einige Karten, die euch das Erstellen des Regenbogens ein wenig leichter machen.

Black or White bei Rainbow

Einige Karten zeigen eine weiße Fläche, die in Rainbow als Joker fungiert. Das Weiß kann stellvertretend für jede andere Farbe eingesetzt werden. Somit stellen auch mehrere weiße Karten im Regenbogen kein Problem dar. Das Gegenstück zum Joker ist in Rainbow allerdings ebenso vorhanden. Kommt eine dunkle Schattenkarte im Verlauf des Regenbogens zum Vorschein, kann dieser nicht mehr abgeschlossen werden und fällt in sich zusammen. Seid ihr für diesen Fauxpas verantwortlich, dann müsst ihr nun alle schon gespielten Karten in der Auslage an den Mitspieler abtreten.

Eine Schattenkarte sorgt bei Rainbow bereits für einen Fehler. Alle Karten gehen an den Mitspieler über.

Das Spiel wird solange fortgeführt, bis ein Spieler seine Hand nicht mehr auf drei Karten auffüllen kann. Anschließend müssen nur noch die gesammelten Karten gezählt werden, um den Sieger der Partie zu ermitteln. Ein Durchlauf ist im Rutsch vorbei. Viel länger als zehn Minuten dauert eine Partie selbst mit zwei Grüblern am Tisch nur äußerst selten. Rainbow von Mathias Spaan ist über Piatnik erschienen, richtet sich an zwei Spieler ab sieben Jahren und ist ab sofort im Handel zum Preis von etwa 8-9€ zu finden.

Fazit: Das kleine Kartenspiel Rainbow regt die grauen Zellen und hat sich damit diese kunterbunte ingame-Testwertung verdient

Das kleine Kartenspiel Rainbow regt die grauen Zellen und hat sich damit diese kunterbunte ingame-Testwertung verdient.

Nach den ersten Partien war ich schon etwas überrascht, wie anspruchsvoll sich Rainbow tatsächlich spielt. Sicherlich, die Regeln sind sehr einfach und halten die Einstiegshürde denkbar gering. Aber im Spielverlauf habe ich mich dann immer wieder dabei erwischt, doch etwas länger über meinen Spielzug nachzudenken. Was war nochmal auf der Rückseite der grünen Karte? Vielleicht sollte man Rainbow doch nicht gerade als kleinen Absacker um kurz vor Mitternacht spielen. Taktisches Vorgehen und vor allem ein gutes Gedächtnis sind bei Rainbow der Schlüssel zum Sieg. Ein wenig Glück gehört natürlich auch dazu. Dreht ihr eine Karte im Regebogen herum und ebnet euch damit den Weg zur Komplettierung, dann stellt sich das Gefühl von Zufriedenheit ein. Auf der anderen Seite zahlt sich das Risiko manchmal wiederum nicht aus, etwa wenn in der Auslage eine Bombe in Form einer Schattenkarte ungesehen vor sich hinschlummert. Spielt sich flott, weckt Emotionen und bei einem Preis von 8-9€ kann man mit Rainbow eigentlich nicht viel falsch machen.

ProCon
+ einfache Regeln- schlichtes Artwork
+ spannender Wende-Mechanismus
+ fordert Taktik und Merkfähigkeit
+ viel Spiel für wenig Kohle

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare