Rajas of the Ganges Huch Durga
+
Rajas of the Ganges: The Dice Charmers erscheint über Huch und kostet 18-20€.

Rajas of the Ganges als Roll-and-Write

Rajas of the Ganges - The Dice Charmers im Test: Vom Brett aufs Papier

  • vonSebastian Hamers
    schließen

Drei Jahre nach der Veröffentlichung des Hauptspiels veröffentlicht der Huch-Verlag nun eine kompaktere Variante im Roll-and-Write-Format.

  • für 2-5 Spieler
  • ab 12 Jahren geeignet
  • Preis: ca. 18-20€

Vor rund drei Jahren sorgten der Huch-Verlag und „Rajas of the Ganges“ für viel Furore in der Brettspielwelt. Trotz massivem Würfeleinsatz entpuppte sich das Spiel als echter Strategie-Kracher und erfreute zudem mit seiner quietschbunten Optik die Herzen von Kritikern und Spielern gleichermaßen. In diesem Jahr feiert Huch die glamouröse Rückkehr nach Indien. Mit der bereits zweiten Goodie-Box zum Grundspiel, sowie einer Roll-and-Write-Variante stehen jetzt gleich zwei neue Rajas-Titel in den Regalen des Händlers eures Vertrauens. Vor allem die kleine Papier-Version mit zwei dicken Ankreuzbögen hat das Interesse vieler Spieler geweckt und ist damit möglicherweise das Huch-Highlight des Jahres 2020.

Die Idee, Rajas of the Ganges als Roll-and-Write umzusetzen, liegt im Grunde gar nicht so fern. Schließlich basiert bereits das Hauptspiel vor allem auf dem Einsatz von Würfeln. Ein wenig Skepsis beim Erstkontakt mit dieser neuen Variante schwingt aber dennoch mit. Rajas lebt unter anderem von seinen taktisch komplexen Spielzügen und seiner ordentlichen Spieltiefe. Ob sich diese auch in einer kleinen Box und auf dem Papier gut unterbringen lassen?

Rajas of the Ganges: The Dice Charmers setzt auf bunte Würfel

Beim ersten Blick auf den Spielbogen von Rajas of the Ganges: The Dice Charmers finden sich tatsächlich alle wesentlichen Komponenten der großen Schwester wieder. Es werden fleißig unterschiedliche Waren gehandelt, jeder Spieler bewirtschaftet eine eigene Provinz, im Palast kann man dem Großmogul die Ehre erweisen und selbstverständlich spielt auch der Fluss Ganges eine wichtige Rolle. Nur die Zahl der verfügbaren Würfel wurde ein wenig eingestampft. Lediglich acht Würfel in vier verschiedenen Farben haben noch den Weg ins Spiel gefunden.

Ein Spielbogen von Rajas of the Ganges: The Dice Charmers im Überblick.

Trotz reduzierter Stückzahl, die Würfel bleiben weiterhin das Kernelement des Spiels. Der Startspieler, der mit dem schicken Startspieler-Elefanten ausgestattet wird, darf zunächst alle acht Würfel werfen. Ein beliebiger Würfel wird jetzt gesichert und für die eigene Aktion genutzt. Der andere Würfel der gleichen Farbe wandert auf den Rücken des Elefanten und kann in dieser Runde somit von keinem anderen Spieler mehr für seine Aktion genutzt werden. Die weiteren Spieler wählen nun in der Reihenfolge je einen anderen noch verfügbaren Würfel, ohne die Ergebnisse zu verändern. Haben alle Spieler ihren Würfel gewählt und die Aktion durchgeführt, geht das Recht des Startspielers an den nächsten Spieler weiter und es beginnt eine neue Runde.

Taktischer Würfeleinsatz in Rajas of the Ganges: The Dice Charmers

Die vier verschiedenen Würfelfarben stehen für unterschiedliche Einsatzfelder auf dem Spielbogen. Der lilafarbene Würfel bringt euch diverse Waren: Tee, Gewürze und Seide sind hier die gefragten Produkte in Indien. Je mehr Waren einer Sorte ihr sammelt, desto höher steigt ihr Warenwert. Allerdings könnt ihr eure Produkte nicht einfach so verhökern. Ihr müsst sie dafür zunächst zum Markt schaffen, bevor ihr das Geld dafür kassiert.

Ein schickes Gimmick in Rajas of the Ganges: The Dice Charmers ist der Elefant für den Startspieler.

bewirtschaftet. Um von den Märkten zu profitieren, müsst ihr jedoch erstmal ein Wegenetz zu eurer Residenz in der Mitte der Provinz aufbauen. Hier kommen die grünen Würfel ins Spiel. Die Würfelseiten zeigen gerade Linien oder Kurven, die ihr auf dem Bogen verwenden könnt, um Gebäude mit der Residenz zu verbinden und somit zu werten. Einige Seiten weisen hingegen zwei halbe Wege auf, die ihr zu einer Geraden oder Kurve kombinieren könnt. Außer den Marktplätzen lassen sich auch noch spezielle Gebäude mit der Residenz vernetzen. Sie bringen euch zwar kein Geld ein, erhöhen allerdings euren Ruhm und somit euer Ansehen beim Großmogul. Mit Ruhm und Geld verfügt das Roll-and-Write also über gleich zwei wichtige Faktoren, die euch zum Sieger der Partie küren können.

Mit Rajas of the Ganges: The Dice Charmers über den Fluss

Sowohl Ruhmespunkte als auch Geld lässt sich machen, wenn ihr mit eurem Schiff über den Ganges schippert. Für die Fortbewegung via Boot kommt der blaue Würfel zum Einsatz. Im Normalfall bewegt sich das Schiff immer nur in eine Richtung nach vorne. An jeder Stelle, an der das Boot einen Halt einlegt, kassiert ihr einen Bonus. Das können freie Wegstrecken für die Provinz sein, allerdings auch Geld oder Ruhmespunkte. An bestimmten Stellen dürfen Waren verkauft werden oder es gibt Ruhmespunkte für eure Gebäude. Überhaupt ist das Belohnungssystem für das Erreichen vieler Etappen eine ziemlich bunte Mischung, die aber extrem motiviert.

Die acht Farbwürfel stellen das Kernelement von Rajas of the Ganges: The Dice Charmers dar.

Last not least findet auch noch der orangene Würfel im Palast des Großmoguls Verwendung. Die Seiten des Würfels zeigen unterschiedliche Charaktere, die euch ihre Gunst erweisen. Die Maharani lässt euch zusätzliche Felder auf dem Fluss weiterfahren, der Portugiese erlaubt euch hingegen eine Rückwärtsbewegung auf dem Ganges. Mit dem Baumeister gibt es freie Wegstrecken für die Provinz und die Händlerin kauft euch ein paar eurer Waren ab. Nicht zu unterschätzen ist auch Raja Man Singh, der die Aufwertung eines ausgewählten Gebäudetypen gewährt. Wird dieser Gebäudetyp jetzt noch einmal gewertet, erhaltet ihr einen weiteren Ruhmespunkt obendrauf.

Bei Rajas of the Ganges: The Dice Charmers geht es um Geld und Ruhm

In Rajas of the Ganges: The Dice Charmers müsst ihr euch um Ruhm und Geld gleichermaßen kümmern. Auf dem Spielbogen befinden sich zwei entsprechende Punkteleisten, die auf einander zulaufen. Gelingt es euch, dass sie eure beiden Leisten kreuzen, endet das Spiel und ihr habt gewonnen. In den ersten Minuten verläuft der Fortschritt auf den Geld- und Ruhmleisten noch ziemlich zäh. Mit zunehmender Spieldauer ändert sich das allerdings und das Rajas Roll-and-Write nimmt mächtig Fahrt auf.

Im Zwei-Spieler-Modus von Rajas of the Ganges: The Dice Charmers dürfen pro Runde zwei Würfel gesichert werden.

Das liegt vor allem an den zahlreichen Boni, die es an allen Ecken und Enden im Spiel gibt. Über das Provinzfeld lassen sich praktisch ständig irgendwelche Extras kassieren. Es werden nicht nur Vernetzungen von Gebäuden und Märkten belohnt, sondern auch wenn ihr die Außenbezirke der Provinz an euren Gutshof anschließt. Weitere Boni lassen sich generieren, wenn ihr bestimmte Abschnitte in eurem Warenlager abkreuzt oder Aktionsspalten im Palast gefüllt habt. Die Fahrten auf dem Ganges werden ohnehin jedes Mal mit einen kleinen Goodie belohnt. Durch die allgegenwärtigen Boni entstehen immer wieder spektakuläre Kettenreaktionen, die den eigenen Zug ordentlich verlängern. Sehr motivierend!

Rajas of the Ganges: The Dice Charmers mit alternativem Szenario

Zu den verfügbaren Boni gehört auch ein wenig Würfelmanipulation dazu. An bestimmten Stellen im Spiel erarbeitet ihr euch Karmapunkte. Diese gewähren euch Zugriff auf den vom Startspieler entfernten Würfel auf dem Elefanten. Ihr werft diesen sowie einen beliebigen weiteren Würfel und wählt euer Ergebnis von einem dieser beiden. Gezielt eingesetzt hilft euch das Karma ein ganzes Stück weiter, etwa wenn ihr gerade ein ganz bestimmtes Würfelsymbol benötigt, um eine krachende Kombi auszulösen.

Der Nachtmodus ist ein alternatives Szenario in Rajas of the Ganges: The Dice Charmers.

Eine Partie Rajas of the Ganges dauert ungefähr 30-45 Minuten. Für jeden teilnehmenden Spieler müsst ihr ein Blatt vom Spielbogenblock investieren. Damit euch das Material nicht zu schnell ausgeht, liegen dem Spiel gleich zwei dicke Blöcke bei. Jedes Blatt ist zudem doppelseitig bedruckt. Es bietet euch zwei leicht veränderte Szenarien an, die aber nach den gleichen Grundregeln gespielt werden. Rajas of the Ganges ist für zwei bis fünf Spieler aber zwölf Jahren geeignet. Ihr findet das Spiel ab sofort zum Preis von etwa 18-20€ im Handel.

Fazit: Rajas of the Ganges – The Dice Charmes würfelt sich zur folgender Testwertung

Rajas of the Ganges: The Dice Charmers erwürfelt sich diese Testwertung

Als der Huch-Verlag vor drei Jahren Rajas of the Ganges veröffentlichte, war ich sofort ein großer Fan. Das Spiel hatte mich zunächst über die quietschbunte Indien-Optik gecatcht und dann letztlich auch spielerisch überzeugt. Taktischer Tiefgang mit Würfelmechanik, das sind eben doch keine Ausschlusskriterien. Das aktuelle Rajas of the Ganges: The Dice Charmers fängt das Spielgefühl der großen Schwester wunderbar ein. Trotz der reduzierten Spielfeldgröße haben doch alle wesentlichen Elemente des Hauptspiels den Weg auf das Papier gefunden. Mich hat dabei insbesondere die Jagd nach den zahlreichen Boni motiviert, mit denen das Spiel nur so um sich wirft. Fast mit jedem Zug lässt sich ein kleines Extra erzielen. Es entsteht eine Kettenreaktion nach der anderen, so dass man den Zug immer mit einem guten Gefühl an den nächsten Spieler abgeben kann. Richtig schlechte Züge lassen sich im Rajas Roll-and-Write kaum machen. So bleiben alle Spieler immer motiviert bis zum Spielende bei der Sache. Rajas of the Ganges ist kompakter und auch preisgünstiger als sein Vorgänger, steht diesem in Sachen taktischem Anspruch aber kaum nach.

ProCon
+ motivierende Kettenreaktionen- Regeln für das Wegeplatzieren etwas schwammig formuliert
+ mit Tag- und Nachtszenario
+ auch zu zweit gut spielbar
+ taktisch fordernd

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Vampire: Die Maskerade - Vendetta im Test: Wer wird der neue Prinz von Chicago?
Vampire: Die Maskerade - Vendetta im Test: Wer wird der neue Prinz von Chicago?
Vampire: Die Maskerade - Vendetta im Test: Wer wird der neue Prinz von Chicago?
Test: Sid Meier's Civilization - Das Brettspiel
Test: Sid Meier's Civilization - Das Brettspiel
Test: Sid Meier's Civilization - Das Brettspiel

Kommentare