Ramba Zamba Hund Fuchs Huhn Regenwurm Cover Game Factory Verpackung
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Ramba Zamba erscheint über Game Factory und kostet 12-14€.

Der Bauernhof in Ramba Zamba ist ein einziges Tohuwabohu

Ramba Zamba im Test: Tierisches Chaos als Kartenspiel

  • vonSebastian Hamers
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Einfache Regeln, sehr viel Interaktion und vor allem reichlich Konfliktpotenzial, das ist der Stoff aus dem Ramba Zamba gemacht ist.

  • für 2-6 Spieler ab 8 Jahren
  • Spieldauer: ca. 20 Minuten
  • Autor: Johannes Schmidauer-König
  • Verlag: Game Factory
  • Preis: ca. 12-14€

Geht euch der Dauerregen in diesem „Frühling“ auch die Nerven? Zumindest die Tiere auf dem Ramba-Zamba-Bauernhof freuen sich über das feuchte Wetter. Nach einem ordentlichen Guss von oben kriechen die Regenwürmer aus ihren unterirdischen Gängen hervor und geben damit den Auftakt zu einer tierischen Party. Schnell kommt eins zum anderen und die Tiere jagen sich gegenseitig über den Hof. Da kann sich sogar der Bauer selbst kaum zurückhalten, der seine Hofbewohner immer wieder zur Raison bringen muss. Klingt nach einem ziemlichen Tohuwabohu? Eben, das chaotische Treiben ist das zentrale Spielelement von Ramba Zamba, dem neuen Kartenspiel aus der Game Factory.

Auf das Allergröbste heruntergebrochen handelt es sich bei Ramba Zamba um ein recht simples Sammelspiel. Jeder von euch übernimmt die Kontrolle über einen eigenen Bauernhof, auf dem ihr Tiere diverser Gattungen zusammenführt. Regenwürmer, Hühner, Füchse und Hunde tummeln sich gemeinsam auf eurem Grund und Boden. Dargestellt werden diese Tiere durch Karten. Im eigenen Zug spielt ihr in der Regel eine Karte aus, so dass sich im Spielverlauf immer mehr Tiere auf dem Hof versammeln. Das Spielziel liest sich auf dem Papier denkbar einfach. Ihr gewinnt die Partie, wenn ihr fünf Tiere einer Art in euren Ställen untergebracht habt.

Tierisches Chaos in Ramba Zamba

Ganz so leicht ist die Aufgabe allerdings nicht. Dafür sorgen eure lieben Mitspieler, die euch bevorzugt dann kräftig in die Suppe spucken, wenn das Ziel zum Greifen nahe ist. Doch beginnen wir von vorn. In jedem Zug stehen euch immer genau drei Handkarten zur Verfügung. Jetzt legt ihr ein Tier eurer Wahl entweder in den eigenen Bauernhof oder aber auf das Grundstück eines Sitznachbarn. Letzteres kann durchaus eine sinnvolle Aktion sein, denn jedes neu hinzugekommene Tier scheucht den Hof erst einmal massiv auf.

Der Heuhaufen schützt bei Ramba Zamba die Tiere vor der Verbannung.

Lediglich von den frisch eingetroffenen Regenwürmern will so recht niemand Notiz nehmen. Legt ihr also eine Regenwurm-Karte aus, passiert zunächst gar nichts. Schon bei den Hühnern sieht die Sache gleich ganz anders aus. Ein neues Huhn pickt sich sofort zwei bereits ausliegende Regenwürmer und nimmt diese aus dem Spiel. Ihr ahnt vermutlich schon, worauf die Sache hinausläuft. Bei Ramba Zamba gibt es eine streng hierarchische Hackordnung, bei der die Großen die Kleinen fressen.

Bei Ramba Zamba herrscht eine strenge Hackordnung

Die Füchse haben es natürlich wiederum auf die Hühner abgesehen. Ein neuer Fuchs pirscht sich direkt an zwei Hühner heran und verschleppt seine Beute. Zwei Hühner kommen aus dem Spiel. Ziemlich weit oben in der Rangfolge steht der Hund, der zwei Füchse vom Hof scheucht. Ob ihr ein Tier in den eigenen oder in einem fremden Hof spielt, ändert am Verhalten der Hofbewohner nichts. Sie nehmen sich bedingungslos, was ihnen zusteht, so dass zwei Karten aus dem Spiel genommen werden müssen. Nur wenn sie kein passendes Opfer finden, gesellen sie sich ganz harmonisch zu ihren Artgenossen.

In Ramba Zamba macht der Hahn Jagd auf Regenwürmer.

Sobald fünf Exemplare einer Tierart auf eurem Hof ausliegen, habt ihr die Partie gewonnen. Eure Mitspieler versuchen das natürlich mit aller Macht zu verhindern. Habt ihr vier gleiche Tiere ausgespielt, müsst ihr immer damit rechnen, dass euch gleich unerwünschter Besuch von nebenan erwartet. Warum also nicht gleich alles auf eine Hunde-Bande setzen, die scheinbar keine natürlichen Feinde fürchten müssen?

Der Bauer pfeift bei Ramba Zamba seine Hunde zurück

Prinzipiell keine schlechte Idee. Allerdings tauchen die Hunde im Kartenset von Ramba Zamba deutlich seltener auf als alle anderen Tiere. Es wird also gar nicht so leicht, das Fünferpack mit den Hunden zu komplettieren. Zum anderen tauchen sporadisch auch mal die Bauern selbst auf dem Hof auf. Im Kartendeck befinden sich zwar nur drei Hofbesitzer, die jedoch direkt einen Großteil der Hunde zurückpfeifen. Sobald ein Bauer ausgespielt wird, muss jeder Spieler zwei seiner Hunde aus dem Spiel nehmen. Eine sichere Nummer ist die Hundesammlung damit auch nicht.

Bei Ramba Zamba lässt sich manchmal sogar der griesgrämige Bauer blicken, der erstmal die Hunde stramm macht.

Zu den Tieren und den Bauern gesellen sich auch noch ein paar Heuhaufen-Karten. Mit ihnen könnt ihr bereits ausgelegte Tiere vor der Verbannung schützen. Legt ihr einen Heuhaufen etwa auf eine Vierersammlung, ist diese vor etwaigen Angriffen durch andere Tiere erstmal gefeit. Die Sicherheit ist allerdings trügerisch, denn wo es Heuhaufen gibt, da sind auch Heugabeln meist nicht fern. Mit einer Heugabel könnt ihr eine beliebige Karte bei einem Mitspieler eliminieren, notfalls sogar einen Heuhaufen, wenn dieser im Weg steht. Jede Karte in Ramba Zamba hat somit also ihre eigene Nemesis.

Das Pärchenspiel bei Ramba Zamba

In der Regel verläuft eine Runde in Ramba Zamba so, dass ihr eine Karte spielt und eure Hand am Ende des Zuges wieder auf drei Karten auffüllt. Eine kleine Ausnahme von diesem Vorgehen stellt die Pärchen-Regelung dar. Die Tiere liegen jeweils in weiblichen und männlichen Varianten vor. Habt ihr ein passendes Pärchen einer Gattung auf der Hand, dürft ihr diese im Duo ausspielen. Dabei darf das Pärchen natürlich nicht getrennt werden. Ihr müsst beide Karten also entweder bei euch selbst oder bei einem Nachbarn anlegen. Beide Karten lösen anschließend ihren Effekt aus. Es kann also passieren, dass gleich vier Tiere vom Hof gescheucht werden.

In Ramba Zamba sind Tierpaare gleich doppelt effektiv.

So kann es schon eine ganze Zeit lang dauern, bis einer von euch dann tatsächlich fünf Tiere einer Gattung zusammenbekommen hat. Je nach Spielverlauf und Zahl der Mitspieler dauert einer Partie etwa 15-25 Minuten. Ramba Zamba von Johannes Schmidauer-König ist für zwei bis fünf Spieler ab acht Jahren geeignet und ist über Game Factory erschienen. Ihr findet das Spiel ab sofort zum Preis von etwa 12-14€ im Handel.

Fazit: Ramba Zamba schraubt den Ärgerfaktor nach oben und verdient sich damit diese ingame-Wertung

Ramba Zamba schraubt den Ärgerfaktor nach oben und verdient sich damit diese ingame-Wertung.

Die Grundregeln von Ramba Zamba sind wirklich kinderleicht. Belanglosigkeit muss sich das Spiel von Game Factory aber ganz bestimmt nicht vorwerfen lassen. Zwar müsst ihr tatsächlich einfach nur fünf Karten einer Art sammeln, doch der Weg bis dahin ist verdammt steinig. Das Spiel lebt von der hohen Interaktion unter den Spielern. Praktisch ständig versucht ihr einen Konkurrenten auszustechen, der dem Ziel erschreckend nahegekommen ist. Plötzlich erntet ihr Beifall und Jubelstürme, nachdem ihr durch das Ausspielen eines Fuchses die aussichtsreiche Hühnersammlung eines Mitspielers dezimiert habt. Die Beifallsbekundung hält unter Umständen aber nur wenige Augenblicke. Kurz darauf könnt ihr selbst schon Opfer eines hinterhältigen Nachbarschaftsbesuchs werden. Manchmal ist der Sieg schon zum Greifen nahe, bevor man in letzter Sekunde noch abgefangen wird. Der Spielverlauf ist immer auf des Messers Schneide, so dass selbst scheinbar uneinholbar zurückliegende Hofbesitzer plötzlich wieder ganz vorne liegen. Wenn ihr Freunde von schnellen Spielen mit einfachen Regeln seid, gerne viel Interaktion am Tisch habt und mit dem hohen Ärgerfaktor zurechtkommt, ist Ramba Zamba eine gute Wahl.

ProCon
+ einfache Regeln- für harmonielebende Spieler weniger geeignet
+ schönes Artwork
+ sehr viel Interaktion
+ viele knappe Siege sorgen für Spannung

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