Roundforest Piatnik Wanderer Wald Verpackung Schachtel
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Roundforest von Piatnik ist für 2-4 Spieler ab 8 Jahren geeignet und kostet 25-30€.

Roundforest: Ein Abenteuer im Märchenwald

Roundforest im Test: Ein Brettspiel zum Durchdrehen

  • vonSebastian Hamers
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Roundforest von Piatnik wandelt auf den Spuren des Verrückten Labyrinths und bringt ein sich ständig veränderndes Brett ins Spiel.

  • für 2-4 Spieler ab 8 Jahren geeignet
  • Spieldauer: etwa 60 Minuten
  • Preis: ca. 25-30€

In den Tiefen des sagenhaften Roundforests lebt ein guter Waldgeist, der ziemlich scharf ist auf die ganz besonderen Früchte des Hains. Sie begehrt die goldenen Äpfel, die sich im Zauberwald zwar hin und wieder finden, aber leider extrem rar sind. Deshalb benötigt sie die Hilfe von ein paar wagemutigen Abenteurern, die den Job für sie erledigen. Wer dem Waldgeist zuerst drei goldene Äpfel präsentiert, erhält als Belohnung den legendären Smaragdring, der dem Träger die Macht über den magischen Wald verleiht. Ihr übernehmt in dieser Geschichte die Rolle der heldenhaften Abenteurer. Die Suche nach den Goldäpfeln gestaltet sich – wer hätte es gedacht – nicht ganz einfach. Dem verwunschenen Wald wohnt ein seltsames Eigenleben inne. Es scheint so, als würde der Boden unter euren Füßen ständig zu rotieren. Wer soll da noch die Orientierung behalten und die drei goldenen Äpfel vor allen anderen finden?

Roundforest von Piatnik besticht auf den ersten Blick durch seine ungewöhnliche Optik. Ein klassisches Spielbrett findet ihr diesmal nicht vor. Stattdessen füllt ihr den Spieltisch mit 32 achteckigen Waldplättchen. Was sich im Dickicht des Waldes verbirgt, müsst ihr allerdings erst peu à peu herausfinden. Die goldenen Äpfel wachsen leider nicht einfach so auf den Bäumen. Dafür stolpert ihr über so manchen Wunschbrunnen, dem ihr das ein oder andere Opfer bringt, bis er irgendwann den begehrten goldenen Apfel für euch ausspuckt. Weiterhin ist der verwunschene Wald reichlich bevölkert. So trefft ihr auf verschiedene Märchenfiguren, die euch mal mehr und mal weniger gut gesonnen sind. Viele von ihnen sind im Besitz eines goldenen Apfels, den sie euch möglicherweise für einen gewissen Gegenwert abtreten würden.

Durchdrehen im Roundforest

Um den Wald zu erkunden, bewegt ihr euch mit eurer Abenteuerfigur von einem Waldplättchen zum anderen. Seid ihr am Zug, habt ihr zunächst nur zwei Optionen. Entweder ihr bewegt euch um bis zu zwei Felder in gerader Linie oder aber ihr pausiert und verharrt auf dem gleichen Plättchen. Entscheidet ihr euch für eine Bewegung, prüft ihr nun erst einmal die unterschiedlichen Optionen. Prinzipiell kann die Figur in alle vier Richtungen bewegt werden. Einige Felder bleiben euch allerdings verwehrt. Das Plättchen, auf dem sich der Abenteurer gerade befindet, zeigt genau an, welche benachbarten Felder derzeit verfügbar sind und welche nicht. Die Situation kann sich allerdings ziemlich schnell wieder ändern.

Bei Roundforest gibt es einen ziemlich variablen Spielaufbau.

Egal ob ihr euch bewegt oder an Ort und Stelle bleibt, das Plättchen mit der Abenteurerfigur rotiert nun um 90 Grad. Es ist pure Magie. Durch die Rotation entstehen plötzlich ganz neue Möglichkeiten. Wege, die euch eben noch verborgen geblieben sind, stehen euch nun offen. Andere Waldplättchen sind dafür jetzt nicht mehr erreichbar. So unterliegt der Wald einer stetigen Veränderung. Wollt ihr bestimmte Abschnitte des Zauberwalds erreichen, müsst ihr eure Schritte also gut planen.

In Roundforest wird der Sammeltrieb befriedigt

Nach Abschluss der Bewegung geht es direkt weiter in die Aktionsphase. Jedes Waldplättchen wird bei Spielbeginn nach dem Zufallsprinzip mit einem roten, gelben oder blauen Farbchip belegt. Passend dazu führ ihr nun eine von drei verschiedenen Aktionen durch. Befindet sich der Abenteurer auf einem Feld mit blauem Chip, dürft ihr euch über den Fund eines zufälligen Gegenstands freuen. Die Gegenstände werden durch Plättchen dargestellt, die ihr aus einem blickdichten Beutel zieht. Die Gegenstände wandern in den Rucksack. Dieser bietet insgesamt genug Platz für drei Plättchen. In Roundforest wird weiterhin in leichte und schwere Gegenstände unterschieden. Von letzteren darf immer nur einer im Rucksack verstaut werden.

In Roundforest könnt ihr am Wunschbrunnen möglicherweise einen goldenen Apfel bekommen.

Schwere Gegenstände sind somit zwar etwas unhandlich, können dafür aber auch vielseitig eingesetzt werden. Sie eignen sich alternativ als Blockade, um das Rotieren von Waldplättchen zu verhindern. Ihr legt das Gegenstandsplättchen zwischen vier Oktagone, die ab sofort von der Rotation ausgeschlossen sind. Vorbeiwandernde Abenteurer haben allerdings die Möglichkeit, den scheinbar achtlos weggeworfenen Gegenstand aufzunehmen und in den eigenen Rucksack zu legen. In diesem Fall drehen sich die Waldplättchen natürlich auch wieder um die eigene Achse, sobald sie betreten werden.

Reger Tauschhandel im Roundforest

Neue Gegenstände werden auch über die Aktion des gelben Farbchips generiert. Es wird ebenfalls ein Gegenstandsplättchen aus dem Beutel gezogen, das allerdings auf nicht direkt auf den Aufenthaltsort des Abenteurers wandert. Stattdessen legt ihr den Gegenstand auf ein beliebiges Feld mit gelben Farbchip. Dort kann es später von euch oder jedem anderen Abenteurer aufgesammelt werden. Doch wozu ist die ganze Sammelei von Gegenständen überhaupt gut? Goldene Äpfel werden schließlich nicht einfach so aus dem Beutel gezogen.

Bei Roundforest sammelt ihr hilfreiche Ausrüstung in eurem Rucksack.

Hier helfen euch die vier Wunschbrunnen weiter, die sich im magischen Wald verteilt haben. Besucht ihr ein Waldplättchen mit so einem Brunnen, dürft ihr zwei beliebige Gegenstände hineinwerfen, um zwei Kupfermünzen zu erhalten. Werft ihr wiederum drei Kupfermünzen in den Brunnen, spuckt er eine Silbermünze für euch aus. Und für eine Silbermünze bekommt ihr endlich den heißersehnten goldenen Apfel. Wie ihr seht, es kann schon eine ganze Zeit dauern, bevor ihr den ersten Goldapfel endlich in den Rucksack legen dürft. Glücklicherweise findet ihr im Wald manchmal auch die ein oder andere Münze, was euch so manchen langen Weg erspart.

Die Bewohner des Roundforest

Hin und wieder kommt es im Roundforest auch zu einer Begegnung mit den zahlreichen Bewohnern des Waldes. Ein solches Treffen wird ausgelöst, wenn der Abenteurer ein Waldstück mit rotem Chip betritt. Ihr zieht eine von insgesamt zwölf Charakterkarten, die euch unterschiedliche Möglichkeiten der Interaktion anbieten. Es gibt freundliche Figuren wie den Schmied oder den Wirt, die euch einen Tauschhandel anbieten. Legt ihr gleich mehrere passende Ressourcen ab, könnt ihr euch sogar einen goldenen Apfel ertauschen.

In Roundforest trefft ihr auch auf so manchen finstren Spießgesellen.

Im Wald trefft ihr jedoch auch auf feindselige Spießgesellen, die unter Abgabe von bestimmten Gegenständen oder Münzen ausgetrickst werden können. Mit einer raffinierten Finte luchst ihr ihnen möglicherweise ebenso einen Goldapfel ab. Für freundliche und feindliche Märchenfiguren gilt gleichermaßen, dass ihr mit ihnen interagieren müsst. Bei den guten Charakteren erhaltet ihr für eure Waren immer einen Gegenwert. Die bösen Märchenfiguren fordern gerne auch einfach nur einen gewissen Tribut, damit sie euch in Ruhe lassen. Könnt ihr die geforderten Ressourcen nicht abgeben, steht ihr ab sofort in der Schuld des Charakters. Ihr müsst zu einem späteren Zeitpunkt des Spiels wieder an den Ort zurückkehren, um eure Schulden zu begleichen. Vorher dürft ihr die drei goldenen Äpfel nicht zum Geist des Waldes bringen.

Lange Wege im Roundforest

Etwas weniger aufdringlich sind die helfenden Charaktere. Sie bieten euch ihre Dienste an, die ihr allerdings nicht zwingend in Anspruch nehmen müsst. Zum richtigen Zeitpunkt sind die helfenden Hände dieser Figuren allerdings schon ziemlich mächtig, da sie eure Handlungsmöglichkeiten deutlich vergrößern. Zu diesen Charakteren zählt übrigens auch der Waldgeist selbst, der euch für drei goldene Äpfel schließlich den versprochenen Smaragdring übergibt, mit dem ihr das Spiel gewinnt.

Auf diese und einige Märchenfiguren mehr könnt ihr in Roundforest stoßen.

Bis ihr den Smaragdring endlich in Händen haltet, vergeht ungefähr eine Stunde. Roundforest ist für zwei bis vier Spieler ab acht Jahren geeignet. Das Spiel ist über Piatnik erschienen und steht ab sofort zum Preis von etwa 25 - 30€ im Handel.

Fazit: Roundforest hat sich diese abenteuerliche Testwertung verdient

Roundforest von Piatnik bekommt diese märchenhafte Testwertung

Die märchenhafte Geschichte von Roundforest erweckt zunächst den Eindruck, dass wir uns mit einem leicht zugänglichen Familienspiel beschäftigen. Dieses erste Gefühl trifft für das Erlernen der Regeln auch zweifelsfrei zu. Das schmale Regelwerk lässt sich in wenigen Minuten vermitteln, so dass selbiges selbst während der Erstpartie in der Schachtel bleiben kann. Taktisch zeigt sich Roundforest aber von einer anderen Seite. Es gibt durchaus einige Stellschrauben, mit denen sich das Glück zu den eigenen Gunsten biegen lässt. Manchmal ist es ziemlich vertrackt. Das Spielfeld ist sehr dynamisch, dauernd steht der Abenteurer vor einer veränderten Ausgangslage. Somit erinnert Roundforest sogar ein wenig an den Klassiker „Das verrückte Labyrinth“, nicht die schlechteste Referenz. Etwas Glück gehört zu einem guten Familienspiel aber natürlich auch dazu. Greift ihr die richtigen Gegenstände aus dem Beutel, trefft anschließend vielleicht sogar noch auf die passenden Charaktere, lässt sich so mancher lange Weg durch den Wald einsparen. Letztlich ergibt sich bei Roundforest ein Wettlauf, mit einer spannenden Jagd nach den goldenen Äpfeln. Hin und wieder wird der bereits sicher geglaubte Sieg noch in letzter Minute gestohlen, wenn man beispielsweise plötzlich in der Schuld der hinterhältigen Hexe steht und jetzt nochmal eine Extrarunde durch den Wald drehen muss. So steht der Spielsieg immer auf des Messers Schneide. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann spielen sie noch heute…

ProCon
+ Spielfeld verändert sich ständig- etwas langwieriger Aufbau
+ gutes Spielmaterial- könnte etwas mehr Interaktion vertragen
+ einfache Regeln
+ packender Wettlauf

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