Rück's raus im Test: Das hinterhältige Kartenspiel für Banditen

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Was haben Al Capone, Ronald Biggs und die Panzerknacker gemeinsam? Ja, es sind alles berühmte Verbrecher. Doch sie wurden auch alle zu vielen Jahren Gefängnis verknackt. Als Gangsterboss lebt es sich eben doch gefährlich. Da ist es in der zweiten Reihe schon ein gutes Stück komfortabler, wenn der lange Arm des Gesetzes in eine andere Richtung greift. Genau darum geht es im neuen Kartenspiel „Rück’s raus“ vom Zoch Verlag. Mit euren Banditen plündert ihr unbescholtene Adlige aus und beraubt sie um ihre Klunker. Die erfolgreichste Bande wird allerdings am Spielende von den Gesetzeshütern eingebuchtet. Deshalb darf sich der zweitreichste Bandenchef letztlich als Sieger des Spiels fühlen.

Die vierzehn Adligen haben es nicht leicht. Einer nach dem anderen von ihnen wird ausgeraubt und sieht sich gleich mehreren Banden gegenüber, die ihnen an den Geldbeutel wollen. Es bleibt ihnen wohl nichts anderes übrig, als ihnen eine Gefälligkeit zu erweisen. Bevor sie ihre Klunker rausrücken, kommt es allerdings erst einmal zum Kampf der Banditen. Am Ende setzt sich natürlich der stärkste Bandit durch und sackt die ganze Kohle ein. Alle anderen Räuber gucken in die Röhre. Lediglich für den armen schwächlichen Banditen fällt ein kleines Trostpflaster ab.

Kräftemessen unter Räubern

Regeltechnisch geht die Räuberei ziemlich einfach vonstatten. Jeder Spieler erhält ein identisches Set aus acht Banditen-Karten mit einer Stärke zwischen null und sieben Punkten. Zudem bekommt ihr mit acht Klunkern noch ein kleines Startkapital. Dann müsst ihr nur noch die vierzehn Adligen mischen und schon seid ihr startklar. Jetzt spielt ihr den ersten Adligen offen aus.

Das erste Ziel ist also zum Abschuss freigegeben. Jetzt sucht ihr euch einen eurer acht Banditen aus und legt ihn zunächst verdeckt vor euch ab. Haben sich alle Bandenführer für eine Karte entschieden, können alle Karten aufgedeckt werden. Jetzt vergleicht ihr die Stärke eurer Banditen, der kräftigste Bandit ergaunert sich die Beute des Adligen. Meist handelt es sich dabei um einige Klunker. Für den schwächsten Räuber fällt ein kleiner Trostpreis ab. Ihr erhaltet für ihn Klunker in der Anzahl der Stärke des Banditen.

Pattsituation beim Raubzug

Ein kleines Problem entsteht natürlich, wenn zwei Banditen über die gleiche Stärke verfügen. In diesem Fall wird der Adlige doppelt zur Kasse gebeten. Beide Banditen erhalten die Beute im vollen Umfang. Dabei gibt es jedoch eine Ausnahme. Zwei Banditen mit einer Stärke von sieben Punkten schalten sich im Gefecht gegenseitig aus. Keine der beteiligten Banden erhält Beute, die Banditen scheiden komplett aus dem Spiel aus.

Jetzt kommt natürlich der nächststärkere Bandit zum Zug und plündert den Adligen aus. Das ganze Procedere funktioniert mit dem schwächsten Banditen ebenso. Sollten zwei gleichschwache Banditen ausgespielt werden, erhält jeder von ihnen seine Mitleidsklunker. In acht schnellen Runden sammelt ihr so eure Klunker und hofft, nicht die meiste Beute eingesackt zu haben. Wie viele Klunker jeder Bandenchef bislang gesammelt hat, ist dabei jederzeit für alle einsehbar. So könnt ihr möglicherweise das Blatt gezielt zu euren Gunsten wenden. Einige Adlige bieten euch als Belohnung nämlich eine besondere Dienstleistung an.

Adlige mit Sonderleistungen

Die meisten Adligen sind einfach abzuhandeln. Der stärkste Bandit erhält einige Klunker für die persönliche Schatzkiste. Es gibt jedoch auch eine windige Dame, der es gelingt, dem stärksten Adligen sogar noch drei Klunker abzuknöpfen. Wenn ihr mit eurer Klunker-Sammlung ziemlich weit vorne liegt, kann das natürlich ein echter Vorteil sein. Andernfalls ärger ihr euch jetzt allerdings, den stärksten Banditen der Runde gespielt zu haben.

Ein paar Adlige bieten euch sogar eine Belohnung nach Wahl an. Bei ihnen dürft ihr zwischen zwei Optionen wählen. Ihr könnt beispielsweise wählen, ob ihr einem reichen Herrn gleich acht oder aber gar keine Klunker entwendet. Manchmal dürft ihr sogar fremde Beute verschieben. Dazu wählt ihr einen Mitspieler, dem entweder einige Klunker gestohlen oder aber auf mysteriöse Art und Weise neue Klunker in die Schatzkiste gelegt werden. Mit diesen Wahlmöglichkeiten lassen sich die Machtverhältnisse der Banden noch einmal effektiv verändern.

Rück’s raus ist für drei bis fünf Spieler ab zehn Jahren geeignet. Ein Spiel ist im Rutsch vorbei. Länger als zehn Minuten fallen für eine Partie selten an. Das Spiel ist über den Zoch Verlag erschienen und ist ab sofort im Handel verfügbar. Kostenpunkt: 12-15€.

Pros

  • kurzweiliger Spiele-Quickie
  • hoher Ärgerfaktor
  • Stichspiel mit Extras
  • hoher Interaktionsgrad
  • weckt Emotionen am Spieltisch

Cons

  • erst ab drei Personen spielbar

Fazit

Im Kern handelt es sich bei Rück’s raus um ein klassisches Stichspiel. Die Karte mit dem höchsten Wert gewinnt und kassiert dafür die Belohnung. Der Clou liegt letztlich darin, dass eben nicht der Spieler mit der besten Ausbeute den Sieg an Land zieht. In Rück’s raus wollt ihr zwar schon viele Stiche holen, aber eben nicht die meisten. Es gilt also, sich punktemäßig immer irgendwo im oberen Bereich zu halten. Genau aus dieser ungewöhnlichen Aufgabe bezieht Rück’s raus seinen Reiz. Liegen die passenden Adligen zum Überfall bereit, könnt ihr mit einem Stich das Machtverhältnis ziemlich durcheinanderbringen. Dadurch wandert die Punkteführung oft recht schnell hin und her. Natürlich gehört zum Sieg auch etwas Glück. Taktische Möglichkeiten bietet Rück’s raus aber durchaus. Wenn ihr genau im Blick behaltet, welche Adligen noch nicht überfallen wurden, habt ihr einen großen Vorteil. Gleiches gilt natürlich auch, wenn ihr die Züge der Mitspieler gut beobachtet. Schließlich verfügt jeder Bandenchef über das gleiche Repertoire an Banditen. So könnt ihr den Spielverlauf maßgeblich beeinflussen. Rück’s raus hat, gerade angesichts der sehr kurzen Spieldauer, viel zu bieten. In den zehn Minuten Spielzeit und gerade einmal acht Spielzügen steckt einiges drin. Zudem ist auch der Ärgerfaktor ziemlich groß. Wenn sich zwei Siebener-Banditen gegenseitig schachmatt gesetzt haben, ist die Freude beim lachenden Dritten umso größer. Gerade diese Emotionen machen Rück’s raus zu einem schönen Spiele-Quickie für die ganze Familie.

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