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Savannah Park von Deep Print Games erscheint über Pegasus Spiele im Handel und kostet rund 30€.

Deep Print Games landet mit Savannah Park einen Messehit

Savannah Park im Test: Wildpark-Tycoon als Brettspiel

  • VonSebastian Hamers
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Deep Print Games setzt bei seiner Herbst-Neuheit Savannah Park einmal mehr auf das Thema Natur und ein nachhaltiges Spielmaterial.

Wie alle anderen Entertainmentbranchen, so folgt auch die Brettspielwelt immer wieder neuen Trends. Zuletzt konnten Brettspieler etwa eine deutliche Zunahme an kooperativen Spielen erleben, ebenso möchte die Flut mit Krimi- und Escape-Room-Spielen immer noch nicht abebben. Und in diesem Jahr? Auf der SPIEL 2021 tummelten sich oben genannte Genres immer noch in hoher Zahl auf der Liste der Neuheiten. Viel Zulauf gab es aber auch in einem Bereich, das sonst von den Verlagen eher stiefmütterlich behandelt wurde. Brettspiele mit Natur-Thema waren auf der Messe total angesagt. Mit Arche Nova, Baumkronen, Bitoku, Meadow und vielen anderen Titeln mehr, konnten Naturfreunde auf ein umfangreiches Angebot von Neuheiten zurückgreifen. Als ein Highlight der Messe benannten viele Besucher Savannah Park von Deep Print Games, das mit seinen einfachen Regeln natürlich auch wie geschaffen für ein schnelles Anspielen auf der Messe war. Doch kann das Spiel auch nachhaltig begeistern?

Savannah Park zeigt die Natur Afrikas

Bereits seit der Verlagsgründung vor gut zwei Jahren hat sich Deep Print Games für Brettspiele mit Natur-Szenarien stark gemacht. Titel wie Renature und Kyoto befassen sich thematisch mit dem Thema Natur und ihrer Erhaltung, bieten konsequenter- und lobenswerterweise zudem ein nachhaltiges Spielmaterial. Von der Schutzfolie um die Schachtel einmal abgesehen, verzichten die Deep-Print-Spiele vollständig auf den Einsatz von Plastik. Selbst die von den Verlagen gerne eingesetzten Zip-Beutel wurden durch kleine Kisten aus stabiler Pappe ersetzt. Diese Vorgehensweise wurde nun bei Savannah Park fortgeführt.

Bei Spielbeginn laufen in Savannah Park noch alle Tiere wild durcheinander.

Jeder Spieler erhält zu Spielbeginn eine Faltschachtel mit nahezu dem gesamten persönlichen Spielmaterial. Hinzu kommen lediglich noch die Wertungstafel sowie ein Tableau pro Spieler, auf dem ihr euren afrikanischen Wildpark optimieren werdet. Denn genau darum geht es in Savannah Park. Vor euch liegt ein afrikanischer Landstrich, auf dem sich diverse Wildtiere tummeln. Die Ausgangslage ist jedoch alles andere als optimal. Nur zu gerne würden sich die Tiere einer Art in Herden zusammenschließen, doch dazu müsste der Park erst einmal kräftig umorganisiert werden.

  • für 1-4 Spieler ab 8 Jahren
  • Autor: Wolfgang Kramer, Michael Kiesling
  • Verlag: Deep Print Games/Pegasus Spiele
  • Spieldauer: 20-40 Minuten
  • Preis: ca. 30€

Herdenbildung bei Savannah Park

Bevor ihr euch dem Management des Wildparks widmet, verteilt ihr alle eure Tiere – dargestellt durch sechseckige Plättchen – nach dem Zufallsprinzip auf eurem persönlichen Tableau. Das Tableau wird anschließend fast vollständig mit Tierplättchen bedeckt sein. Frei bleiben aber auf jeden Fall ein paar wenige Felder, die mit Gräsern oder Bäumen versehen sind. Auch die Felder mit den bösen Buschbränden werden freigehalten. Doch ansonsten laufen nun Zebras, Strauße, Elefanten und einige andere Tiere wild durcheinander. Eure Aufgabe besteht nun darin, etwas Ordnung in die Strukturen des Parks zu bringen.

In Savannah Park verändert jedes Plättchen nur einmal seine Position.

Die Tierplättchen sind bei jedem Spieler identisch. Einige zeigen nur ein einziges Tier, auf anderen Plättchen sind aber auch gleich mehrere Tiere zu sehen. Dabei muss es sich nicht zwingend um die gleiche Tierart handeln. Die Savannenbewohner umgeben sich gerne auch mal mit Tieren anderer Abstammung. Von Bedeutung werden später zudem die Wasserlöcher sein, die auf einigen Plättchen abgebildet sind. Die Versorgung der Tiere mit Trinkwasser ist eine weitere wichtige Aufgabe für euch als Parkbetreiber.

Savannah Park mit einfachem Spielablauf

Der Startspieler wählt dazu nun eine beliebiges Tierplättchen und versetzt es auf ein freies Feld. Belegt werden können dabei ebenso Felder, auf denen ein Baum oder eine Graslandschaft zu sehen sind. Das verschobene Tier wird in diesem Zug auf die andere Seite gedreht, so dass eine farbliche Markierung zum Vorschein kommt. Dieses Tierplättchen wird seinen Ort im Spielverlauf nun nicht mehr verändern können. Alle anderen Spieler suchen nun das identische Plättchen auf ihrem Tableau heraus und handeln den Spielzug nach dem gleichen Muster ab.

Die Buschbrände vertreiben am Spielende von Savannah Park noch das ein oder andere Tier.

Damit ist die Runde bereits abgeschlossen. Der nächste Spieler in der Reihe darf nun ein Tierplättchen wählen, das nun von allen Parkbesitzern versetzt werden muss. Die wird nun solange fortgeführt bis alle Tiere einmal ihren Standort gewechselt haben. Dann kann es auch direkt weiter zur Endauswertung gehen. Bevor ihr die euch gebührenden Siegpunkte einstreichen dürft, richten aber erstmal die Buschbrände ihren Schaden an, die sich vorgedruckt auf dem Wildpark-Tableau befinden.

Verheerende Buschbrände im Savannah Park

Die ausgebrochenen Feuer tragen natürlich nicht unbedingt zu einem florierenden Wildpark bei. Bei der sengenden Hitze Afrikas lassen sich Buschbrände allerdings nicht ganz vermeiden. In Savannah Park gibt es daher auch keine Möglichkeit, die Brände zu löschen. Es gilt also Schadensbegrenzung zu betreiben. Tiere rings um den Buschbrand suchen schnell das Weite und kommen aus dem Spiel. Beim kleinen Buschbrand sind allerdings nur Plättchen betroffen, auf dem sich ein Einzeltier befindet. Tierpaare flüchten hingegen beim mittleren Buschbrand, während beim großen Brand lediglich Plättchen mit drei abgebildeten Tieren aus dem Spiel genommen werden.

In Savannah Park findet das persönliche Spielmaterial in einer kleinen Faltschachtel Platz.

Eine Portion Weitblick kann beim Versetzen der Tiere also nicht schaden. Sonst wandern euch viele Tiere bei der Flucht vor dem Feuer ab und bringen euch keine Punkte mehr ein. Gewertet wird nun jede Tierart separat. In die Punktvergabe fließt allerdings immer nur die größte Herde einer jeden Tierart ein. Als Herde gelten alle Tiere, deren Plättchen aneinander angrenzen. Dabei ist es egal, ob auf den Plättchen vielleicht noch andere Tiere abgebildet sind, die nicht zu gerade gewerteten Art gehören.

Wasserversorgung im Savannah Park0

Doch die größte Herde ist wertlos, wenn sie nicht mit dem nötigen Wasser versorgt werden kann. An dieser Stelle kommen die Wasserlöcher ins Spiel, die auf dem ein oder anderen Plättchen abgebildet sind. Sie dienen als Punktemultiplikator und lassen euren Score in die Höhe schießen. Ihr zählt alle Tiere in der Herde zusammen und multipliziert sie mit der Anzahl der Wasserlöcher, die sich auf ihren Plättchen befinden. Nach dem gleichen Prozedere verfahrt ihr mit allen anderen Tieren im Wildpark. Ein paar Extrapunkte könnt ihr außerdem noch für die Baum- und Grasfelder kassieren, die ihr nicht mit Tierplättchen belegt habt.

Ganz schön wild. Diese Tiere haben in Savannah Park ihren Auftritt.

Nach einer guten halben Stunde habt ihr den Sieger der Partie ermittelt. Das Regelwerk bietet außerdem noch ein paar interessante Varianten an. Wenn ihr die Rückseite des Wildpark-Tableaus verwendet, dürft ihr die Anordnung der Baum- und Buschbrandfelder selbst festlegen. Weiterhin gibt es noch eine vereinfachte Spielweise für Kinder, bei der es keine Buschbrände gibt und die Wasserstellen und Grasflächen keine Bedeutung haben. Savannah Park lässt sich übrigens auch problemlos alleine spielen. Hier spielt ihr einfach um Punkte und den Highscore.

Savannah Park ist für ein bis vier Spieler ab acht Jahren geeignet. Das Spiel erscheint über Pegasus Spiele im Handel und kostet etwa 30€.

Fazit: Savannah Park besticht durch einen motivierenden Puzzle-Mechanismus und verdient sich damit diese ingame-Testwertung

Das schöne Spielmaterial und eine flüssige Puzzle-Mechanik bescheren Savannah Park eine starke ingame-Testwertung.

Auf der SPIEL 2021 erfreute sich Savannah Park großer Beliebtheit. Das Brettspiel-Magazin Fairplay rief wie jedes Jahr die Messebesucher dazu auf, ihre angespielten Titel am Redaktionsstand zu bewerten. In dieser Scouting-Aktion schaffte es das Spiel von Deep Print Games sogar in die Top Ten. Kein Wunder, denn Savannah Park spielt sich wirklich ziemlich flockig runter und ist perfekt für ein Messe-Event geeignet. Die Regeln hat jeder sofort kapiert, so dass die Puzzle-Mechanik schnell in Fleisch und Blut übergeht. Diese entfaltet ihren ganz eigenen Reiz. Es macht sehr viel Freude die verschiedenen Tiere zu großen Herden zusammenzuführen und mit dem nötigen Trinkwasser zu versorgen. Ein weiterer dicker Pluspunkt: Savannah Park kommt nahezu ohne Wartzeiten aus. Alle Spieler sind durchgehend mit dem Puzzeln an ihrem Wildpark beschäftigt. Leider kommt die Interaktion dadurch ein wenig zu kurz. Groß ins Handwerk pfuschen könnt ihr den anderen Spielern nicht. Savannah Park ist daher eher ein Spiel für Harmonieliebende, das sich auch prima alleine spielen lässt. Alternativ zum Brettspiel gibt es Savannah Park übrigens auch ganz frisch für iOS und Android. Ich persönlich bevorzuge dann allerdings doch lieber die analoge Variante und erfreue mich einmal mehr am tollen Spielmaterial, das Deep Print Games für sein Spiel ausgewählt hat.

ProCon
+ motivierende Puzzlemechanik- wenig Interaktion
+ nahezu ohne Wartezeiten
+ zugängliche Regeln
+ gut alleine spielbar
+ schönes Spielmaterial

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