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Scrawl im Test: Furchtbare Kritzeleien - kuriose Vermutungen.

Montagsmaler meets Stille Post

Scrawl im Test: Montagsmaler anders gedacht

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Mal anders! Scrawl von Big Potato Games schnappt sich das Montagsmaler Spielkonzept und kleckst ein großes Augenzwinkern obendrauf. Wir haben's getestet.

Vor genau 45 Jahren ging die beliebte TV-Show Montagsmaler erstmals in der ARD auf Sendung. Nachdem das Projekt 1996 eingestellt wurde, strahlt das Erste die Show seit 2018 inzwischen wieder mit Guido Cantz als Moderator aus. Das alte Spielprinzip funktioniert also auch heute noch. Ein Spieler zeichnet einen Begriff, die restlichen Spieler versuchen diesen zu erraten. Wem die Idee dann vielleicht doch ein wenig zu altbacken ist, kann mit Scrawl von Big Potato Games vielleicht aber doch wieder zum Zeichnen animiert werden. Das Londoner Studio hat dem bekannten Spielkonzept etwas mehr Pfiff verliehen.

Scrawl ist kunterbunt, trifft aber die erwachsene Zielgruppe.

Haben die Montagsmaler oftmals doch einen leicht biederen Anstrich, so trifft das auf Scrawl nun wirklich nicht zu. Scrawl ist laut, schrill und schmutzig. Das liegt vor allem an den Begriffen, die euch das Spiel zum Zeichnen vorsetzt. Hund, Katze, Maus war gestern. Scrawl bewegt sich gerne auch mal unterhalb der Gürtellinie und richtet sich damit klar an erwachsene Spieler.

Ein Bild geht um die Welt

Zunächst werden alle Spieler mit einem kleinen Clipboard ausgestattet. Dort klippt ihr euer Zeichenblättchen ein und schon geht's los. Jeder Spieler erhält einen Begriff, der jetzt gezeichnet werden soll. Dem Spiel liegen 60 Begriffskarten bei. Auf jeder Karte findet ihr vier Begriffe wieder. Die Begriffe werden in Scrawl Szenarien genannt. Diese Bezeichnung passt ganz gut. Tatsächlich werdet ihr häufig vor die Aufgabe gestellt, eine recht schräge Situation aufs Papier zu bringen.

In diese kuriosen Situationen versetzt euch Scrawl.

Die Rateversuche der gesamten Runde bleiben allerdings aus. Stattdessen reicht ihr das Clipboard samt eurer Zeichnung an den linken Spieler weiter. Dieser versucht euer Kunstwerk jetzt zu deuten und beschreibt die gemalte Szene mit eigenen Worten. Der Text geht jetzt wieder auf Reisen und wandert zum nächsten Spieler in der Reihe. Er steht nun vor der Aufgabe, den neuen Text in Bildform zu verarbeiten. Das neue Bild wird erneut herumgereicht an den nächsten Spieler, der nun der neue Textchef wird.

Mutation in Wort und Bild

So irrwitzig sieht Scrawl nach einer Runde aus.

Das Spielchen läuft nun in diesem Modus so lange weiter, bis ihr letztlich wieder euer eigenes Clipboard in Händen haltet. Die einzelnen Wort-Bild-Mutationen werden nun nacheinander enthüllt. Zeigt dazu vorab allen Spielern die ursprüngliche Aufgabe. Danach deckt ihr die Zeichnungen und Texte der Spieler nacheinander auf. Anschließend dürfen endlich auch die Punkte verteilt werden. Honoriert wird die beste Zeichnung oder auch der beste Rateversuch aus dem Set. Jeder Spieler darf einen Punkt verteilen.

Theoretisch können an dieser Stelle auch drei Sonderpunkte ausgeschüttet werden. Sollten sich Ausgangsszenario und die finale Textpassage tatsächlich decken, gibt es diesen dicken Sonderbonus für den Besitzer des Clipboards. Ob diese Extrapunkte allerdings wirklich oft verteilt werden, darf stark bezweifelt werden. In unserer Runde ist dieser Fall jedenfalls nie eingetreten. Möglicherweise lag dies aber auch an unseren eher speziellen Zeichenkünsten.

Partyspiel mit Nachhaltigkeit

Im Grunde gibt es für Scrawl in Bezug auf die Zahl der Mitspieler kein Limit nach oben. Dem Spiel liegt ausreichend Material für immerhin acht Spieler bei. Dazu gehören neben den Zeichenblättchen natürlich auch die Clipboards und sogar wasserlösliche Stifte. Die Zeichenblöcke könnt ihr nach dem Spiel ganz einfach wieder mit einem Tuch, das dem Spiel ebenso beiliegt, reinigen.

Praktisch: Die beiliegenden Clipboards könnt ihr mehrfach benutzen.

Mindestens vier Spieler solltet ihr für eine unterhaltsame Runde allerdings schon zusammenbringen. Mit weniger Spielern wird das Szenario nicht ausreichend entfremdet und es macht nur noch halb so viel Spaß. Scrawl will schließlich kein einfaches Montagsmaler sein, sondern eben doch etwas mehr. Das Spiel endet sobald ein Spieler zwei Punkte mehr erhalten hat, als Spieler an Scrawl teilnehmen. Für ein Spiel müsst ihr mit etwa einer halben Stunde rechnen. Bei Bedarf könnt ihr die Spielzeit aber natürlich problemlos anpassen.

Scrawl ist leider nur in englischer Sprache verfügbar. Die Aufgabenkarten beinhalten aber immer nur wenige Worte, die ihr im Zweifel sicher schnell übersetzt habt. Die fehlende deutsche Übersetzung sollte also kein großes Problem darstellen. Im deutschen stationären Handel wird Scrawl nur schwer zu bekommen sein, im Netz findet ihr aber sicher schnell ein paar Anbieter. Kostenpunkt: zwischen 20€ und 25€.

Fazit

PROS

CONS

+ Aufgepepptes Montagsmalerkonzept

- Für Kinder nicht geeignet

+ 240 ungewöhnliche Zeichenaufgaben

- Funktioniert erst ab vier Spielern

+ Abwischbare Zeichenblöcke

- Keine deutsche Übersetzung erhältlich

+ Enthält Material für bis zu acht Spieler

+ Anpassbare Spieldauer

Ich geb’s zu, mit dem Zeichnen habe ich es nicht so. Bei Activity versuche ich den zeichnerischen Teil immer möglichst zu umgehen, damit mir diese Peinlichkeit erspart bleibt. Bei Scrawl fällt mein mangelndes Zeichentalent zum Glück nicht so schwer ins Gewicht. Mit einer hanebüchenen Zeichnung kann ich mir trotzdem den ein oder anderen Punkt sichern. Durch die extreme Entfremdung eines Begriffs sorge ich vielleicht sogar für ein ganz besonderes Spielerlebnis. Die Bedeutung des Gewinnens rückt bei Scrawl ohnehin ganz weit in den Hintergrund. Es macht am meisten Spaß, sich die Mutation des ursprünglichen Begriffs anzusehen. Oft kommen doch recht beeindruckende Ergebnisse zutage. Scrawl hebt sich aber nicht nur durch das modifizierte Spielkonzept vom alten Montagsmaler ab. Auch die Begriffe selbst sind ziemlich ungewöhnlich. Es ist schon recht viel Schweinskram dabei. Entsprechend ist Scrawl wohl auch nichts für jede Spielrunde. Als Familienspiel taugt es wohl eher nicht. Mit den passenden Leuten und/oder den richtigen Getränken sorgt Scrawl aber auf jeden Fall für ein paar Lacher.

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