Der Kapitän versucht ebenfalls den Serienkiller an Bord zu enttarnen.
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Der Kapitän versucht ebenfalls den Serienkiller an Bord zu enttarnen.

Kooperativer Nervenkitzel mit Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek Killercruise im Test: Das Brettspiel zu Passagier 23

  • vonSebastian Hamers
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Eure Fahrt auf dem Luxuskreuzer entpuppt sich als Horrortrip. An Bord treibt ein Serienkiller sein Unwesen. Könnt ihr den Psychopathen noch rechtzeitig stoppen?

Das Grauen kehrt zurück! Diesmal allerdings nicht in Form einer marodierenden Zombiehorde oder des Finanzamts, sondern in Gestalt von Sebastian Fitzek und Marco Teubner. Das Autorenduo hat wieder zugeschlagen und das Brettspiel „Sebastian Fitzek: Killercruise“ veröffentlicht. Als thematische Grundlage dient dem Spiel Fitzeks Erfolgsroman „Passagier 23“, der vor zwei Jahren auch mit einer Verfilmung bedacht wurde. Das Brettspiel führt euch zurück auf das Kreuzfahrtschiff Sirius. Ihr seid der Einladung eines mysteriösen Gönners gefolgt, der euch die Luxusfahrt spendiert hat. Dieser entpuppt sich jedoch recht bald als gewissenloser Psychopath, denn an Bord treibt ein Serienkiller sein Unwesen.

Bei Sebastian Fitzek: Killercruise versucht ihr gemeinsam dem Killer auf die Spur zu kommen und sein Treiben zu beenden. Die Zeit läuft dabei allerdings gegen euch. Der Mörder dreht stur seine Runden auf den drei Schiffdecks und metzelt gnadenlos jeden Passagier ab, der sich ihm in den Weg stellt. Es gilt also, den Aufenthaltsort des Killers schnellstmöglich ausfinden zu machen, um ihn der Polizei zu übergeben. Er muss sich irgendwo auf dem unteren Deck verschanzt haben. Blöderweise ist der Weg zu den unteren Ebenen blockiert. In Killercruise agiert ihr kooperativ, sucht nach den Schlüsseln zu den unteren Decks und löst am Ende ein Rätsel, um das Versteck des Killers ausfindig zu machen.

Kooperative Mördersuche in Sebastian Fitzek Killercruise

Killercruise ist ein Brettspiel, das sofort ins Auge springt. Statt eines einfachen Spielplans kommt ein schickes 3D-Modell des Luxuskreuzers zum Einsatz. Die Sirius bastelt ihr mit wenigen Handgriffen aus dem Spielkarton und ein paar Steckleisten zusammen. Anschließend müsst ihr nur noch einige Hinweiskarten für das Abschlussrätsel sowie die drei Decks auslegen und die Figuren auf dem Schiff platzieren. Die Decks können optisch nicht ganz mit der tollen Gesamterscheinung des Spiels mithalten. Jeder Raum wird durch eine Karte dargestellt, die allerdings einfach nur übereinandergestapelt werden. Während der Schiffsrumpf also eine 3D-Ansicht hat, handelt es sich bei den Decks lediglich um mehrere Stapel mit jeweils drei Karten.

Der Kapitän versucht ebenfalls den Serienkiller an Bord zu enttarnen.

Euer vorrangiges Ziel wird zunächst sein, in den unteren Bereich des Schiffs vorzudringen. Dazu müsst ihr aber erst das Oberdeck aufschließen, danach das Mitteldeck. Die aufgesperrten Karten werden aus dem Spiel entfernt, so dass ihr euch im Spielverlauf immer weiter nach unten arbeitet. Um den Job zu erledigen, stehen euch zunächst drei Spielfiguren zur Verfügung. Ein weiterer Charakter ist bei Spielbeginn noch verschollen. Ihr könnt diesen jedoch freischalten, wenn ihr seinen Aufenthaltsort im Mitteldeck herausfindet. Die Protagonisten des Spiels sind übrigens der Romanvorlage entsprungen. Daniel Bonhoefer, Dr. Elena Beck, Martin Schwartz und Gerlinde Dobkowitz spielen auch in Passagier 23 eine wichtige Rolle.

Sebastian Fitzek Killercruise: Das Spiel zum Buch

In Killercruise haben alle Spieler Zugriff auf alle Charaktere… sofern sie noch am Leben sind. Ihr müsst euch also bei Spielbeginn nicht für eine feste Spielfigur entscheiden. Stattdessen entscheiden die Handkarten darüber, wie ihr mit den Charakteren interagieren könnt. Zu Beginn eurer Runde verfügt ihr immer – abhängig von der Zahl der Mitspieler – über vier oder sechs Handkarten. Jede Karte birgt drei unterschiedliche Informationen. Ihr seht eine Spielfigur, einen Raum auf dem Kreuzfahrtschiff sowie zwei Schlüssel. Legt ihr die Karte ab, dürft ihr die gezeigte Figur um ein Feld auf dem Schiff bewegen. Alternativ darf die gleiche Person direkt in den Raum ziehen, der auf der Karte angezeigt wurde. Kleiner Joker: befindet sich die abgebildete Person schon in diesem Raum, darf sie direkt auf einen beliebigen Raum springen.

Jede Karte könnt ihr den Schlüsselpool werfen. Auf diesen Karten haben alle Spieler Zugriff.

Statt Charaktere zu bewegen, lassen sich die Karten ebenso als Schlüssel verwenden. Jeder Raum auf dem Ober- und Mitteldeck ist zunächst mit zwei Schlössern verriegelt. Habt ihr die beiden passenden Schlüssel auf der Hand, dürft ihr die aktuelle Raumkarte entfernen und so auf den Raum im Deck darunter zugreifen. Damit die Suche nach den richtigen Schlüsseln ein wenig einfacher wird, dürft ihr beliebig viele Karten abwerfen und für spätere Züge aufsparen. Die abgelegten Karten dürfen ab sofort nur noch als Schlüssel verwendet werden. Auf den Schlüsselpool kann allerdings jeder Spieler zugreifen.

Den verschollenen Passagier in Sebastian Fitzek Killercruise finden

Sobald ihr vier Räume im Oberdeck aufgeschlossen habt, wird die Position des verschollenen Passagiers ermittelt. Jetzt müsst ihr nur noch mit einer der Spielfiguren zum ermittelten Raum flitzen, um den gefangenen Kameraden zu befreien. Falls nötig, müsst ihr dazu einen weiteren Raum des Oberdecks entsperren, um zu Ziel zu gelangen. Ab sofort steht euch eine weitere Spielfigur zur Verfügung, um den Mörder zu schnappen. Diesen findet ihr irgendwo im Unterdeck des Schiffs.

Der Killer hat wieder zugeschlagen und nimmt die verletzte Oma aus dem Spiel.

Dort angelangt, findet ihr in jedem Raum einen Hinweis auf den Aufenthaltsort des Killers. Ihr öffnet beispielsweise einen Raum und erfahrt dort, dass sich der Mörder nicht diesem oder dem gegenüberliegenden Schiffsraum befindet. So schließt ihr nach und nach die Räume aus, engt die Möglichkeiten ein, bis ihr euch hoffentlich möglichst schnell sicher seid, wo sich der Killer versteckt hat. Killercruise enthält insgesamt 24 unterschiedliche Anordnungen der Hinweiskarten. Genug Rätsel also, um die Lösung des ersten Rätsels nach zwei Dutzend Partien wieder vergessen zu haben.

In Sebastian Fitzek Killercruise arbeitet die Zeit gegen euch

Ihr solltet euch bei der Lösung des Rätsels allerdings nicht zu viel Zeit lassen. Zwar tickt in Killercruise kein Timer unerbittlich runter, wie etwa bei Sebastian Fitzek Safehouse, dafür setzt euch der Killer mit seinen Aktionen unter Zeitdruck. In den Nachziehstapel mit den Aktionskarten werden mehrere Killerkarten gemischt. Sobald ihr eine davon zieht, handelt ihr zunächst die Aktionen des Killers ab. Dieser bewegt sich nach dem Ziehen einer solchen Karte immer um ein Feld im Uhrzeigersinn nach vorne. Die Raumkarten sind auf dem Schiff rondellförmig ausgelegt, so dass sich alle Figuren im Kreis bewegen.

Sobald der Killer fünf unschuldige Opfer getötet hat, verliert ihr die Partie sofort.

Erwischt der Killer bei seinem Gang eine Spielfigur, wird diese zunächst verletzt. Bei der zweiten Kollision scheidet der Charakter allerdings sofort aus dem Spiel aus. Ihr habt das Spiel natürlich direkt verloren, wenn er alle Charaktere getötet hat. Der Killer hat es allerdings nicht nur auf die Protagonisten abgesehen. Auch vor unschuldigen Passagieren macht er keinen Halt. Die ersten Touristen werden bereits bei Spielbeginn ausgelegt. Mit jeder Killerkarte kommt zudem noch ein weiterer Bordgast ins Spiel. Besonders fies sind die Doppel-Killerkarten. Hier führt der Killer gleich zwei Aktionen nacheinander aus. Ihr verliert das Spiel ebenfalls, wenn fünf Passagiere ihr Leben lassen mussten.

Rettet die Passagiere in Sebastian Fitzek Killercruise

Ihr solltet also alles daran setzen, dass der Killer die Passagiere nicht zu fassen bekommt. Mit ein wenig Aufwand lassen sich die Fahrgäste jedoch überreden, ihren unsicheren Platz zu räumen und vor dem Killer zu fliehen. Manchmal muss dazu eine bestimmte Spielfigur vor Ort sein, mal müsst ihr die Person auch zu einem bestimmten Raum begleiten oder sie mit gleich zwei anwesenden Charakteren zur Flucht überreden. Gerettete Personen werden aus dem Spiel entfernt und sind somit in Sicherheit vor dem Killer. Da durch die Killerkarten aber ständig neue Fahrgäste ins Spiel kommen, habt ihr immer alle Hände voll zu tun.

Sebastian Fitzek Killercruise ist beim Moses-Verlag erschienen und kostet etwa 35€.

Sebastian Fitzek Killercruise ist ein kooperatives Spiel für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren. Für eine Partie müsst ihr ungefähr eine halbe Stunde einplanen. Das Spiel kommt über den Moses-Verlag in den Handel und ist ab sofort zum Preis von etwa 35€ zu haben.

Fazit: Sebastian Fitzek Killercruise sorgt für kooperativen Nervenkitzel und verdient sich diese Testwertung

Sebastian Fitzek Killercruise im Test: Gelungene Brettspiel-Umsetzung einer legendären Geschichte.

Sebastian Fitzek Killercruise ist ein echter Hingucker. Sicherlich hätte sich das Spiel auch ohne 3D-Modell problemlos realisieren lassen, so trägt es aber wesentlich zur Krimi-Atmosphäre bei. Da der Karton praktischerweise direkt in den Spielablauf integriert wurde, halten sich die Mehrkosten auch noch einigermaßen im Rahmen. Rund 35€ gehen für Sebastian Fitzek Killercruise voll in Ordnung. Das Spiel hat jedoch auch abseits des guten Materials einiges zu bieten. Die Mission von Daniel Bonhoefer & Co. ist ziemlich nervenaufreibend. Auf der einen Seite seid ihr bestrebt, so schnell es eben geht in das untere Deck vorzudringen, auf der anderen Seite müsst ihr auch ständig auf den Killer achten. Dieser schlachtet möglicherweise reihenweise die Schiffsgäste ab, während ihr euch in der Lösung des Rätsels verstrickt. Es ist gar nicht so leicht, alle Aufgaben gut ausbalanciert abzuarbeiten. Eine gute Absprache untereinander ist auf jeden Fall von hoher Bedeutung. Glücklicherweise bietet euch Killercruise unterschiedliche Schwierigkeitsstufen an. Im leichten Modus habt ihr wirklich eine ganz gute Chance, den Killer zu schnappen. Die hohen Schwierigkeitsgrade sind dafür eine echte Herausforderung. Im Gegensatz zu Sebastian Fitzek Safehouse verfügt Killercruise über keine Echtzeitkomponenten mehr. Der ganz große Zeitdruck fällt somit weg. Weniger Hektik, dafür mehr Spannung? Mich hat der aktuelle Fitzek tatsächlich noch etwas mehr gepackt als sein Vorgänger. Tolles Spiel!

ProsCons
+ kooperativer Spielansatz- etwas aufwändiger Spielaufbau
+ tolles 3D-Schiffsmodell
+ packende Krimi-Atmosphäre
+ verschiedene Schwierigkeitsstufen
+ mit Charakteren aus der Buchvorlage

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