Shortlist ist über den Moses-Verlag erschienen und kostet zwischen 12€ und 15€.
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Shortlist ist über den Moses-Verlag erschienen und kostet zwischen 12€ und 15€.

Top10-Listen als Quiz

Shortlist im Test: Das Quizspiel der Toplisten

  • vonSebastian Hamers
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In Shortlist ist knallhartes Wissen weniger gefragt. Dafür spekuliert ihr, welche Einträger sich wohl auf den Toplisten befinden. Was fehlt das noch?

Alle Spieler lieben Toplisten! Die zehn besten SciFi-Rollenspiele, die zehn besten Mario-Spiele, die zehn fiesesten Oberschurken in Videospielen… allein mit Top-10-Listen ließe sich problemlos ein ganzes Videospiel-Magazin füllen. Die Beliebtheit solcher Aufstellungen hat sich der Moses-Verlag zu Nutze gemacht. Statt den klassischen Top-10-Listen setzt der Brettspielverlag allerdings auf das Konzept der Shortlists. Ihr kennt die Idee dahinter. Meist wird zunächst über ein Brainstorming die Longlist erstellt, in der alle passenden Einträge zu einem bestimmten Thema gesammelt werden. Für die Shortlist wird nun eine engere Auswahl getroffen, beispielsweise für einen Wettbewerb. Auf der Shortlist befinden sich nun ein paar wenige Einträge, ohne wertende Reihenfolge. Mit diesen Shortlists hantiert ihr im gleichnamigen Spiel vom Moses-Verlag.

In den Hallen des niederrheinischen Verlags hat man seit jeher ein großes Herz für Quizspiele. Deshalb darf auch in diesem Frühling ein Vertreter dieses Genres nicht fehlen. Nicht selten stachen die Moses-Quizspiele mit besonderen Mechaniken hervor, verfolgten etwa einen kooperativen oder semi-kooperativen Ansatz. Shortlist spielt sich allerdings wieder vergleichsweise klassisch. Die Rolle des Fragenstellers wird reihum vergeben, die anderen Spieler schlüpfen in die Rolle der Kandidaten. Es ist also weniger die Mechanik des Spiels, sondern mehr der Aufbau der Fragen, die euch an den Spieletisch locken soll.

Das ganze Leben ist ein Quiz

Spielmechanisch lässt sich Shortlist mit wenigen Worten zusammenfassen. Ein Spieler liest in seiner Funktion als Quizmaster die Frage vor. Da die Fragen immer auf eine Shortlist abzielen, gibt es auch stets mehrere richtige Antworten. Mal gibt es auf der Shortlist nur sieben Einträge, manchmal sind es aber auch deutlich mehr. Seid ihr am Zug, dann versucht ihr einfach nur einen Eintrag auf der Shortlist zu nennen. Eine richtige Antwort wird mit einem Kristallpunkt belohnt. Dann darf auch schon der nächste Spieler sein Glück versuchen.

Was sagt die Mehrheit? Oft könnt ihr über die Einträge auf der Shortlist nur spekulieren.

Doch Vorsicht, eine falsche Antwort wird mit Punktabzug bestraft. Befindet sich eure Antwort nicht auf der Shortlist, müsst ihr einen Kristall an den Quizmaster abgeben. Seid ihr euch ziemlich unsicher, empfiehlt es sich daher vielleicht zu passen. An der restlichen Raterunde dürft ihr dann aber natürlich nicht mehr teilnehmen. Der Quizmaster hofft indes, dass die Kandidaten einige Einträge nicht erraten. Ihm winken in diesem Fall zusätzliche Kristallpunkte.

Ich bin dran!

Damit wären die Regeln von Shortlist im Wesentlichen auch schon umfasst, bis auf ein kleines witziges Detail. Jeder Spieler erhält vor Spielbeginn eine „Ich bin dran!“-Karte. Mit dieser Karte mogelt ihr euch in der Spielreihenfolge nach vorne und dürft sofort eine Antwort geben. Diese Schummelei funktioniert allerdings nur einmal. Ihr müsst die „Ich bin dran!“-Karte an den Spieler abtreten, der eigentlich an der Reihe gewesen wäre. So rotieren die Karten im Spielverlauf durch. Möglicherweise sammelt ihr gleich mehrere dieser Karten, mit denen ihr dann gleich mehrere Antworten nacheinander abgeben könnt. So wird das Spielgeschehen ein wenig aufgelockert und es kommt etwas Bewegung in die ganze Angelegenheit.

Für jede richtige Antwort gibt es einen blauen Kristall.

Alle coolen Gimmicks nutzen aber nichts, wenn die Qualität der Fragen nicht stimmt. Diese Hürde hat Shortlist allerdings mit Leichtigkeit genommen. Die Quizspiel-Expertise von Moses zahlt sich aus. Mit den 190 Shortlists solltet ihr erstmal genug Material für viele Quizrunden haben. Besonders auffällig ist, dass sich viele Listen aktueller Themen bedienen. Zwar sind auch einige zeitlose Fragen mit dabei, viele Listen würden jedoch in einigen Jahren möglicherweise schon ganz anders aussehen.

Aktualität ist Trumpf

Die Antworten auf die Frage nach den dreizehn Gründungsstaaten der USA werden sich natürlich nicht verändern. Diese Frage ist also auch im nächsten Jahr noch aktuell. Geht es jedoch um die Kategorien, die im App-Store am häufigsten vertreten waren, dann können sich die insgesamt vierzehn Antworten auf der Shortlist in der Zukunft schon ganz anders gestalten. Deshalb findet ihr auf den Fragekarten auch immer den Stand, zu welchem Zeitpunkt die Shortlist erhoben wurde.

Mit der "Ich bin dran!"-Karte könnt ihr euch in der Spielerreihenfolge nach vorne schummeln.

Da Shortlist erst ganz frisch im Handel erschienen ist, sind die Fragen erfreulich aktuell. Die meisten Frage-Karten beziehen sich auf das letzte oder vorletzte Jahr. Damit bewegt sich das Spiel ziemlich nahe am aktuellen Zeitgeschehen. Die Aktualität der Fragen ist natürlich ein dickes Plus. Mir macht es jedenfalls viel mehr Spaß, mich mit aktuellen Themen zu befassen als in meinem verstaubten Geschichtswissen herumzukramen. Die Aktualität hat aber natürlich auch seinen Preis. Spielt ihr Shortlist in fünf oder sechs Jahren, sind einige Fragen und Themen bereits irrelevant.

Ein Quizspiel für alle

Dafür findet Shortlist aber auch ein breites Anwendungsfeld. Viele Quizspiele kranken daran, dass sich die Spieler für die Fragen nicht ausreichend gewappnet fühlen. Es gibt Spieler mit einem breiten Allgemeinwissen, die in diesen Spielen dem Feld davonziehen und es gibt Spieler, die in diesem Bereich vielleicht nicht ganz so gut aufgestellt sind und irgendwann frustriert aufgeben. Bei Shortlist wird das Wissen weniger hart abgefragt. Es gibt es nicht die eine und einzig richtige Antwort auf die Frage.

Shortlist ist über den Moses-Verlag erschienen und kostet zwischen 12€ und 15€.

Dafür wird in Shortlist mehr spekuliert. Bei vielen Fragen könnt ihr die aufgeführten Einträge nur erahnen. Manchmal müsst ihr sogar einschätzen, was die Mehrheit einer befragten Personengruppe geantwortet hat. Gefragt wurde etwa nach den angesagtesten Freizeitaktivitäten der Deutschen, welche Plätzchen in der Weihnachtszeit besonders gefragt oder welche Schlümpfe am beliebtesten sind. Ihr seht schon, die Quizfragen haben eine ziemlich bunte Mischung.

Shortlist ist für drei bis acht Spieler ab vierzehn Jahren geeignet. Für eine Partie müsst ihr eine knappe halbe Stunde einrechnen. Das Spiel kommt über den Moses-Verlag in den Handel und kostet zwischen 12€ und 15€.

Fazit: Im Test gibt der ingame-Quizmaster folgende Note für Shortlist

Shortlist im Test: So gut schneidet das Quizspiel ab.

Als großer Quizspiel-Fan musste ich mir natürlich auch Shortlist vom Moses-Verlag genauer ansehen. Diesmal überzeugt das Spiel nicht durch eine clevere Spielmechanik, sondern durch die Art der Fragen. Knallhartes Wissen ist bei Shortlist weniger gefragt. Oft müsst ihr über die Einträge auf den Listen spekulieren und eure Vermutungen anstellen. Meist reicht es aus, von einem Thema nur eine vage Ahnung zu haben. Daher ist Shortlist auch für weniger quizaffine Spieler geeignet. Ich selbst habe oft das Problem, dass ich zwar gerne deutlich mehr Quizspiele zocken würde, aber oft nicht die geeigneten Spieler dafür finde. Bei Shortlist habe ich eine deutlich höhere Chance, es auch mal in mehreren Gruppen auf den Tisch zu bringen. Ein gutes Allgemeinwissen hilft zwar auch bei Shortlist weiter, ist aber noch lange kein Garant für eine gute Punktausbeute, da man sich schnell auch mal ordentlich verzockt hat. Mir hat es viel Spaß gemacht, über die Einträge auf den Shortlists zu philosophieren. Was fehlt denn da noch auf der Liste? Diese Frage werdet ihr euch in Shortlist regelmäßig stellen. Gut gefallen hat mir auch die Verwendung der „Ich bin dran!“-Karte, die dem Spiel nochmal den besonderen Schwung verleiht. Shortlist ist ein schnelles Ratespiel, das auch in etwas größeren Gruppen gut funktioniert und an dem sich auch Spieler beteiligen können, die sonst um Quizspiele eher einen weiten Bogen machen.

Pros

Cons

+ aktuelle Fragen

- erst ab 3 Spielern spielbar

+ kann auch in großen Gruppen gut gespielt werden

+ jeder mag Toplisten

+ auch für weniger quizaffine Spieler geeignet

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