Silver Amulett ist über Ravensburger erschienen und steht ab sofort für etwa 10€ im Handel.
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Silver Amulett ist über Ravensburger erschienen und steht ab sofort für etwa 10€ im Handel.

Neues Abenteuer im Werwolf-Universum

Silver Amulett im Test: Die Werwölfe sind zurück

  • vonSebastian Hamers
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Die Werwölfe haben es wieder auf die Dorfbewohner abgesehen. Der Dorfvorstand versucht die Bürger auszusortieren, die für die Wölfe besonders schmackhaft sind.

Schonmal Werwölfe gespielt? Rhetorische Frage, schon klar! Die Zeiten, in denen die Werwolf-Jagd lediglich in nerdigen Studentenbuden bekannt war, sind längst vorbei. Seit den Pionierjahren hat sich viel getan. Das Werwolf-Universum ist stetig gewachsen. Zunächst wurde das Grundspiel mit neuen Charakteren bereichert, später folgten aber auch eigenständige Spiele, die unter dem Werwolf-Banner veröffentlicht wurden. Zuletzt sorgte das witzige Kommunikationsspiel Werwörter von Ravensburger für Furore, das 2019 sogar zum Spiel des Jahres nominiert wurde. Vom gleichen Verlag ist nun Silver Amulett erschienen. Auch in diesem kleinen Kartenspiel treiben die Werwölfe wieder mal ihr Unwesen. Auf einige Dorfbewohner haben es die Biester diesmal ganz besonders abgesehen. Da wäre es doch eigentlich ganz praktisch, sich dieser Einwohner schnell zu entledigen, bevor die Wölfe das Dorf aufsuchen. Als Bürgermeister eines Dorfes bereiten euch solche Gedanken jedenfalls schlaflose Nächte.

Bei Silver Amulett handelt es sich um ein reines Kartenspiel. Das Deck besteht ausschließlich aus Charakterkarten. Jede Karte stellt einen Einwohner eurer Dörfer dar. Hinzu kommen lediglich noch einige Übersichtskarten sowie das namensgebende Silberamulett. Jeder Bürgermeister verwaltet im Spiel sein eigenes Dorf, das zunächst aus fünf Charakterkarten besteht. Jeder Charakter verfügt über einen Wert zwischen null und dreizehn Punkten. Die Werwölfe haben es insbesondere auf die Einwohner mit den hohen Punktzahlen abgesehen. Es wäre also vorteilhaft, genau diese Mitbürger schnellstmöglich wieder loszuwerden.

Versteckspiel bei Silver Amulett

Diese Aufgabe ist nicht ganz so leicht, wie es sich anhört. Als Bürgermeister habt ihr bei Spielbeginn nicht so den rechten Durchblick. Ehrlich gesagt, habt ihr keinen Schimmer, was für Bürger sich in eurem Dorf angesiedelt haben. Die fünf Charakterkarten liegen verdeckt vor euch aus. Lediglich an zwei Einwohner könnt ihr euch noch gut erinnern. Im Geheimen seht ihr euch zwei Charakterkarten an, legt sich dann wieder verdeckt zurück in eure Auslage. Merkt euch gut, an welcher Stelle sich welche Figur versteckt hat. Jede Information wird im Spielverlauf noch sehr wertvoll für euch sein.

Euer Dorf besteht aus fünf Charakterkarten. Zu Beginn liegen die Karten allerdings noch verdeckt vor euch aus.

Am Ende eines Durchgangs gewinnt der Bürgermeister, der die wenigsten Punkte auf den Charakterkarten in seiner Auslage hat. Die Zusammensetzung der Dorfgemeinschaft wird sich während des Spiels noch kräftig verändern. Jeder Einwohner verfügt über besondere Fähigkeiten, die euch entweder Informationen verschaffen oder aber aktiv in die Dorfstrukturen eingreifen. Ihr müsst die Vorteile eurer Einwohner geschickt einsetzen, um das Dorf von den Werwolf-Magneten zu befreien.

Umtriebige Bewohner in Silver Amulett

Die Landbevölkerung in Silver Amulett ist ziemlich reiselustig. Euer Dorf wird immer wieder von neuen Charakteren besucht. Einige siedeln sich bei euch an, andere verlassen hingegen den Ort, um woanders ihr Glück zu versuchen. Seid ihr am Zug, zieht ihr zunächst eine Karte vom Nachziehstapel und erhaltet dadurch einen potentiellen neuen Einwohner. Er nimmt den Platz eines anderen Mitbürgers ein, der nun auf den Ablagestapel wandert. Passt euch der gezogene Charakter nicht in den Kram, dürft ihr diesem auch den Zutritt in euer Dorf verwehren. Dazu legt ihr die Karte einfach auf den Ablagestapel und das Dorf bleibt so wie es ist.

Je weniger Punkte ein Bürger in eurer Auslauge aufweist, desto besser. Ein einfacher Dorfbewohner ist diesmal klar im Vorteil.

Die abgelegten Karten sind damit aber nicht zwingend aus dem Spiel. Ihr dürft euch dazu entscheiden, den obersten Charakter des Ablagestapels in euer Dorf einzuziehen zu lassen, statt eine Karte vom Nachziehstapel zu nehmen. Auf diese Art erfahrt ihr immer mehr darüber, wie sich eure Dorfbewohnerschaft genau zusammensetzt. Charakterkarten mit hohen Zahlen werden gerne vor die Tür befördert und durch „harmlosere“ Bewohner ersetzt. Mit etwas Glück könnt ihr Mitbürger aber auch vollständig loswerden, ohne sie durch einen anderen Einwohner zu ersetzen.

So setzt ihr in Silver Amulett Bürger vor die Tür

Nehmt ihr einen neuen Charakter im Dorf auf, dürft ihr unter Umständen auch gleich mehrere Einwohner im Austausch dafür in die Wüste schicken. Sie müssen dazu lediglich den gleichen Punktewert aufweisen. Tauscht ihr die Karten geschickt gegeneinander aus, könnt ihr möglicherweise sogar auch mehr als zwei Karten auf einmal loswerden. Dadurch reduziert sich natürlich auch der Gesamtpunktewert erheblich und das Dorf ist vor den Werwölfen wieder ein Stück sicherer.

Seherin und Räuber sind keine schlechte Kombi. Die Seherin spioniert im feindlichen Dorf, dann holt der Räuber die Beute für euch ein.

Einziges Problem: ihr solltet in diesem Fall dann auch schon die richtigen Karten zum Austausch zücken. Vielleicht seid ihr euch ja nicht mehr ganz so sicher, an welcher Stelle sich ein bestimmter Einwohner versteckt hat? Werden nicht identische Figuren zum Austausch benannt, weigern sich diese partout das Dorf zu verlassen. Jetzt habt ihr sogar noch einen zusätzlichen Einwohner mehr im Dorf, der die Wölfe anlockt. Dumm gelaufen!

Geheimniskrämerei in Silver Amulett

Eine wesentliche Aufgabe besteht darin, sich erhaltene Informationen gut einzuprägen. Neue Einwohner werden meist verdeckt in die Auslage gelegt. Natürlich ist es nicht erlaubt, zwischenzeitlich nochmal den Wert einer Karte nachzuprüfen. Ein wenig Entlastung bringt da eine Karte, die ihr vom Ablagestapel zu euch ins Dorf holt. Von dort rekrutierte Bürger dürft ihr nämlich offen in die Auslage platzieren.

Der Leibwächter sorgt für Schutz im eigenen Dorf. Der beschütze Knappe kann nicht mehr Ziel feindlicher Attacken werden.

Richtig Schwung in die doch ziemlich einfache Spielidee kommt durch die einzelnen Charaktere selbst. Jede Figur verfügt über eine Spezialfähigkeit. Einige davon werden jedoch erst aktiv, wenn die Karte offen in der eigenen Auslage liegt. Ihre Fähigkeit wirkt ab diesem Zeitpunkt dauerhaft. Knapp die Hälfte der Charaktere funktioniert nach diesem Prinzip. Mit dem restlichen Teil der Karten könnt ihr Einmaleffekte auslösen, wenn ihr sie vom Nachziehstapel zieht und anschließend direkt wieder abwerft.

Bei Silver Amulett hat jeder Charakter eine Sonderfähigkeit

Insgesamt verfügt Silver Amulett über vierzehn unterschiedliche Charaktere. Ihre Eigenschaften helfen euch dabei, die eigene Auslage zu optimieren. Einige Figuren, wie etwa der Räuber, fuhrwerken allerdings auch in den benachbarten Dörfern herum. Mit seiner Hilfe stibitzt ihr eine beliebige Karte aus der Auslage eines Mitspielers und schiebt ihm stattdessen eine eigene Karte zu. Das funktioniert natürlich umso besser, wenn ihr zuvor schon ein wenig in seinem Dorf herumgeschnüffelt habt. Dabei kann euch beispielsweise die Seherin wunderbar helfen. Glücklicherweise gibt es aber auch eine Möglichkeit, sich vor ungewünschten Zugriffen anderer zu schützen. Hier leistet der Leibwächter ganze Arbeit.

Für Schutz sorgt auch das Silberamulett. Die Einwohnerin kann dank des Artefakts nicht mehr ins Ziel genommen werden.

Eine Sonderfunktion nehmen die beiden Dorfbewohner mit dem Wert von null Punkten ein. Sobald diese beiden Bürger offen ausliegen, endet das Spiel sofort. Es werden keine weiteren Aktionen mehr zugelassen, es werden lediglich noch die Punkte zusammengezählt, um den Sieger zu ermitteln. Alternativ kann das Spielende aber auch auf andere Art erzwungen werden. Sobald nur noch vier oder weniger Karten in der eigenen Auslage liegen, dürft ihr die Abrechnung ausrufen. Alle anderen Spieler kommen jetzt noch einmal an die Reihe, bevor es zur Endabrechnung kommt.

Die Rolle des Silver Amuletts

Habt ihr die Abrechnung ausgerufen und den Durchlauf tatsächlich mit den wenigsten Punkten abgeschlossen, dann dürft ihr euch jetzt das Silberamulett krallen. In der nächsten Partie dürft ihr das Artefakt einmalig einsetzen, um eine beliebige Karte zu schützen. Die gewählte Karte ist für das restliche Spiel tabu und kann in keiner Weise manipuliert werden. Mit dem Silberamulett könnt ihr somit wertvolle Karten vor dem Zugriff der Mitspieler schützen.

Silver Amulett ist über Ravensburger erschienen und steht ab sofort für etwa 10€ im Handel.

Silver Amulett wird über vier Durchläufe gespielt. Danach gewinnt der Spieler, der über alle Runden hinweg, die wenigsten Punkte gesammelt hat. Für eine komplette Partie müsst ihr ungefähr mit einer dreiviertel Stunde rechnen. Silver Amulett von Ravensburger ist für zwei bis vier Spieler ab zehn Jahren geeignet. Ihr findet es ab sofort für etwa 10€ im Handel.

Fazit: Silver Amulett kann sich mit dieser Testnote gegen den Ansturm der Werwölfe wappnen

Silver Amulett im Test: So schneidet das neueste Spiel aus dem Werwolf-Universum ab.

Schon beim Lesen der kurzen Anleitung hatte ich ein kleines Déjà-Vu. Der Grundablauf von Silver Amulett erinnert mich an doch sehr Cabo von Smiling Monster Games. Das Aufnehmen populärer Ideen ist auch in der Brettspielwelt gang und gäbe. Daran ist im Prinzip nichts verwerfliches, solange das Spiel genug Eigenständigkeit bietet und so ein neues Spielgefühl erzeugt. Im Falle von Silver Amulett kann an dieser Stelle Entwarnung gegeben werden. So sehr ich Cabo mag, vermutlich wird Silver Amulett von nun an seinen Platz einnehmen. Die Sonderfähigkeiten der vierzehn Charaktere machen hier den Unterschied aus. Diese kleinen Gimmicks gab es zwar auch schon bei Cabo, doch bei Silver Amulett haben sie eine ungleich höhere Gewichtung. Da die Eigenschaften der Bürger ständig zum Einsatz kommen, ist auf dem Spieltisch praktisch immer was los. Etwas Glück gehört zwar auch dazu, doch mit taktischem Geschick, könnt ihr diesem ordentlich auf die Sprünge helfen. Die Fähigkeiten der vierzehn verschiedenen Charaktere sind gut aufeinander abgestimmt, so dass sich spannende Synergien ergeben, die es zu nutzen gilt. Das Spiel kombiniert Memory-, Bluff und Ärgerelemente mit einfachen Regeln, lebt insbesondere von seinem hohen Interaktionsgrad und ist somit ein würdiger Vertreter der Werwolf-Familie.

Pros

Cons

+ neues Spiel der Werwolf-Familie

- erst mit drei oder vier Spielern richtig gut

+ hoher Interaktionsgrad

+ enthält Bluff-, Ärger- und Memoryanteile

+ 14 verschiedene Charaktere mit Sonderfähigkeiten

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