Die Kickstarter-Kampagne von Sons of Faeriell läuft am 28. Oktober 2020 an.
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Die Kickstarter-Kampagne von Sons of Faeriell läuft am 28. Oktober 2020 an.

Naturgewalten kämpfen gegen die Korruption

Sons of Faeriell im Test: Mensch und Natur kämpfen vereint gegen dunkle Mächte

  • vonSebastian Hamers
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Kurz vor dem Beginn der Kickstarter-Kampagne durften wir einen fortgeschrittenen Prototypen von Sons of Faeriell ausgiebig probespielen.

Brettspiele sind eine gute Möglichkeit, gemeinsam dem grauen Alltag zu entfliehen. Was wäre als Zufluchtsort geeigneter als eine ausgiebige Landschaft mit unberührter Natur? Riesige Ebenen, Seen mit sternklarem Wasser, gigantische Gebirge und tiefe Wälder zieren das Antlitz der Fantasiewelt von Faeriell. Die reichhaltige Flora bildet eine perfekte Symbiose mit der Fauna von Faeriell. Friedfertige Tiere in acht unterschiedlichen Spezies sind die treibende Kraft der Welt, mit der sie ein tiefes Bündnis eingegangen sind. Und was kommt nun? Klar, der Mensch betritt die Bühne, um die Idylle der Szene zu stören. Nicht ganz! Die Geschichte nimmt an dieser Stelle eine unerwartete Wendung. Die ersten Siedler in Faeriell erweisen sich als eine Bereicherung für das gesamte Land. Sie leben in Frieden und Harmonie mit der Umwelt und den Tieren zusammen. Gemeinsam mit den Großen Wächtern, den mächtigen Vertretern aus dem Tiervolk, bilden sie eine Allianz, um das Land weiter zu stärken. Die gemeinsame Idylle währt allerdings nur kurz. Im Untergrund bildet sich bereits ein mächtiger Widerstand, auch die Korruption genannt. Die fremde Macht korrumpiert die friedvolle Welt Stück für Stück. Überall sprießen fremdartige Pflanzen hervor, die sich rasch vermehren und die Oberfläche des Landes dauerhaft verändern. Es sind die friedvollen Siedler, die zuerst von der drohenden Gefahr berichteten. Die Stämme der Siedler nehmen die Aufgabe an und versuchen, mit der Unterstützung der Großen Wächter, den Frieden in Faeriell wiederherzustellen.

Bei meinen ersten Ausflügen in die Welt von Faeriell musste ich noch ein paar Abstriche machen. Bislang liegt mir lediglich ein Prototyp des Spiels vor, das in Kürze über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanziert werden soll. Der aktuelle Zustand des Spiels ist noch längst nicht final, allerdings sind Prototyp und Regelwerk schon soweit ausgefeilt, um einen guten Eindruck von Sons of Faeriell zu bekommen. Der erste Wow-Effekt kommt bereits beim Auslegen des Spielbretts. Das Teil ist echt riesig und füllt nahezu die komplette Fläche meines Küchentischs aus. Glücklicherweise wird kaum zusätzlicher Raum zum Spielen benötigt. Der Großteil des Spielmaterials hat einen festen Platz auf dem Spielfeld.

In Sons of Faeriell beschützen die Großen Wächter das Land

Jeder von euch übernimmt die Kontrolle über einen Siedlerstamm in Faeriell. Eine erste Siedlung bekommt ihr als kleine Starthilfe, die ihr in einer der vielen Regionen platzieren dürft. Die besiedelte Region wird nun von eurem Stamm kontrolliert und ist in der Lage wertvolle Essenzen für euch zu produzieren. Je nachdem ob sich eure Siedlung auf einer Feld-, Fluss-, Wald- oder Gebirgsregion befindet, werden andere Essenzen generiert.

Kein finales Material! Im der fertigen Fassung dürft ihr euch über hübsche Miniaturen und viele weitere Detailverbesserungen freuen.

Das gesamte Land ist in zahlreiche Regionen unterteilt, wobei mehrere Regionen zu einem Territorium zusammengefasst werden. Jedes Territorium in Faeriell ist einem der acht großen Wächter zugeteilt. Sie wandern im Spielverlauf auf der Karte umher, verlassen allerdings niemals ihr eigenes Jagdrevier. Als Siedler könnt ihr euch der Macht der Großen Wächter bedienen, um der Korruption Einhalt zu gebieten.

Heldentum ist bei Sons of Faeriell gefragt

Die einzelnen Siedlerstämme werden im Spiel nicht nur durch die Siedlungen selbst dargestellt, sondern auch durch ihre Helden. Bis zu drei dieser starken Krieger kann jeder Stamm im Verlauf des Spiels rekrutieren und quer durch das ganze Land schicken. Somit sind die Helden, eure Siedlungen und die Großen Wächter eure mächtigsten Waffen gegen den Widerstand aus dem Untergrund. Der Zugriff auf eure Möglichkeiten wird dabei im Wesentlichen durch drei unterschiedliche Phasen gesteuert.

Das Spielbrett kann sich auch beim Prototyp schon sehen lassen. Das riesige Spielfeld nimmt ordentlich Platz ein.

In der Ereignisphase erwirtschaften eure Siedlungen frische Essenzen, in der Heldenphase nutzt ihr die Fähigkeiten der mobilen Streitkräfte und in der Stammesphase dürft ihr Essenzen reinvestieren, um neue Fortschritte zu erzielen und eure Möglichkeiten zu erweitern. Pro Zug handelt ihr immer eine Phase komplett ab, bevor ihr den Staffelstab an den nächsten Spieler weitergebt. In welcher Reihenfolge ihr die Phasen abhandelt, bleibt euch überlassen und kann bereits taktische Auswirkungen mit sich bringen.

Spielphasen bringen Struktur in Sons of Faeriell

In den ersten Runden verläuft die Partie noch etwas schleppend. Ressourcen sind Mangelware, so dass ihr erstmal eure Maschinerie ans Laufen bringen müsst. Ein ganz guter Einstieg kann daher vielleicht die Ereignisphase sein, in der unter anderem Essenzen geerntet werden. Als Teil der Ereignisphase wird das Ernte-Rad aktiviert. Bei Spielbeginn dürft ihr den Marker auf dem Rad um bis zu drei Felder nach vorne bewegen. Die Errichtung weiterer Siedlungen erweitert euren Aktionsradius auf dem Ernte-Rad. Je nachdem für welchen Feld ihr euch entscheidet, fügt ihr eine andere Essenz eurem Vorrat hinzu. Ob und welche Essenzen euch überhaupt zur Verfügung stehen, hängt allerdings auch von den schon besiedelten Regionen oder der Position des Großen Wächters ab. Ihr solltet euch schon einen kurzen Moment über eure Wahl Gedanken machen, zumal auch die Mitspieler möglicherweise von der Ernte profitieren. Ja, die Mechanik hört sich ein wenig sperrig an und spielt sich auch anfangs so, weil man ständig gucken muss, wie man welche Essenz ergattern kann. Nach ein paar Runden ist euch die Durchführung der Ernte aber schnell in Fleisch und Blut übergegangen.

In der Ereignisphase wird die Ernte durchgeführt. Je mehr Siedlungen ihr errichtet, desto größer werden hier eure Wahlmöglichkeiten.

In der Ereignisphase wird allerdings nicht nur geerntet. Auch die bösen Kräfte der Korruption werden in dieser Phase aktiviert. Dazu zieht ihr ein Bedrohungsplättchen aus einem blickdichten Beutel, das ihr sogleich einem der acht Großen Wächter zuordnet. Ab sofort gilt der Tierwächter als bedroht. Bedrohte Wächter können euch nicht mehr helfen, eure Essenzen zu ernten und schränken euch so in den Möglichkeiten weiter ein. Ihr solltet also alles daransetzen, die Großen Wächter wieder von der Bedrohung zu befreien. Die Lage wirkt sich sogar noch negativer aus, wenn einem Wächter eine zweite Bedrohung zugeteilt wird. In diesem Fall wandert der Korruptionsmarker auf seiner Leiste einen Schritt weiter. Sollte der Korruptionsmarker zu einem Zeitpunkt auf das Ende der Leiste rücken, ist Faeriell dem Untergang geweiht.

Weiterhin dürft ihr in der Ereignisphase auch noch einen Großen Wächter innerhalb seines Territoriums bewegen und möglicherweise erworbene Leuchtfeuer oder Totems einsetzen, um einen Tierwächter von einer Bedrohung zu befreien. Bei Spielbeginn überspringt ihr diesen Schritt recht häufig, da das Totem und die Leuchtfeuer erstmal mit den passenden Essenzen erworben werden müssen. Im späteren Spielverlauf stellen sie allerdings eine sehr gute Möglichkeit dar, die Welt von Faeriell wieder etwas sicherer zu machen. Häufen sich zu viele Bedrohungsmarker auf dem Spielfeld an, schnellt der Korruptionsmarker rasch nach oben und das Spiel nähert sich einem unschönen Ende.

Die Macht der Siedlerstämme in Sons of Faeriell

Habt ihr euch erstmal ein paar Essenzen gesichert, könnt ihr diese in der Stammesphase wieder reinvestieren. Die Möglichkeiten sind hier ziemlich zahlreich. Um die Optionen in der Heldenphase voranzutreiben, könnt ihr beispielsweise einen neuen Helden rekrutieren und aufs Feld schicken. Jeder Stamm kann insgesamt bis zu drei Helden einsetzen. Einmal aktiviert, lassen sich die Helden auch noch aufleveln, sofern ihr die nötigen Essenzen dafür bezahlen könnt. Jeder neue Level macht den Helden beweglicher und spendiert ihm auch noch eine Sonderfunktion.

Die großen Alten sind ein wesentlicher Bestandteil der Welt von Faeriell. Die Tierwächter helfen euch, die Bedrohung aus dem Untergrund zurückzuschlagen.

Essenzen könnt ihr aber natürlich ebenso gut in den Bau von neuen Siedlungen stecken, was euch in der Ernte-Phase enorm weiterhilft. Auch die bereits erwähnten Leuchtfeuer und das Totem lassen sich in der Stammesphase unter Einsatz von Essenzen erwerben. Eine interessante Alternative stellen zudem die Heilkräuter dar, die euch unterschiedliche Vorteile im Spiel verschaffen. Als siebte und letzte Option steht euch noch offen, eine Bindung zu einem Großen Wächter herzustellen. Auch hier winken euch viele diverse Vorteile, wie Level-Ups für eure Helden, freie Bewegungsaktionen oder zusätzliche Möglichkeiten der Essensernte.

Wie ihr seht, die Optimierungsmöglichkeiten sind in Sons of Faeriell ziemlich üppig ausgefallen. Ihr könnt unmöglich an allen Bauplätzen gleichzeitig arbeiten, sondern müsst immer wieder strategische Entscheidungen fällen. Neueinsteiger fühlen sich damit vermutlich zunächst ein wenig überfordert, die volle taktische Tiefe entfaltet sich bei Sons of Faeriell erst nach mehrmaligem Spielen.

Sons of Faeriell schickt die Helden auf eine Quest

Eine tragende Rolle bei der Bekämpfung der Korruption spielen die schon mehrfach erwähnten Helden. Sie sind in vier verschiedenen Klassen verfügbar: Abenteurer, Schamane, Druide und Häuptling. Jeder Charaktertyp verfügt über eine angeborene Starteigenschaft. Der Abenteurer levelt etwas flotter, Druiden kommen günstiger an Heilkräuter heran, während sich Schamanen am besten mit einem Großen Wächter verbinden können und der Häuptling seine Stärken beim Bau von neuen Siedlungen hat. Im weiteren Spielverlauf werdet ihr eure Helden individuell ausgestalten, mit jedem Stufenaufstieg kommt eine einzigartige Fähigkeit hinzu.

In der Heldenphase darf jeder Held bis zu zwei Aktionen durchführen, ab dem vierten Level gibt es sogar noch eine dritte Aktion hinzu. Mit den Helden aktiviert ihr unter anderem die Kräfte von erworbenen Kräutern, zieht Spezialkräfte aus den Verbindungen mit den Großen Alten oder setzt ihre individuellen Level-Fähigkeiten ein. Darüber hinaus gibt es noch ein paar Standard-Aktionen, auf die jeder Held Zugriff hat. Als Basisoption werdet ihr die Bewegung der Spielfigur recht häufig einsetzen. Die Helden bewegen sich immer an den Regionsgrenzen über vorgegebene Pfade entlang und betreten niemals das Innere eines Gebiets. Pro Stufe darf sich ein Held einen Kontenpunkt entlang der Grenzen bewegen. Oftmals steuert er dabei den aktuellen Aufenthaltsort eines bedrohten Großen Wächters an. Auf Kosten einer Aktion kann ein Held einem bedrohten Wächter helfen und das Bedrohungsplättchen entfernen. Einzige Voraussetzung: es muss sich um einen Helden der richtigen Klasse handeln. Einige Bedrohungen lassen sich nur von Druiden entfernen, andere wiederum von einem Schamanen oder einem anderen Heldentypen. Als kleine Belohnung wird nicht nur die Bedrohung entfernt, ihr erhaltet obendrein noch eine Essenskarte als Belohnung.

Im Spielverlauf rekrutiert ihr bis zu drei Helden. Unter Einsatz von Essenzen gewinnen die Helden an Erfahrung und steigen in ihrer Stufe auf.

Hat ein Held gerade mal keinen konkreten Auftrag, könnt ihr ihn auf eine Quest schicken. Ihr zieht dazu eine Questkarte, die ihr verdeckt vor euch ablegt. Die Questkarte zeigt euch einen Großen Wächter, den ihr jetzt noch mit eurem Helden aufsuchen müsst. Schon habt ihr die Quest gelöst und erhaltet als Bonus eine weitere Essenzkarte. Sons of Faeriell bietet euch also durchaus ein paar Zusatzoptionen, um neue Essenzen zu erhalten, falls die Ernte in einer Runde mal etwas spärlicher ausfällt. Die Aktionen der Helden stellen somit eine wirklich gute Möglichkeit dar, schnell an ein paar mehr Essenzen zu gelangen, die ihr in der nächsten Stammesphase wieder gegen neue Goodies eintauschen könnt. So entwickelt sich Schritt für Schritt eine mächtige Maschine, die gegen Ende des Spiels mächtig Fahrt aufnimmt.

Sons of Faeriell mit semikooperativem Ansatz

Jeder Stamm erweitert seine Macht damit stetig. Doch auch das Böse ruht in Sons of Faeriell nie. Im Untergrund wabern die dunklen Mächte der Korruption. Behaltet daher den Korruptionsmarker immer genau im Auge. Bestimmte Ereignisse im Spiel lassen die Kräfte des Bösen wachsen. Wird einem Tierwächter beispielsweise ein zweites Bedrohungsplättchen zugewiesen, rückt Faeriell dem Untergang wieder ein Stück näher. Ebenfalls wirken sich bestimmte Plättchen negativ auf die Korruptionsleiste aus, wenn sie aus dem blickdichten Beutel gezogen werden. Zum Wachstum tragen allerdings auch die Stämme selbst maßgeblich bei. Ihr könnt etwa eure Helden auf Korruption-Quests schicken. Mit diesen erhaltet ihr eine mächtige Korruptionsessenz, die als eine Art Joker fungiert, der Korruption jedoch bei der Ausbreitung hilft.

Mit Essenzen könnt ihr Leuchtfeuer und das Spirituelle Totem erwerben, die euch beim Entfernen von Bedrohungen helfen.

Als Stamm könnt ihr euch an vielen Stellen im Spiel dazu entscheiden, für die dunkle Seite Partie zu ergreifen. Die Korruption dankt es euch mit ihren vielseitig einsetzbaren Essenzen. Ihr könnt euch sogar ganz bewusst von den bösen Mächten unterwandern lassen. Ab einem gewissen Grad gilt euer Stamm als infiltriert und steht nun voll und ganz in den Diensten der Korruption. Dies ist der Punkt, indem sich das Spielgeschehen auf den Kopf stellt. Der infiltrierte Stamm hat nun das Ziel, den Korrpuptionsmarker ans Ende der Leiste zu führen. Er gewinnt das Spiel durch den Untergang Faeriells. In geringen Dosen kann es aber vielleicht sogar ganz sinnvoll sein, sich auf die Gunst der Korruption einzulassen, selbst wenn ihr nicht den Plan verfolgt, alles Leben auf Faeriell auszulöschen. Es winken euch schließlich handfeste Vorteile, die ihr wiederum zum Wohl des Landes einsetzen könnt. Ihr spielt dabei natürlich immer ein wenig mit dem Feuer. Die dunklen Essenzen sind wie eine Droge, die euch zunächst Flügel verleihen, euch langfristig aber zerstören.

Die Rettung der Welt in Sons of Faeriell

Eile ist auf jeden Fall geboten, wenn ihr Faeriell vor der Korruption schützen wollt. Die Welt wird von der Korruption befreit, falls es einem Spieler gelingt, mindestens fünf vorbestimmte Ziele zu erreichen. Insgesamt stehen euch zwanzig unterschiedliche Ziele zur Verfügung, es gibt also reichlich Auswahl. Klingt erstmal machbar, ist aber gar nicht so leicht. Die Ziele sind schon recht hochgesteckt. Es kann schon eine ganze Weile dauern, bis ihr etwa vier Gebirgsregionen mit eigenen Siedlungen erschlossen oder einen druidischen Helden auf das vierte Level gehievt habt. Einige Ziele wechseln zudem im Spielverlauf auch gerne mal den Besitzer. Für den Besitz von drei Heilkräutern gibt es etwa ebenfalls ein Ziel. Sobald ein Mitspieler allerdings mehr als drei Kräuter besitzt, dürft ihr das erreichte Ziel direkt wieder abgeben. Da am Spielende der Stammesführer mit den meisten erreichten Zielen gewinnt, steht ihr euch also immer in direkter Konkurrenz zu einander. Mit etwas Pech ist am Ende die Korruption der lachende Dritte. Je länger das Spiel dauert, umso höher stehen die Chancen für den Untergang von Faeriell.

Die Kickstarter-Kampagne von Sons of Faeriell läuft am 28. Oktober 2020 an.

Sons of Faeriell ist für zwei bis vier Spieler ab vierzehn Jahren geeignet. Zeitlich müsst ihr für eine Partie, je nach Zahl der Mitspieler, zwischen einer und zwei Stunden einplanen. Da die Kickstarter Kampagne zu Sons of Faeriell erst Ende Oktober anläuft, ist das gezeigte Material nicht final. Neben einigen Detailverbesserungen erwarten euch natürlich unter anderem zahlreiche Miniaturen, die das Spiel auch optisch zu einem echten Erlebnis machen sollen.

Fazit: Der spannende Kampf gegen die Korruption bringt Sons of Faeriell eine satte Testwertung ein

Sons of Faeriell im Test: Das semikooperative Brettspiel überzeugt auf ganzer Linie.

Der Einstieg in die Welt von Sons of Faeriell ist nicht ganz leicht. Das (noch nicht finale) Regelwerk ist zwar recht gut strukturiert, erschlägt aber mit seinem Umfang. Gerade in den ersten Runden war ich als Stammesführer mit den zahlreichen Optionen ein wenig überfordert. Sons of Faeriell spielt sich eben nicht so locker flockig runter wie UNO oder Monopoly. Das Spiel geht in die Tiefe und nach den zähen Einstiegsminuten wusste ich das auch sehr zu schätzen. Sons of Faeriell hat mir jede Menge kniffliger Entscheidungen abgerungen. Das fängt schon bei der Wahl der Reihenfolge an, in der ich meine Phasen durchlaufe. Sammle ich vielleicht erst einmal Essenzen ein, um damit anschließend zusätzliche Verbesserungen zu erwerben? Oder soll ich doch zuerst meine Essenzen investieren, um beispielsweise meinen Heldencharakteren mehr Möglichkeiten einzuräumen? Eine besonders spannende Entscheidung wird oft erst im späteren Spielverlauf gefällt. Gebe ich mich der Korruption hin oder helfe ich meinen Mitspielern dabei, Faeriell vor der feindlichen Übernahme zu bewahren? Oftmals ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den dunklen Mächten und den friedliebenden Einwohnern des Landes. In Teilen des Spiels kooperieren eure Stämme durchaus stark miteinander. Werden nicht ständig Bedrohungen wieder von der Landkarte entfernt, sieht es um die Zukunft Faeriells schnell finster aus. Daher gönnt ihr es euren Mitspielern manchmal sogar wohlwollend, wenn sie für ihr Handeln eine Belohnung abgreifen. Dennoch steht ihr in Konkurrenz zueinander, selbst wenn sich kein Spieler mit der Korruption verbündet. Es ist ein ständiger Wettlauf und ein zähes Ringen um die siegbringenden Achievements. Manchmal wandert ein Ziel zwischen mehreren Parteien hin und her, während die Zeit unerbittlich tickt und sich die Korruption weiter ausbreitet. Für Nervenkitzel ist in Sons of Faeriell auf jeden Fall gesorgt.

ProsCons
+ semikooperative Spielweise- erfordert Einarbeitungszeit
+ bietet viele taktische Möglichkeiten
+ spannendes Ringen um Achievements
+ atmosphärisch stark
+ permanente Bedrohung durch die Korruption sorgt für Nervenkitzel

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