Space Dragons Drache Weltraum Raumschiff Pegasus Planeten Verpackung Cover
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Space Dragons ist für 3-6 Spieler ab 10 Jahren geeignet und erscheint über Pegasus Spiele.

Warum Space Dragons mehr ist als nur ein weiteres Stichspiel

Space Dragons im Test: Weltraumschlacht als Kartenspiel

  • vonSebastian Hamers
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In Space Dragons blast ihr zur Jagd auf die Weltraumdrachen. Ihr benötigt eine Crew, die den Kampf gegen die Biester und eure Mitspieler aufnimmt.

  • für 3-6 Spieler ab 10 Jahren
  • Spieldauer: 20 Minuten
  • Autor: Richi Haarhoff
  • Verlag: Edtion Spielwiese/Pegasus Spiele
  • Preis: ca. 13€

Oh no! Nicht noch ein weiteres Stichspiel! Gefühlt erscheinen jedes Jahr mehrere Dutzend Vertreter dieses Genres. Machen sich bei euch da etwa schon Ermüdungserscheinungen breit? Sicherlich, viele Titel dieser Art bieten spielerisch einfach zu wenig Neues, als dass man sein Spieleregal mit noch einem weiteren Stichspiel belasten müsste. Auf der anderen Seite haben wir mit Stichspielen schon ganze Nächte durchgezockt. Mit einfachen Regeln, einer kurzen Spieldauer und einer guten Mischung aus Glück und Taktik lassen sich zahllose Partien aneinanderreihen, ohne dass die Motivation in den Keller geht. Stichspiele sind eben oft auch richtige Dauerbrenner… wenn sie gut gemacht sind. Hat das neue Space Dragons von der Edition Spielwiese ebenfalls das Zeug dazu?

Teambuilding bei Space Dragons

Die Story von Space Dragons ist schnell erzählt. In einer fernen Galaxis macht ihr mit eurem Raumschiff das Weltall unsicher. Ihr habt zur Jagd auf die Drachen geblasen, die sich in dieser Region ebenfalls herumtreiben. Die Biester ergeben sich allerdings nicht kampflos ihrem Schicksal, sondern werfen mit Feuerbällen nur so um sich. Ihr braucht also ein starkes Raumschiff und vor allem eine gute Crew, die mit euch die Drachen vom Himmel holt. Die Drachen sind jedoch nicht die einzigen Gegner, auf die ihr aufpassen müsst. Eure lieben Mitspieler haben es natürlich ebenso auf die Drachen abgesehen. Sie scheuen sich nicht davor, euch eine kräftige Ladung aus der Bordkanone auf den Pelz zu brennen.

Space Dragons liegen 80 Alien-Astronauten bei, jeder mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen.

Bevor ihr euch in die Schlacht begebt, müsst ihr zunächst eure Crew aufstellen. Die Mitglieder der Mannschaft werden durch Karten dargestellt. Jedes Crewmitglied verfügt über individuelle Stärken und Schwächen. Die Auswahl sollte also gut überlegt werden. Zunächst erhält jeder Drachenjäger neun Handkarten, von denen eine ausgewählt wird. Die restlichen Karten werden an den nächsten Spieler weitergereicht. Von den neuen Karten, die ihr erhalten habt, wählt ihr wiederum ein Mannschaftsmitglied aus. Diese Prozedur wird fortgeführt, bis eure Crew aus neun Personen besteht.

Die Jagd auf die Space Dragons

Jetzt nehmt ihr euch noch eine Raumschiffkarte als euren persönlichen Avatar und schon kann die Drachenjagd beginnen. Der erste Drache erscheint am Himmel und ihr spielt vom Startspieler ausgehend jeweils eine Karte offen aus. Die Grundregeln sind kinderleicht. Der Drache geht an den Spieler, der die höchste Karte gespielt hat. Peng! Viel simpler geht es nun wirklich nicht. Kein Bedienzwang, keine Trümpfe oder sonstige Ausnahmeregelungen. Der besondere Kniff am Spiel ergibt sich durch die ausgespielten Crewmitglieder, die mit Sonderfunktionen nur so um sich werfen. Die gespielten Karten werden nicht – wie bei vielen anderen Stichspielen – nach jeder Runde abgeworfen, sondern bleiben vor euch liegen. Sie werden im weiteren Spielverlauf noch eine wichtige Rolle spielen.

Space Dragons funktioniert im Kern sehr einfach. Die Karte mit dem höchsten Wert gewinnt den Stich.

Die Crewkarten weisen Stärkewerte zwischen einem und achtzig Punkten auf. Wenn ihr einen bestimmten Drachen unbedingt an Land ziehen wollt, solltet ihr also eine möglichst hohe Karte in den Ring werfen. Es ist nun leider so, dass die besonders durchschlagskräftigen Crewmitglieder so einige Nachteile mit sich bringen. Die auf den ersten Blick etwas schwächlichen Kollegen hingegen, trumpfen dafür mit hilfreichen Superkräften auf.

Space Dragons und Alien-Astronauten

Nehmen wir doch gleich mal den Superstar unter den Alien-Astronauten. Er ist mit seiner Stärke von 80 Punkten unschlagbar im Kampf um den Drachen. Bei aller Offensivkraft ist er leider im Gefecht etwas unvorsichtig und fügt euren Schiff gleich zwei Schadenspunkte zu. Keine wirklich geile Aktion. Zwar kann euer Raumgleiter nicht zerstört werden, dennoch bringt euch am Spielende jeder Schaden fünf Minuspunkte ein.

Der 80er-Alien triumphiert über die Space Dragons, fügt eurem Raumschiff aber 2 Schadenspunkte zu.

Der Einsatz des 80er-Astronauten kostet euch also gleich zehn Punkte und egalisiert damit schon den Punktgewinn für den Triumph über den Drachen. Es sei denn, ihr habt vorgesorgt und schon im Vorfeld euer Schiff mit ein paar Schilden ausgestattet. Diverse Crewmitglieder sind in der Lage, die Schilde zu installieren. Der etwas lahmarschige Astronaut mit der Kampfkraft von neun Punkte etwa, sichert eurem Schiff gleich zwei Schilde. Teile der Besatzung können sogar angerichteten Schaden im Nachhinein reparieren, wie etwa der spindeldürre Roboter mit einer Stärke von nur einem Punkt.

Jäger der Space Dragons im Fadenkreuz

Teile der Mannschaft sind wiederum ziemlich angriffslustig und richten ihre Wut ganz gezielt auf den Drachenfänger. Der Gewinner des Stichs darf sich zwar über den Gewinn des Drachen freuen, zieht sich aber den Hass der Rivalen zu und kassiert möglicherweise einige Schadenspunkte. Wie ihr seht, die erfolgreiche Drachenjagd hat manchmal einen hohen Preis. Die Zusammenstellung der Crew spielt jedoch auch unter einem weiteren Gesichtspunkt eine große Rolle.

Die Space Dragons kann dieser Astronaut kaum bezwingen, er repariert aber zuverlässig euer Raumschiff.

Viele Mitglieder der Mannschaft steigern bestimmte Aspekte eures Raumschiffs um ein oder gar mehrere Punkte. Durch das Ausspielen eines solchen Astronauten erhöht sich euer Wert in den Bereichen Wissenschaft, Stimmung und Kriminalität. Am Ende des Spiels erstellt ihr ein Ranking für die drei verschiedenen Kategorien. Jetzt werden nochmals ein paar Bonuspunkte oder Strafpunkte verteilt, je nachdem wie gut ihr in den einzelnen Bereichen abgeschnitten habt.

Space Dragons wirft mit Bonuspunkten um sich

Eine hohe Kriminalität an Bord wirkt sich natürlich nicht sonderlich positiv auf eure Endwertung aus. Für eine gute Stimmung gibt es hingegen ein paar Pluspunkte für die beiden Erstplatzierten. Im Bereich der Wissenschaft ist die Situation nicht ganz so einfach zu bewerten. Für die Pole Position im Ranking werden zwar reichlich Bonuspunkte vergeben, allerdings darf sich auch der letzte Spieler in der Liste über eine kleine Belohnung freuen, während die restlichen Spieler leer ausgehen. Ihr solltet im Verlauf der Partie also gut im Auge behalten, wie ihr euch in den Ranglisten der drei Wertungsbereiche schlagt.

Die Space Dragons sind die Objekte eurer Begierde.

Letztlich errechnet sich eure Endwertung aus doch recht vielen Faktoren. Einen dicken Batzen Punkte könnt ihr abgreifen, wenn ihr erfolgreich Drachen erlegt. Weitere Punkte werden erspielt, wenn ihr bestimmte Astronauten in eure Crew aufnehmt. Allerdings befinden sich auch ein paar Besatzungsmitglieder im Kartenstapel, die euch Minuspunkte einbringen. Zusätzliche Minuspunkte müsst ihr euch ankreiden, wenn euer Weltraumschiff im Verlauf der Jagd Schaden erlitten hat. Abschließend fließen noch die Wertungen für Wissenschaft, Stimmung und Kriminalität in die Punktwertung mit ein.

Punktesalat bei den Space Dragons

Den ersten Eindruck des megaeinfachen Stichspiels kann Space Dragons somit eindrucksvoll entkräften. Tatsächlich gilt es ziemlich viele Faktoren im Auge zu behalten und in den Entscheidungsprozess einfließen zu lassen. Die Spieldauer fällt bei Space Dragons dennoch moderat aus. Länger als zwanzig Minuten dauert eine Partie nur sehr selten. Kein Wunder, schließlich endet ein Durchlauf bereits nach sieben Stichen. Sieben Drachen gilt es erfolgreich zu jagen, zwei Astronauten werden demnach gar nicht erst ausgespielt und landen folgerichtig auch nicht in eurer Crew.

Bei Space Dragons wird ein Ranking in drei verschiedenen Disziplinen erstellt.

Space Dragons von Richi Haarhoff erscheint über die Edition Spielwiese und Pegasus Spiele. Das Spiel richtet sich an drei bis fünf Spieler ab zehn Jahren. Ihr findet das Spiel ab sofort zum Preis von etwa 13€ im Handel.

Fazit: Space Dragons holt aus einer simplen Stichspielmechanik eine Menge raus und hat sich daher die folgende Wertung verdient

Space Dragons holt aus einer simplen Stichspielmechanik eine Menge raus und hat sich daher die folgende Wertung verdient.

Die Jagd nach den Space Dragons spielt sich im Kern kinderleicht, birgt im Detail dann aber doch eine nicht zu unterschätzende Komplexität. Um sich einen Stich an Land zu ziehen, braucht es kein großes mathematisches Kalkül. Es gewinnt die Karte mit der größten Zahl, viel leichter geht es nun wirklich nicht. In Space Dragons gilt es vielmehr die Konsequenzen seiner Aktionen abzuwägen. Sicherlich bringt ein erlegter Drache viel Ruhm und Ehre ein, was euch aber wenig hilft, wenn ihr dafür euer Raumschiff den Feuersalven der Mitspieler auf dem Präsentierteller liefern müsst. Es gibt eben mehr als nur einen Faktor, der euch am Spielende Punkte liefert. Wissenschaft, Stimmung, Kriminalität, Zustand des Raumschiffs, die Zusammenstellung der Crew und natürlich die erfolgreich gejagten Drachen ergeben am Ende der Partie einen bunt gemischten Punktesalat. Die Kombination aus einer fast schon sehr seichten Stichspiel-Mechanik und der deutlich komplexeren Punktvergabe funktioniert. Space Dragons hat mit diesem Kompromiss den Sweet Spot gut getroffen und kann seine süchtig machende Wirkung gut entfalten. Aus „nur noch ein Spiel“ wird so schnell mal ein ganzer Spieleabend. Die Partien spielen sich schnell runter, ohne sich in Belanglosigkeit zu verlieren. Genauso sollten sich Stichspiele anfühlen.

ProCon
+ 80 Alien-Astronauten mit individuellem Profil- erst ab 3 Personen spielbar
+ komplexe Punktevergabe
+ spielt sich flüssig runter
+ gute Mischung aus taktischem Anspruch und Zugänglichkeit
+ witzige Cartoon-Zeichnungen der Crew-Mitglieder

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