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Berühmt und berüchtigt

Star Wars Outer Rim im Test - Fanservice pur!

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Selbst über vierzig Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Films ist die Star-Wars-Reihe immer noch schwer angesagt. Jetzt gibt es wieder ein passendes Brettspiel. 

In den vier Dekaden hat sich die Marke zu einem echten Monster entwickelt. Inzwischen erscheint jedes Jahr ein neuer Film, der Markt wird überflutet mit Comics, Büchern oder Videospielen. Kein Wunder also, dass sich der hohe Qualitätsstandard da nicht immer aufrechterhalten lässt. Ein Blind-Kauf eines Star-Wars-Produkts kann so auch mal zur Enttäuschung werden. In der Brettspiel-Welt sieht die Lage da noch vergleichsweise rosig aus. Das liegt vor allem daran, dass sich die

Als solche müsst ihr in diesem Star-Wars-Spiel ganz ohne die Macht oder andere spektakuläre Superkräfte auskommen. Ihr verlasst euch dafür auf euer Unternehmertum und seid euch für keine schmutzigen Tricks zu schade. Es geht um das Prestige, um den Legendenstatus, den ihr euch als Superschurke der Galaxie erarbeiten wollt. Dabei müsst ihr den tonangebenden Fraktionen im Universum häufiger auch mal auf den Schlips treten. Je nachdem, wer euch das bessere Angebot macht, richtet ihr eure Fahne dann auch gerne mal nach dem Wind.

Ein Halunke wird zur Legende

Im Outer Rim streiten sich vier Parteien um die Vorherrschaft: die Rebellen, das Imperium, die Hutts und die Verbrechersyndikate. Ihr ordnet euch keiner der Fraktionen fest zu, sondern agiert als freischaffender Outlaw und erweist mal der einen, mal der anderen Gruppe einen Gefallen. Eure Aktionen bleiben den Machthabern natürlich nicht verborgen. Je nachdem, für welche Fraktion ihr einen Job erledigt, ändert sich auch euer Ansehen. Wenn ihr etwa ein Schiff der Rebellen vom Feld fegt, werden sie euch fortan nicht mehr so freundlich begegnen.

Die Scharmützel in Star Wars: Outer Rim werden auf einem modularen Spielplan ausgefochten. Er besteht aus sechs Teilen, die ihr bogenförmig vor dem Spiel zusammensteckt. Vor euch liegen nun die Außenbezirke der Galaxie mit ihren zahlreichen Planeten, die ihr natürlich auch alle besuchen könnt. Im Blick habt ihr dabei stets das Prestige, das ihr über verschiedene Aufgabe erzielen könnt. Euer Ansehen lässt sich beispielsweise steigern, indem ihr Jobs oder Kopfgeldaufträge erfüllt. Punkte gibt es zudem für den Besitz von Luxusgütern oder für das Ausschalten von Raumschiffen der vier Fraktionen. Zudem verfolgt jeder Spieler noch individuelle Ziele und kann darüber zusätzliches Prestige generieren.

Reise durch den Outer Rim

Um diese Ziele zu erfüllen ist neben Kampfkraft vor allem Mobilität gefragt. Jeder Spieler erhält ein eigenes Sternenschiff mit individuellen Fähigkeiten. Als kleiner Fisch startet ihr zunächst mit einer kleinen Weltraum-Blechbüchse, die ihr aber ordentlich upgraden könnt. Im Spielverlauf könnt ihrmit bekannten Schiffen wie etwa dem Millennium Falken oder auch einem Ark Angel durch das Weltall düsen. Durch den Kauf von neuen Schiffen erhaltet ihr mehr von allem: mehr Feuerkraft, mehr Panzerung, mehr Schub und auch mehr Lagerplatz. Die ständige Verbesserung der Ausrüstung ist ein wesentlicher Bestandteil des Spiels und vermittelt euch ein ziemlich gutes Gefühl der steigenden Macht. Neue Gadgets könnt ihr erwerben, wenn ihr auf einem Planeten gelandet seid. Sofern ihr über das nötige Kleingeld verfügt, dürft ihr euch Karten vom Marktplatz kaufen.

Doch zu den Planeten müsst ihr erst einmal gelangen. Der Hyperantrieb eures Raumschiffs lässt euch nur einige Felder auf dem Spielbrett passieren. Leider herrscht in den Weiten des Alls auch noch ziemlich viel Verkehr. Dort tummeln sich nicht nur die anderen Spieler, sondern auch noch Patrouillenschiffe der vier großen Fraktionen. Die Welt in Outer Rim fühlt sich ziemlich lebendig an, da sich auch die Schiffe, die nicht von den Spielern selbst kontrolliert werden, ständig bewegen und auch aktiv werden, fast wie in einem Videospiel.

Freund oder Feind

Der Kontakt zu den Patrouillen ist damit praktisch unvermeidbar. Zu einem Kampf mit dem Schiff muss es allerdings nicht zwingend kommen. Habt ihr einen guten Ruf bei der betreffenden Fraktion, könnt ihr eure Reise unbescholten fortsetzen. Das kann ein großer Vorteil sein, wenn ihr gerade auf dem Weg zu einem bestimmten Planeten seid, um dort beispielsweise einen Gefangenen gegen Kopfgeld abzuliefern.

Andererseits kann euch der Kampf gegen ein anderes Schiff auch wieder Prestige oder Credits einbringen. Habt ihr bei der Faktion keinen guten Ruf, müsst ihr mit der Patrouille in den Kampf gehen oder aber nehmt auf euren Reisen vielleicht einen Umweg in Kauf, um das besetzte Feld zu umschiffen. Besiegt ihr das feindliche Schiff, sinkt euer Ruf bei der entsprechenden Fraktion und das Schiff wird vom Spielfeld genommen. Allerdings spawnt direkt ein neues Schiff mit verbesserten Werten. Die Nichtspieler-Schiffe leveln in Outer Rim also mit.

Actionreiche Gefechte im Outer Rim

Die Kämpfe in Outer Rim lassen sich recht unkompliziert abwickeln. Im Kampf wird jedoch unterschieden in Boden- und Schiffskampf. Bodenkämpfe werden abgehandelt, wenn ihr euch gerade auf einem Planeten befindet. In diesem Fall schickt ihr euren Charakter aus, der sich dem Feind Mann-gegen-Mann stellt. Auf den Reisen durch die Galaxie kommt es hingegen zu Schiffsgefechten. Der Ablauf sieht jedoch in beiden Fällen ziemlich gleich aus.

Sowohl die Schiffe als auch die Charaktere verfügen über einen Kampfwert. Entsprechend des Kampfwertes werden die passende Anzahl Angriffswürfel geworfen. Auf den Würfel findet ihr Leerflächen vor, die keinen Schaden verursachen. Ein normales Treffersymbol richtet einen Schadenspunkt an, kritische Treffer teilen den doppelten Schaden aus. Weiterhin gibt es noch das Fokus-Symbol, das zwar keinen direkten Schaden verteilt, aber bei bestimmten Kartenfähigkeiten zur Anwendung kommt. Der Verteidiger darf anschließend seinerseits die Angriffswürfel werfen und Schaden verteilen.

DerHüllenwert des Schiffs, alternativ die Ausdauer des Charakters, ist der zweite wichtige Kampfwert einer Karte. Der Wert legt fest, wieviel Schaden eine Karte aushalten kann, bevor sie besiegt wird. Um den aktuellen Zustand eines Charakters oder eines Schiffs auf dem Stand zu halten, werden Schadensmarker verteilt. Glücklicherweise habt ihr zu Beginn eines jeden Zugs immer die Möglichkeit, sämtlichen Schaden des Charakters und des Schiffs zu regenerieren. Dennoch ist es immer besser, die Spielrunde schadlos zu überstehen. Statt der Regenerierung dürft ihr euch jetzt einen anderen Vorteil aussuchen.

Ein Gefühl von Macht

Solltet ihr doch einmal das Zeitliche gesegnet haben, scheidet ihr aber nicht aus dem Spiel aus. Dennoch sind Niederlagen ziemlich bitter. Ein verlorener Kampf kostet nicht nur Credits, sondern unter Umständen auch ziemlich viele Karten. Es ist schon ziemlich ärgerlich, wenn ihr so in eurer Sammelleidenschaft gebremst werdet. Der Besitz von vielen Karten bedeutet Macht. Allerdings sind der Sammelwut natürliche Grenzen gesetzt.

Selbst der größte Raumgleiter lässt sich nicht unbegrenzt aufrüsten. Gesammelt werden kann aber dennoch reichlich. Ihr könnt euer Schiff mit ein paar coolen Gadgets aufmotzen, neue Mitglieder für eure Crew anheuern und natürlich wertvolle Güter im Frachtraum unterbringen. Das ständige Wettrüsten macht einen großen Reiz im Spiel aus. Ihr werdet euch zunehmend mächtiger fühlen und die eigenen Möglichkeiten wachsen. Der ständige Ausbau ist allerdings auch zwingend erforderlich. Eure Mitspieler und die vier Fraktionen rüsten ebenfalls laufend auf.

Lebendige SciFi-Welt

Die kriegerische Auseinandersetzung ist aber nur ein Teilaspekt von Star Wars: Outer Rim. Zeitweise werden euch auch andere Fähigkeiten abverlangt. Das Spiel erzählt euch immer wieder neue kleine Geschichten, die meist durch Begegnungen mit bekannten Figuren aus dem Star-Wars-Universum zustande kommen. Bei diesen Begegnungen können nun ganz andere Kompetenzen gefragt sein. Es werden Proben abgelegt auf Wissen, Heimlichkeit, Einfluss, auf eure Fähigkeit als Pilot und einige andere mehr.

Bei den Proben können euch eure Crewmitglieder helfen. Verfügt ein verbündeter Charakter etwa über eine Kompetenz in Heimlichkeit, werden entsprechende Proben jetzt vereinfacht. Besitzt ihr die Kompetenzen gleich mehrfach, stehen eure Chancen auf ein Bestehen gleich noch besser. Eine gut zusammengestellte Crew ist also tatsächlich Gold wert.

Das Speil bietet einegelungene Mischung aus Taktik, Kampf und Storytelling. All dies wird eingebettet in eine offene Welt, die sich ständig verändert und weiterentwickelt. Durch den Sandbox-Ansatz verlangt das Spiel allerdings auch etwas mehr Zeit von euch als andere Titel auf ähnlichem Niveau. Mindestens zwei Stunden solltet ihr für eine Partie auf jeden Fall einplanen. Mit steigender Spielerzahl kann aber auch die Drei-Stunden-Marke schnell überstiegen werden. Star Wars: Outer Rim ist ab sofort im Handel verfügbar und kostet zwischen 60€ und 70€.

Fazit

Star Wars: Outer Rim ist Fanservice pur! Von der offiziellen Lizenz hat Fantasy Flight reichlich Gebrauch gemacht. An allen Ecken trefft ihr auf prominente Charaktere, freut euch über bekannte Raumschiffe, Planeten, Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände. Doch selbst ohne profunde Kenntnisse der Star-Wars-Reihe spielt sich Outer Rim spannend. Vor allem der Umsetzung, die Außenbezirke der Galaxie als offene Welt darzustellen, erscheint vielversprechend. Durch pfiffige Mechaniken werden die Truppen von gleich vier Fraktionen zu Leben erweckt. Das funktioniert erstaunlich gut, zumal die Begegnungen dank des modularen Aufbaus immer wieder an anderen Stellen der Galaxie auftauchen.

Der große Verblüffungseffekt nutzt sich nach einigen Partien allerdings ein wenig ab, da die kleinen Storyhappen der einzelnen Begegnungen irgendwann bekannt sind. Erstaunlich sind außerdem die recht einfachen Regeln. In meiner Vorstellung müsste einem epischen Sandbox-Brettspiel ein daumendickes Handbuch beiliegen. Tatsächlich fällt der Einstieg in den Outer Rim allerdings ziemlich leicht. Mit Star Wars: Outer Rim erhaltet ihr ein abwechslungsreiches Brettspiel, das mit einer offenen Welt überrascht und nicht nur eingefleischten Star-Wars-Fans eine besondere Erfahrung bietet.

PROS

CONS

+ Liebevolle Einbindung der Star-Wars-Lizenz

- Vergleichsweise lange Wartezeiten auf den eigenen Zug

+ Modularer Spielaufbau

- Kartentexte zu klein

+ Sandbox-Elemente

+ Leicht erlernbare Regeln

+ Hoher Wiederspielwert

+ Erzählt viele kleine Geschichten

+ Lebendige Spielwelt

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