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Team3 gibt es in einer grünen und in einer pinken Ausführung. Jede Version erhält eine andere Mini-Erweiterung.

Kooperatives Klötzchenstapeln mit Hindernissen

Team3 im Test: Das ungewöhnliche Partyspiel

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Wenn ein blinder Bauarbeiter, ein stummer Architekt und ein tauber Bauleiter für ein Gebäude verantwortlich sind, kann das nur im Chaos enden – in Team3 ist das Alltag.

Bei einigen Neuheiten, die es auf der SPIEL in Essen zu sehen gab, fragt man sich, ob das überhaupt noch ein echtes Brettspiel ist? An Brettspiele ohne Brett haben wir uns ja schon gewöhnt. Doch so mancher Titel bewegt sich von der klassischen Vorstellung eines Brettspiels noch viel weiter weg. Einer dieser Kandidaten war in diesem Jahr am Stand von Abacusspiele zu finden. Team3 besteht zu einem überwiegenden Teil aus bunten Bauklötzen. Klötzchen stapeln wie im Kindergarten? So einfach ist es natürlich nicht. Die Spielidee ist zwar einfach, aber ziemlich fordernd. Da tritt die eingangs erwähnte Frage schon bald in den Hintergrund. Ist Team3 überhaupt noch ein Brettspiel? Egal! Hauptsache, es macht Spaß!

Wie der Name des Spiels bereits vermuten lässt, spielt sich Team3 am besten zu dritt. Es gibt zwar auch Regeln für mehr als drei Spieler, in diesem Fall befinden sich überschüssige Spieler aber im Wartestand und können nicht aktiv am Spiel teilnehmen. In der Verpackung findet ihr zehn verschiedenfarbige Bauteile wieder. Mit diesen müsst ihr nach Bauplan konkrete Vorgaben erfüllen. Klingt einfach? Die Sache hat natürlich einen Haken. Der Bauherr hat bei seinem Projekt am Personal gespart und drei Affen eingestellt: euch! Als solche habt ihr zudem noch mit einem speziellen Handicap zu kämpfen!

Team3: Endlich wieder mit Bauklötzen spielen

Bevor ihr mit dem Stapeln der Klötze beginnt, werden allerdings noch die drei Rollenkarten verteilt. Jeder Bau-Affe erhält in Team3 eine feste Funktion: Architekt, Bauleiter oder Bauarbeiter. In jeder Rolle habt ihr mit einer klitzekleinen Einschränkung zu kämpfen. Ihr könnt entweder nicht sprechen, nichts hören oder nichts sehen. Das macht das Aufstellen eines Bauprojekt, selbst nach detaillierter Anleitung, doch schon ungleich schwerer.

Dem Spiel liegen insgesamt zehn bunte Bauklötze bei.

Der Architekt ist der einzige Spieler, der Einsicht in den Bauplan hat. Er nimmt sich die Aufgabenkarte und stellt sie in einer Halterung vor sich ab. Auf der Karte befindet sich eine genaue Aufstellung, wie das Bauprojekt am Ende auszusehen hat. Die zehn Bauteile könnten einem Tetris-Klon entsprungen sein. Die großen Plastiksteine lassen sich zwar ganz gut stapeln, doch auch sie sind den physikalischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Ein falsch platzierter Stein kann den Turmbau zu Fall bringen.

Blind, taub oder stumm: Team3 im Test

In der Funktion des Architekten seid ihr der Steuermann des Teams. Leider hat es euch, angesichts der großen Verantwortung, direkt die Sprache verschlagen. Ihr könnt also nicht sprechen, sondern müsst euch mit Gesten und Zeichen behelfen. Natürlich ist dabei nicht erlaubt, direkt auf die Steine zu deuten. Das wäre dann doch zu einfach. Stattdessen versucht ihr beispielsweise die Form der Steine mit den Händen nachzuzeichnen.

Architekt, Bauleiter oder Bauarbeiter, vor Spielbeginn werden die Rollenkarten verteilt.

Das ausführende Organ am Bau ist natürlich der Bauarbeiter. Da wäre es natürlich praktisch, wenn der Architekt seine Vorstellungen direkt an ihn übermitteln könnte. Dummerweise muss sich aber auch der Bauarbeiter mit einem gewichtigen Problem herumschlagen: er ist blind! Als Bauarbeiter müsst ihr die Augen während des Spiels geschlossen halten. Deshalb braucht ihr den Bauleiter als Mittelsmann.

Team3: Ein kooperatives Bauspiel

Wenn ihr den Posten des Bauleiters innehabt, seid ihr jedoch mit Taubheit geschlagen. Kein Problem, die Anweisungen des Architekten werden ohnehin optisch übermittelt. Ihr solltet allerdings nicht auf den Mund gefallen sein, denn ihr seid die Augen des Bauarbeiters. Ihr übermittelt ihm nicht nur die Anweisungen des Architekten, sondern helft ihm auch, das passende Bauteil zu finden und korrekt im Gebäude aufzustellen.

In der ersten Schwierigkeitsstufe sind die Aufgaben noch ganz gut zu bewältigen.

Für die Fertigstellung des Projekts bleiben euch nur drei Minuten Zeit. Als Timekeeper fungiert dabei der Architekt. Um das Spiel zu gewinnen, müsst ihr gleich mehrere Aufgabenkarten erfolgreich abschließen. Die Zahl der Karten hängt dabei vom gewählten Schwierigkeitsgrad ab. Dem Spiel liegen 70 Bauplankarten bei, in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen.

Drei Schwierigkeitsgrade

Die unterste Stufe ist noch recht einfach zu bewerkstelligen. Die Anleitung enthält maximal fünf Bauteile. Die Aufgabe sollte also ein großes Problem darstellen, eignet sich aber gut als Warm-Up. Ab dem zweiten Level wird es schon deutlich kniffliger. Bis zu acht Steine müssen in dieser Stufe schon verbaut werden. Für echte Experten und gut eingespielte Teams ist die dritte Schwierigkeitsstufe gedacht, denn hier kommt oft das gesamte Material zum Einsatz.

Die Komplexität der Aufgaben richtet sich nach dem gewählten Schwierigkeitsgrad.

Wenn viele Spieler am Tisch sitzen, könnt ihr auch gleich zwei Runden parallel spielen und dabei gegeneinander antreten. Jedes Team erhält einen Satz aus fünf Bauteilen sowie eine Aufgabenkarte. Das Team, das die Aufgabe zuerst erfolgreich abgeschlossen hat, gewinnt die Runde. Leider könnt ihr durch den eingeschränkten Umfang beim Baumaterial nur mit den Baukarten der ersten Stufe spielen. Erwerbt ihr ein zweites Exemplar von Team3, steht aber auch einem ausgewachsenem Team-Duell nichts mehr im Wege.

Team3 in Zwei Editionen: Pink und Grün

Abacusspiele vertreibt Team3 in zwei unterschiedlichen Ausführungen. Ihr könnt das Spiel in einer pinken und in einer grünen Edition erwerben. Inhaltlich sind beide Versionen identisch, bis auf eineMini-Erweiterung, die jeder Variante beiliegt. In der pinken Ausgabe findet ihr zehn zusätzliche Baukarten, die besonderen Regeln unterliegen. Bei „Dimension Tension“ wird dem Architekten lediglich eine Seitenansicht des 3D-Gebäudes gezeigt. Ihr versucht nun, das Objekt mit den Bauteilen so nachzubauen, dass aus dieser Perspektive nur die abgebildeten Bereiche sichtbar sind.

Team3 gibt es in einer grünen und in einer pinken Ausführung. Jede Version erhält eine andere Mini-Erweiterung.

Die grüne Edition enthält dafür die Erweiterung „Mind Merge“. Hier gibt es ebenfalls wieder zehn Extra-Baupläne. Die Erweiterung ist für genau fünf Spieler ausgerichtet. Im Spiel kommen daher gleich zwei Bauleiter und zwei Architekten zum Einsatz. Der arme Bauarbeiter hat also direkt zwei Stimmen im Ohr. Für ihn ist die Aufgabe besonders herausfordernd, denn er arbeitet an zwei Bauprojekten parallel. Das erste Bauvorhaben wird mit der linken Hand bearbeitet, für das zweite Gebäude ist die rechte Hand zuständig. Je ein Architekt und ein Bauleiter sind für die Koordination einer Hand des Bauarbeiters zuständig.

Abacusspiele hat Team3 pünktlich zur SPIEL in Essen veröffentlicht und ist inzwischen auch im Handel eingetroffen. Preislich müsst ihr mit knapp 20€ rechnen.

Fazit: Im Test konnte sich das Bauprojekt Team3 diese Note erarbeiten

Test3: Im Test überzeugt das Partyspiel.

Brettspiel oder Spielzeug? Egal, Team3 macht Spaß und darauf kommt es doch an. Das Spiel verfolgt einen kooperativen Ansatz und spielt mit den gravierenden Einschränkungen der Spieler. Stummer Architekt, blinder Bauarbeiter, dazu noch einen Bauleiter, der nicht hören kann… das kann doch eigentlich gar nicht funktionieren. Funktioniert aber eben doch. Mit etwas Übung lassen sich sogar die ganz harten Brocken aus dem dritten Schwierigkeitsgrad meistern. Gut eingespielte Teams entwickeln irgendwann eine Art Geheimsprache. Dann reicht schon ein kurzes Zeichen des Architekten und der Bauleiter weiß direkt, was gemeint ist. Angesichts des Drei-Minuten-Zeitlimits sind die schweren Aufgaben auch anders kaum zu bewältigen. Gut gefallen hat mir auch das Spiel 3vs.3. Wenn ihr gleich zwei Spiele auf den Tisch bringt, eignet sich Team3 auch wunderbar für größere Gruppen und ist somit sogar partytauglich. Kleiner Wehrmutstropfen: bei einer unpassenden Mitspielerzahl ist ein Teil der Spieler zum Zugucken verdonnert. Da eine Partie aber nur drei Minuten dauert, ist die kurze Wartezeit aber wohl zu verschmerzen. Das macht Team3 trotz dieser kleinen Einschränkung zu einem spannenden und vor allem ungewöhnlichen Partyspiel.

PROS

CONS

+ partytauglich

- es werden mindestens 3 Spieler benötigt

+ ungewöhnliche Spielidee

+ kooperative Spielweise

+ auch im 3vs.3-Modus spielbar

+ Mini-Erweiterung inklusive

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