Test: Activity - Hol den Horst

  • VonSebastian Hamers
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Es gibt Brettspiel-Reihen, die sind einfach nicht tot zu kriegen. Zunächst kommt da so manchem sicherlich das gute alte Monopoly in den Sinn, das in immer wieder neuen Variationen erscheint. Doch auch modernere Spiele wie Die Siedler von Catan werden in regelmäßigen Abständen mit neuen Versionen bedacht. Fast dreißig Jahre auf dem Buckel hat auch das Partyspiel Activity. Seit dem Erscheinen des Originals sind dutzende Ableger, Neuauflagen und Variationen des Spiels erschienen. Gepflegt wird die Reihe bis heute. Gerade in geselliger Runde sorgen die actionreichen Aufgaben für Laune, wenn sich die Spieler vor dem heimischen Publikum zum Horst machen. Horst? Genau diesen könnt ihr euch jetzt in Lebensgröße zu euch nach Hause holen.

Richtig gelesen, ein Horst liegt der neuen Ausgabe von Activity bei. Horst ist 150cm groß, trägt ein knallgrünes Muskelshirt und eine strahlend weiße Unterhose, sowie die farblich dazu passenden Tennissocken. Horst ist eine aufblasbare Puppe und der Star des neuen Partyspiels aus dem Hause Piatnik. Mit seiner Hilfe könnt ihr euch auf eine völlig neue Art und Weise vor euren Freunden zum Clown machen.

Der Spaß steht im Vordergrund

Genau wie beim klassischen Activity müssen auch bei „Hol den Horst“ Begriffe erklärt werden, um Punkte zu sammeln. Bei der klassischen Variante findet ihr drei Arten der Begriffsumschreibung wieder: Zeichnen, Pantomime oder eine Umschreibung mit Worten. Diese drei Optionen wurden beim neuen Activity gestrichen. Bei „Hol den Horst“ steht die aufblasbare Puppe im Vordergrund. Folgerichtig gibt es auch kein Spielbrett, auf dem ihr eine Figur hin und her schubsen müsst. Außer der lebensgroßen Aufblaspuppe findet ihr nur noch 110 beidseitig bedruckte Karten sowie eine Sanduhr in der Verpackung wieder.

Die Spielregeln sind denkbar einfach. Der aktive Spieler zieht eine Karte und versucht den dort aufgeführten Begriff mit der Hilfe von Horst zu erklären. Seid kreativ und versucht Horst zu den wildesten Aktivitäten zu bewegen. Andere Formen der Umschreibung wie Pantomime sind untersagt. Es ist euch lediglich eine kleine zusätzliche Hilfe erlaubt. Zu jedem Begriff gehört ein kurzer Hinweis wie etwa „Was macht Horst gerade?“ oder „Wo sind Horst und ich?“. Diese Einleitung dürft ihr der Raterunde noch mitteilen, danach müsst ihr Horst sprechen lassen.

Was macht Horst?

Während sich der aktive Spieler mit Horst abmüht, versuchen alle anderen Spieler nun den gesuchten Begriff zu erraten. Für die Begriffserklärung steht euch genau eine Minute zur Verfügung. Versucht innerhalb dieser Zeit so viele Begriffe wie möglich zu erklären. Für jeden erratenen Begriff bekommt ihr einen Punkt. Gleich zwei Punkte erhält der Spieler, der die Aktivität von Horst korrekt erraten hat.

Wenn ihr das neue Activity in einer größeren Runde einsetzen möchtet, dann eignet sich die Team-Variante ganz besonders. Hier teilt ihr die Teilnehmer in zwei gleich große Gruppen auf. Jetzt dürfen die Begriffe nur vom eigenen Team erraten werden. Die Hälfte der Mitspieler wird so also zunächst zum Warten verdonnert. Bei „Hol den Horst“ ist das aber halb so wild, schließlich können sich die passiven Spieler ganz entspannt die Performance von Horst und seinem Puppenspieler ansehen.

Horst hat die Lacher auf seiner Seite

Auf dem Kartenset, bestehend aus 110 Karten, findet ihr insgesamt 440 Begriffe wieder, die ihr mit Horst darstellen müsst. Damit habt ihr erst einmal genug Futter für einige launige Partyabende. Wie es bei Quiz- und Ratespielen so üblich ist, habt ihr irgendwann die Begriffe alle verinnerlicht, wenn ihr Horst regelmäßig als Spaßkanone auf eurer Party einsetzt. Zudem besteht sicher die Gefahr, dass sich der Gag, mit Horst wilde Verrenkungen durchzuführen, auch mal abnutzt. Die neue Variante ist aber allemal eine willkommene Abwechslung zu den klassischen Activity-Spielen, da sie sich doch erheblich anders spielt.

Leider könnt ihr Horst nicht in die Abläufe von anderen Activity-Versionen integrieren. „Hol den Horst“ ist ein eigenständiges Spiel und keine Erweiterung. Ihr braucht daher auch kein Original, sondern könnt mit dem Paket direkt loslegen.

Activity „Hol den Horst“ wird, genau wie alle anderen Spiele der Serie, über Piatnik vertrieben. Der Verlag empfiehlt das Spiel für drei bis acht Personen. Im Grunde gibt es bezüglich der Spielerzahl aber keine Grenze nach oben. Wenn ihr euch in zwei Teams aufteilt, könnt ihr auch zehn oder mehr Spieler an der Party teilhaben lassen. Allerdings kommt jeder Spieler dann seltener in den Genuss mit Horst zu tanzen. Eine Altersempfehlung gibt Piatnik natürlich auch, 16 Jahre oder älter sollen die Horst-Spieler sein. Einige Begriffe sind von jungen Spielern in der Tat auch nur schwer zu erraten oder darzustellen. Vulgäre oder unflätige Begriffe gibt es auf den Begriffskarten aber nicht. Activity „Hol den Horst“ sollte problemlos beim Händler eures Vertrauens zu finden sein. Preislich müsst ihr mit etwa 25€ rechnen.

Pros

Cons

Fazit

Die Activity-Marke besteht nicht ohne Grund seit knapp 30 Jahren. Das Spielkonzept macht auch 2018 immer noch viel Spaß, gerade in größerer Runde. Als Partyspiel funktioniert das bewährte Prinzip heute noch genauso gut wie damals in den 90er Jahren. Wenn ihr euch beim Spielen selbst nicht zu ernst nehmt und auch mal gut aus euch herauskommen könnt, ist Activity ein Spaßgarant. Für die neue Version „Hol den Horst“ gilt dies insbesondere. Lasst euch mal so richtig gehen, dann werdet ihr mit Horst viel Freude haben. Wenn ihr gerne und oft Activity, oder auch ein ähnliches Partyspiel, auf den Tisch bringt, dann bietet euch Horst nochmal ein ganz anderes Spielerlebnis. Zeichen, Beschreiben und Pantomime findet ihr in vielen Partyspielen wieder. Da ist das Herumzappeln mit einer Aufblaspuppe doch mal eine willkommene Abwechslung. Auch wenn Horst das klassische Activity nicht vom Thron der Partyspiele stoßen kann, so bietet er doch eine schöne Alternative und ein neues Spielgefühl. Wenn ihr oft und gerne Brettspiele in launiger Runde einbringt, dann ist „Hol den Horst“ sicher einen genauen Blick wert.

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