Test: Die Gärten von Versailes

  • VonSebastian Hamers
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Die Gärten von Versailles sind bekannt für ihre kunstvoll gestalteten Blumenarrangements. Nur die besten Floristen des Landes dürfen ihre Kreativität in diesen Gärten ausleben. Der König beobachtet mit Argusaugen ihr Treiben. Als Gärtner gestaltet jeder von euch seinen persönlichen Garten, um ihn schließlich dem König zu präsentieren. Als Belohnung winkt ein Engagement als Gärtner des Königs in den Gärten von Versailles.

Das Brettspiel von Lena und Günter Burkhard wird in zwei Durchgängen mit jeweils sieben Runden gespielt. Je nach Zahl der Mitspieler legt ihr Gartenplättchen in sieben Gruppen zusammen. In jeder Gruppe befinden sich immer so viele Plättchen wie es Spieler gibt. Auf den Gartenplättchen findet ihr Blumen unterschiedlicher Farbe wieder. Euer vorrangiges Ziel ist es, möglichst große zusammenhängende Blumenflächen einer Farbe zu erstellen.

Der König dreht seine Runde

Bei Spielbeginn liegen die eben erwähnten sieben Gruppen mit Plättchen vor euch aus. Sie liegen in einer Reihenfolge aus, die vom König bis zum Ende des Durchlaufs durchschritten wird. So könnt ihr schon im Vorfeld planen, welche Gartenplättchen demnächst auf euch zukommen. Wer von euch nun welches Plättchen aus einer Gruppe erhält, wird über Handkarten gesteuert. Jeder erhält zehn Handkarten ausgeteilt. Da ein Durchlauf nur über sieben Runden gespielt wird, bleiben entsprechend drei Handkarten übrig.

Bei vier Spielern steht der König vor einer Gruppe, das aus vier Gartenplättchen besteht. Jeder von euch wird am Ende der Runde also ein Plättchen ergattern. Lediglich um die Reihenfolge muss noch gefeilscht werden. Dazu legt ihr alle gleichzeitig eine beliebige Handkarte aus. Auf den Karten befinden sich Zahlen zwischen 1 und 55. Der Spieler mit der niedrigsten Ziffer, nimmt sich das erste Gartenplättchen in der Reihenfolge. Es folgt der Spieler mit der zweitniedrigsten Nummer. Die Prozedur wird solange fortgeführt bis jeder Spieler ein Plättchen gezogen hat.

Den eigenen Garten gestalten

Das frisch erworbene Plättchen legt ihr vor euch in den eigenen Bereich aus. In den folgenden Runden werdet ihr weitere Gartenteile erhalten, die ihr an die schon erworbenen Plättchen anlegt. Jedes Plättchen ist quadratisch und besteht aus vier Teilen. Auf jedem Teil befindet sich ein farbiges Blumenfeld. Ihr legt die Gartenplättchen jetzt geschickt an, sodass ihr möglichst große Flächen einer Farbe zusammenstellt. Besonders viele Regeln müsst ihr dabei nicht beachten. Ein neu anzulegendes Plättchen muss ein anderes Plättchen in eurem Bereich immer an mindestens einer Seite berühren. Ansonsten habt ihr freie Hand.

Da ihr die neuen Gartenteile in der Auslage durch das Ausspielen von Handkarten gewinnt, kommt natürlich eine gute Portion Glück und Zufall ins Spiel. Ein wenig taktieren lässt sich aber schon. Das gilt nicht nur für das Ausspielen der Ziffernkarten, sondern auch für den Bau des Gartens selbst.

Gartenpflege nach Plan

Nach sieben Runden und damit nach dem Abschluss des ersten von insgesamt zwei Durchgängen, kommt es zu einer Zwischenwertung. Ermittelt zunächst, von welchen beiden Farben ihr die größte zusammenhänge Fläche besitzt. Jedes Einzelfeld in diesen beiden Flächen ist einen Punkt wert. Wenn ihr die größte Fläche einer Farbe von allen Spielern besitzt, erhaltet ihr zudem noch jeweils drei Bonuspunkte.

Anschließend geht es schon weiter zum zweiten und auch letzten Durchlauf. Eure schon ausgelegten Gärten bleiben erhalten. Es kommen sieben neue Plättchengruppen ins Spiel, die ihr genau wie im ersten Durchlauf ausspielt. Ihr habt jetzt also nochmals die Chance, eure Gärten zu vergrößern. Am Ende von sieben weiteren Runden kommt es nach dem Vorbild des ersten Durchlaufs zu einer Endabrechnung.

Diesmal gibt es für die Mehrheit an einer Gartenfarbe allerdings fünf Bonuspunkte. Außerdem wird der Zweitplatzierte auch noch mit drei Punkte belohnt. Weiterhin werden statt der zwei größten Gartenstücke jetzt sogar drei Flächen gewertet. So gibt es im zweiten Durchlauf deutlich mehr Punkte zu holen.

Für die Schlussrechnung spielt auch ein weiterer Gartentyp eine Rolle. Auf einigen Gartenplättchen befinden sich sogenannte Bauflächen, die ganz in braun gehalten werden. Sie zählen zu keiner Gartenfarbe, sind beim Ausbau des Gartens also eher hinderlich. Als kleinen Trost gibt es jetzt aber für den Besitzer der größten zusammenhängenden Baufläche noch drei Punkte extra.

Notfalls mit Dummy

Mit dem Jokerfeld kommt noch ein weiterer Gartentyp hinzu. Auf einigen Plättchen befindet sich eine bunte Blumenpracht. Diese Felder können gleichzeitig für mehrere Farbflächen gelten. Setzt ihr sie geschickt ein, könnt ihr mit den Jokerfeldern schnell den ein oder anderen Extrapunkt sammeln.

Die Gärten von Versailles spielt sich am besten mit drei bis fünf Spielern. Für ein Zwei-Personen-Spiel gibt es allerdings eine Sonderregel, die einen imaginären Spieler hinzufügt. Der Dummy spielt seine Zahlenkarten stumpf von oben nach unten runter. Dadurch erhält er zwar auch seine Gartenplättchen, die jedoch nicht angelegt, sondern einfach verworfen werden. So entsteht ein Duell um den Posten des Königsgärtners.

Das Spiel findet ihr bereits beim Händler eures Vertrauens und kostet etwa 20-22€. Eine Partie dauert in der Regel nicht viel länger als eine halbe Stunde.

Pros

Cons

Fazit

Die Gärten von Versailles ist kein strategisches Schwergewicht, sondern richtet sich eher an die Familien- und Gelegenheitsspieler. Eine Portion Taktik mischt sich zwar ins Spiel, der Glücksfaktor hat aber ein großes Gewicht. Richtig viel Spaß macht das Zusammenstellen des eigenen Gartens. In der letzten Zeit tauchten einige Brettspiele mit Puzzle-Elementen auf. In diese Kerbe schlägt auch Die Gärten von Versailles. Nur das Gerüst drum herum ist weniger komplex als bei den meisten Vertretern dieses Genres. Da es ja nicht immer gleich ein Zwei-Stunden-Strategie-Epos sein muss, steht mit Die Gärten von Versailles nun eine gute Alternative im Handel.

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