Test: Game of Quotes

  • VonSebastian Hamers
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Das Känguru schlägt zurück. Nach dem Smash-Hit „Halt mal kurz“ folgt rund ein Jahr später „Game of Quotes“.  Autor Marc-Uwe Kling nutzt wieder einmal seine beliebten Figuren wie Axel Krapotke, Herta und natürlich das Känguru selbst um ein neues Kartenspiel zu veröffentlichen. Diesmal dreht sich alles um gehaltvolle Zitate von prominenten Persönlichkeiten. Im Spiel findet ihr einen ganzen Haufen mit witzigen Sprüchen bekannter Personen wieder. Wer nun allerdings gedacht hat, dass es sich beim vorliegenden Titel um ein Quizspiel handelt, bei dem man Zitate der passenden Person zuordnen muss, kennt das Känguru wirklich schlecht.

Für das Känguru aus Berlin muss ein Spiel nämlich vor allem eines sein: witzig! Nicht witzig wäre es daher, wenn ihr das jeweilige Zitat einfach der Person zuordnet, die es tatsächlich einmal geäußert hat. Das Schöne am Spiel ist, dass ihr euer gefährliches Halbwissen diesmal gewinnbringend einbringen könnt. Legt den Promis einfach ein fremdes Zitat in den Mund. Natürlich so, dass die entstandene Kombi besonders witzig ist. Beispiel gefällig? „Was darf die Satire? Alles.“ – Recep Erdogan.

Vier lustige Runden

Game of Quotes wird über vier Runden gespielt. Am Ende jeder Runde folgt eine Auswertung. Jeder Spieler vergibt genau einen Witzig-Stempel an einen der anderen Spieler. Habt ihr also eine besonders witzige Kombination aus Zitat und Zitat-Urheber zusammengebastelt, dürft ihr euch Hoffnungen auf viele Stempel von den Mitspielern machen.

Sehen wir uns aber vorher die Zitat-Karten genauer an. In der Schachtel findet ihr insgesamt 170 doppelseitige Karten wieder. Auf jeder Seite findet ihr genau ein Zitat sowie ihren Urheber wieder. Vor dem Spiel müsst ihr euch für eine der beiden Kartenseiten (blau oder rot) entscheiden. Nur die Zitate der gewählten Seite dürfen im Spiel verwendet werden. Zu Beginn jeder Runde bekommt jeder von euch sieben Karten auf die Hand. Guckt euch die Karten jetzt in Ruhe an und scannt die Aussagen nach potenziell explosiven Kombinationen.

Um die Veranstaltung ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten, variieren die Abläufe der vier Runden immer etwas voneinander. In der erste Runde wählt ihr aus den sieben Handkarten ein beliebiges Zitat aus und legt es verdeckt vor euch ab. Anschließend werden die verbleibenden sechs Handkarten an den linken Nachbarn weitergegeben. Aus den Karten, die ihr jetzt auf der Hand habt, wählt ihr eine Quelle aus. Daraus ergibt sich jetzt eine Kombination aus einem Zitat und einer Quelle. Es entstehen somit Kuriositäten wie zum Beispiel: „Ich denke 80% von euch und ich kraulen sich auch mal an den Eiern.“ – Papst Benedikt XVI.

Zitat-Quelle oder Quelle-Zitat

Im zweiten Durchlauf wird das Ganze etwas modifiziert. Aus den sieben Handkarten wählt ihr euch nun zuerst eine Quelle aus, die ihr dann verdeckt vor euch ablegt. Weiter geht es, wie schon in der ersten Runde, mit dem Weiterreichen der Handkarten. Mit den neu erhaltenen Karten wählt ihr diesmal ein besonders gut passendes Zitat zu eurer schon ausliegenden Quelle aus. Erst in der dritten Runde kommt dann auch der Mini-Block ins Spiel, den ihr ebenfalls in der Schachtel findet.

Auf dem kleinen Zettel notiert ihr jetzt eine Quelle. Eurer Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Denkt euch einfach eine beliebige Person aus, von der ihr denkt, dass sie sich witzig mit den Zitaten im Spiel kombinieren lässt. Anschließend gebt ihr eure Handkarten wie gewohnt weiter und bastelt mit den neu erhaltenen Karten eine Kombo aus Zitat und der von euch aufgeschriebenen Quelle.

Folgt noch die vierte Runde. In dieser gebt ihr zuerst eure Handkarten an den linken Nachbarn weiter. Danach wählt ihr ein Zitat aus den gerade erhaltenen Karten und schreibt dazu eine beliebige Quelle auf den Notizzettel.  Das Känguru empfiehlt im Zweifelsfall einfach Donald Trump aufzuschreiben, der ist schließlich immer witzig.

Die dreifache Anleitung

Nach Abschluss aller vier Runden werden nur noch die Witzig-Stempel gezählt, um den Sieger zu küren. Bei Game of Quotes ist das Gewinnen aber bestimmt nicht an erster Stelle. Der Spaß steht im Vordergrund. Das wird schon bei der Anleitung deutlich. Wie schon beim Vorgänger „Halt mal kurz“, gibt es auch diesmal wieder eine Videoanleitung, die von Marc-Uwe-Kling selbst eingesprochen wurde. Das viertelstündige Video enthält nicht nur das gesamte Regelwerk, sondern auch viele lustige Unterhaltungen zwischen dem Känguru und seinen Mitspielern. Die Szenen aus dem Video könnt ihr auch in der Anleitung auf dem Papier noch einmal im Detail nachlesen. Wenn ihr es lieber schnell und kompakt haben wollt, gibt es die Regeln aber auch noch einmal ganz nüchtern und übersichtlich dargestellt.

Game of Quotes ist gerade frisch im Handel erschienen und kostet etwa 15€. Es ist für 3-6 Spieler ausgelegt. Eine Partie dauert etwa eine halbe Stunde.

Pros

Cons

Fazit

Nach dem Erfolg von „Halt mal kurz“ habe ich mich schon sehr auf das neue Spiel von Marc-Uwe Kling gefreut. Die Idee bekannten Persönlichkeiten fremde Worte in den Mund zu legen, fand ich auch auf Anhieb spannend. Beim Spielen kamen dann auch wirklich ein paar ziemlich witzige Kombinationen heraus. Die ganze Runde lachte schon beim Auswählen der Zitate und ihrer Urheber vor sich hin. Es gelingt aber nicht immer, eine wirklich lustige Kombi auszulegen. Einmal pro Spiel darf man deshalb auch seine kompletten Handkarten austauschen. Manchmal hat man dann aber am Ende trotzdem nur Murks auf der Hand und muss dann ein nur mäßig witziges Set ins Spiel bringen. Das kann vielleicht für Frust sorgen. Am besten nehmt ihr den Sieg nicht ganz so wichtig und erfreut euch an den kreativen Ideen eurer Mitspieler. Dann ist Game of Quotes natürlich eines: witzig!

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