Test: know!

  • VonSebastian Hamers
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Quizspiele gab es eigentlich schon immer. Die erste Ausgabe des Klassikers Trivial Pursuit etwa wurde bereits im Jahr 1981 veröffentlicht. Würdet ihr die Erstausgabe heute aber noch auf den Tisch bringen? Sicher nicht, schließlich sind viele Fragen heute nicht mehr zeitgemäß oder müssten im Jahr 2018 sogar ganz anders beantwortet werden. Wie heißt das größte Gebäude der Welt? Heute müsste die Antwort der Burj Khalifa in Dubai sein. Dieser wurde aber erst im Jahr 2010 errichtet, also fast dreißig Jahre nach Erscheinen der Erstausgabe von Trivial Pursuit. Dieses Problem ereilt irgendwann wohl jedes Quizspiel. Nach ein paar Jahren lässt es sich aufgrund der fehlenden Aktualität fast nicht mehr verwenden. Doch jetzt soll know!, das neue Quizspiel von Ravensburger, Abhilfe schaffen. Immer neu, immer spielbar, immer aktuell… soweit das Versprechen des Verlags.

Nun werdet ihr euch vermutlich fragen, wie das sein kann. Die Lösung ist ebenso einfach wie naheliegend. Know greift auch technische Schützenhilfe zurück. Als Kooperationspartner weiß Ravensburger den Weltkonzern Google hinter sich. Der Technik-Riese aus Mountain View bringt den Google Assistant ins Spiel, der mit seinem Wissen natürlich immer up-to-date ist. Auf diese Weise liefert euch Know auch in ein paar Jahren noch die korrekte Antwort auf viele Quizfragen.

Professor Know

Das Grundgerüst von know ist zunächst wenig innovativ. Jeder Spieler bekommt sein Figürchen, das sich im Kreis nach vorne bewegt, wenn ihr eine Frage richtig beantwortet. Sobald eine Figur das Spielfeld einmal komplett umrundet hat, endet das Spiel. Alternativ könnt ihr den Google Assistant auch bitten, einen Timer zu stellen. Auf diese Weise könnt ihr so eine fixe Spielzeit vereinbaren.

Einen ersten Aha-Effekt gibt es dann aber bereits bei der Festlegung des Startspielers. Auch hier kann euch der digitale Assistent unter die Arme greifen. „OK Google, frag Professor Know, wer heute beginnt!“ Kurz darauf erfahrt ihr schon, wer Startspieler wird. Beispielsweise kann das der Spieler sein, der zuletzt ein Brettspiel gespielt hat. Professor Know wird auch an vielen anderen Stellen im Spiel eingreifen. Er ist im ständigen Kontakt zum Google Assistant und wird euch durch das Spiel begleiten. Der Professor kann auch zu Rate gezogen werden, wenn ihr euch die Regeln einer bestimmten Quiz-Kategorie erklären lassen möchtet.

Digital, analog oder beides

Ihr seht schon, der Google Assistant ist ein wichtiger Bestandteil des Spiels. Theoretisch könntet ihr Know aber sogar auch ganz ohne technische Hilfsmittel spielen. Im Spiel befinden sich ausreichend Fragen und Aufgaben, die nicht auf den Google Assistant zurückgreifen. Am besten spielt sich Know daher als digital-analoger Mix, der das Beste aus beiden Welten vereint.

Grundlegend unterscheidet Know zwischen vier Quiz-Kategorien: Wissen, Kreativität, Fun und Intuition. In jeder Sparte findet ihr aber nochmals unterschiedliche Einzelspiel-Gruppen wieder. Einige davon setzen den Einsatz des Google Assistant zwingend voraus, andere verzichten ganz auf diese Technik. Viele Spiele lassen sich sogar analog oder digital spielen. Wenn ihr nicht zur Aluhut-Fraktion gehört, die sich den digitalen Assistenten konsequent verweigern, gibt es aber eigentlich keinen Grund, es nicht mit Googles Superhirn zu versuchen. Mit dem Google Assistenten macht Know viel mehr Spaß.

Mehr als ein Quiz

Die einzelnen Spiele in know! zeigen, wie ein gutes Quizspiel funktionieren kann. Ihr müsst nicht einfach nur stoisch die richtige Antwort auf die heranrauschenden Fragen herunterrattern. Jedes Spiel wird nach seinen eigenen Regeln gespielt. So bleibt die Partie immer spannend und lebendig. Die Qualität der einzelnen Spiele schwankt zwar mitunter, insgesamt ergibt sich aber doch eine sehr homogene Mischung, die zum Weiterspielen motiviert.

Bei der Aufgabe „Dreierlei“ müsst ihr zu einer Frage oder Aufgabe immer mindestens drei Antworten nennen. Viele Aufgabenkarten machen vom Assistenten Gebrauch. Die zu Beginn schon erwähnte Frage „Was sind die höchsten Gebäude der Welt?“ taucht in dieser Sparte auch auf. Hier könnt ihr natürlich wunderbar auf das Wissen von Google zurückgreifen. Die Antworten werden über das Netz immer aktuell gehalten. Andere Fragen sind zeitloser gehalten, wie zum Beispiel „Welches sind die drei höchsten Blätter beim Poker?“. Die Antworten zu diesen Fragen findet ihr direkt auf der Karte selbst, sodass ihr nicht erst eine Anfrage an das Internet stellen müsst.

Wenn ihr die Kategorie „Quiz Ungewiss“ spielt, benötigt ihr hingegen zwingend eine Internetanbindung. „OK Google, frag Professor Know nach einer Aufgabe für Quiz Ungewiss!“ Der Google Assistant stellt euch nun eine Frage und listet euch drei mögliche Antworten auf. Auf einem Zettel notiert ihr den Buchstaben eurer Antwort. Nach ein paar Sekunden löst Googles Assistent die Frage automatisch auf.

Ein Quiz der vielen Möglichkeiten

Ziemlich kreativ ist auch das Spiel „Ton für Ton“. Hier werden nacheinander zwei Geräusche eingespielt, aus denen ihr die richtige Lösung zusammensetzen müsst. Jetzt ist auch Schnelligkeit gefragt. Wenn ihr die richtige Lösung wisst, müsst ihr schnell auf den beiliegenden Buzzer schlagen. Die richtige Antwort wird mit Punkten belohnt. Die Aufgaben aus dieser Kategorie sind aber gar nicht mal so leicht und fordern euch auf, auch mal um die Ecke zu denken.

Musikalisch wird es in „Summsalabim“, wo bekannte Hits von einem Spieler nachgesummt werden müssen. Punkte gibt es hier für den Spieler, der den Song erkennt und für den summenden Künstler natürlich ebenso. Dieses Spiel lässt sich vollständig offline spielen.

Nicht alle Spiele auf dem gleichen Niveau

Doch nicht alle Spiele in Know sind gleichermaßen kreativ. Eher langweilig spielt sich „Nice Dice“. Ihr lässt den Google Assistant einen virtuellen Würfel werfen und wettet einfach nur darauf, ob der nächste Wurf ein größeres oder ein kleineres Ergebnis hervorbringt. Hier hätte man auch einfach einen stinknormalen Würfel nehmen können, das würde schneller gehen und uns zu den Spielen bringen, die mehr Spaß versprechen.

Spannender ist da schon „Let’s schätz“ aus dem Wissensbereich. In diesem Spiel wird der Spieler belohnt, der mit seiner Schätzung am nächsten an der richtigen Antwort liegt. Bei vielen Fragen müsst ihr wieder Google befragen, um die richtige Antwort zu bekommen. Es wartet eine bunte Mischung aus ernsten Themen, aber auch viel Boulevard oder Nerdwissen auf euch.

Richtig spaßig ist auch die Kategorie „Toptreffer“. Hier liefert euch Google einen Wortteil, den ihr in einem Begriff verwenden müsst, der auf Google möglichst viele Treffer liefert. Ein Beispiel: Verwendet werden soll der Wortteil „mittel“. Darauf ließe sich zum Beispiel das Wort Waschmittel zusammensetzen, ergibt auf Google 733.00 Treffer. Das Wort Mittelschicht findet ihr auf Google hingegen nur 165.000 mal. Das Waschmittel sichert euch in diesem Fall die Punkte.

Nicht nur Wissen ist gefragt

Einige Aufgaben fordern von euch nicht nur Wissen, sondern auch andere Fähigkeiten. Dazu zählt das Spiel „Stolperfalle“, bei dem ihr einen Zungenbrecher fehlerfrei aufsagen müsst. Den passenden Zungenbrecher liefert euch wieder der Assistent von Google. Der „Phrasendrescher“ möchte hingegen, dass ihr ein unvollständiges Sprichwort komplettiert. Hört sich auf dem Papier gar nicht so schwer an, doch auch bei Günther Jauchs Quizshow ist schon so mancher Kandidat an dieser Hürde gescheitert. Etwas weniger spektakulär fällt „Sekunde noch“ aus, bei dem es darum geht, eine vorgegebene Zeit möglichst gut einzuschätzen.

Ganz klassische Quizfragen gibt es in Know aber natürlich auch. Dazu gehört beispielsweise die Kategorie „Schnellerwisser“. Euer Job ist einfach: beantwortet die gestellte Frage vor allen anderen Spielern. In diesem Spiel kommt auch wieder mal der schicke rote Buzzer zum Einsatz. „Schnellerwisser“ verfügt zudem wieder über zeitkritische Fragen („Für welchen Verein spielt Neymar?“) als auch über zeitlose Fragen („Wie heißt der Gefährte von Robinson Crusoe?“).

Es geht auch anders herum. Bei „Gute Frage“ müsst ihr eine passende Frage zu einer vorgegebenen Antwort geben. Als Instanz dient einmal mehr der Google Assistant. Solange der Assistent den gewünschten Begriff auf eure gestellte Frage gibt, ist alles in Butter und ihr bekommt die Punkte gutgeschrieben.

An einer Partie know! können bis zu sechs Personen teilnehmen. Theoretisch könnt ihr es aber auch in größeren Gruppen spielen, wenn ihr kleine Teams bildet. Know ist in zwei Versionen im Handel verfügbar. Die Standard-Version kostet knapp 30€. Erhältlich ist aber auch noch eine Version, die zusammen mit einem Google Home Mini ausgeliefert wird. Die Luxus-Ausgabe kostet etwa 50€. Für das Spiel ist ein Google Home Mini aber auch nicht zwingend erforderlich. Ein Smartphone mit der Google-Assistant-App ist vollkommen ausreichend.

Pros

Cons

Fazit

know! von Ravensburger wirkt optisch zunächst wie ein etwas uninspiriertes Quizspiel. Die Aufmachung scheint altbacken und steril. Im Spiel stecken jedoch sehr viel Kreativität und Vielfalt. Der Einsatz des Google Assistants fügt sich homogen in den Spielablauf ein. Das Versprechen eines immer aktuellen Quizspiels kann Know zum größten Teil erfüllen. Dank des Wissens aus dem Netz bleiben die Antworten stets auf dem neuesten Stand. Da kann Neymar noch so oft sein Trikot wechseln, die Frage im Spiel ist am Puls der Zeit. Noch mehr als die Aktualität des Spiels hat mich aber seine Vielseitigkeit begeistert. In Know werden nicht einfach nur Fragen stur heruntergerattert. Dank der zahlreichen Kategorien werden die Spiele gut durchmischt. So bleibt das Spiel immer sehr lebendig und spannend. Da können auch die zwei oder drei Spiele, die etwas weniger interessant sind, den guten Gesamteindruck nicht wesentlich trüben. Gut gemischt sind auch die Wissensgebiete, die Know bei euch abfragt. Es finden sich Fragen zu allen Lebensbereichen, selbst Boulevard-Themen finden in Know ihren Platz. Für Quizspiel-Freunde ist Know auf jeden Fall eine tolle Empfehlung.

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