Test: Let's Quiz Again

  • VonSebastian Hamers
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Um das Genre der Quizspiele hat sich der Moses-Verlag besonders verdient gemacht. In jedem Jahr bringt der Verlag vom Niederrhein neue Spiele für Fans von Rätselfragen in den Handel. Mir stellt sich dann regelmäßig die Frage, ob nicht irgendwann mal jedes Quiz-Konzept für das Brett adaptiert wurde. Genauso regelmäßig werde ich dann aber auch wieder überrascht, wenn ein neues Quizspiel von Moses vor mir liegt. Spiele wie das Kneipenquiz oder „Wer weiß das!?“ bringen tatsächlich einen neuen Kniff mit. Dadurch wird das Quizzen so schnell auch nicht langweilig. In diesem Jahr nehmen Moses und Autor Arno Steinwender einen neuen Anlauf: Let’s Quiz Again!

Let’s Quiz Again spielt sich vor allem in einer etwas größeren Runde gut. Bis zu sechs Quizshow-Kandidaten können am Spiel teilnehmen. Für jeden Mitspieler legt ihr zu Beginn einer neuen Quizrunde jeweils eine Quizkarte auf das Spielfeld. Die Karten liegen zunächst zwar verdeckt aus, beinhalten aber dennoch schon erste wichtige Informationen. Reihum dürft ihr euch nun eine der ausliegenden Fragen reservieren, der ihr euch dann in dieser Runde stellen müsst.

Wichtige Vorab-Informationen

Die Rückseiten der Fragekarten beinhalten gleich drei wichtige Informationen. Da wäre zunächst der Schwierigkeitsgrad der Frage. Je mehr Sterne sich auf der Kartenrückseite befinden, desto schwerer wird die Frage für euch. Schwere Fragen bringen euch allerdings auch mehr Punkte ein. Weiterhin findet ihr eine Angabe zum Thema der Frage. Bei der Themenauswahl hat der Autor viel Kreativität bewiesen.

Es gibt nicht nur eine Handvoll Standard-Kategorien, sondern eine ziemlich wilde Mischung der Themengebiete. Von Comic-Helden über Serienjunkies, Videospiele und Schundromane geht es auch hin zu seltsam anmutenden Themen wie Werbeunterbrechungen oder Kultige Monster. Als dritte Info bekommt ihr noch ein Fragewort serviert: Wer? Wann? Wo? Wieviel? Warum? Mit dieser Info erfahrt ihr bereits, in welche Richtung sich die Frage bewegen könnte.

Wetteinsätze

Mit diesen drei ersten Hinweisen müsst ihr euch nun eine der ausliegenden Fragen reservieren. Wenn ihr euch in einer Kategorie zu Hause fühlt, darf es vielleicht auch mal eine schwerere Frage sein. Für die Reservierung einer Frage legt ihr einen eurer Spielchips neben die Fragekarten auf das Spielfeld. Die Spielchips selbst haben allerdings auch noch eine Bedeutung, die den Verlauf der Runde erheblich beeinflussen.

Bei Spielbeginn erhält jeder Spieler sieben Chips unterschiedlicher Art. Wählt ihr beim Reservieren der Frage den Chip „One-Man-Show“, so müsst ihr die Frage ganz alleine beantworten. „Teamwork“ erlaubt es euch, einen anderen Spieler mit ins Boot zu holen. Diese Frage dürft ihr nun gemeinsam beantworten. Allerdings bekommen auch beide Spiele die Punkte gutgeschrieben. Aus taktischen Gründen kann es also durchaus manchmal gut sein, auf das Wissen eines bestimmten Spielers zu verzichten, wenn dieser schon weit in Führung liegt.

Für diesen eignet sich dann vielleicht der Chip „Your Turn…!“. Mit diesem Spielchip übergebt ihr die Frage an einen Mitspieler. Beantwortet er die Frage korrekt, dann gehören ihm auch die Punkte. Bei einer falschen Antwort gehen die Punkte an euch zurück. In diesem Fall wählt ihr natürlich möglichst ein Thema, in dem euer Mitspieler nicht so firm ist. Richtig knackig wird es mit dem Spielchip „Hardcore“. Die dazugehörige Frage wird euch nicht komplett vorgelesen. Ihr erfahrt lediglich ein paar wenige Fragmente der Fragekarte. Mit diesen spärlichen Informationen müsst ihr nun auf den gesuchten Begriff kommen.

Risky

Jeder Spielchip steht euch im Spiel nur einmal zur Verfügung. Im Spielverlauf müsst ihr also jeden Chip einsetzen. Ihr solltet euch also gut überlegen, wann in welchen Spielchip ausspielt. Zusätzlich gibt es noch den Risky-Chip. Dieser Chip wird immer in Kombination mit einem andern Spielchip ausgespielt. Die Risky-Option verdoppelt die Punkteausbeute bei einer Frage. Wie der Begriff „Risky“ aber schon vermuten lässt, hat die Sache auch einen Haken. Beantwortet ihr die Frage falsch, werden euch Punkte abgezogen. Damit es nicht zu gemein wird, darf Risky nicht in Kombination mit „Your Turn…!“ ausgespielt werden.

Das Spiel endet nach sechs Runden, wenn alle sechs Spielchips verwendet wurden. Der Risky-Chip muss nicht zwingend verwendet werden. Für eine Partie benötigt ihr in der Regel nicht viel länger als eine halbe Stunde. Let’s Quiz Again findet ihr ab sofort im Handel und kostet rund 20€.

Pros

Cons

Fazit

Als großer Quizspiel-Fan musste ich mir natürlich auch in diesem Jahr wieder das neue große Quizspiel vom Moses-Verlag sichern. Genau wie schon „Wer weiß das!?“ oder das „Kneipenquiz“ verfügt auch Let’s Quiz Again über einen besonderen Kniff. Die Spielchips sorgen für den Unterschied. Mit ihnen dürft ihr einzelne Fragen im Team beantworten oder gar an andere Mitspieler übergeben. Dadurch hat Let’s Quiz Again auch eine soziale Komponente. Ihr müsst eure Mitspieler gut einschätzen können, zumindest in Bezug auf ihre Wissensgebiete und Interessen. Spannend finde ich auch das Konzept der drei Vorab-Informationen. Es erinnert ein wenig an alte Quizshows wie Jeopardy, bei dem es ähnlich seltsame Themengebiete auf der Videoleinwand gab. Der Schwierigkeitsgrad der Fragen liegt auf einem mittleren bis eher etwas leichterem Niveau. Wenn euch eher nach richtig knackigen Rätselfragen ist, dann ist das schon erwähnte Kneipenquiz die bessere Wahl. Einmal mehr sei an dieser Stelle auch die Produktqualität der Moses-Spiele hervorgehoben. In Sachen Material gibt es nichts zu meckern. Mit knapp 20€ fällt das Spiel zudem auch preislich moderat aus. Für alle, die von Quizspielen nicht genug bekommen können oder die vielleicht für die anstehenden Festtage noch eine kurzweilige Rateshow planen möchten, finden in Let’s Quiz Again eine schöne Alternative.

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