Test: #NoSecrets

  • VonSebastian Hamers
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Silvester steht praktisch schon vor der Tür. Bei vielen kommt zum Jahreswechsel auch gerne mal ein Spiel auf den Tisch. Selbst Klassiker wie Flaschendrehen oder „Wahrheit oder Pflicht“ sollen ja in einigen Haushalten bei gestiegenem Alkoholkonsum manchmal wieder aus der Mottenkiste hervorgekramt werden. Ertappt? Dann hat der Moses-Verlag mit dem neuen Spiel #NoSecrets eine schöne Alternative für euch im Programm. Das Partyspiel von Arno Steinwender findet ihr ab sofort im Handel.

Der Vergleich zu „Wahrheit oder Pflicht“ ist tatsächlich gar nicht so weit hergeholt. Sowohl in WoP als auch in #NoSecrets geht es letztlich darum, ein paar kleine Geheimnisse von sich preiszugeben, seine Mitspieler einzuschätzen und sie dadurch natürlich auch etwas besser kennenzulernen. Das vorliegende Spiel von Moses bietet euch zahlreiche Diskussionsanregungen auf über 150 Fragekarten.

Das schonungslose Enthüllungsspiel

#NoSecrets wird über drei schnelle Runden gespielt. Vor jeder Runde werden im Geheimen zwei Teams erstellt. Dazu zieht ihr lediglich eine Karte, die euch als Mitglied von Team „Think Pink“ oder Team „Out Of The Blue“ ausweist. Welcher Mannschaft ihr angehört, haltet ihr aber zunächst vor den Mitspielern geheim. Jeder Spieler erhält zusätzlich noch vier Spielfiguren einer Farbe. Das war es dann aber auch schon mit der Spielvorbereitung. Ihr könnt direkt ins Spiel einsteigen.

Nun wird die erste Fragekarte aufgedeckt. Auf jeder Fragekarte befinden sich gleich zwei Ja-Nein-Fragen. Eine davon ist pink unterlegt, die andere blau. Für euch ist nur die Frage relevant, die farblich eurer Teamkarte entspricht. Ihr beantwortet nun die Frage, indem ihr eure Spielfigur neben der Karte platziert. Steht die Figur auf der linken Seite der Karte, beantwortet ihr die Frage mit ja. Wollt ihr die Frage mit nein beantworten, stellt ihr eure Figur auf die rechte Seite.

Ja oder nein!?

Noch werden die Antworten allerdings nicht enthüllt. Zunächst wird noch eine zweite und eine dritte Karte aufgedeckt und nach dem gleichen Muster beantwortet. Nun guckt ihr euch die Antworten eurer Mitspieler genau an und versucht herauszufinden, wer sich wohl in eurem Team befindet und folglich die gleichen Fragen beantwortet hat, wie ihr selbst. Damit die Auflösung etwas spaßiger wird, heben alle Spieler ihre Zeigefinger und zählen gemeinsam laut bis drei. Bei „drei“ zeigt schließlich jeder Spieler auf einen Mitspieler, den er in seinem eigenen Team wähnt.

Nun werden die Punkte vergeben. Habt ihr einen Mitspieler des eigenen Teams erkannt, dann erhaltet ihr nun drei Punktechips. Einen weiteren Chip gibt es außerdem, wenn ihr selbst von einem anderen Spieler richtig als Teammitglied identifiziert wurdet. Wenn alle Punkte vergeben wurden, beginnt die nächste Runde. Die Teamkarten werden wieder neu verteilt und drei Fragekarten nacheinander aufgedeckt. Insgesamt spielt ihr #NoSecrets über drei Spielrunden. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Punktechips.

Reichlich Diskussionsstoff

Sieg oder Niederlage spielen in #NoSecrets aber eher eine untergeordnete Rolle. Es geht vielmehr um den Spaß an der Enthüllung. Für reichlich Diskussionsstoff sollte gesorgt sein. Durch die mehr als 150 Fragekarten könnt ihr sicherlich viel Neues über eure Mitspieler erfahren. Ihr spielt die Partie sicher nicht einfach mechanisch runter, sondern kommt während des Spiels ins Gespräch.

Thematisch sind die Fragen recht breit aufgestellt. Manche Fragen sind eher harmlos („Schreibst du am Computer mit dem Zehn-Finger-System?“), hin und wieder skurril („Hast du schon mal heimlich an einem fremden Handy geschnüffelt?“) oder sogar intim („Trägst du gerne sexy Unterwäsche?“). Plötzlich werden am Tisch politische Fragen diskutiert („Sollte Marihuana legal sein?“) oder ihr lasst euch dazu hinreißen, eine Kostprobe eures Könnens abzugeben („Kannst du die ganze Hand in den Mund stecken?“).

Die Wahl der Mitspieler

Einige Fragen lassen sich bestimmt sogar mit nicht ganz so vertrauten Mitspielern besprechen. Die Antworten auf manche Fragen wiederum sind für „fremde“ Ohren nicht bestimmt. Das kann möglicherweise dann zu einem Problem werden, wenn ihr unvorbereitet auf eine Frage trefft, die ihr in dieser Runde vielleicht nicht beantworten möchtet. Behaltet ihr alle Fragen im Set, solltet ihr euch darüber im Klaren sein.

Letztlich haben die Klassiker Flaschendrehen und „Wahrheit oder Pflicht“ aber natürlich das gleiche Problem. Fühlt ihr euch in der Gruppe nicht sicher, dann solltet ihr von Spielen dieser Art vielleicht besser Abstand nehmen. An einer Partie #NoSecrets können bis zu sechs Spieler teilnehmen, drei Spieler benötigt ihr mindestens. Am besten spielt es sich mit einer geraden Anzahl von Spielern. Bei ungerader Teilnehmerzahl muss leider immer ein Dummy-Spieler hinzugezogen werden. Das funktioniert zwar auch, aber es macht natürlich weniger Freude, einen Dummy als Teammitglied auszumachen als einen echten Mitspieler.

#NoSecrets findet ihr ab sofort im Handel. Geeignet ist das Spiel für drei bis sechs Spieler ab vierzehn Jahren. Eine Partie dauert etwa eine halbe Stunde. Die Spielzeit kann jedoch stark schwanken, je nachdem wieviel Gesprächsbedarf sich im Spielverlauf entwickelt. Das Spiel kostet zwischen 15€ und 20€.

Pros

Cons

Fazit

#NoSecrets fällt ganz klar in die Riege der klassischen Partyspiele. In vertrauter Runde macht es nicht nur sehr viel Spaß, sondern stößt Gespräche an, die ohne das Spiel möglicherweise nie entstanden wären. Der Fragenkatalog des Spiels ist so breit aufgestellt, dass sich der Abend und das Gespräch in alle möglichen Richtungen entwickeln kann. Die Chancen stehen gut, dass ihr etwas Neues über eure Mitspieler erfahrt und ebenso gut, dass ihr etwas Klarer seht, wie euch andere Menschen einschätzen. Das Spielmechanik ist absolute Nebensache, am Ende interessiert es wohl niemanden, wer die meisten Punkte gesammelt hat. Das gemeinsame Diskutieren, Staunen und Lachen steht im Vordergrund. Hier liegen klar die Stärken von #NoSecrets. Ein paar leichte Abstriche müssen gemacht werden, wenn ihr in ungerader Anzahl spielen möchtet. Der Dummy-Spieler fühlt sich ein wenig unbefriedigend an. Großes Lob gibt es dafür einmal mehr für das Spielmaterial, das bei Moses offenbar immer ganz besonders sorgfältig ausgewählt wird. Einfache Standard-Spielfiguren hätten es sicher auch getan, in #NoSecrets kommen allerdings schöne Holztierchen zum Einsatz. Mit pinkem Häschen, gelbem Känguru oder grünem Krokodil macht es eben doch mehr Spaß. Wenn ihr noch auf der Suche nach einem wirklich kommunikativen Spiel für Silvester oder die nächste Party seid, ist #NoSecrets auf jeden Fall eine schöne Empfehlung.

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