Test: Schöne Sch#!?e

  • VonSebastian Hamers
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Schöne Sch#!?e ist die Neuauflage des Kartenspiels „Geschenkt… ist noch zu teuer“ von Thorsten Grimmler. Bei der neuen Version stechen vor allem die witzigen Illustrationen und das große Format der Karten hervor. Deshalb könnte sich eine Neuanschaffung möglicherweise sogar für Besitzer des Originals lohnen. Dank der neuen Karten macht es einfach noch mehr Spaß, den Mitspielern seine Schöne Sch#!?e zuzuschieben.

In der kleinen Spielschachtel befinden sich gerade einmal 33 Karten sowie 55 kleine Plastikchips. Geringer Materialaufwand, günstiger Preis… großartiges Spiel? Die Vorzeichen stehen gut, immerhin landete das Original im Jahr 2005 auf der Empfehlungsliste beim Spiel des Jahres.

Von großen und kleinen Missgeschicken

Auf den Spielkarten findet ihr humorvoll illustrierte Abbildungen von kleinen Missgeschicken und großen Katastrophen wieder. Die Bandbreite reicht hier von „Du träumst, dass dir ein Klavier auf den Kopf fällt“ bis hin zu „Es fällt dir ein Klavier auf den Kopf.“. Die tollen Zeichnungen werten das Spiel ziemlich auf und verknüpfen es so auch mit einem lockeren Thema.

Im Spiel wollt ihr vermeiden, dass euch diese Unglücke passieren. Wenn ihr also möglichst wenig Karten sammelt, habt ihr schon einmal eine ganz gute Ausgangslage für den Sieg. Die Karten sind mit den Zahlen 3-35 nummeriert. Je höher die Zahl, desto größer fällt auch das gezeigte Unglück auf der Karte aus.

Bei Spielbeginn werden neun zufällige Karten aus dem Stapel entfernt und aus dem Spiel genommen. Dann legt ihr den gemischten Stapel in die Tischmitte und deckt die obere Karte auf. Bevor ihr euch dem ersten Missgeschick stellen müsst, bekommt ihr noch ein paar Chips in die Hand gedrückt.

Nein, danke!

Jetzt liegt die erste Karte vor euch auf dem Tisch. Seid ihr am Zug, so habt ihr zwei Optionen. Entweder ihr beißt in den sauren Apfel und nehmt die ausliegende Karte zu euch oder aber ihr investiert einen eurer Chips, der dann auf die Karte gelegt wird. In die diesem Fall wird die Karte abgelehnt und der nächste Spieler ist an der Reihe. Diesem stehen nun seinerseits die beiden gleichen Möglichkeiten offen.

Jede Karte, die nicht durch die Ausgabe eines Chips abgelehnt wird, beschert euch am Spielende Minuspunkte. Je höher der Wert auf der Karte, desto mehr Strafpunkte handelt ihr euch ein. Es könnte sich also je nach Karte richtig lohnen, einen Chip auszugeben. Blöderweise denken eure Mitspieler vielleicht ebenso und werfen ebenfalls einen Chip auf die Karte. So sammeln sich auf einer Karte schnell mal ein ganzes Dutzend Chips, bevor sich jemand erbarmt, die Karte an sich zu nehmen. Als Trostpflaster bekommt dieser Spieler nun alle Chips, die sich auf der Karte befinden. Diese Chips können in weiteren Runden natürlich reinvestiert werden, um folgende Karten abzulehnen.

Glück im Unglück

In Schöne Sch#!?e gibt es zum Glück noch eine Methode um die Katastrophen etwas abzumildern. Dazu müsst ihr einfach nur Unglück-Karten mit zusammenhängender Zahlenfolge sammeln. Wurde eine solche Kombination an Karten kassiert, wird lediglich die Karte mit der kleinsten Ziffer gewertet. Während euch die Einzelkarten mit den Zahlen 13 und 15 insgesamt 28 Minuspunkte einbringen, wird eine Kollektion der Karten mit den Ziffern, 13,14 und 15 nur noch mit 13 Minuspunkten bestraft.

Die ganze Geschichte hat aber noch einen Haken. Da zu Spielbeginn immerhin neun Karten aus dem Spiel genommen wurden, kann es leicht passieren, dass eine heiß ersehnt Karte in der Partie gar nicht auftaucht. Falls die „perfekte Karte“ aber dann doch irgendwann in der Tischmitte liegt, könnt ihr mit ihr vielleicht sogar noch etwas pokern. Für die Mitspieler bedeutet die Karte nur fette Minuspunkte. Möglicherweise werfen sie also noch ein paar Chips auf die Karte, bevor ihr sie freudig zu euch nehmt.

Zusätzliche Chips kann man schließlich immer gut gebrauchen. Sollten euch die Chips nämlich mal ganz ausgehen, könnt ihr keine Karte mehr ablehnen. Kommt jetzt eine der größeren Katastrophen auf euch zu, kann das schnell ins Auge gehen. Am besten haltet ihr die Zahl der verfügbaren Chips geheim. So können die Gegenspieler nicht so leicht Rückschlüsse auf eure Möglichkeiten schließen.

Das Spiel endet, sobald alle Karten einen Besitzer gefunden haben. Dann müsst ihr nur noch die Minuspunkte addieren. Für jeden übriggebliebenen Chip gibt es noch einen Pluspunkt. Es gewinnt der Spieler mit den wenigsten Minuspunkten. Eine Partie dauert etwa 20 Minuten. Schöne Sch#!?e ist ab sofort erhältlich und kostet 8€ bis 10€.

Pros

Cons

Fazit

Schöne Sch#!?e ist überraschend unterhaltsam. Dabei sind die Regeln so einfach, um nicht schon fast zu sagen belanglos. Es wird um jeden einzelnen Chip gepokert, es wird gehofft und gebangt. Ihr werdet euch winden, wenn ihr doch mal eine Karte aufnehmen müsst. Dann ist die Freude wiederum groß, wenn eine erhoffte Karte in der Tischmitte auftaucht und ihr so eine Zahlenfolge erhaltet. Die Panik wird hingegen groß, wenn die Chips langsam zur Neige gehen. Als Bonbon kommen die großartigen und sehr lustigen Zeichnungen hinzu, die eine echte Aufwertung zur abstrakten Darstellung des Originalspiels von 2004 darstellen. Schöne Sch#!?e lässt sich auch in größeren Gruppen mit bis zu sieben Personen spielen. Dank der simplen Regeln eignet es sich damit auch prima als Partyspiel.

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