Test: Texas Showdown

  • VonSebastian Hamers
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Wenn es um gute Stichspiele geht, dann ist der Amigo-Verlag eine der ersten Adressen. Zu den bekanntesten Vertretern dieses Genres zählt wohl die Wizard-Familie. Das Original-Wizard ist ein richtiger Evergreen mit einer treuen Fangemeinde. Das nun vorliegende Texas Showdown fällt ebenfalls in die Kategorie der Stichspiele, siedelt sich thematisch aber in der Zeit des Wilden Westens an. Eure Mission lautet diesmal allerdings, möglichst wenig Stiche einzusammeln. Diese Aufgabe ist gar nicht so einfach, denn welche Karten stechen, kann sich schnell und sogar innerhalb einer Runde verändern.

Texas Showdown besteht aus 60 Spielkarten, die in acht verschiedene Farben unterteilt sind. Je nach Farbe sind mal mehr und mal weniger Karten im Set vertreten. Während es etwa zehn schwarze Karten gibt, tauchen die grauen Karten nur viermal im gesamten Deck auf. Auf jeder Karte findet ihr zudem eine Ziffer, die den potentiellen Wert der Karte angibt. Alle Karten werden gleichmäßig unter den Spielern aufgeteilt, dann kann die Partie auch schon beginnen.

Bedienpflicht in Texas Showdown

Der Spieler, der die Karte mit der Ziffer null gezogen hat, beginnt das Spiel und spielt nun eben jene Karte auf. Die Nuller-Karte hat die Farbe schwarz. Der nächste Spieler in der Reihe muss die Farbe nun bedienen und ebenso eine schwarze Karte ausspielen. Zu Spielbeginn ist die Chance natürlich noch recht groß, dass ihr die gespielte Farbe bedienen könnt. Im weiteren Spielverlauf wird es jedoch zwangsweise dazu kommen, dass ihr die geforderte Farbe nicht mehr auf der Hand habt. In diesem Fall seid ihr von der Bedienpflicht befreit und dürft eine Karte eurer Wahl spielen.

Das eröffnet auch dem nächsten Spieler in der Reihenfolge neue Möglichkeiten. Denn ab sofort darf die abweichend gespielte Farbe auch von den weiteren Spielern in der Runde genutzt werden. Die Möglichkeiten zu reagieren, haben sich also erweitert und ihr könnt im Zug taktischer reagieren. Im Folgenden stellt sich aber natürlich die Frage, wer sich den Stich letztlich nehmen muss und die Minuspunkte kassiert.

Welche Farbe sticht?

Um zu ermitteln, welcher Spieler den Stich gewinnt, müsst ihr zunächst überprüfen, welche Farbe in der aktuellen Runde am häufigsten gespielt wurde. Der Spieler, der die höchste Karte dieser Farbe gespielt hat, gewinnt auch den Stich. Hin und wieder mag es vorkommen, dass von mehreren Farben gleich viele Karten gespielt wurden. Ist dies der Fall, gewinnt der Spieler den Stich, der von all diesen Farben die höchste Karte ausgelegt hat.

Der Gewinner des Stichs beginnt mit der nächsten Runde und spielt eine beliebige Karte von der Hand. Bei dieser Regel gibt es eine einzige Ausnahme. Handelt es sich bei eurer gespielten Karte um die höchste Karte einer Farbe, dürft ihr frei bestimmen, wer in den nächsten Runde die erste Karte ausspielen muss.

Texas Showdown bietet euch eine gute Hilfe an, wie ihr die Wertigkeiten der einzelnen Karten immer gut im Blick behaltet. Zum einen ist jede Farbe mit einem Symbol versehen. Auf den schwarzen Karten seht ihr etwa einen Colt, die roten Karten werden von einem Stiefel verziert und auf den gelben Karten prangt ein Sheriff-Stern. Jeder Farbe wurde außerdem eine Zehner-Reihe zugeordnet. Die 20er-Karten sind blau, die 30er-Karten sind braun und die grünen Karten wurden der 40er-Reihen angegliedert. Auf jeder Karte findet ihr zudem noch eine Angabe dazu, wie viele Karten es von dieser Farbe im Spiel gibt. Die höchste Karte einer Farbe wird zusätzlich durch ein deutlich größeres Motiv kenntlich gemacht. Dadurch könnt ihr die Wertigkeiten eurer Karten immer gut einschätzen.

Shootout im Wilden Westen

Wurden alle Handkarten gespielt, könnt ihr eure Minuspunkte notieren. Für jeden gewonnenen Stich gibt es einen Strafpunkt. Das Reglement von Texas Showdown sieht das Spielende vor, wenn ein Spieler 10-15 Minuspunkte erreicht hat, abhängig von der Zahl der Mitspieler. Gewonnen hat der Spieler mit den wenigsten Minuspunkten. Ihr könnt Texas Showdown mit drei bis sechs Leuten spielen, für eine Partie braucht ihr etwa eine Dreiviertelstunde. Das Spiel findet ihr ab sofort zum Preis von etwa 8€ beim Händler eures Vertrauens.

Pros

Cons

Fazit

Im Handel allgemein und bei Amigo im Speziellen findet ihr eine riesige Auswahl an Stichspielen. Es ist fast schon ein kleines Wunder, dass den Spieleautoren immer noch neue Ideen einfallen, um diesem Genre einen frischen Anstrich zu verleihen. Texas Showdown ist auf jeden Fall ein sehr interessanter Vertreter unter den Stichspielen. Der Clou des Spiels liegt natürlich darin, dass sich kein Spieler sicher sein kann, welche Farbe letztlich den Stich holen wird. Das sorgt für so manche Überraschung und belebt den Spielablauf ungemein. Gleichzeitig ist Texas Showdown aber auch ein sehr strategisches Spiel. Es gibt viele Stellschrauben, an denen ihr drehen könnt, um das Spiel zu euren Gunsten zu gestalten. Taktiker behalten ganz genau im Auge, welche Karten schon gespielt wurden, um so die Risiken und Chancen des eigenen Zugs besser abwägen zu können. In Texas Showdown steckt viel mehr als es zunächst den Anschein macht. Unter der Wild-West-Fassade steckt ein anspruchsvolles Kartenspiel, das trotz einfacher Regeln euer taktisches Gespür herausfordert. Für mich ist Texas Showdown daher ein echter Überraschungshit, den ich euch gerne ans Herz legen möchte.

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