Test: Wer weiß was!?

  • VonSebastian Hamers
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Der Moses-Verlag ist neben seiner beliebten Black-Stories-Serie auch für seine zahlreichen Quizspiele bekannt. Im Verlagsprogramm finden sich Wissensspiele zu allen möglichen Themen wieder. Erst im Oktober veröffentlichte Moses etwa mit Big Cityz ein tolles Quiz, das sich rund um die Metropolen dieser Welt dreht. Zeitgleich kam auch noch ein Quizspiel der ganz besonderen Art in den Handel. In „Wer weiß was!?“ könnt ihr sogar ohne breit gefächertes Allgemeinwissen zum Quizchampion werden. Ihr müsst nur wissen, in welchen Kategorien euer Mitspieler ihre Stärken haben.

Ein Quizspiel ist wie das andere? Das stimmt natürlich nicht. Doch während viele Spiele dieses Genres Ähnlichkeiten im Ablauf aufweisen, weicht „Wer weiß was!?“ besonders stark vom häufig verwendeten Grundkonzept ab. Im Spiel darf jeder einmal die Rolle des Quizmasters übernehmen. Als solche seid ihr allerdings ziemlich parteiisch und immer darauf erpicht, dass der Kandidat die richtige Antwort parat hat.

Experten gesucht

Als Quizmaster zieht ihr zunächst eine Quizkarte vom Nachziehstapel. Auf jeder Karte befinden sich sechs Fragen, die passenden Antworten findet ihr auf der Rückseite. Nun müsst ihr gut überlegen, welcher eurer Mitspieler welche Frage wohl korrekt beantworten kann. Denn für jede richtige Antwort gibt es zwei Punkte, sowohl für den Kandidaten als auch für den Quizmaster. Allerdings müsst ihr jedem Mitspieler genau eine Frage stellen. Erst dann endet die Runde und der nächste Spieler wird zum Quizmaster.

Sobald ein Kandidat seine Frage beantwortet hat, egal ob richtig oder falsch, dreht er seine Spielerkarte von „Frag mich!“ auf „Bin bedient!“. Mit der Spielerkarte zeigt jeder Spieler also an, ob er in der laufenden Runde noch vom Quizmaster befragt werden kann. Spielt ihr in der Maximalbesetzung von sieben Spielern, werden folgerichtig alle sechs Fragen auf einer Karte gestellt. In kleineren Spielrunden hat der Quizmaster noch die Möglichkeit, besonders schwere Frage unter den Tisch fallen zu lassen.

Pflicht und Kür

Doch hier gibt es eine kleine Einschränkung. Bevor die erste Quizfrage einer Karte gestellt wird, müsst ihr als Quizmaster noch zwei Würfel werfen, einen schwarzen und einen grünen. Der schwarze Würfel zeigt euch die Pflichtfrage der Runde an. Auf der Quizkarte befindet sich entsprechend des Würfelergebnisses immer eine Frage, die ihr in jedem Fall stellen müsst. Bei dieser Frage sucht ihr euch am besten einen besonders zuverlässigen Kandidaten. Wird die Pflichtfrage falsch beantworten, bekommen Kandidat und Quizmaster nämlich einen Minuspunkt.

Der grüne Würfel zeigt hingegen die Bonusfrage an. Mit der Bonusfrage könnt ihr, egal ob in der Funktion als Kandidat oder Quizmaster, gleich vier statt der üblichen zwei Punkte gewinnen. Minuspunkte müssen allerdings nicht befürchtet werden. Zeigen beide Würfel das gleiche Ergebnis, ergibt sich daraus ein Sonderfall, der die Vor- und Nachteile von Pflicht und Kür kombiniert. Für eine richtige Antwort werden jeweils die vollen vier Punkte ausgeschüttet, eine falsche Antwort wird allerdings auch mit einem Punktabzug bestraft.

Mit Besserwisser-Modus

Für Klugscheißer gibt es in „Wer weiß was!?“ auch noch den Besserwisser-Modus. Gibt ein Kandidat eine falsche Antwort, wird die Frage nun in die Runde zurückgegeben. Der Quizmaster darf sich jetzt einen anderen Mitspieler aussuchen, der die Frage beantworten darf. Jetzt gibt es allerdings nur noch einen statt zwei Punkte zu gewinnen. Außerdem gehen beide Parteien ein kleines Risiko ein. Sollte der Besserwisser die Frage auch falsch beantworten, gibt es für Quizmaster und Kandidat einen Minuspunkt.

Welche Variante zum Zug kommt, lässt sich vielleicht ganz gut an der Spielgruppe ausrichten. Der Besserwisser-Modus spielt sich ein wenig aggressiver und sorgt möglicherweise für eine hitzigere Atmosphäre am Spieltisch. Wenn ihr dies vermeiden möchtet, könnt ihr auch zur normalen Variante greifen. Sie spielt sich ein wenig ruhiger, dennoch müsst ihr auf keine wesentlichen Elemente verzichten.

Bei der Spieldauer ist „Wer weiß was!“? ziemlich flexibel. Vor Spielbeginn legt ihr einfach eine Anzahl an Runden fest, über die das Spiel gehen soll. Im Regelheft findet ihr einen Vorschlag, der sich nach der Anzahl der Spieler richtet. Haltet ihr euch an die dort aufgelistete Rundenzahl, sollte eine Partie etwa 40 Minuten dauern. Ansonsten könnt ihr das Quiz auch kürzer halten oder fast beliebig verlängern.

Fragen über Fragen

Den Spielstand haltet ihr dabei mit Hilfe eines kleinen Spielbretts immer auf dem aktuellen Stand. Jeder Spieler bekommt eine Figur in seiner Farbe, die im Spielverlauf auf den Punktefeldern voranschreitet. Das restliche Spielmaterial besteht, von den beiden Würfeln einmal abgesehen, ausschließlich aus Karten. Da wären zunächst die Spielerkarten in sieben unterschiedlichen Farben. Sie zeigen an, ob ein Spieler in der laufenden Runde schon befragt wurde. Hauptbestandteil des Spiels aber sind natürlich die Quizkarten.

Das Spiel beinhaltet insgesamt 200 Quizkarten, auf denen jeweils sechs Fragen aufgelistet sind. Auf den Kartenrückseiten findet ihr auch gleich die richtigen Antworten. Mit der Qualität der Fragen steht und fällt natürlich jedes Quizspiel. Da sich der Moses-Verlag in diesem Genre schon eine gute Reputation erarbeitet hat, möchte „Wer weiß was!?“ in Punkto Qualität natürlich keine Federn lassen.

In der Tat müssen sich Käufer von „Wer weiß was!?“ diesbezüglich auch keine Sorgen machen. Der Fragenkatalog ist ziemlich ausgewogen und geht quer durch so ziemlich alle denkbaren Kategorien. In einer gut gemischten Raterunde, bestehen also durchaus gute Chancen, einen Kandidaten zu finden, der eine Frage auch richtig beantworten kann. Ein gutes Mittel wurde auch beim Schwierigkeitsgrad gefunden. Die Fragen sind nicht zu simpel, es braucht aber auch kein Expertentum, um in „Wer wird was!?“ Land zu sehen. Und zur Not könnt ihr euch ja auch noch auf das Wissen der Mitspieler verlassen, denn auch damit könnt ihr es ganz weit nach vorne bringen.

Pros

Cons

Fazit

Der Moses-Verlag hat nicht zum ersten Mal bewiesen, ein gutes Händchen für Quizspiele zu haben. Schon Big Cityz, das ebenfalls im letzten Oktober erschien, hat mir ziemlich gut gefallen. Ähnliche Qualitäten zeigt nun auch „Wer weiß was!?“. Statt gezielt geographisches (Halb-)Wissen abzufragen, ist hier allerdings wieder mehr Allgemeinwissen gefragt. Herausgekommen ist ein guter Quiz-Mix, der sich dennoch ziemlich anders spielt als viele andere Genre-Vertreter. Durch das ständige Wechseln der Rollen kommt Leben ins Spiel. Außerdem bekommt jeder Spieler, zumindest potentiell, stets die Fragen zugeschustert, die er gut beantworten kann. Das hält die Motivation auch dauerhaft hoch und befriedigt ungemein. Wenn ihr scharf darauf seid, euer breites Wissen anzuwenden, bietet sich zudem der Besserwisser-Modus an. Bei dem geht es dann auch etwas hitziger zur Sache, was nochmals zu einem anderen Spielgefühl sorgt. Mir hat „Wer weiß was!?“ sehr gut gefallen und kann es vor allem den Quiz-Fans empfehlen, die schon glauben, alle Arten von Quizspielen zu kennen.

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