Tetris Duell im Test - Der Videospiel-Klassiker als Brettspiel

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Der legendäre Gameboy feierte in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. Als Geburtshelfer des Erfolgs kann sich mit Fug und Recht Tetris fühlen. Kaum ein anderes Spiel hat die Menschen so sehr in seinen Bann gezogen. Erst Tetris machte den Ur-Gameboy zum Megahit, der die technisch viel potenteren Handheld-Konkurrenten SEGA GameGear und Atari Lynx abgeschlagen hinter sich ließ.

Das Puzzlespiel kann indes auf eine noch längere Geschichte zurückblicken. Bereits im Jahr 1984 hob es der russische Spieleerfinder Alexei Paschitnow aus der Taufe. Seitdem ist viel passiert rund um die Marke Tetris. Das Spiel wurde für so ziemlich jedes erdenkliche System umgesetzt und über 100 Millionen Mal verkauft. Auch in der Brettspiel-Welt fühlt sich Tetris offenbar zu Hause. Neben etlichen Klonen erschien vor einigen Jahren mit Tetris Link sogar ein Brettspiel mit offizieller Lizenz. In diesem Jahr ist es wieder soweit. Noris hat lässt Tetris seinen x-ten Frühling als Brettspiel erleben.

Das brandneue Tetris Duell ist erneut mit der offiziellen Lizenz ausgestattet. Entsprechend nah bewegt sich Tetris Duell auch am Videospiel-Original. Mit dabei sind natürlich auch die fünf altbekannten Spielsteine, die von oben in den Schacht fallen. Wie der Name des Spiels bereits vermuten lässt, tretet ihr in Tetris Duell immer gegeneinander an. Jeder Spieler verfügt über einen identischen Satz, bestehend aus je 25 Tetris-Klötzchen. Sie unterscheiden sich lediglich farblich voneinander. Einer übernimmt die blaue, der andere die orangene Seite.

Tetris Duell ganz ohne Link-Kabel

Bei Tetris Duell handelt es sich nicht wirklich um ein klassisches Brettspiel. Stattdessen steht eine Spielstation mit einem großen transparenten Block im Mittelpunkt. Dieser ist an der oberen Seite geöffnet, sodass ihr hier von oben eure Spielsteine einwerfen könnt. Mit Hilfe des Rasters könnt ihr genau berechnen, an welcher Stelle euer Tetris-Stein landen wird. Ihr habt also immer die volle Kontrolle über das Spiel.

Im digitalen Original habt ihr das auch, allerdings steht ihr hier auch immens unter Zeitdruck und die Steine fallen immer schneller herab. Tetris Duell spielt sich ein wenig entspannter. Das Spiel läuft natürlich immer in der gleichen Geschwindigkeit ab. Etwas Zeitdruck gibt es allerdings schon. Am Fuß des transparenten Blocks befindet sich auf jeder Seite eine kleine Kontrolleinheit mit Display. Auf diesem tickt stets eine Uhr unerbittlich herunter. Euren Zug solltet ihr besser früh genug beenden, sonst werdet ihr mit Punktabzug bestraft.

Digitale Hilfsmittel im analogen Spiel

Das Display zeigt euch ebenso die Form des nächsten Steins an. Seid ihr am Zug, dürft ihr euch nicht einfach nach eurer Wahl an einem beliebigen Stein bedienen. Das Kontrollzentrum weist euch an, einen ganz bestimmten Stein in den Schacht zu werfen. Auch hier bewegt sich Tetris Duell ganz nah am Original. Pro Zug dürft ihr auch immer nur einen einzigen Stein einlegen. Gelingt es euch mit dem neuen Stein allerdings eine Reihe zu komplettieren, seid ihr nochmals am Zug. Mit etwas Glück und Geschick könnt ihr so mächtige Kombinationen auslösen.

In der Zwischenzeit zählt der kleine Rechner auch immer euren Punktestand mit. Punkte gibt es natürlich vor allem für das Abschließen einer Reihe. Sobald eine Reihe vollständig mit Tetris-Steinen belegt ist, dürft ihr dreimal die Plus-Taste in eurer Kontrolleinheit drücken. Jeder Druck auf die Plus-Taste schreibt eurem Punktekonto einen Betrag gut. Die Höhe des Betrags hängt vom zuletzt eingelegten Stein ab. Je nach Steinform gibt es hier zwischen 50 und 175 Punkten pro Tastendruck.

Jagd auf den Highscore

Landet ein eigener Stein im Raster an einen anderen Stein eurer Farbe, dürft ihr immerhin ebenso einmal die Plus-Taste betätigen. Die Punkte werden sogleich auf eurem Konto gutgeschrieben. Ihr müsst nichts mitrechnen oder nachhalten. Der Rechner hält den Punktestand immer auf dem aktuellen Stand. Eure Verwaltungsarbeit liegt lediglich darin, zu überprüfen, ob eine Reihe komplettiert wurde und/oder ob sich zwei gleichfarbige Steine berühren. Den Rest erledigt das Spiel dann von allein.

In Tetris Duell werden allerdings auch Minuspunkte verteilt. Was ist der größte Feind des Tetris-Spielers? Richtig, Lücken in der Steinchen-Reihe. Folgerichtig werden alle Lücken im Raster mit Punktabzug bestraft. Regeltechnisch entsteht eine Lücke, wenn durch das neue Klötzchen ein Feld nicht mehr belegt werden kann. Hier unterscheidet sich Tetris Duell von der Videospiel-Variante. Bewegungen des Klötzchens nach links und rechts sind natürlich nicht möglich. Deshalb entsteht eine Lücke schneller als man denkt.

Kein Lückenfüller

Für jede entstandene Lücke müsst ihr einmal auf die Minus-Taste drücken. Dieser Kniff sorgt dafür, dass beide Spieler darauf bedacht sind, den Schacht möglichst lückenlos zu füllen. Ein bewusstes Boykottieren der Anreihung kann zwar vielleicht taktisch sinnvoll sein, kommt in der Regel aber doch nicht allzu oft vor. Nicht selten entsteht so ein recht sinnvoller Zusammenbau der Steinchen im Block.

Das Spiel kann auf zweierlei Arten enden. Entweder es gehen einem Spieler die Steine aus oder aber ein neuer Stein kann nicht mehr in den Schacht geworfen werden, so dass er vollständig darin verschwindet. Ein Durchlauf ist dann auch schnell gespielt. Nach etwa zehn bis zwanzig Minuten steht der Sieger fest.

Alternative Spielvariante

Im Kontrollzentrum lassen sich zwei verschiedene Spielmodi einstellen. Standardmäßig ist das Spiel „Schnell!“ voreingestellt. Hier habt ihr pro Zug immer nur eine Minute Zeit. Das hört sich zunächst einmal nach einer komfortablen Länge an. Wenn ihr in einem Zug aber vielleicht mehrere Reihen abschließt, wird die Zeit dann doch irgendwann knapp. Auf jeden Fall sorgt der Timer dafür, dass sich kein Spieler zu lange Zeit für seinen Zug lässt.

Alternativ könnt ihr noch den Modus „Countdown“ einstellen. Hier entfällt der 60-Sekunden-Timer. Für die gesamte Partie stehen jedem Spieler 1200 Sekunden zur Verfügung. Wenn ihr den Zug an den anderen Spieler abgebt, wird euer Timer pausiert. Spieltechnisch macht das noch keinen großen Unterschied. Am Spielende werden im Countdown-Modus allerdings 2000 Bonus-Punkte vergeben. Diese bekommt natürlich der Spieler, der am Ende noch mehr Sekunden auf seiner Uhr übrig hat.

Tetris Duell ist über Noris erschienen und steht ab sofort im Handel. Das Spiel ist für zwei Spieler ab sechs Jahren geeignet. Preislich müsst ihr mit etwa 25€ rechnen. Batterien liegen dem Spiel übrigens nicht bei. Drei AA-Batterien müsst ihr aus dem eigenen Bestand hinzufügen. Ohne Stromversorgung lässt sich Tetris Duell nicht spielen.

Pros

  • Spielgefühl nah am Original
  • Tetris zu zweit, ohne Link-Kabel
  • fordert räumliches Denken und vorausdenkende Planung
  • Punktestand wird automatisch erstellt
  • zwei verschiedene Spielvarianten

Cons

  • Batterien liegen nicht bei
  • kein Spiel ohne Stromversorgung möglich

Fazit

Tetris Duell bewegt sich ziemlich nah an der bekannten und beliebten Videospielvorlage. Auch wenn es natürlich ein paar Unterschiede zwischen digitaler und analoger Version gibt, das Spielgefühl ist doch sehr ähnlich. Über die Anzeige erhaltet ihr immer genaue Anweisungen, welchen Tetris-Stein ihr beim nächsten Zug verwenden müsst. So seid ihr immer auch ein wenig der Gewalt des Computers ausgeliefert. Auch sonst beinhaltet Tetris Duell viele Vorzüge des Videospiel-Klassikers. Räumliches Vorstellungsvermögen ist genauso gefragt wie vorausschauendes Handeln. Mit kluger Planung erhöht ihr zumindest die Chance auf abgeschlossene Reihen im Block. Wenn sich daraus gleich eine ganze Kombi ergibt, ist die Freude natürlich umso größer. Ob Tetris Duell noch ein echtes Brettspiel ist, darüber lässt sich natürlich diskutieren. Ohne den in der Spielstation integrierten Computer, ließe sich Tetris Duell nicht auf diese Weise umsetzen. Für Brettspiel-Puristen mag dies vielleicht eine Rolle spielen. Ich freue mich stattdessen über eine gelungene Umsetzung, mit der ich das Videospiel-Evergreen sehr gut zu zweit zocken kann.

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