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The Loop im Test: Das kooperative Zeitreise-Brettspiel

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Von: Sebastian Hamers

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The Loop Monokel Duplikat Verpackung Schachtel Board Game Box
Die deutschsprachige Version von The Loop erscheint über Board Game Box und kostet 35-40€. © Board Game Box

Bei The Loop reist ihr in kooperativer Spielweise durch die Zeit und versucht den wahnsinnigen Dr. Foo in seine Schranken zu weisen.

Es ist wieder einmal soweit. Die Welt steht vor dem Untergang und nur ein Team gestählter Super-Duper-Spezialagenten kann der Menschheit noch den Arsch retten. Dieser Part kommt natürlich euch zu. Auf der Gegenseite steht der ebenso gerissene wie hinterhältige Dr. Foo, dem tatsächlich das Kunstwerk gelungen ist, eine funktionierende Zeitmaschine zusammenzuklöppeln. Von dieser Höllenmaschine macht der verrückte Doktor natürlich auch gleich regen Gebrauch und springt von einer Zeitepoche in die andere… natürlich nicht ohne gleich noch diverse Doppelgänger von sich selbst zu hinterlassen. Dass mit Zeitreisen nicht zu scherzen ist, weiß man ja spätestens seit Arnies Auftritten in Terminator. Und so ist es auch in The Loop, dem neuen Brettspiel aus dem Hause Board Game Box. In den verschiedenen Epochen entstehen kritische Zeitrisse, die schon in Kürze für die Entstehung eines Vortex sorgen können. Der Untergang des Universums ist damit praktisch vorprogrammiert. Oder wird es euch am Ende doch noch gelingen, die Pläne des Dr. Foo rechtzeitig zu vereiteln?

Kooperatives Zeitreisen mit The Loop

Wie ihr euch anhand der schrägen Story sicher schon gedacht habt, handelt es sich bei The Loop um ein kooperatives Brettspiel-Erlebnis. Jeder von euch schlüpft dabei in die Rolle eines Spezialagenten, der nicht nur über eine einzigartige Superkraft, sondern auch über ein individuelles Set mit jeweils sechs Karten verfügt. Diese Karten sind eure mächtigste Waffe im Kampf gegen den wahnsinnigen Erfinder. Das Spiel wird auf einem sechseckigen Spielplan abgehandelt, auf dem sich sieben Epochen von der Antike bis zur Endzeit in einem Rondell angeordnet haben. In der Mitte des Plans thront euer Widersacher Dr. Foo.

The Loop Plaettchen Wuerfel Doktor Foo Zeitriss Energie
Bei The Loop haben sich schon einige Duplikate von Dr. Foo in der Ära der Roboter eingenistet. © Board Game Box

Dieser hat sich in The Loop spektakulär als Miniatur-Würfelturm in Szene gesetzt. Der kleine Turm kommt auch direkt zu Beginn jedes Zuges zum Einsatz. Bevor ein Agent aktiv werden kann, werden nämlich zunächst die Handlungen des Dr. Foo durchgeführt. Durch das Ziehen einer Foo-Karte wendet sich der böse Erfinder einer neuen Epoche zu und hinterlässt in einer zufälligen Ära seine Doppelgänger. Durch die Zeitreise verursacht der Doktor einige temporale Schäden, die in Form von roten Würfeln ins Spiel gelangen: den Zeitrissen.

Dr. Foo mimt den Würfelturm bei The Loop

Je mehr Duplikate sich von Dr. Foo in seiner aktuellen Epoche aufhalten, desto mehr Schaden entsteht. Je nachdem wie groß die Doppelgänger-Armee ausfällt, werft ihr mal mehr und mal weniger rote Zeitriss-Würfel oben in den Turm. Glücklicherweise purzeln die Zeitrisse nicht mit der allergrößten Präzision in die Ära von Dr. Foos aktuellem Aufenthaltsort. Der Würfelturm verfügt über drei Arme. Ein Ausgang führt tatsächlich in die derzeitige Epoche des Erfinders. Die beiden anderen Arme verweisen hingegen auf die beiden angrenzenden Zeitalter. Wo die Zeitrisse einschlagen, ist somit zum Teil vom Zufall abhängig. Ein wenig Glück spielt in The Loop also ebenfalls eine Rolle.

The Loop Doktor Foo Wuerfelturm Steine Spielplan Spielbrett Wuerfel
Doktor Foo hat sich in The Loop als Würfelturm in Szene gesetzt. © Board Game Box

Richtig kritisch wird die Situation, wenn einer Epoche ein vierter Zeitriss hinzugefügt wird. Das betroffene Zeitalter geht unter und hinterlässt einen Vortex in der Geschichte der Erde. Ihr verliert das Spiel sofort, wenn Dr. Foo den vierten Vortex erschaffen hat. Sollte eine bereits beschädigte Epoche mit einem zweiten Vortex versehen werden, verliert ihr die Partie ebenfalls sofort. Das setzt euer Team ganz schön unter Druck, denn Arbeit wartet an allen Ecken und Enden auf euch. Ständig müssen Zeitrisse entfernt werden und am besten auch die lästigen Duplikate. Keine leichte Aufgabe, denn es mangelt euch vor allem an der nötigen Energie. Erst diese ermöglicht es euch, selbst durch die Zeit zu reisen und dem durchgeknallten Erfinder hinterher zureisen.

Spezialagenten stehen bei The Loop ständig unter Druck

Natürlich seid ihr den Kräften des Dr. Foo nicht wehrlos ausgeliefert, immerhin seid ihr ein Team von topausgebildeten Spezialagenten. Eure Fähigkeiten habt ihr vor allem euren Karten zu verdanken, die in The Loop mächtige Artefakte aus allen sieben Epochen der Geschichte darstellen. Im Regelfall habt ihr pro Runde Zugriff auf genau drei eurer Karten. Diese legt ihr einfach offen vor euch aus und nutzt ihre Effekte. Jedes Artefakt kann in eurem Zug nur einmal verwendet werden. Mit ihnen springt ihr durch die Zeit, entfernt Zeitrisse oder Dr.Foo-Doppelgänger, zieht neue Karten oder produziert grüne Energiewürfel.

The Loop Hauptquartier Karten Monitor Radar Sonar Tableau
Im Hauptquartier wird bei The Loop der Spielfortschritt verwaltet. © Board Game Box

Energie werdet ihr auf jeden Fall ständig brauchen. Denn diese ermöglicht es, euren Agenten in eine angrenzende Epoche zu bewegen. Der Energiewürfel muss dazu aus der aktuellen Ära eurer Figur entfernt werden. Liegen die Würfel gut verteilt auf dem Spielplan, lässt es sich so recht komfortabel durch die Zeit springen. Beweglichkeit ist ein hohes Gut bei The Loop, denn meist lassen sich Zeitrisse und Duplikate nur entfernen, wenn sich der Agent auch vor Ort befindet.

Mit The Loop eine Extrarunde drehen

Die Energiewürfel können allerdings auch noch für eine weitere Aktion eingesetzt werden. Auf Kosten eines Würfels dürfen alle Artefakte einer Art wieder einsatzbereit gemacht und erneut verwendet werden. In The Loop ist jedes Artefakt einer Elementaren Dimension zugeteilt, die durch Wirbel-, Streifen- oder Sternsymbole gekennzeichnet werden. Durch einen Loop lassen sich einzelne oder auch manchmal mehrere Aktionen somit wiederholen. In der Theorie können Loops sogar mehrfach durchgeführt werden. Allerdings wird die aufzuwendende Energie für den Loop immer größer, so dass euch früher oder später der Saft ausgehen wird.

The Loop Spielbrett Epochen Figuren Turm Zeitmaschine Duplikate Wuerfel
Eine tolle Tischpräsenz kann man The Loop nicht absprechen. © Board Game Box

Dennoch lassen sich auf diese Art und Weise beeindruckende Kombinationen durchführen. Liegen die Karten günstig für euch und kommt dann noch eine passende Würfelauslage hinzu, kann ein einzelner Zug auf dem Spielfeld ordentlich aufräumen. Eine Portion Glück gehört natürlich dazu, aber eben auch eine gute Planung und vor allem die Absprache im Agententeam. Am Ende des eigenen Zuges dürft ihr euch außerdem eine weitere Karte für euer Deck aneignen. Neue Artefakte werden stets zu Beginn der Runde angespült und einer Ära zugeordnet. Endet euer Zug in dieser Ära, kann die Karte nun euch gehören. Wählt eure Karten klug, denn nicht alle Artefakte unterstützen die eingeschlagene Strategie.

Missionen bei The Loop zum Abschluss bringen

Doch wie könnt ihr Dr. Foo denn nun überhaupt das Handwerk legen? Dies gelingt nur über das Erfüllen der Missionen, von denen immer zwei offen ausliegen. Um diese Missionen zu erfüllen, müssen unterschiedlichste Aufgaben erledigt werden. Führt Loops in Dr. Foos Ära aus oder zerstört dort eine gewisse Anzahl von Zeitrissen, erzeugt Energie in einer Ära oder positioniert die Agentenfiguren in Zeitaltern angrenzend zu Dr. Foos Aufenthaltsära. Insgesamt zehn verschiedene Missionen warten auf euch. Sobald ihr vier dieser Aufgaben erfüllt habt, gewinnt ihr das Spiel.

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In The Loop stehen euch jede Runde in der Regel drei Artefakte zur Verfügung. © Board Game Box

Mit ein wenig Übung (und etwas Glück) führt ihr die Menschheit wieder zu sicheren Ufern und zeigt Dr. Foo seine Grenzen auf. Wenn euch das irgendwann zu leichtfällt, kann The Loop noch einen drauflegen. Das Spiel bietet insgesamt vier Spielmodi, die in Sachen Schwierigkeitsgrad und Komplexität aufeinander aufbauen. The Loop wird euch also vermutlich eine ganze Zeit beschäftigen können.

The Loop ist für ein bis vier Personen ab zwölf Jahren geeignet. Für eine Partie solltet ihr eine gute Stunde einplanen. Ihr findet das Spiel ab sofort zum Preis von etwa 35-40€ im Handel. Ebenfalls schon verfügbar ist die erste Erweiterung „Die Rache von Foozilla“, die sich preislich bei 18-20€ einpendelt.

Fazit: Wir sind mit der Zeitmaschine wieder im Jahr 2022 gelandet und haben dort für The Loop diese ingame-Testwertung ausfindig gemacht

Wertungsgrafik The Loop
Wir haben die Zeitreise mit The Loop gut überstanden und dabei diese zeitlose ingame-Testwertung für das Spiel mitgebracht. © ingame.de

Ein erster flüchtiger Blick auf den Spielplan von The Loop hat bei mir nicht direkt zu Begeisterungsstürmen geführt. The Loop ist daher mehr so etwas wie eine Liebe auf den zweiten Blick. Strahlt das quietschbunte Brett und auch die Anleitung mit den vielen Extrakästen noch den Charme eines Videospielmagazins der frühen 90er Jahre aus, weis die Mechanik von The Loop hingegen ziemlich schnell zu überzeugen. Im Spielverlauf brennt es an allen Ecken und Ende. Überall ploppen Zeitrisse auf und auch die Duplikate des Dr. Foo rekrutieren sich rasch zu einer beeindruckenden Armee. Nur klug planende Spezialagenten haben da im Kampf gegen den verrückten Erfinder noch eine Chance. Gerade in den höheren Schwierigkeitsstufen sind eine gute Absprache und gemeinsame taktische Überlegungen unumgänglich. Geht das Team geschickt an die Aufgabe heran, entstehen schnell beeindruckende Kettenzüge, mit denen ihr auf dem Spielplan erstmal ordentlich aufräumt. Sehr motivierend! Selbst wenn die Situation auch mal ausweglos erscheint, manchmal findet sich in letzter Sekunde doch noch eine Möglichkeit, sich aus dem eisenharten Griff von Dr. Foo zu befreien. Bei einem solchen Herzschlagfinale bekommt man direkt Lust auf eine weitere Runde.

ProCon
+ kooperative Spielweise- gewöhnungsbedürftige Optik
+ guter Solo-Modus
+ spielt sich auch zu zweit sehr gut
+ motivierende Kettenreaktionen
+ Würfelturm als witziges Gimmick

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