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Mit jedem neuen Level kommt eine weitere Handkarte hinzu. Ab dem dritten Level spielt ihr zudem teilweise im Blindflug.

Mit der Kraft der Gedanken

The Mind Extreme im Test: Das Kartenspiel für Profi-Telepathen

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Autor Wolfgang Warsch hat wieder zugeschlagen. Mit The Mind Extreme fordert er euren telepathischen Kräften alles ab.

Der Nürnberger Spielkartenverlag bleibt seiner Linie treu. Große Brettspiele mit umfangreichem Material oder gar Miniaturen sind vom Verlagshaus aus Franken wohl auch in Zukunft eher nicht zu erwarten. Für den Spielspaß muss dies aber nicht nachteilig sein. In der Vergangenheit hat der NSV bereits mehrfach bewiesen, ein gutes Näschen für innovative Spielideen zu haben. Moderne Evergreens wie Qwixx, The Game oder The Mind gehen auf das Konto des Verlags. Letzteres schlug im Vorjahr groß in der Spieleszene ein und war für viele ein Überraschungshit. Jetzt steht auch der offizielle Nachfolger zu The Mind im Handel. Bei einem zweiten Teil muss natürlich alles höher, weiter und schneller sein. Passenderweise erhält The Mind daher den Namenszusatz EXTREME!

Bei meiner ersten Berührung mit The Mind war ich mehr als skeptisch. Kann so ein Konzept überhaupt funktionieren? Erst nach einigen Partien kam mir die Erleuchtung: dieses Spiel ist genial! Kaum ein anderer Titel kam in meinem Haushalt so häufig auf den Tisch wie The Mind. Das Spiel erinnert von seinem Ablauf her ein wenig an The Game, kommt jedoch mit einem ganz besonderen Clou daher. Ihr steuert das Spiel mit der Kraft eurer Gedanken.

Mit dem Spirit von The Game

Ganz wie bei The Game versucht ihr kooperativ eure Handkarten loszuwerden. Gespielt wird mit 100 durchnummerierten Karten. Eure Aufgabe besteht darin, sie in aufsteigender Reihenfolge korrekt abzulegen. Es gibt keine Zugreihenfolge, ihr spielt eine Karte einfach aus, wenn ihr glaubt, der richtige Zeitpunkt ist dafür gekommen. Spielt ihr dabei aber eine Karte aus und ein Mitspieler hat noch eine Karte mit einer niedrigeren Ziffer auf der Hand, verliert ihr ein Leben.

In The Mind Extreme müsst ihr gleich zwei Kartenstapel parallel bearbeiten.

Bei The Mind funktioniert das ganz ähnlich. Doch während ihr euch bei The Game zumindest noch innerhalb gewisser Grenzen über eure Kartenwerte unterhalten dürft, seid ihr bei The Mind zur Verschwiegenheit verdonnert. Ihr müsst mit der Kraft eurer Gedanken erahnen, wie die Kartenhände der Mitspieler aussehen. Euer einziges Werkzeug ist dabei das Ritual der Synchronisation.

Synchronisation der Spieler

Um die Synchronisation zu starten, legt jeder Spieler seine Hand auf den Tisch. Wer sollte seine Karte als nächstes spielen? Habt ihr eine Karte auf der Hand, die numerisch ziemlich dicht an der zuletzt gespielten Karte liegt? Dann solltet ihr eure Hand möglichst schnell heben. Seid ihr von der ausgelegten Karte noch ziemlich weit entfernt, dann lasst ihr die Hand entsprechend länger auf dem Tisch ruhen. Auf diese Weise erfahrt ihr, wie die nächsten Karten von euch zu spielen sind.

Mit jedem neuen Level kommt eine weitere Handkarte hinzu. Ab dem dritten Level spielt ihr zudem teilweise im Blindflug.

Eine Synchronisation dürft ihr beliebig oft durchführen. Seid ihr euch über eure nächsten Züge unsicher, kann eine Wiederholung des Rituals sicher nicht schaden. Die Zeremonie fühlt sich bei den ersten Malen ziemlich seltsam an und vielleicht funktioniert es auch noch nicht sonderlich gut. Habt ihr euch aber erstmal eingegrooved, spielt sich The Mind überraschend gut. Es ist ein tolles Gefühl, pure Magie!

Es wird EXTREME!

The Mind Extreme treibt die Herausforderung auf die Spitze. Statt einem Ablagestapel gibt es in der extremen Variante nun gleich zwei davon. Auf dem ersten Stapel legt ihr wie gewohnt die Karten in der aufsteigenden Reihenfolge ab. Der zweite Stapel muss hingegen in einer absteigenden Reihenfolge bedient werden. Auf welchem Stapel eine Karte einsortiert werden muss, zeigt euch die Farbe der Ziffer an. Weiße Karten wandern auf den Aufwärtsstapel, rote Karten müssen in den Abwärtsstapel einsortiert werden.

Für den erfolgreichen Abschluss eines Levels erhaltet ihr manchmal einen Bonus im Form eines Lebens oder eines Wurfsterns.

Immerhin müsst ihr in den Stapeln nicht das ganze Spektrum von einhundert Karten bearbeiten. Sowohl die weißen als auch die roten Karten sind nur mit den Zahlen zwischen eins und fünfzig vorhanden. Das macht die ganze Angelegenheit zumindest ein wenig einfacher. Doch freut euch nicht zu früh. The Mind Extreme hat noch einen ganz besonderen Knaller für euch auf Lager.

Blinde Hellseher

Zunächst sind die Herausforderungen noch ganz gut schaffbar, selbst für The-Mind-Neulinge. Im ersten Level erhält jeder nur eine einzige Karte und die Aufgabe ist schnell erledigt. Auch das zweite Level ist noch gut zu bewältigen, selbst wenn jeder Spieler jetzt schon mit zwei Karten hantieren muss. Die große Herausforderung tritt jedoch erst mit dem dritten Level ein. Wie immer kommt auch hier eine weitere Handkarte für jeden Spieler hinzu, doch ab sofort muss der Stapel mit den weißen Karten im Blindflug bespielt werden.

Diesmal müsst ihr nur die Zahlenräume zwischen eins und fünfzig bearbeiten.

Alle Karten, die ihr auf den aufsteigenden Stapel legt, werden ab dem dritten Level verdeckt ausgespielt. Ihr habt somit keinen Schimmer, was für Zahlenwerte eure Mitspieler nun tatsächlich abgelegt haben. Dadurch wird die Synchronisation für euch natürlich noch bedeutsamer. In späteren Levels wird der Blind-Stapel auch mal gewechselt und ihr werft die Karten auf dem roten Stapel verdeckt ab.

Wurfsterne einsetzen

Glücklicherweise können euch die Wurfsterne das Leben wieder etwas erleichtern. Ihr erhaltet sie manchmal als Belohnung, wenn ihr ein Level erfolgreich abgeschlossen habt. Setzt ihr einen Wurfstern ein, darf jeder Spieler entweder seine niedrigste oder seine höchste Handkarte abwerfen. In kritischen Momenten kann ein Wurfstern damit der Schlüssel zum Sieg sein.

Der kultige The-Mind-Hase bleibt das Maskottchen des Spiels. The Mind Extreme steht ab sofort im Handel.

Das Spiel endet, wenn ihr alle eure Leben verloren habt. Vielleicht gelingt euch aber ja auch tatsächlich der Coup und ihr besiegt das finale Level. Je nach Zahl der Spieler müsst ihr acht bis zwölf Levels bestehen, um The Mind zu bezwingen. Das Spiel ist für zwei bis vier Spieler ab acht Jahren geeignet. Für eine Partie müsst ihr mit einer Spieldauer von rund zwanzig Minuten rechnen. The Mind Extreme ist ab sofort im Handel verfügbar und kostet zwischen 8€ und 10€.

Fazit: Das Orakel von Ingame vergibt für The Mind Extreme diese Testwertung

The Mind Extreme im Test: Extrem gut oder extrem durchschnittlich?

Eigentlich war mir das originale The Mind schon extrem genug. Das Konzept, eine ganze Serie von Karten in der richtigen Reihenfolge abzulegen, ohne sich dabei abzusprechen, erschien mir schon damals ziemlich gewagt. Letztlich hat das Spielprinzip dann aber doch voll bei mir eingeschlagen und ist zu einem der meistgespielten Spiele über Monate hinweg geworden. Jetzt legt Autor Wolfgang Warsch sogar nochmal einen drauf und lässt uns die Karten teilweise blind spielen. Das kann doch eigentlich gar nicht funktionieren, oder? Funktioniert eben doch und macht ebenso viel Spaß wie der Vorgänger. Im Blindflug agieren viele Spieler besonders vorsichtig. Es gibt mehr Synchronisationen und weniger spontane Schüsse aus der Hüfte. Wenn plötzlich acht, neun, zehn oder auch noch mehr Karten in der korrekten Abfolge in die Tischmitte gespielt werden, dann entsteht schon ein sehr erhabenes Gefühl. Es ist magisch, verblüffend und absolut einzigartig. The Mind Extreme sorgt, wie schon sein Vorgänger, für ein echtes Teamgefühl. Solltet ihr unbedingt einmal ausprobiert haben!

PROS

CONS

+ kooperative Spielweise

- Einstieg gewöhnungsbedürftig

+ fördert Teamgefühl

+ Absprache ohne verbale Kommunikation

+ verblüfft immer wieder

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