Token Economy Netz Cover Verpackung Artwork Grafik Schachtel Blockchain
+
Token Economy kann ab sofort zum Preis von ca. 60€ erworben werden.

Kryptowährungen und Tokenisierung im Fokus bei Token Economy

Token Economy im Test: Das Brettspiel rund um Bitcoin & Co.

  • VonSebastian Hamers
    schließen

Token Economy hat die Crowdfunding-Phase erfolgreich abgeschlossen. Die fertige Version steht ab sofort im freien Verkauf.

  • für 2-6 Spieler ab 14 Jahren
  • Spieldauer: ca. 60 Minuten
  • Autoren: Felix Saible, Dominik Jocham, Loraine Olalia
  • Verlag: bots don‘t cry
  • Preis: ca. 60€

Monopoly? Kennt einfach jeder! Seit der Einführung in den 30er Jahren hat das Spiel den gesamten Globus erobert. Es wurde in mehr als dreißig verschiedene Sprachen übersetzt und mit zahllosen Varianten bedacht. Kaum ein Thema ist vor dem Monopoly-Wahnsinn sicher. Egal ob als Schalke 04-, Beatles-, Transformer-, Bundeswehr- oder Pummeleinhorn-Edition, Monopoly bedient alle Geschmäcker. Da ist es eigentlich ein Wunder, dass es noch keine Krypto-Ausgabe des beliebten Brettspiels gibt. Die Lücke haben nun die Kreativköpfe des Schweizer Teams „bots don’t cry“ geschlossen. Via Crowdfunding wurde ihr Projekt Token Economy erfolgreich finanziert. Jetzt geht das Spiel in die nächste Phase über. Ab sofort kann das Brettspiel über die hauseigene Webseite bezogen werden.

Token Economy ist mehr als nur ein Monopoly-Klon

Token Economy kann die Nähe zum klassischen Monopoly nicht ganz verhehlen. Ist es also wieder einmal nur ein altes Spiel im neuen Gewand? Diesen Vorwurf muss sich Token Economy nicht gefallen lassen. Es besitzt genug Eigenständigkeit um sich wohltuend vom Urgestein der Brettspielszene abzuheben. Das wird schon beim ersten Blick auf das Spielfeld sichtbar. Der klassische Rundgang durch die Straßen ist einem vielverzweigten Netz gewichen, über das ihr mit eurer Spielfigur wandelt. Ihr folgt also nicht wie ein Lemming einem vorgegebenen Pfad, sondern dürft bezüglich der gewählten Route nun eigene Entscheidungen treffen.

Bei Token Economy entscheidet ihr, welchen Pfad eure Spielfigur einschlägt.

Ausgestattet mit einem kleinen Startkapital macht ihr euch an die Akquisition diverser Unternehmen. Landet ihr mit der Spielfigur auf einem dieser Gewerbe, im Spiel Assets genannt, dürft ihr dieses mit dem nötigen Kleingeld erwerben. Ihr erhaltet die Besitzurkunde, die alle relevanten Daten zum gekauften Unternehmen enthält. Landet im Spielverlauf ein anderer Spieler mit seiner Figur auf eurem Asset, wird Miete fällig. Bis dahin folgt Token Economy also noch dem altbekannten Monopoly-Prinzip.

Nutzungsrechte strategisch einsetzen bei Token Economy

Im Gegensatz zum Brettspiel-Klassiker lassen sich alle Assets tokenisieren. Bitte was? Bei der Tokenisierung werden Nutzungsrechte oder Anteile von Gegenständen auf der Blockchain in Form eines Tokens dargestellt. Diese Tokens lassen sich handeln, so dass ihr beispielsweise Anteile an einer Firma erwerben könnt. Der Schweizer Proficlub FC Zürich etwa tokenisiert die Transferzahlungen für neue Spieler. Die Fans oder auch Investoren können sich an der Transfersumme beteiligen und Tokens erwerben und möglicherweise später sogar finanziell an diesem Spielerwechsel mitverdienen. Mit diesen Rechten könnt ihr bei Token Economy handeln, euch in verschiedene Unternehmen einkaufen oder natürlich ebenso Anteile wieder abtreten.

Bei Token Economy könnt ihr euch an einem Spielertransfer des FC Zürich beteiligen.

Erwerbt ihr etwa das Parkhaus Bern, braucht es zunächst ein größeres Investment. Eine Option wäre natürlich, so lange zu warten bis andere Spieler sich bei euch einmieten und die Kohle auf herkömmliche Art und Weise wieder eingespielt wird. Möglicherweise benötigt ihr aber gerade frisches Kapital, dann ist die Tokenisierung des Parkhauses eine gute Alternative. Ihr verkauft ein paar Anteile an die Mitspieler, diese partizipieren dafür demnächst an euren Mieteinnahmen. Mit dem Erlös könnt ihr jetzt wieder auf Einkaufstour gehen. Die Tokenisierung hat aber noch einen weiteren großen Vorteil für euch als Investoren. Läuft eure Spielfigur über das Startfeld, nehmt ihr zusätzliche eintausend Schweizer Franken für jedes tokenisierte Assset ein. Da kommt schnell ein ordentliches Sümmchen zusammen.

Die Rolle der Börsen bei Token Economy

Neben den zahlreichen Unternehmen und Projekten dürft ihr euch auch an den beiden großen Schweizer Börsen beteiligen. Sie spielen bei Token Economy allerdings eine Sonderrolle. Sie lassen sich nicht tokenisieren, sind dafür an vielen Transaktionen beteiligt und kassieren dafür entsprechende Gebühren. So wird etwa der Verkauf von Tokens immer über die Börse abgewickelt, die den Deal für ein paar kleine Scheine über die Bühne bringt. Gleiches gilt für den Handel mit Kryptowährungen. Dieser wird allen Spielern ermöglicht, sobald eine Spielfigur auf eines von insgesamt sechs Kursfeldern auf dem Spielfeld zieht.

Die Börse spielt in Token Economy eine ganz besondere Rolle.

Aus Laiensicht betrachtet gleicht der Kryptohandel einem ziemlichen Glücksspiel. Die Kurse für Bitcoin & Co. schwanken mitunter wie ein verlorenes Blättchen im Sturm von einem Extrem ins andere. Diese Unberechenbarkeit der Kryptowährungen spiegelt sich auch in Token Economy wider. Eine Kurskarte gibt den aktuellen Wert der Währungen Bitcoin, Ethereum, Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin an. Gerade der Kurs des Bitcoins kann fast bis zum zwanzigfachen Wert in die Höhe schnellen… und natürlich auch wieder in den Keller stürzen. Da sich der Wertverlauf kaum vorhersagen lässt, müsst ihr leider bereits vor dem Aufdecken der Kurskarte den Umfang eurer An- und Verkäufe festlegen. Ein wenig Flexibilität bleibt euch glücklicherweise aber dennoch. Ihr habt mach dem Aufdecken der Kurskarte die freie Wahl zwischen allen fünf aufgelisteten Währungsformen, könnt also darauf hoffen, mit einem guten Abschluss aus dem Deal herauszukommen.

Token Economy vermittelt Wissen spielerisch

Etwas aufgelockert wird das Spielgeschehen durch zahlreiche Ereignisfelder, auf denen ihr eine Karte ziehen müsst. Bei der Zusammenstellung der Ereignisse haben die Autoren darauf geachtet, dass sie in die Welt von Token Economy passen. Ihr solltet also nicht damit rechnen, dass ihr einen Tanzwettbewerb gewinnt und dafür 1.000 Franken einstreicht. Sämtliche Ereignisse im Spiel könnten so oder ähnlich in der Finanzwelt tatsächlich stattfinden. Meist wird durch eine Karte der eigene Kontostand um einen kleinen Betrag noch oben oder unten modifiziert, manchmal werden aber auch Kryptowährungen in eure virtuellen Kassen gespült oder es erwartet euch eine andere kleine Überraschung.

Der Handel mit Kryptowährungen ist auch in Token Economy ziemlich spekulativ.

Unter die Ereigniskarten werden zudem einige Quizfragen gemischt. Eine korrekte Antwort wird mit 1.000 Schweizer Franken belohnt, bei falscher Antwort müsst ihr 500 Franken an die Bank überweisen. Natürlich drehen sich hier alle Fragen rund um die Themen Kryptowährung und Tokenisierung. Während der Partie erfahrt ihr so allerlei Wissenswertes aus der Welt des modernen Finanzwesens. Die wichtigsten Grundkenntnisse findet ihr zudem in der gut strukturierten Spielanleitung. Hier gibt es ein Glossar zu allen Begrifflichkeiten aus der Krypto-Szene, so dass ihr euch in wenigen Minuten einen guten Überblick verschaffen könnt.

Token Economy nutzt realitätsnahe Beispiele

Ebenso gibt es eine Auflistung aller im Spiel verfügbaren Assets. Unternehmen wie der FC Zürich oder das Parkhaus Bern wurden nicht rein zufällig in das Spiel integriert. Die Anleitung erläutert euch sehr verständlich, aus welchen Motiven sich die Verantwortlichen zur Tokenisierung ihrer Betriebe entschieden haben und welche Vorteile daraus für alle Beteiligten resultieren. So erschließen sich die Hintergründe über Tokens und Kryptowährungen zunehmend, ohne das Gefühl entstehen zulassen, sich diese Thematik hart erarbeitet zu haben.

Bei den Ereigniskarten legt Token Economy einen großen Wert auf Realitätsnähe.

Token Economy ist für zwei bis sechs Spieler ab vierzehn Jahren geeignet. Das Regelwerk schlägt vor, die Partie über sechs Runden stattfinden zu lassen. Bleibt ihr bei diesem Vorschlag, solltet ihr eine Spieldauer von gut einer Stunde dafür einplanen. Ansonsten könnt ihr die Spiellänge problemlos nach den eigenen Vorstellungen anpassen. Wenn ihr neugierig auf Token Economy geworden seid, könnt ihr das Spiel am besten direkt über den Webshop von „bots don’t cry“ erwerben. Dort kann Token Economy zum Preis von 65CHF (ca. 60€) erwerben werden.

Fazit: Token Economy vermittelt ein komplexes Thema auf spielerische Art und verdient sich damit diese ingame-Testwertung

Token Economy ist mehr als ein Monopoly-Klon und schafft es damit auf eine gute ingame-Testwertung.

Meine letzte Partie Monopoly liegt sicherlich schon einige Jahre zurück. Ganz ehrlich, ein riesiger Fan des Klassikers war ich schon als Kind nicht. Dennoch wollte ich Token Economy unbedingt einmal ausprobieren. Kryptowährungen und Tokenisierung, das sind sicherlich zukunftsrelevante Themen mit denen man sich vielleicht mal auseinandersetzen sollte… und von denen ich leider nicht sehr viel Ahnung hatte. Durch Token Economy habe ich mich erstmals mit diesem Bereich der Finanzwelt etwas näher beschäftigt. Und heute könnte ich euch etwas über Stablecoins, Utility Tokens oder Initial Coin Offerings erzählen. Ja, ich würde sogar behaupten, dass ich die groben Zusammenhänge verstanden und nicht nur Begriffserklärungen auswendig gelernt habe. Mir ist klar geworden, warum bestimmte Unternehmen auf Tokenisierung setzen und warum das auch für den Endkonsumenten viele Vorteile mit sich bringen kann. Dieses Wissen musste ich mir nicht hart erarbeiten, sondern habe es spielerisch erlernt. Tatsächlich, gespielt habe ich auch. Und es hat sogar Spaß gemacht. Sicherlich hat sich Token Economy schamlos am Monopoly-Prinzip bedient, bietet aber unter dem Strich doch einiges mehr. Kaufen oder nicht kaufen? Das ist beim Brettspiel-Urgestein so ziemlich die einzige Entscheidung, die es zu treffen gilt. Hier hat Token Economy einfach etwas mehr zu bieten. Durch die Tokenisierung der Assets habt ihr deutlich mehr Gestaltungsspielraum als bei Monopoly, zudem lockert das spekulative Handeln mit den Kryptowährungen das Spielgeschehen angenehm auf. Wenn ihr dem Kultklassiker zugetan seid und dabei spielerisch etwas über ein modernes Finanzthema lernen möchtet, dann solltet ihr Token Economy eine Chance geben.

ProCon
+ vermittelt Wissen auf spielerische Art und Weise- simple Spielmechanik
+ einfache Regeln- unspektakuläre Optik
+ mit dem Charme von Monopoly
+ schöne Anleitung mit Extra-Wissen
+ frisches Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare