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Top Ten ist ein kooperatives Partyspiel für 4-9 Spieler ab 12 Jahren.

Unkompliziert, megawitzig und kreativ… so spielt sich das Partyspiel Top Ten

Top Ten im Test: Das kooperative Partyspiel

  • VonSebastian Hamers
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Cocktail Games und Asmodee helfen euch bei der Partygestaltung. Das Brettspiel Top Ten ist jetzt wieder im Handel verfügbar.

Gut zwei Jahre lag das soziale Leben beinahe brach. Schlechte Zeiten für uns Brettspieler, doch dafür lassen wir es eben jetzt umso heftiger krachen. Es ist Zeit für ein paar frische Partyspiele!! Zeit für Top Ten von Cocktail Games zum Beispiel? Die französischen Kreativköpfe kommen vielleicht mit dem richtigen Spiel zur richtigen Zeit. Der Verlag hat schließlich bereits in der Vergangenheit mit partytauglichen Spielen wie Give Me Five, Jetlag oder We Will Rock You auf sich aufmerksam gemacht und könnte jetzt mit Top Ten das Momentum der Corona-Entspannung nutzen, um sich in die Herzen der Spieler zu katapultieren.

Partylaune mit Top Ten

4-9 Spieler, 30 Minuten Spieldauer… und die Regeln? Ja, die passen tatsächlich auf ein DINA4-Faltblatt. Das sind die Rahmendaten von Top Ten, die Zutaten für ein gutes Partyspiel stimmen schon einmal. Ohne große Vorbereitungszeit kann es somit auch gleich losgehen mit der Party. In die Tischmitte kommt eine mauspadartige Unterlage mit drei Feldern. Pro Mitspieler wird ein Spielchip auf das Einhorn-Feld gelegt. Jetzt legt ihr nur noch fünf zufällige Spielkarten auf das Ablagefeld und schon geht’s los.

Top Ten wird mit einer kleinen Mausmatte und einer Handvoll Pokerchips ausgeliefert.

In jeder Runde schlüpft ein anderer Spieler in die Rolle des Captains, der sich die oberste Karte vom Stapel nimmt. Auf jeder Karte befinden sich vier Aufgaben, von denen sich der Captain für eine frei entscheiden darf. Diese stellt er nun seinen Mitspielern. Das Problem: die eine und einzig korrekte Antwort, die gibt es in Top Ten nicht. Wie ihr auf die vom Captain gestellte Aufgabe reagiert, hängt maßgeblich von der Zahlenkarte ab, die ihr vor Rundenbeginn gezogen habt.

  • für 4-9 Personen ab 12 Jahren
  • Spieldauer: 30 Minuten
  • Autor: Aurélien Picolet
  • Verlag: Cocktail Games/Asmodee
  • Preis: ca. 20€

Auf einer Skala von 1 bis zehn… wie gut spielt sich Top Ten?

Gezogen werden Karten mit Zahlen zwischen eins und zehn. Ihr versucht euch nun mit eurer Antwort möglichst passgenau auf der Skala einzusortieren. „Nenne eine TV-Sendung. Von Trash-TV bis Bildungsfernsehen.“ Das Spielprinzip erklärt sich praktisch von selbst. Zieht ihr die Einser-Karte könnte eure Antwort „Der Bachelor“ lauten, bei einer Zehn entscheidet ihr euch hingegen vielleicht eher für eine Kultursendung wie Aspekte.

Die Zahlenkarten sind in Top Ten für die Nennung eurer Antwort auschlaggebend.

Die Extreme sind bei Top Ten oft am leichtesten zu vermitteln. Deutlich schwieriger wird es da schon, die mittleren Töne zu treffen. Zählt Galileo auf Pro7 jetzt schon zum Bildungsfernsehen? Ist die Sendung lehrreicher als Günther Jauchs Quizshow auf RTL? Wo würdet ihr politische Talkshows wie Anne Will einsortieren und wo landen die zahlreichen Kochsendungen? Zieht ihr eine Zahlenkarte aus dem mittleren Segment, wird die Aufgabe direkt ungleich anspruchsvoller.

Top Ten erzeugt ein Teamgefühl

Doch als Captain habt ihr ebenfalls einen kniffligen Job vor euch. Ihr versucht die Antworten eurer Mitspieler in die richtige Reihenfolge zu bringen. Jeder Fehler wird mit einem Punktabzug bestraft. An dieser Stelle kommen die Pokerchips ins Spiel. Auf der einen Seite zeigen sie ein Einhorn, auf der Rückseite ist ein Kackhäufchen zu sehen. Bei der geringsten Abweichung der Reihenfolge verwandelt sich das strahlende Einhorn in einen Misthaufen, was euren Score nach unten zieht.

In Top Ten wählt ihr als Captain eine von vier Aufgaben für eure Mitspieler aus.

Nach Abschluss der Auswertung kann es schon direkt in die nächste Runde gehen. Das Kapitänsamt wird an einen anderen Spieler übergeben und das Prozedere wiederholt sich. Doch obwohl die Regeln für die Folgerunden identisch bleiben, kann sich der Spielverlauf erheblich verändern. Das liegt vor allem an den ziemlich vielfältig gestalteten Aufgabenkarten, die euch immer wieder vor neue Herausforderungen stellen.

Top Ten glänzt mit abwechslungsreichen Aufgabestellungen

Bei vielen Aufgaben ist es hilfreich, wenn ihr euch untereinander gut kennt. Zur Beurteilung, ob ein TV-Format nun Trash ist oder eben doch ein gewisser Bildungsauftrag vorliegt, gibt es schließlich keine handfesten Kriterien. Ob Junk-TV oder Wissenschaftsfernsehen, das liegt zu einem guten Teil im Auge des Betrachters. In einer Gruppe guter Freunde fällt es euch daher vermutlich etwas leichter, die Antworten der Mitspieler richtig einzustufen.

Top Ten bringt zwischendurch gerne pantomimische Einlagen ins Spiel.

Es gibt allerdings auch Aufgaben, bei denen ihr bei einer zusammengewürfelten Spielrunde ziemlich im Dunklen herumstochern müsst. „Welcher Disney-Charakter wäre der Captain? Von der passt gar nicht bis der passt super.“ Wenn ihr den Captain heute zum ersten Mal getroffen habt, ist es fast unmöglich, eine passende Antwort zu finden. Top Ten funktioniert zum Glück aber dennoch in selbst solchen Spielrunden. Da dem Captain bei der Auswahl der Rundenaufgabe immer vier Optionen zur Wahl stehen, lassen sich solche Probleme gut umschiffen.

Actioneinlagen bei Top Ten

Manchmal dürfen eure Antworten auch etwas skurriler ausfallen. „Juble: Wir sind im Finale! Von Fußballmuffel bis größter Fan.“ Bei Aufträgen dieser Art habt ihr die Chance, eure schauspielerischen Qualitäten unter Beweis zu stellen. Spätestens wenn der Schlachtruf des volltrunkenen Fans in voller Lautstärke durch das Wohnzimmer gegrölt wird, steht fest, dass sich Top Ten selbst und seine Spieler nicht immer ganz so ernst nimmt.

Das Spielprinzip von Top Ten ist schnell erklärt.

Ähnlich hoch her geht es bei den pantomimischen Spielanteilen. Hier stellt ihr beispielsweise einen Boxer im Ring dar und bespielt ein Rating zwischen einem feigen Huhn und Rocky Balboa himself. Coole Rampensäue sind in Top Ten damit zumindest gelegentlich gefragt. Deutlich mehr Wert wird allerdings auf kreative Antworten gelegt. Manchmal dürfen diese sogar etwas länger ausfallen. Ein flammendes Plädoyer an die Zuschauer des Dschungelcamps in der Rolle eines vor dem Rauswurf stehenden C-Promis? Da müsst ihr euch schon echt was einfallen lassen.

Top Ten fordert Flexibilität

Vor allem in einer etwas größeren Runde kann Top Tenn seine Stärken voll ausspielen. Allerdings wird eine Partie jetzt auch deutlich kniffliger. Es ist ungleich schwerer, kleine Nuancen in den Antworten der Mitspieler ausfindig zu machen. Wenn sich die gezogenen Zahlenkarten nur um ein oder zwei Punkte voneinander unterscheiden, macht es die Aufgabe nicht gerade leichter. Auch auf Seiten der Antwortgeber wird es schwerer, den Mitspieler auf die richtige Spur zu bringen. Nicht selten werdet ihr gar gezwungen, ganz spontan einen neuen Begriff in den Raum zu werfen, wenn die lieben Mitspieler mit ihren Antworten die gewünschte Abfolge in Gefahr zu bringen drohen.

Die Ausstattung von Top Ten kann sich mit 135 Spielkarten sehen lassen.

Top Ten ist für vier bis neun Spieler ab zwölf Jahren geeignet. Das Spiel erscheint in der deutschsprachigen Variante über Asmodee und ist ab sofort zum Preis von rund 20€ im Handel zu finden.

Fazit: Auf einer Skala von grottenschlecht bis supergeil erhält Top Ten diese ingame-Testwertung

Top Ten ist ein tolles Partyspiel, das mit Hochkarätern wie Just One oder Codenames mithalten kann.

Top Ten bringt alles mit, was man von einem tollen Partyspiel erwarten kann. Loslegen ohne langes Regelerklären, kurze Spieldauer und natürlich soll es auch eine etwas größere Gruppe problemlos in Stimmung bringen können. Die genannten Anforderungen meistert Top Ten mit Bravour. Die größte Stärke des Spiels ist allerdings seine enorme Vielseitigkeit. Die Aufgaben sind so bunt gemischt, dass man in jeder Runde vor einer neuen Aufgabe steht. Klar, meistens könnt ihr euch mit der Nennung eines einzigen Worts gut aus der Affäre ziehen, doch dann gibt es eben immer wieder ein paar wohldosierte Spezialherausforderungen. Sie lockern das Spielgeschehen angenehm auf. Wenn die Gruppe so gar nicht auf Pantomime oder andere Leibesertüchtigungen steht, lassen sich diese auch problemlos umschiffen. Mit diesen Eigenschaften reiht sich Top Ten ohne Weiteres in die Riege der hochkarätigen Partyspiele ein, die man in einem Atemzug mit Just One oder Codenames nennen darf.

ProCon
+ kooperatives Partyspiel- sorgt vielleicht dafür, dass keine anderen Spiele auf den Tisch kommen
+ vielseitige Aufgabenstellungen
+ regt Kreativität an
+ wertiges Bonusmaterial mit Mauspad und Pokerchips
+ funktioniert in allen Konstellationen

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