Verlorenen Ruinen Arnak Expeditionsleiter Ereweiterung Dschungel Schamane Falknerin Verpackung Schachtel
+
Die verlorenen Ruinen von Arnak: Die Expeditionsleiter ist die erste Erweiterung des Kennerspiels. Kostenpunkt: 25-30€.

Czech Games Edition veröffentlicht Die verlorenen Ruinen von Arnak: Die Expeditionsleiter

Die verlorenen Ruinen von Arnak – Die Expeditionsleiter im Test: Die erste Erweiterung

  • VonSebastian Hamers
    schließen

Von vielen Fans wurde sie sehnlichst erwartet. Die verlorenen Ruinen von Arnak: Die Expeditionsleiter bringt ein paar aufregende Neuerungen ins Spiel.

Auf der SPIEL 21 waren viele heiß begehrte Brettspiele nicht oder kaum verfügbar. Die Container-Knappheit sowie der mäßige Nachschub mit notwendigen Rohstoffen haben die Branche voll im Griff. Kein Wunder also, dass die Verlage reihenweise die Veröffentlichungstermine ihrer Spiele nach hinten verschieben mussten. Doch was hilft es Trübsal zu blasen? Die Titel der letzten Jahre sind schließlich auch 2021 nicht schlecht geworden und für so manchen Brettspieler ergibt sich jetzt vielleicht die Gelegenheit, ein paar verpasste Highlights nachzuholen. Die verlorenen Ruinen von Arnak drängen sich hier ganz besonders auf. Das Spiel wurde nicht nur zum Kennerspiel des Jahres 2020 nominiert, sondern landete jüngst beim Deutschen Spielepreis auf dem ersten Platz. Jetzt möchte Czech Games Edition den Arnak-Veteranen einen neuen Grund geben, wieder auf die Tropeninsel zurückzukehren. Die Erweiterung „Die verlorenen Ruinen von Arnak: Die Expeditionsleiter“ soll das Hauptspiel um ein paar coole Gimmicks ergänzen. Und jetzt das Beste: Die Erweiterung ist tatsächlich bereits im Handel verfügbar!

Die verlorenen Ruinen von Arnak: Die Expeditionsleiter entern die Insel

Wer mit Die verlorenen Ruinen von Arnak noch keinerlei Erfahrungen gesammelt hat, sollte sich erst einmal den ingame-Test des Grundspiels zu Gemüte führen. Die Mischung aus Deckbuilding, Arbeiterplatzierung und Ressourcenmanagement ließ den Score auf die Traumwertung von 9,0 Punkten schnellen. Entsprechend groß war die Vorfreude auf die Expeditionsleiter-Erweiterung. Der Materialaufwand, den Czech Games Edition betrieben hat, ist überraschend groß ausgefallen. In der Spieleschachtel finden sich zahlreiche neue Karten, Marker und Tableaus wieder. Und auch durch die über zwanzig Seiten starke Anleitung muss man sich erstmal durchwühlen.

Mit Die verlorenen Ruinen von Arnak: Die Exeditionsleiter kommen neue Inselwächter ins Spiel.

Im Mittelpunkt der Erweiterung stehen natürlich die namensgebenden Expeditionsleiter. Begannen im Grundspiel noch alle Forscher mit identischen Bedingungen, kommt mit den Charaktertableaus nun deutlich mehr Varianz ins Spiel. Insgesamt haben sechs Charakter den Weg in die Erweiterung gefunden. Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen erheblich. Alle Expeditionsleiter sind mit einem individuellen Set an Startkarten ausgestattet und verfügen über die ein oder andere Spezialfähigkeit.

  • für 1-4 Spieler ab 12 Jahren
  • Spieldauer: 30 Minuten pro Spieler
  • Autoren: Min & Elwen
  • Verlag: Czech Games Edition/HeidelBÄR Games
  • Preis: 25-30€

Individuelle Startbedingungen bei Die verlorenen Ruinen von Arnak: Die Expeditionsleiter

Neulinge in der Welt von Arnak könnten mit den Möglichkeiten, die ihnen die verschiedenen Charaktere bieten, erstmal überfordert sein. Deshalb verfügt die Anleitung über ein Komplexitätsranking. Einige Expeditionsleiter lassen sich ohne viel erweitertes Grundwissen spielen, andere erfordern auf jeden Fall ein wenig Einarbeitung. Nahezu ohne weitere Regeln kommt der Hauptmann aus. Er versprüht das Charisma eines echten Machers, so dass sich andere Archäologen nur zu gerne seiner Expedition anschließen möchten. Daher steht dem Hauptmann ein Arbeiter mehr zur Verfügung als den anderen Charakteren.

Hauptmann und Falknerin sind zwei der neuen Charaktere in Die Verlorenen Ruinen von Arnak: Die Expeditionsleiter .

Etwas anspruchsvoller spielt sich da schon die Falknerin. Ihr Vogel taucht auf einigen ihrer Startkarten auf. Dadurch wird das Adlerplättchen auf ihrem Tableau aktiviert und ein Feld nach vorne geschoben. Der treue Adler kann jederzeit von der Falknerin zurückgerufen werden und kehrt dann mit seiner Beute zurück. Je weiter der Weg, den der Adler zurückgelegt hat, desto lukrativer gestaltet sich der Ausflug des Begleiters für euch. In der Ferne kann das Tier sogar entlegene Orte auf der Insel aufsuchen und die Ortsaktion dort aktivieren. Es kann sich also durchaus lohnen, dem Adler einen längeren Freiflug zu gewähren.

Die verlorenen Ruinen von Arnak: Die Expeditionsleiter mit Baronin und Professor

Weiter geht’s mit der Baronin. Diese ist nicht ganz so naturverbunden wie die Falknerin, kann dafür aber auf hinreichende finanzielle Mittel zurückgreifen. Die adelige Forscherin darf sich in jeder Runde über ein Einkommen freuen. Außerdem steht ihr die Startkarte „Sonderlieferung“ zur Verfügung. Diese Karte erhält sie in jeder Runde erneut auf die Hand. Sie kann als Sofortaktion gespielt werden und erlaubt ihr einen gerade gekauften Gegenstand direkt auf die Hand zunehmen anstatt ihn auf den Ablagestapel zu legen. Die Baronin ist eben „rich as fuck“ und bekommt immer sofort, was sie möchte… jedenfalls wenn man es für Geld kaufen kann.

Die Baronin und der Professor ergänzen das Set neuer Forscher in Die Verlorenen Ruinen von Arnak: Die Expeditionsleiter .

Das Gegenstück zur Baronin ist gewissermaßen der Professor. Er interessiert sich natürlich mehr für die Artefakte der Insel als für ein Schickimicki-Equipment vom Festland. Drei zufällige Artefakte kann er sich direkt einmal in seinem Archiv reservieren. Hat der Professor sein gesamtes Archiv zu den gewohnten Kosten mit Erkundungsmarkern bezahlt, wird die Sammlung sogar noch ein weiteres Mal aufgefüllt. Erkundungsmarker kann der Prof also reichlich gebrauchen und er wird sie auch bekommen. Viele seiner Startkarten bringen ihm zusätzliche Marker ein, die er allerdings auch nur für den Erwerb von Artefakten investieren kann. Wie die Baronin verfügt der Professor ebenso über ein kleines regelmäßiges Einkommen. Dieses besteht jedoch nicht aus Geldreserven, sondern eben aus Erkundungsmarkern oder Steintafeln.

Die einsame Entdeckerin in Die verlorenen Ruinen von Arnak: Die Expeditionsleiter

Als fünfter und schon ziemlich anspruchsvoll zu spielendem Charakter ergänzt die Entdeckerin das Set der Expeditionsleiter. Die Entdeckerin kämpft sich als Einzelgängerin durch den Dschungel von Arnak. Sie kann daher nur auf eine einzige Arbeiterfigur zurückgreifen. Diese verfügt dafür allerdings über besondere Fähigkeiten. Zu eurer Ausrüstung gehören zwei Snackmarker, die ihr verbrauchen könnt, um die Entdeckerin an einen anderen Ort zu versetzen. Ab der dritten Runde kommt sogar noch ein dritter Snack hinzu, was dem Charakter einen unheimlich großen Bewegungsspielraum verschafft.

Mystiker und Entdeckerin sind die anspruchsvollsten Charaktere in Die Verlorenen Ruinen von Arnak: Die Expeditionsleiter.

Der wohl skurrilste und zugleich auch komplexeste Expeditionsleiter ist allerdings zweifelsfrei der Mystiker. Dieser Charakter sammelt mit Vorliebe Furchtkarten in seinem Deck. Er besitzt allerdings auch zahlreiche Möglichkeiten die angesammelte Furcht wieder zu verbannen. Die verbannte Furcht wird aber nicht aus dem Spiel genommen, sondern auf dem Tableau des Mystikers gesammelt. Im Spielverlauf kann der Expeditionsleiter darauf zurückgreifen, um damit seine mächtigen Rituale abzuhalten. Die Rituale verhelfen dem Mystiker zu frischen Ressourcen oder lassen ihn sogar eine Wächterkreatur bezwingen. Praktischerweise kann er bei der Initiierung eines Rituals auf sämtliche Startkarten zurückgreifen. Alle Mystiker-Karten lassen sich als Opfergabe verfeuern, um seine seltsamen Naturzauber zu wirken. Das Spiel mit dem Mystiker ist auf jeden Fall etwas gewöhnungsbedürftig, bietet aber dafür viele taktische Möglichkeiten. Unbedingt einmal ausprobieren!

Die verlorenen Ruinen von Arnak: Die Expeditionsleiter bringt neue Gimmicks

Die sechs Expeditionsleiter allein sollten euch schon einmal genug Futter geben, um Die verlorenen Ruinen von Arnak auf eine ganz neue Weise zu erkunden. Dem Paket liegen aber noch ein paar weitere kleine Möglichkeiten bei, den Spielablauf zu modifizieren. Da wären vor allem die beiden neuen Forschungsleisten, die ihr einfach auf den Spielplan des Grundspiels legt. Dieser zeigt jetzt entweder den Affen- oder den Echsentempel. Jeder von ihnen bietet ein paar spezielle Gimmicks, die im Basisspiel so nicht zu finden sind. So liegt im Affentempel etwa ein Artefakt aus, das von jedem Forscher verwendet werden kann, der seine Lupe über das entsprechende Feld bewegt. Der Eingang zum Echsenturm hingegen wird von einer der Inselkreaturen bewacht. Erst wenn dieser Wächter aus dem Weg geräumt wurde, ist der Weg zum Tempel frei.

Die Verlorenen Ruinen von Arnak: Die Expeditionsleiter bringt ein paar neue Orte ins Spiel.

Als weitere Ergänzungen kommen obendrein neue Gegenstände und Artefakte, ein paar frische Gehilfen, sowie neue Ortsplättchen und Inselwächter ins Spiel. Dieses Material könnt ihr einfach dem Vorrat aus dem Grundspiel hinzufügen und auch ohne die Erweiterungsregeln verwenden. Eher als kleine Regelanpassung ist der neue Mondstab zu sehen. Er ersetzt den alten Rundenanzeiger und sorgt dafür, dass in jeder Runde nun immer zwei statt nur einem Gegenstand und Artefakt aus der offenen Auslage entfernt werden. Dadurch wird der Kartendurchlauf erhöht. Ausrüstungsgegenstände, die partout niemand erwerben möchte, fliegen jetzt einfach etwas schneller aus dem Spiel.

Die verlorenen Ruinen von Arnak: Die Expeditionsleiter ist ab sofort zum Preis von 25-30€ im Handel zu finden. Zum Spielen ist ein Basisspiel zwingend erforderlich. Dieses ist weiterhin problemlos verfügbar und kostet ca. 60€.

Fazit: Die verlorenen Ruinen von Arnak: Die Expeditionsleiter macht ein tolles Spiel noch besser und verdient sich damit diese ingame-Testwertung

Die verlorenen Ruinen von Arnak: Die Expeditionsleiter macht ein tolles Spiel noch besser.

In meiner Spielerunde rotiert in jedem Jahr eine stattliche Zahl von Spielen über den Tisch. Daher ist es leider fast unmöglich, dass alle Spiele die Gesamtspielzeit bekommen, die sie eigentlich verdient hätten. Die verlorenen Ruinen von Arnak können sich über zu wenig Aufmerksamkeit allerdings nicht beschweren. Kaum ein anderes Spiel wurde in den letzten Monaten so häufig aus dem Regal gezogen wie das Kennerspiel von Czech Games Edition. Die Mischung aus Deckbau, Arbeiterplatzierung und Ressourcenmanagement überzeugte von der ersten Partie an. Die tolle Optik und die gelungene Einbindung des Entdeckerthemas trugen natürlich ebenso einen Anteil daran. Entsprechend groß waren die Erwartungen an die erste Erweiterung. Vielen Arnak-Fans hätte es vermutlich schon gereicht, noch mehr vom gleichen zu bekommen. Neue Gegenstände, neue Artefakte, neue Wächter, neue Orte… allein damit hätte man schon ein Erweiterungspaket schnüren können. Diese liegen der Schachtel auch bei, doch die eigentlichen Stars der Erweiterung sind die namensgebenden Expeditionsleiter. Jeder Forscher beginnt die Inselerkundung nun mit vollkommen anderen Startbedingungen. Alle sechs Charaktere spielen sich ziemlich verschieden und eröffnen euch ganz andere strategische Optionen. Es lohnt sich, ein wenig experimentierfreudig zu sein. Spielt ihr zuerst den Hauptmann und wechselt ihr der Folgepartie auf den Mystiker, erlebt ihr gleich ein ganz anderes Spiel. Wem das noch nicht genug Abwechslung ist, kann zusätzlich noch die beiden neuen Tempel integrieren. Der lange Weg zum Tempel fordert nicht die Investition anderer Ressourcen, sondern weiß auch noch mit ein paar anderen Kleinigkeiten zu überraschen. Arnak-Fans sollten sich die Expeditionsleiter-Erweiterung auf keinen Fall entgehen lassen.

ProCon
+ Expeditionsleiter spielen sich sehr verschieden- Fünf-Spieler-Option fehlt noch immer
+ neue Tempel für noch mehr Abwechslung
+ tolles Artwork
+ macht ein tolles Spiel noch besser
+ erhöht die Langzeitmotivation

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare