Die verlorenen Ruinen von Arnak Verpackung Artwork Tempel Insel Dschungel
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Die verlorenen Ruinen von Arnak erscheint über Heidelbär Games und kostet rund 60€.

Mit Die verlorenen Ruinen von Arnak auf den Spuren von Nathan Drake

Die verlorenen Ruinen von Arnak im Test: Das vielseitige Brettspiel für Entdecker

  • vonSebastian Hamers
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Die verlorenen Ruinen von Arnak war einer der viel gelobten Brettspiele der SPIEL.digital. Jetzt gibt es endlich auch die analoge Variante.

  • für 1-4 Spieler ab 12 Jahren geeignet
  • spannender Mix bekannter Brettspiel-Mechaniken
  • Erkundet eine unerforschte Insel
  • Preis: ca. 60€

Believe the hype! Leider wird der blinde Glaube in der Welt der Videospiele nicht immer belohnt. Nachdem zuletzt Cyberpunk 2077 – zumindest auf PS4 und Xbox One – als der heilige Gral der Videospiele einen ziemlichen Absturz erlitten hat, haben viele Spieler wenig Lust auf den nächsten Hypetrain aufzuspringen. Es ist allerdings nicht der Videospielbranche vorbehalten, ausgewählte Titel mit Vorschuss-Lorbeeren zu überschütten. Hotness-Charts, Hypelisten & Co. kennen auch die Brettspieler zu Genüge. Im Rahmen der SPIEL.digital rückte „Die verlorenen Ruinen von Arnak“ immer stärker in den Fokus der Fangemeinde. Spieler lobten dabei sowohl die gute Umsetzung des Themas als auch die feine Verquickung beliebter Mechaniken. Doch kann das Spiel von Czech Games Edition tatsächlich dem Hype gerecht werden? Oder wird es vielleicht doch eher das Cyberpunk der Brettspiel-Szene?

In Die verlorenen Ruinen von Arnak ist euch der größte Coup eigentlich schon vor Spielbeginn gelungen. In den Weiten des Ozeans hat euer Team aus Forschern tatsächlich ein bislang unbekanntes Eiland entdeckt. Ihr befindet euch in unkartographierten Gewässern und vor euch liegt eine exotische Welt mit einer unerforschten Flora und Fauna, sowie den Schätzen einer fremden Kultur. Der Dschungel von Arnak wartet nur darauf von euch entdeckt zu werden… mit all seinen Schätzen und Gefahren.

Die verlorenen Ruinen von Arnak entführen euch in eine fremde Welt

Zu entdecken gibt es in Die verlorenen Ruinen von Arnak in der Tat reichlich. Das Spielfeld ist riesig und vollgestopft mit Material. Im Spielverlauf gibt es daher auch gleich etliche Bereiche, die ihr als Forscher regelmäßig abgrasen dürft. Dabei versucht ihr die Insel allerdings nicht kooperativ zu erkunden. Jeder von euch übernimmt die Leitung eines kleinen Teams, das sich auf eigene Faust durch den Dschungel schlägt. Das Spiel bietet euch zahlreiche Wege, um den Geheimnissen der Insel auf die Spur zu kommen und euren Fortschritt voranzutreiben.

Das Spielmaterial von Die verlorenen Ruinen von Arnak kann sich sehen lassen.

Ein guter Forscher ist allerdings nur so gut wie sein Equipment. Ohne eine ordentliche Ausrüstung ist die Mission praktisch schon von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Deshalb wäre es vermutlich schon ganz hilfreich, sich mit dem Nötigsten auszustatten. Ausrüstung wird bei Die verlorenen Ruinen von Arnak durch Karten dargestellt. Bei Spielbeginn müsst ihr euch zunächst mit vier Basiskarten begnügen, die bei allen Spielern gleich ausfallen. Wollt ihr euer Set erweitern, werdet ihr auf dem Marktplatz aktiv.

Keine Forschung ohne gute Ausrüstung bei Die verlorenen Ruinen von Arnak

Der Marktplatz wird durch eine offene Auslage mit genau sechs Karten dargestellt. Prinzipiell wird dabei unterschieden zwischen Artefakten und Gegenständen. Artefakte sind hinterlassene Relikte einer vergessenen Kultur, die sich auf der Insel finden lassen. Ihr könnt diese daher nicht mit profanem Geld bezahlen, sondern müsst stattdessen die Insel näher erkunden. Ihr bezahlt die Artefakte daher mit Erkundungsmarkern, die im Spiel durch Kompasse dargestellt werden.

In Die verlorenen Ruinen von Arnak kauft ihr euch mit Gold weitere Ausrüstungsgegenstände aus der Zivilisation.

Gegenstände hingegen stellen den Kontakt zur zivilisierten Welt dar. Für den Kauf von Ausrüstungsgegenständen werden daher Goldmünzen fällig, die zweite von vielen Währungen im Spiel. Sowohl Artefakte als auch Gegenstände verstärken nach dem Erwerb euer Deck, sie werden in späteren Runden wieder auf eure Hand wandern. Sie erlauben euch mächtige Sonderaktionen, versorgen euch mit weiteren Ressourcen oder lassen euch zusätzliche Karten nachziehen oder entsorgen. Geschickte Forscher sorgen dafür, dass ihre Karten gut aufeinander abgestimmt sind, die ihnen effektive Kombinationen erlauben. Artefakte und Gegenstände unterscheiden sich jedoch in ihrer Handhabung etwas voneinander. Die Macht eines gerade gefundenen Artefakts darf sofort einmalig eingesetzt werden, während gekaufte Gegenstände mit Verzug aus der Zivilisation geliefert werden und damit erst in späteren Runden zum Einsatz kommen. Ebenso verändert sich die Marktauslage im Spielverlauf stark. Ihr dringt immer tiefer ins Inselinnere, was den Zugriff auf die Ausrüstungsgegenstände zunehmend erschwert. Dafür habt ihr nun eine vergrößerte Auswahl von Insel-Artefakten.

Ressourcenmanagement in Die verlorenen Ruinen von Arnak

Jede Karte hat in Die verlorenen Ruinen von Arnak zwei Funktionen. Verzichtet ihr auf die Hauptaktion einer Karte, darf sie auch als Bewegung für eure Forscher verwendet werden. Auf dem Spielfeld seht ihr knapp zwanzig Orte, die ihr mit euren Forschern besuchen könnt. Um zu diesen Orten zu gelangen, müsst ihr jedoch erstmal die nötigen Bewegungspunkte aufbringen. Einige Stellen der Insel sind von eurem Lager aus nicht ganz leicht zu erreichen. Bestimmte Orte verlangen etwa den Einsatz eines Schiffs oder eines Autos. Wie ihr seht, das Ausspielen jeder Karte sollte mit Bedacht getätigt werden.

Ressourcenmanagement ist eine der Hauptaufgaben in Die verlorenen Ruinen von Arnak.

Ein Großteil der Insel wurde von euch bei Spielbeginn außerdem noch gar nicht erschlossen. Zunächst stehen euch lediglich fünf Reiseziele auf dem Eiland zur Verfügung. Ihr gebt die nötigen Bewegungspunkte aus, um vor Ort eine Ausgrabung zu starten. Dabei fördert ihr Gold, Kompassmarker und einige andere hilfreiche nützliche Fundstücke zu Tage. Entlegenere Orte müssen erst einmal entdeckt werden. Dazu werden wieder einige Erkundungsmarker fällig. Einmal erkundet, darf ein Ort ab sofort aber auch von Forschern anderer Spieler besucht werden. Für die Pionierarbeit gibt es aber immerhin ein Totemplättchen, das ein paar Siegpunkte und ein weiteres kleines Extra wert ist.

Fabelwesen wachen über Die verlorenen Ruinen von Arnak

Wie erwartet ist das Erkunden der Insel nicht frei von Gefahren. Über jedem Ort wacht ein mächtiges Tierwesen, das den Frieden der Insel bewahren möchte. Beim ersten Besuch des Ortes wird ein zufälliger Wächter aufgedeckt und platziert. Jeder Forscher, der sich von hier aus wieder auf den Weg zurück ins Lager macht, wird vom Wächter zwar nicht direkt attackiert, erleidet aber einen gehörigen Schrecken. In der Folge zieht ihr eine Furchtkarte und fügt sie eurem Deck hinzu. Eine Furchtkarte kostet euch am Spielende einen Siegpunkt und verstopft vor allem das Deck.

In Die verlorenen Ruinen von Arnak verwaltet jeder Spieler sein eigenes Lager.

Falls möglich, wäre es also sicherlich nicht verkehrt, den Wächter zuvor in seine Schranken zu weisen. Für das Bezwingen jedes Wächters werden bestimmte Ressourcen fällig, die ihr für diese Aktion aus eurem Lager entfernt. Ihr erspart euch damit nicht nur die Furchtkarte, sondern erhaltet auch noch einen Sonderzuschlag von fünf Siegpunkten sowie eine einmalige Sonderaktion. Durch das Entfernen des Tierwächters helft ihr indirekt jedoch auch euren Mitspielern, die sich nun ihrerseits beim Besuch des Orts keine Sorgen mehr um eingeschüchterte Forscher machen müssen.

Forschungsdrang befriedigen in Die verlorenen Ruinen von Arnak

Die Ausgrabungen auf der Insel sind ein gutes Mittel, um an wertvolle Ressourcen zu gelangen. Bezwingt ihr dabei vielleicht auch noch den ein oder anderen Wächter, lässt sich dabei sogar schon ein paar Siegpunkte generieren. Das ganz große Ziel der Forscher ist aber der verschollene Tempel. Hier warten hoffentlich die ganz großen Schätze auf euch. Diesem Ziel rückt ihr schrittweise näher, indem ihr Forschungen über die Inseln anstrengt und diese in eurem Notizbuch protokolliert. Dies geschieht über die Forschungsleiste, auf der jeder Spieler einen Lupen- und ein Notizbuchmarker bewegt.

Im Spielverlauf nähert ihr euch dem verschollenen Tempel in Die verlorenen Ruinen von Arnak immer weiter an.

In kleinen Schritten bewegt ihr beide Marker auf den Tempel zu, die ihr jeweils mit bestimmten Ressourcen bezahlt. Für jeden Fortschritt auf der Forschungsleiste erhaltet ihr wiederum Boni, bis ihr letztlich zu den Tempelanlagen gelangt. Hier entsteht ein kleiner Wettlauf gegen eure Mitspieler. Erreicht euer Marker den Tempel als erstes, winken euch als Belohnung die meisten Siegpunkte. Habt ihr einmal den Tempel erreicht, dürft ihr natürlich auch sein Inneres erkunden. Die Tempelschätze können erneut gegen die Abgabe von einigen Ressourcen gesichert werden. Doch selbst in Arnak sind die Schätze des Tempels nicht grenzenlos. Es lohnt sich auch hier, schnell zu sein.

Die verlorenen Ruinen von Arnak überzeugt mit einfachen Regeln

In Die verlorenen Ruinen von Arnak werden verschiedene bekannte Brettspielmechaniken miteinander kombiniert. Durch das Hinzukaufen von Karten gibt es einen kleinen Deckbuilding-Anteil. Beim Besuch der Orte auf der Insel versetzt ihr eure Forscher an limitierte Plätze, um dort einen Bonus zu ergattern. Dadurch wird Die verlorenen Ruinen von Arnak mit einem Worker-Placement-Element angereichert. Komplettiert wird der Reigen der verschiedenen Mechaniken durch das Handling der vielen verschiedenen Ressourcen, das regelmäßig für rauchende Köpfe sorgt.

In Die verlorenen Ruinen von Arnak führen eure Forscher Ausgrabungen durch und stoßen dabei auf so manches Fundstück.

Mit diesen spielmechanischen Zutaten spielt ihr euch durch insgesamt fünf Runden, in denen eure Möglichkeiten zunehmend wachsen. Während der erste Durchlauf meist nur wenige Minuten dauert, ufern spätere Runden gerne auch mal zeitlich etwas aus. Pro Spieler solltet ihr ungefähr eine halbe Stunde Spielzeit einrechnen. Die verlorenen Ruinen von Arnak von Czech Games Edition ist für ein bis vier Spieler ab zwölf Jahren geeignet. Im deutschsprachigen Raum erscheint das Spiel über Heidelbär Games. Die erste Fuhre ist vielerorts allerdings bereits ausverkauft. Im ersten Quartal wird jedoch bereits Nachschub erwartet.

Fazit: Die ingame-Redaktion hat die den verschollenen Tempel gestürmt und dabei für Die verlorenen Ruinen von Arnak die folgende Testwertung entdeckt

Im verschollenen Tempel haben wir diese Testwertung für Die Verlorenen Ruinen von Arnak entdeckt.

Ganz nüchtern betrachtet hat Die verlorenen Ruinen von Arnak das Rad sicher nicht neu erfunden. Das Spiel bedient sich bekannter Mechaniken, die Brettspiele bereits seit Jahren rauf- und runternudeln. Trotzdem hat das Spiel von Czech Games Edition bei uns ziemlich eingeschlagen. Die erste Runde plätscherte noch ein wenig zäh vor sich hin. Doch dann kam recht schnell der Punkt, an dem wir erkannten, was für große Möglichkeiten das Spiel bietet. Obwohl in jeder Runde nur fünf Handkarten und zwei Arbeiter zur Verfügung stehen, ist jeder Spielzug eine Wahl zwischen so vielen Optionen. Da verliert man schnell mal die Übersicht. Die Insel stellt unser Forscherteam vor einen bunten Strauß unterschiedlicher Aufgaben. Eine der Hauptfragen ist dabei meist: wie investiere ich meine sauer verdienten Ressourcen am effektivsten? Das Hantieren mit zahlreichen verschiedenen Ressourcen verlangt euch als Forscher schon einiges ab und stellt die vielleicht größte Herausforderung des Spiels dar. Total in den Sand setzen könnt ihr eure Mittel allerdings kaum. Richtig schlechte Aktionen gibt es in Die verlorenen Ruinen von Arnak nicht. Jeder Zug bringt euch dem Ziel wieder ein Stück näher. Das motiviert und hält den Frustfaktor gering, zu jeder Aktion gibt es zudem meist auch eine gute Alternative. Dabei hilft natürlich ungemein, dass sich alle Handkarten auf unterschiedliche Art und Weise einsetzen lassen. Sicher, die Hauptaktionen sind sehr nützlich, doch als Bewegungsoption können sie manchmal ebenso wertvoll sein. Insgesamt sticht der Deckbau-Anteil allerdings dann doch nicht ganz so stark heraus wie zunächst gedacht. Das Deck rotiert längst nicht so oft durch eure Hände wie bei anderen Deckbuildern, so dass jede Karte überhaupt nur wenige Male zum Einsatz kommt. Ähnliches gilt für das Worker-Placement-Segment. Euer Team besteht aus gerade einmal zwei Forscherfiguren, das im Spielverlauf auch nicht erweitert werden kann. Diese Limitierungen sind Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite ist das Spiel so spannend, dass man gerne noch viele weitere Aktionen in den eigenen Spielzug einbauen möchte. Andererseits wäre die Spieldauer wohl ziemlich eskaliert, hätte man den Deckbau- sowie den Worker-Placement-Anteil noch weiter ausgebaut. So bleibt die Ruinen von Arnak bei einer überschaubaren Spieldauer von rund zwei Stunden in Vollbesetzung und hat somit eine Chance, häufiger auf den Tisch zu kommen. Bei mir ist das Spiel derzeit ein Dauergast auf meinem Spieltisch. Sein toller Spielfluss, die dichte Forscher-Atmosphäre, die geschickte Kombination verschiedener Mechaniken und nicht zuletzt das schöne Spielmaterial lassen Die verlorenen Ruinen von Arnak zu einem heißen Kandidaten für meine persönliche Hotness-Liste 2020 werden. Believe the hype!

ProCon
+ geschickte Verzahnung unterschiedlicher Mechaniken- Braucht viel Platz auf dem Spieltisch
+ Thema gut umgesetzt
+ viel Varianz beim Spielaufbau
+ 2 Szenarien dank doppelseitigem Spielfeld
+ tolles Spielmaterial
+ zugängliches Regelwerk

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