Villagers ist über den Kosmos-Verlag erschienen und kostet 16-18€.
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Villagers ist über den Kosmos-Verlag erschienen und kostet 16-18€.

Kickstarter-Projekt jetzt auch im deutschen Handel

Villagers im Test: Das mittelalterliche Aufbauspiel

  • vonSebastian Hamers
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In Villagers heuert ihr Arbeiter für euer Dorf an. Wenn es euch gelingt, die Synergien der Einwohner zu optimieren, blickt ihr bald auf einen florierenden Ort.

Oh nein! Nicht schon wieder ein Mittelalter-Spiel! Zwar hat sich die Brettspielwelt in den letzten Jahren ziemlich weit geöffnet, dennoch wird das Mittelalter als Thema immer noch verdammt häufig herangezogen. Ein Mittelalter-Brettspiel zu veröffentlichen ist in etwa so einfallsreich wie die Entwicklung eines Zweite-Weltkrieg-Shooters. Villagers vom Kosmos-Verlag ist eine der Mittelalter-Neuheiten aus dem vergangenen Herbst. Statt brutalen Ritterschlachten steht jedoch der Aufbau eines Dorfs im Mittelpunkt. In der Rolle des Ortsvorstehers heuert ihr fachkundige Arbeiter an, um den Ausbau des Dorfs voranzutreiben. Wenn es euch gelingt, die Fähigkeiten der Einwohner gut miteinander zu verknüpfen, blickt ihr am Ende des Spiels auf ein florierendes Dorf.

Der Aufbau des Dorfes beginnt recht gemächlich. Mit lediglich einer Handvoll Münzen, ein paar Handkarten sowie der Gründungskarte startet ihr die Mission Dorfausbau. Die Gründungskarte bildet das Zentrum des neuen Dorfs. Dort werden allerdings keine Gebäude angelegt, sondern die namensgebenden Villagers. Das Dorfzentrum mit der Gründungskarte bietet zunächst zwei Arbeitern eine neue Heimat. Viele Facharbeiter benötigen jedoch erste einige Voraussetzungen, bevor sie ihrer Tätigkeit nachgehen können. Der Trüffelsucher etwa kann erst aktiv werden, wenn sich in eurem Dorf bereits ein Schweinehirte angesiedelt hat.

Effektive Produktionsketten erschaffen

Habt ihr einen dieser Trüffelsucher auf der Hand, nutzt er euch so erstmal gar nichts. Es muss ein Schweinehirte her. Habt ihr gerade keinen auf Lager, dürft ihr euch in der Drafting-Phase an zwei Auslagen bedienen, einer offenen und einer verdeckten. Mit etwas Glück entdeckt ihr den gesuchten Schweinehirten gleich offen ausliegend. Falls nicht, müsst ihr ein wenig spekulieren. Die Kartenrückseiten in der verdeckten Auslage geben euch einen Hinweis auf die Art der Karte. Alle Personenkarten zeigen einen Rohstoff auf der Rückseite. Beim Schweinehirten handelt es sich dabei um Getreide, beim Schlosser seht ihr hingegen ein Erzsymbol. Ganz blind müsst ihr euch eure Karten also nicht zusammensuchen.

Anhand der Kartenrückseiten könnt ihr bereits erahnen, welchen Arbeiter ihr erhaltet.

Für viele Personenreihen bietet die Gründungskarte die Grundlage. Es gib jedoch auch noch drei weitere Optionen, eine Produktionsreihe zu starten. Mit dem Holzfäller, dem Heuwender und dem Bergarbeiter stehen euch zusätzliche Start-Personen zur Verfügung, die ihr euch jederzeit im Tausch gegen eine andere Handkarte zulegen könnt. An den Holzfäller könnt ihr beispielsweise den Radmacher anlegen, an den sich wiederum ein Wagner anreihen kann. Durch die Kombination von passenden Personen erstellt ihr eine Produktionskette, mit der ihr die Synergien der Arbeiter ausnutzen könnt.

Fachkräftemangel im Mittelalter

Da die vollausgestatten Produktionsketten ziemlich effektiv sind, spielt die Suche nach dem fehlenden Puzzlestück in der Reihe natürlich eine besonders große Rolle. An neue Handkarten kommt ihr in der Drafting-Phase einer jeden Spielrunde. Zwei neue Karten, die ihr sowohl aus der offenen als auch aus der verdeckten Auslage wählen dürft, erhaltet ihr in jedem Fall. Ihr könnt die Zahl der neuen Karten jedoch weiter steigern. Einige Arbeiter, wie der schon erwähnte Schweinehirte, bringen dem Dorf Nahrungspunkte ein. Für jeden Nahrungspunkt dürft ihr eine zusätzliche Karte ziehen.

Die Gründungskarte bildet den Ausgangspunkt eures Dorfes.

Ein Limit gibt es aber nicht nur beim Ziehen der Karten, auch das Auslegen in das eigene Dorf ist zunächst auf zwei Karten begrenzt. Bestimmte Arbeiter wie etwa der Maurer können dieses Limit allerdings erhöhen. Boni wie zusätzliche Nahrungs- oder Baupunkte sind also wichtige Faktoren beim Ausbau des Dorfes. Am Spielende kommt es allerdings einzig und allein auf euren Wohlstand an, der sich selbstverständlich in euren Barreserven widerspiegelt. Durch den Verkauf ihrer Produkte können einige Arbeiter ihren Anteil dazu beitragen.

Geld regiert die Welt

Zu den Top-Verkäufern zählen im Mittelalter Berufe wie Wagner oder Schneider. Andere Facharbeiter können sogar noch effektiver sein, wenn bestimmte Gegebenheiten erfüllt werden. Der Flößer profitiert beispielsweise, wenn sich in eurem Dorf besonders viele Holzsymbole befinden. Beim Ausbau des Dorfs solltet ihr also schon ganz genau hinsehen, welche Karten euren Profit maximieren können.

Jeder Arbeiter erfüllt eine andere Funktion im Dorf.

Dabei können euch insbesondere auch Personenkarten mit Schloss-Symbol helfen. Wenn ihr eine Karte mit Schloss ausspielen möchtet, bedarf es immer erst die Anwesenheit eines anderen Arbeiters. Wollt ihr etwa den Geflügelhändler auslegen, muss erst ein Tischler vorhanden sein. Praktischerweise verfügt euer eigenes Dorf über diesen Tischler. In diesem Fall dürft ihr zwei Münzen von der Bank auf den Tischler legen. Liegt die Tischler-Karte jedoch nur im Dorf eines Mitspielers aus, müsst ihr die zwei Münzen selber entrichten und auf die Karte des Mitspielers legen. In der Marktphase werden sich die Münzen auf euren Karten noch auszahlen.

Markttag im Dorf

Mit den schwindenden Karten in der verdeckten Auslage rückt der Markttag immer näher. Einmal während des Spiels sowie einmal bei Spielende wird eine Wertung ausgelöst. Am ersten Markttag zählt ihr die Goldwerte auf den Personen-Karten zusammen und addiert die Werte der gesammelten Münzen auf den Karten hinzu. Beim zweiten Markttag werden zusätzlich die Silbermünzen-Symbole gewertet. Die Silbermünzen findet ihr etwa beim schon erwähnten Flößer, der Werte in Abhängigkeit von der vorhandenen Holzmenge im Dorf produziert.

Villagers ist über den Kosmos-Verlag erschienen und kostet 16-18€.

Bis ihr das Spiel mit der Auswertung des zweiten Markttages abgeschlossen habt, vergeht eine gute dreiviertel Stunde. Wenn ihr mögt, dann könnt ihr die Komplexität des Spiels etwas variieren. Weniger erfahrene Spieler können die Schloss-Symbole auf den Personenkarten ignorieren. Wollt ihr Villagers noch etwas taktischer spielen, dürft ihr drei kleine Zusatzmodule mit ins Spiel nehmen. Dem Spiel liegen gleich drei Mini-Erweiterungen bei. Leider hat es der Modus für Solospieler aus der Kickstarter-Version nicht in die fertige deutsche Version von Kosmos geschafft. Ebenso wurde der fünfte Spieler wegrationalisiert. Dafür könnt ihr die deutschsprachige Fassung allerdings auch schon zum kleinen Preis von 16€-18€ erwerben.

Fazit: Der mittelalterliche Dorfausbau der Villagers erhält im Test diese Note

Villagers im Test: So gut ist der mittelalterliche Dorfausbau.

Auch wenn ich eingangs ein wenig über das ausgelutschte Mittelalter-Thema von Villagers gemeckert habe, so hat mich das kleine Kartenspiel doch ziemlich schnell in seinen Bann gezogen. Gerade angesichts eines Kaufpreises von weniger als 20€ hat Villagers doch ziemlich viel Spiel zu bieten. Der Aufbau des Dorfes mit seinen zahllosen Produktionsketten fordert euch taktisch einiges ab. Das Spielprinzip wirkt sehr durchdacht und gut ausbalanciert. Mit etwas Geschick und natürlich auch einer Portion Glück, legt ihr in eurem Dorf mächtige Kartenkombinationen aus. Der Abschluss einer effektiven Produktionskette ruft echte Glücksgefühle hervor. Auf dem Papier liest es sich so einfach: Holzfäller – Radmacher – Wagner. Doch letztlich ist es gar nicht so einfach, an die passenden Karten zu kommen. Es empfiehlt sich daher, vielleicht auch ein wenig das Treiben der Konkurrenz im Auge zu behalten. Wenn sich schon zwei Mitspieler auf einen bestimmten Pfad eingeschossen haben, könnt ihr möglicherweise der lachende Dritte sein, wenn ihr eure Bemühungen auf einen ganz anderen Weg konzentriert. Taktisch fordernd ist auch das Spiel mit den Schloss-Symbolen. Mit den richtigen Karten könnt ihr über die Schlösser so manche Extra-Münze verdienen. Gleiches gilt für die Silbermünzen-Arbeiter. Legt ihr passende Ressourcen im Dorf aus, könnt ihr mit diesen Personen-Karten ein kleines Vermögen verdienen. Mir hat Villagers mit seiner guten Mischung aus Taktik und Glück viel Freude bereitet. Für weniger als 20€ bekommt ihr ein tolles Kartenspiel mit hohem Wiederspielreiz.

Pros

Cons

+ taktisch fordernd

- Solo-Variante aus der Kickerstarter-Version fehlt

+ mächtige Kartenkombinationen

+ schickes Artwork

+ inklusive 3 Zusatzmodule

+ hoher Wiederspielwert

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