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Der witzige Look trägt maßgeblich zum Spielgefühl bei.

Angriff der Superviren

Virus im Test: Das Kartenspiel mit hoher Ansteckungsgefahr

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Virus ist kein Spiel für friedfertige Naturen. Von Beginn an seid ihr auf Konfrontation gepolt. Gut verseucht ist halb gewonnen.

Nach rund zehn Jahren Verlagsgeschichte ist GameFactory zum festen Bestandteil der Spieleszene geworden. Jetzt gehen die Schweizer bereits in ihre zweite Dekade, die sie mit einem ganzen Schlag neuer Spiele feiern wollen. Eine ziemlich vielversprechende Neuheit hat in diesem Jahr über Spanien den Weg in die Schweiz gefunden. Das Kartenspiel Virus kam in seinem Heimatland besonders gut an und konnte im Vorjahr mehr als 100.000 Kopien verkaufen. Damit ist es Spaniens beliebtestes Kartenspiel 2018. Mit viel Vorschusslorbeeren und den Umweg über die GameFactory kommt Virus jetzt auch zu uns in den Handel.

Hätte man der GameFactory so viel schwarzen Humor zugetraut? Der Verlag hat zwar viele familienfreundliche Spiele im Programm, doch den Hang zu schrägen Spielkonzepten kann man den Schweizern schon nachsagen. Gerade Titel wie das KartenspielFrantic zeigen, dass die GameFactory auch ein erwachsenes Publikum ins Visier nimmt. Virus fällt ebenso in diese Kategorie. List und Tücke sind die Waffen, die euch bei Virus auf die Siegerstraße führen. Ihr gewinnt das Spiel, wenn ihr vier gesunde Organe vor euch ausgelegt habt. Da könnt ihr auf die Gesundheit eurer Mitspieler leider keine Rücksicht nehmen.

Angriff der Killer-Viren: Virus im Test

Das Thema ist also nichts für Zartbesaitete. Ihr müsst schon bereit sein, euren Mitspielern kräftig in die Suppe zu spucken. Im Gegensatz dazu ist das Regelwerk sehr einfach ausgefallen. Das Spiel besteht zu einem großen Teil aus Organ-, Viren- und Medikamentenkarten. Drei Karten habt ihr in jeder Runde auf der Hand. Seid ihr am Zug, spielt ihr entweder genau eine Karte aus oder aber werft beliebig viele Handkarten ab und zieht wieder auf drei Karten auf.

Der witzige Look trägt maßgeblich zum Spielgefühl bei.

In eure persönliche Auslage werden die Organe gespielt. Vier verschiedene Organe sind im Spiel vertreten: Herz, Niere, Gehirn und Knochen. Alle vier müssen in eurer Auslage vertreten sein, um das Spiel zugewinnen. Einzige Bedingung: sie müssen alle gesund und funktionsfähig sein. Spielt ihr ein Organ vor euch aus, ist es noch in einem tadellosen Zustand. Doch das könnte sich schon bald ändern. Ihr könnt euch bei euren Mitspielern bedanken. Sie verstreuen schon bald kräftig ihre Viren auf dem Spieltisch. Das schreit nach Rache!

Medikamentöse Grundversorgung

Statt ein Organ auszulegen, dürft ihr natürlich auch eine Viruskarte ins Spiel bringen. Ihr spielt sie einfach auf ein ausliegendes Organ eines Mitspielers. Der Virus muss allerdings zum befallenen Organ passen und die gleiche Farbe aufweisen. Wenn es passt, habt ihr das Organ des Mitspielers schon infiziert. Sobald auf dem Organ ein zweiter Virus landet, verendet das Organ sogar. Es stirbt ab und kommt aus dem Spiel. Jetzt beginnt die Arbeit von vorne, ein neues Organ muss her.

Wer zuerst alle vier Organe im gesunden Zustand vor sich ausgelegt hat, gewinnt das Spiel.

Ihr könnt euch gegen die Virenangriffe der anderen Spieler zum Glück aber auch wehren. Dabei helfen die Medikamentenkarten. Ihr spielt sie auf eure eigenen Organe. Ein Medikament befreit das befallene Organ von einem Virus und ist somit wieder gesund. Ihr könnt die Medikamente sogar prophylaktisch verabreichen. Wenn ihr auf Nummer Sicher gehen wollt, versucht ihr direkt die Doppelprophylaxe. Sobald zwei Medikamentenkarten auf einem Organ liegen, gilt es als immun und kann nicht mehr infiziert werden. Wie bei den Viren, so werden auch die Medikamente farblich von einander unterschieden. Auf jedes Organ muss ein farblich passendes Medikament gespielt werden.

Problem in Virus: Organhändler im Untergrund

Das Farbproblem könnt ihr mit den Super-Organen, -Medikamenten und -Viren umgehen. Diese Joker-Karten werden als beliebige Farbe gewertet, sind allerdings auch rar vertreten. Als letzter Kartentyp kommen jetzt nur noch die Operationskarten hinzu. Dabei handelt es sich um Sonderaktionen, die nochmal für reichlich Chaos im Spielverlauf sorgen.

Mit Viren setzt ihr zum direkten Angriff auf die Mitspieler an. Medikamente helfen euch, sie wieder loszuwerden.

Mit der Transplantation etwa könnt ihr ein Organ mit dem eines Mitspielers tauschen. Alle Karten, die an den getauschten Organen anliegen, werden gleich mitgetauscht. Ziemlich fies ist der Organdieb. Ihr dürft euch mit seiner Hilfe ein Organ bei einem anderen Spieler mopsen. Mit derAnsteckungskarte werdet ihr hingegen viele Virenkarten mit einem Schlag los. Befreit eure eigenen Organe von allen Viren und legt sie einfach bei Fremdorganen an. Euren Mitspielern wird das wohl nicht gut gefallen. Nicht ganz so dramatisch ist die Handschuh-Karte. Sie sorgt lediglich dafür, dass alle anderen Spieler ihre ganze Hand abwerfen, anschließend aber natürlich direkt wieder auf drei Karten aufziehen. Zu guter Letzt gibt es noch den Kunstfehler. Hier dürft ihr alle Organe des eigenen Körpers mit einem Mitspieler tauschen.

Für reichlich Organ-Pingpong ist also gesorgt. Es sind vor allem die Operationskarten, die den Spielverlauf ordentlich aufpeppen. Sobald ihr vier verschiedene gesunde Organe vor euch ausliegen habt, gewinnt ihr die Partie. Oft ist eine Runde ziemlich schnell vorbei und ihr braucht nicht viel länger als zwanzig Minuten. Gerade wenn viele Spieler beteiligt sind, kann sich das Spiel aber auch etwas in die Länge ziehen. Virus ist für zwei bis sechs Spieler ab acht Jahren geeignet. Es ist ab sofort im Handel verfügbar und kostet etwa 12€-15€.

Fazit: Diesen Wert erreicht Virus auf der Fieber-Skala

So schneidet Virus im Test ab.

In Virus seid ihr von Beginn an auf Konfrontation gepolt. Gnadenlos infiziert ihr eure Mitspieler, stehlt ihre Organe und schreckt sogar vor verheerenden operativen Kunstfehlern nicht zurück. Um mit Virus Freude zu haben, müsst ihr also schon bereit sein, ein wenig fies zu euren Freunden zu sein. Dabei ist das Spielprinzip ziemlich einfach. Die kurze Anleitung habt ihr fünf Minuten durch und schon könnt ihr loslegen. Am Spieltisch entsteht schnell eine gewisse Dynamik. Mit einem Rutsch wird der gesamte Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Gerade wenn ihr den Sieg schon sicher in der Tasche glaubt, spielt jemand den Kunstfehler aus und schon steht ihr in eurem Zug mit nur noch einem einzigen gesunden Organ dar. So schnell kann sich der Spies drehen. Ihr seid ständig darauf bedacht, den führenden Spieler anzustecken. Fehlt euch nur noch ein gesundes Organ? Dann könnt ihr ziemlich sicher sein, dass es jetzt alle Mitspieler auf euch abgesehen haben. Dadurch kann sich das Spiel manchmal etwas hinziehen. Als abendfüllendes Programm ist Virus allerdings nicht unbedingt geeignet. Dafür bietet es einfach nicht genügend Spieltiefe. Wenn die Partie einfach keinen Sieger finden will, hat Virus schon seine Längen. Als kleiner Spiele-Snack ist Virus aber gut bekömmlich. Mit seinen einfachen Regeln und seinem hohen Interaktionsgrad kann es für spannende Momente am Spieltisch sorgen.

PROS

CONS

+ witziger Look

- kann sich manchmal in die Länge ziehen

+ für bis zu sechs Spieler geeignet

+ hoher Interaktionsgrad

+ einfache Regeln

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