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Voll verplant ist das neue Spiel aus der Reihe „Klein & Fein“ von Schmidt Spiele. Kostenpunkt: 10-12€.

Voll verplant erweitert die Reihe „Klein & Fein“ von Schmidt Spiele mit einem Flip & Write

Voll verplant im Test: Das Brettspiel für Verkehrsplaner

  • VonSebastian Hamers
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Bei voll verplant organisiert ihr das öffentliche Streckennetz der U-Bahn in vier verschiedenen europäischen Metropolen.

Die Reihe „Klein & Fein“ von Schmidt Spiele ist zwar erst ein paar Jahre alt, genießt in Brettspielerkreisen aber bereits einen hervorragenden Ruf. 2018 wurde mit „Ganz schön clever“ sogar ein Familienmitglied der jungen Serie zum Kennerspiel des Jahres nominiert. Doch auch andere Hochkaräter wie „Noch mal!“ oder „Gönnen Können“ zählten zu den populären Titeln ihres Jahrgangs. In diesem Herbst hat Schmidt Spiele die Erfolgsreihe um ein weiteres Spiel ergänzt. „Voll verplant“ soll einmal mehr die Köpfe der Spieler qualmen lassen, ohne sich dabei in einem ellenlangen Regelwerk zu verstricken. Easy to learn, hard to master… diesem Credo folgt auch der jüngste Spross von „Klein & Fein“.

Mit Voll verplant durch vier europäische Metropolen

Wer bereits das ein oder andere Spiel aus der Reihe gespielt hat, rechnet bei Voll verplant vermutlich mit einem Roll-and-Write-Titel. Das Konzept ist altbekannt, erlebte in den letzten Jahren aber eine regelrechte Renaissance. Würfel werfen und Ergebnisse eintragen… mit dieser Mechanik arbeitet ein Großteil der Schmidt’schen Kleinen und Feinen. Voll verplant bewegt sich von dieser Idee nicht sonderlich weit weg, setzt jedoch auf den Einsatz von Karten statt der üblichen Würfel.

Amsterdam ist einer von insgesamt vier Spielplänen in Voll verplant.

Von den vierzehn Spielkarten und den sechs beiliegenden Stiften einmal abgesehen, liegt der Schachtel nur noch ein ziemlich dicker Abreißblock bei. Dieser bildet den Kern von Voll verplant. Vor Spielbeginn erhält jeder Spieler ein eigenes Blatt, das im Spielverlauf bearbeitet wird. Es zeigt einen vereinfachten Plan der U-Bahn-Netzwerke von vier europäischen Großstädten. Zur Wahl stehen Berlin, Amsterdam, Paris und Madrid. Da die Städte unterschiedliche schwer zu bespielen sind, startet ihr alle mit einem Plan der gleichen Stadt.

  • für 1-6 Spieler ab 8 Jahren
  • Spieldauer: 20 Minuten
  • Autor: Hisashi Hayashi
  • Verlag: Schmidt Spiele
  • Preis: 10-12€

Gut organisiert oder Voll verplant?

Ein erster Blick auf den Plan sorgt für Verwirrung. Kein Wunder, die U-Bahn-Linien verlaufen kreuz und quer durch die Stadt, um sich an einigen Punkten zu vereinen und dann wieder auseinanderzulaufen. Dennoch gilt es für euch, in diesem Chaos den Überblick zu behalten. Als Verkehrsplaner wollt ihr die unterschiedlichen Linien von der Start- bis zur Endstation zu begleiten. Denn nur wenn eure U-Bahn sämtliche Haltestationen abgefahren hat, winken euch am Spielende ein paar Siegpunkte dafür.

Nur vollständig abgefahrene Linien geben euch bei Voll verplant Punkte.

Dazu müsst ihr sämtliche Felder einer Linie ankreuzen. Euren Fortschritt treibt ihr dabei über das Aufdecken von Karten voran. Die meisten aufgedeckten Karten zeigen eine Ziffer, sie gilt für alle Spieler gleichermaßen. Ihr wählt eine beliebige Linie aus und tragt die Zahl in einem Fenster des dazugehörigen Wagons ein. Dies soll euch später helfen, im Bedarfsfall sämtliche Züge rückverfolgen zu können. Mit Hilfe der Karte dürft ihr jetzt beliebig viele Felder in der gewählten Linie ankreuzen, maximal allerdings in Höhe des auf der Karte gezeigten Werts.

Bei Voll verplant füllt sich langsam das Verkehrsnetz

Ihr beginnt das Ausfüllen einer Linie immer an der Startstation. Im weiteren Spielverlauf werden die Kreuze dann immer weiterführend angelegt, bis irgendwann hoffentlich das letzte Kreuz an der Endstation gesetzt wurde. Da sich viele Linien kreuzen, werdet ihr beim Abfahren der Stationen irgendwann auf einen Halt stoßen, den ihr bereits mit einer anderen Linie besucht habt. In diesem Fall endet der Zug möglicherweise vorzeitig. Trefft ihr in der Linie auf ein schon ausgefülltes Feld, dürft ihr dieses nicht überspringen.

Bei Voll Verplant kommt es häufig auf die Express-Karten an. Sie können das Befahren der Strecken extrem beschleunigen.

Diese Fähigkeit ist den sogenannten Express-Karten vorbehalten, von denen sich insgesamt drei im Stapel befinden. Bereits angekreuzte Stationen dürfen mit diesen einfach übersprungen werden. Gerade wenn sich Strecken mehrfach mit anderen überschneiden, kann das ein entscheidender Vorteil sein. Ziemlich praktisch ist außerdem die Freifahrt-Karte. Sie erlaubt euch zwar nur das Setzen eines einzigen Kreuzes, dieses darf dafür allerdings an beliebiger Stelle auf dem Spielplan sein.

Umsteigemöglichkeiten bei Voll verplant

Bei Voll verplant zahlt sich Schnelligkeit bei der Planung aus. Am besten erreicht ihr die Endstation einer Linie vor allen anderen Spielern. In diesem Fall erhaltet ihr für die Komplettierung die volle Punktzahl. Eure Mitspieler müssen, falls sie die Strecke noch bis zum Ende ausbauen, mit der geringen Punkteausbeute vorliebnehmen. Ein guter Teil der Gesamtpunkte wird somit über das Abschließen von Linien erzeugt.

Bitte Umsteigen! Bei Voll verplant sind die Karten mit Umsteigemöglichkeit echte Punktegaranten.

Weitere Punkte werden zudem vergeben, wenn die beiden Karten „Umsteigemöglichkeit“ strategisch geschickt eingesetzt werden. Wird eine solche Karte aufgedeckt, wählt ihr erneut eine beliebige Linie und tragt ein Plus-Zeichen in den passenden Wagon ein. Wieder folgt ihr der Linie und aktiviert das erste freie Feld. Dort setzt ihr allerdings kein Kreuz, sondern zählt zunächst alle Linien, die an dieser Station zusammenkommen. Diese Zahl tragt ihr in das Stationsfeld ein. Am Ende des Spiels werden alle Werte der Umsteigemöglichkeiten addiert und doppelt gewertet.

Spannende Punktejagd bei Voll verplant

Eine besondere Funktion nimmt außerdem noch die Karte mit dem Wert von sechs Kreuzen ein. Nach dem Abwickeln der Aktion, werden alle vierzehn Karten gemischt und als neuer Nachziehstapel bereitgestellt. Das Spiel endet erst, wenn sämtliche Felder in den Wagons aller Linien aktiviert wurden. Dann müssen nur noch die Punkte für vervollständigte Linien und Umsteigemöglichkeiten addiert werden. Für etwaige nicht angekreuzte Felder werden jeweils noch ein paar Punkte abgezogen.

Mit einer Freifahrt setzt ihr bei Voll verplant ein Kreuz an beliebiger Stelle auf dem Plan.

Eine Partie dauert rund zwanzig Minuten. Da alle Spielzüge parallel abgewickelt werden können, spielt die Zahl der Mitspieler dabei keine große Rolle. Einige Stadtpläne gestalten sich allerdings ein wenig kniffliger. Gerade die U-Bahn-Linien von Paris und Madrid fordern euch schon ziemlich viel Gehirnschmalz ab. Voll verplant von Hisashi Hayashi ist für ein bis sechs Spieler ab acht Jahren geeignet, erscheint über Schmidt Spiele und kostet etwa 10-12€.

Fazit: Der ingame-Stadtplaner vergibt für Voll verplant diese gut ausgeklügelte Testwertung

Der ingame-Stadtplaner vergibt für Voll verplant diese gut ausgeklügelte Testwertung.

Im Jahr 2021 muss ein Roll-/Flip & Write schon einiges bieten, um mich noch hinter dem Ofen hervorzulocken. Auch wenn die ganze große Flut mit Spielen dieser Art langsam ein wenig abzuebben scheint, ringen jährlich immer noch haufenweise Genrevertreter um die Gunst der Käufer. Allein aufgrund der Optik hat Voll verplant deshalb einen schweren Stand. Die grafische Gestaltung des Spiels ist ungefähr so ansprechend wie… naja wie eben der Linienverkehrsplan der Großstadt-Öffis. Glücklicherweise macht Voll verplant diesen Makel in spielerischer Hinsicht mehr als wieder wett. Auch wenn natürlich etwas Glück zu einer erfolgreichen Verkehrsplanung benötigt wird, das Spiel lässt die Köpfe schon ordentlich zum Rauchen bringen. Da die Zahl der Züge eng begrenzt ist, fällt es ziemlich schwer, eine Linie bis zur Endstation abzufahren. Ihr müsst also geschickt die Überschneidungen der verschiedenen Strecken nutzen, um das Beste aus den Möglichkeiten herauszuholen. Bei einer Vielzahl von U-Bahn-Linien bietet euch jede Stadt zahlreiche Chancen dazu. Doch nicht immer erweisen schon besuchte Stationen auf einer Strecke als Vorteil, sondern bringen eure Planungen vielmehr sogar ins Stocken. Eine gute Vorausplanung ist daher auf jeden Fall von Vorteil, auch wenn ihr das Spiel niemals vollständig kontrollieren werdet. Voll verplant funktioniert als Solospieler-Erlebnis ebenso gut wie in einer etwas größeren Gruppe. Das liegt jedoch vor allem daran, dass eine Interaktion unter den Spielern kaum gegeben ist. Im Grunde tüftelt jeder Verkehrsplaner ziemlich alleine vor sich hin, um am Ende seinen Score mit den anderen zu vergleichen. Punkten kann Voll verplant hingegen mit den vier verschiedenen Stadtplänen, die den Partien mehr Abwechslung verleihen. In Kombination mit der knackig kurzen Spieldauer hat Voll verplant somit gute Chancen, ziemlich häufig auf den Tisch zu kommen.

ProCon
+ kaum Wartezeiten- wenig Interaktion
+ taktische Planung erforderlich
+ abwechslungsreich durch 4 verschiedene Städte
+ zugängliche Regeln

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