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Wald der Wunder im Test: Das märchenhafte Brettspiel-Puzzle

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Von: Sebastian Hamers

Wald der Wunder Zylinder Rosen Baum Verpackung Schachtel
Wald der Wunder erscheint über Schmidt Spiele und kostet etwa 20€. © Schmidt Spiele

In Wald der Wunder organisiert ihr eine Grünfläche nach den Wünschen der Herzkönigin, die ganz spezielle Vorstellungen von der Forstgestaltung hat.

Es soll doch tatsächlich Leute geben, denen sich der Reiz von Puzzlespielen so gar nicht erschließt. Für viele ist das Puzzeln hingegen Freude und Entspannung zugleich. Vielleicht erinnert ihr euch ja noch, wie viele Stunden ihr damals in Tetris auf dem Gameboy versenkt habt? In der Brettspielwelt gehören Puzzles ebenfalls zu den beliebten Genres. In den Neuheitenlisten der Verlage finden sich in jedem Jahr zahlreiche Vertreter dieser Art wieder. Auch in das Schmidt-Portfolio hat sich 2022 wieder einer dieser kleinen Puzzler gemogelt. Wald der Wunder greift die schräge Story von Alice im Wunderland auf und verpackt sie eine fluffig-zugängliche Knobelei. Kurze Spieldauer, einfache Regeln, entspanntes Spielen… so ließe sich Wald der Wunder in aller Kürze zusammenfassen.

Wald der Wunder spielt nach den Regeln der Herzkönigin

Erwartungsgemäß ist die Hintergrundstory des Spiels daher auch nur ein ziemlich loser Aufhänger. Die Herzkönigin möchte den Wald der Wunder nach ihren eigensinnigen Vorstellungen formen. Die resolute Dame hat ein Faible für prachtvolle Dornenbüsche, die sprechenden Bäume des Waldes sollen hingegen nicht zu dicht gedrängt beieinanderstehen. Und natürlich darf der schachbrettartige Pfad in der Mitte der Grünfläche nicht fehlen, der durch das Waldstück verläuft.

Wald der Wunder Pilz Rosen Baum Schach Schachfiguren Tableau
Wald der Wunder hat einfache Regeln, spielt sich aber dennoch herausfordernd. © Schmidt Spiele

Ihr seit mit der Erschaffung der perfekten Waldfläche beauftragt und arbeitet jeweils separat an einem kleinen Waldtableau. Dieses besteht aus zwei Waldabschnitten, die in der Mitte des Tableaus durch den schon erwähnten Schachbrettpfad getrennt werden. Bei Spielbeginn sind die Tableaus noch leergefegt, doch dies wird sich schon sehr bald ändern. Nach und nach wandern tetrisartige Plättchen in den Wald, die ihr hoffentlich so arrangiert, wie es der Herzkönigin gefällt.

Wald der Wunder goes Tetris

Die Puzzleteile warten in sechs grünen Säckchen auf ihren Einsatz. Sie sind nach ihrer Form getrennt und liegen tatsächlich exakt in den Ausführungen der bekannten Tetris-Steine vor. Zieht ihr ein Plättchen aus dem Beutel, ist die Form des Plättchens also keine Überraschung. Der Auswahlmechanismus funktioniert kinderleicht. In jeder Runde bestimmt ein anderer Spieler aus welchem Säckchen die Teile für den aktuellen Zug gezogen werden. Unterschiedlich sind allerdings die verschiedenen Symbole, die auf ihnen zu finden sind. Und um genau diese geht es in Wald der Wunder an erster Stelle.

Wald der Wunder Rosen Schachfiguren Punkte Tableau Sterne Spielkarten
Wald der Wunder bietet euch zwei Wertungsvarianten an. Diese werden unterhalb des Spielfelds montiert. © Schmidt Spiele

Um Punkte zu generieren sind im Wesentlichen vier verschiedene Arrangements verantwortlich. Schachfiguren etwa sollten natürlich vorzugsweise auf dem Pfad in der Mitte platziert werden. Jede Schachfigur, die ihren Platz gefunden hat, wird mit Siegpunkten belohnt. Bei den Pilzen ist die Lage schon etwas komplizierter. Hier werdet ihr belohnt, wenn ihr möglichst viele Pilze in einer Spalte untergebracht habt. Rosen profitieren hingegen, wenn sie dich gedrängt beieinanderstehen. Je mehr Rosensymbole im Pulk ausliegen, desto besser. Bleiben noch die sprechenden Bäume. Hier bringen alle Zeilen Punkte ein, die mindestens zwei Bäume enthalten. Allerdings sollten sie möglichst weit voneinander entfernt stehen, denn dann gibt es dafür deutlich mehr Punkte.

Mut zur Lücke in Wald der Wunder

Beim Legen der Puzzleteile gibt es nicht sonderlich viele Regeln zu beachten. Im Grunde dürft ihr euch auf dem Tableau frei entfalten. Drehen, rotieren und wenden… alles kein Problem, solange sich alle Felder innerhalb der gesteckten Grenzen befinden. Durch die Form der Plättchen wird es euch kaum möglich sein, ein vollständig bedecktes Tableau abzuliefern. Bedauerlich, denn auf Freiflächen steht die Herzkönigin so gar nicht und straft diese mit Minuspunkten ab. Immerhin dürfen die unbelegten Flächen beliebig groß sein. Es ist also besser eine große Fläche freizulassen als mehrere kleine.

Wald der Wunder Tableau Spielkarten Bonus Plaettchen Rosen Schachbrett Pferd Rosen
Werden bei Wald der Wunder zwei Spielkartenfiguren zusammengelegt, erhaltet ihr ein Bonusplättchen. © Schmidt Spiele

Für ein wenig Entlastung können diesbezüglich die Bonusplättchen sorgen. Bei ihnen handelt es sich um kleine Plättchen, die nur ein einziges Feld abdecken. Sie werden in einem separaten Beutel aufbewahrt, auf den ihr aber nur Zugriff erhaltet, wenn zwei Spielkartenfiguren im Wald nebeneinander platziert werden. Die Einzelplättchen lassen sich dabei nicht direkt platzieren, sondern dürfen am Spielende verbaut werden, um vielleicht noch ein paar letzte Lücken zu schließen.

Wand der Wunder mit alternativem Wertungsschema

Um die Folgepartien noch etwas abwechslungsreicher zu gestalten, liegt dem Spiel noch ein zweites Wertungsschema bei. Dieses handelt zwar nach dem gleichen Prinzip, macht die Punktevergabe aber eine kleine Spur komplexer. Für falsch platzierte Schachfiguren gibt es nun etwa auch Minuspunkte und für die sprechenden Bäume gibt es zusätzliche Punkte, wenn ihr besonders viele von ihnen in einer Reihe unterbringt. Auch an eine Solovariante wurde gedacht. Die Regeln mussten dafür nur unwesentlich verändert werden. Am Ende der Partie könnt ihr eure Bewertung auf einer Punkteskala ablesen.

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Bei Wald der Wunder tauchen die Puzzlestücke in den Formen der Tetris-Steine auf. © Schmidt Spiele

Wald der Wunder von Ikhwan Kwon ist für ein bis vier Personen ab acht Jahren geeignet. Ein Durchlauf dauert nur eine knappe halbe Stunde. Das Spiel erscheint über Schmidt Spiele im deutschsprachigen Handel und ist dort ab sofort zum Preis von rund 20€ zu finden.

Fazit: Wald der Wunder bezaubert mit einer eingängigen Puzzlemechanik, die uns diese wundervolle ingame-Testwertung abringt

Wertungsgrafik Wald der Wunder
Das märchenhaft Puzzle bringt Wald der Wunder diese verträumte ingame-Testwertung ein. © ingame.de

Das Puzzeln ist das zentrale Spielelement in Wald der Wunder. Das Konzept klingt zwar nicht sonderlich innovativ, funktioniert aber auch 2022 immer noch blendend. Die Einstiegshürde ist denkbar gering: kurze Regeln, klare Spielabläufe und auch die Spieldauer bleibt überschaubar. Das führt dazu, dass man schnell sehr viele Partien mehr auf der Uhr hat, als zunächst gedacht. Wald der Wunder muss also doch vieles richtig gemacht haben. Das Spiel hält uns auch nach ziemlich vielen Durchläufen noch bei der Stange. Denn ganz so einfach, wie sich die Regeln zunächst lesen, ist es gar nicht. Während das Spiel am Anfang noch ziemlich geschmeidig abläuft, wird die Situation am Ende immer kniffliger. Jetzt spielt plötzlich auch die Wahl des Beutels eine deutlich größere Rolle, wenn man seine Lücken im Wald noch irgendwie schließen möchte. Mit der alternativen Punktevergabe lässt sich die Herausforderung zudem noch um eine Spur erhöhen. Es gibt also viele gute Gründe, Wald der Wunder mal wieder auf den Tisch zu packen… selbst wenn gerade gar keine Mitspieler zur Hand sind.

ProCon
+ unkomplizierte Regeln- gewähltes Thema eher loses Beiwerk
+ einfache Puzzle-Mechanik
+ dennoch fordernder Spielablauf
+ funktioniert auch zu zweit super
+ mit Solo-Modus

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