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Western Legends im Test: Das Open-World-Brettspiel im Wilden Westen

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Von: Sebastian Hamers

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Western Legends ist in der deutschsprachigen Ausgabe über Boardgame Box erschienen und kostet etwa 60€.
Western Legends ist in der deutschsprachigen Ausgabe über Boardgame Box erschienen und kostet etwa 60€. © Ingame/Sebastian Hamers

Western Legends wandelt auf den Spuren von Red Dead Redemption. Als Marshall oder Outlaw durchstreift ihr den Wilden Westen und werdet zur Legende.

Red Dead Redemption 3 wird kommen! Da sich Rockstar Games mit der Entwicklung ihrer Spiele gerne etwas mehr Zeit nehmen, können aber wohl noch einige Jahre ins Land streichen, bevor ihr den Titel in das Laufwerk eurer Konsole schieben könnt. Fans von Spielen mit Wild-West-Thema haben es nicht leicht. Außer dem in Kürze erscheinendem Desperados 3, sind die Alternativen spärlich gesät. Wenn ihr aber auch dem Brettspiel zugetan seid, hat Boardgame Box noch einen Titel für euch auf Lager, der euch über die Dürreperiode hinweghilft. Das über Kickstarter finanzierte Spiel ist nun auch im offiziellen Handel zu haben, sogar in deutscher Sprache.

Western Legends verspricht eine offene Spielwelt, eifert also dem Spielprinzip von Red Dead Redemption ein wenig nach. Mit eurem Charakter könnt ihr euch frei durch die Prärie und die Western-Städte bewegen. Ihr trefft auf Banditen, spielt Poker im Saloon, schürft nach Gold und treibt Vieh über die Weiden. Was ein waschechter Cowboy eben den ganzen Tag lang so macht. Western Legends bietet viele Wege an, um das Spiel zu gewinnen. Ihr habt die Wahl, welchen Karrierepfad ihr dabei einschlagt.

Western Legends lässt euch die Seite wählen

Das Brettspiel der Boardgame Box spielt stark mit den üblichen Western-Klischees. Fast fühlt man sich etwas in einen der Filmklassiker von Karl May gebeamt. Schwarz oder weiß, eure Entscheidung. Auf der einen Seite gibt es die gesetztestreuen Cowboys. Sie jagen Banditen oder treiben das Vieh wieder zurück auf den Hof ihres Besitzers. Ihnen gegenüber stehen die Outlaws, eiskalte Desperados, die vor nichts zurückschrecken. Sie plündern Banken, rauben Cowboys auf offener Straße aus und verdingen sich obendrein noch als Viehdiebe.

Dem Spiel liegen 12 unterschiedliche Charaktere dabei, darunter so prominente Westernhelden wie Wyatt Earp, Billy the Kind oder Calamity Jane.
Dem Spiel liegen 12 unterschiedliche Charaktere dabei, darunter so prominente Westernhelden wie Wyatt Earp, Billy the Kind oder Calamity Jane. © Ingame/Sebastian Hamers

Doch egal, für welche Seite ihr euch entscheidet, das Ziel bleibt immer gleich. Ihr wollt eine wahre Legende des Wilden Westens werden. Im Spiel sammelt ihr daher Legendenpunkte, die harte Währung des Spiels. Ihr könnt sie auf vielseitige Art und Weise sammeln. Dabei spielt natürlich eine große Rolle, für welche Seite des Gesetzes ihr euch entschieden habt. Einen ersten Anhaltspunkt, ob ihr euch als Outlaw oder Marshall versuchen sollt, gibt euch vielleicht schon der Charakter, für den ihr euch zu Spielbeginn entscheidet.

Prominente Charaktere in Western Legends

Dem Spiel liegen gleich zwölf unterschiedliche Charaktere bei. Viele von ihnen werden euch sicherlich bekannt vorkommen. Billy the Kid ist genauso mit von der Partie wie Calamity Jane, Jesse James oder Doc Holiday. Mit Blutiges Messer steht sogar eine Rothaut zur Wahl. Zu Beginn des Spiels zieht ihr zwei zufällige Charakterkarten und entscheidet euch für eine von ihnen. Anhand der Fähigkeiten der Charaktere lässt sich schon eine gewisse strategische Entscheidung festmachen. Wählt ihr Billy the Kid oder Jesse James seid ihr sogar schon von vornherein als Bandit gebrandmarkt. Anders herum sieht die Sache hingegen als Wyatt Earp oder Bass Reeves aus, die sich schon erste Meriten als Marshall verdient haben.

Ein echter Westmann braucht natürlich auch eine ordentliche Knarre. In Western Legends könnt ihr neue Waffen im General Store kaufen und diese sogar aufwerten.
Ein echter Westmann braucht natürlich auch eine ordentliche Knarre. In Western Legends könnt ihr neue Waffen im General Store kaufen und diese sogar aufwerten. © Ingame/Sebastian Hamers

Dennoch seid ihr in keinem Fall bis zum Spielende auf eine Rolle festgelegt. Ihr könnt euch immer noch dazu entschließen, die Seite zu wechseln, wenn sich eine günstige Gelegenheit dazu ergibt. Ihr habt euch dazu entschlossen als Wyatt Earp eine Bank zu überfallen? Kein Problem! Allerdings geht eure gesamte Reputation als Marshall damit auch den Bach unter. Ab sofort seid ihr ein Bandit und erhaltet eure ersten Wanted-Punkte.

Punkte sammeln in Western Legends

Neben den Legendenpunkten könnt ihr noch zwei weitere bedeutsame Arten von Punkten sammeln. Die besagten Wanted-Punkte sind für die Outlaws reserviert. Immer wenn ihr mal wieder eine Gesetzesüberschreitung begangen habt, klimpern auch schon die nächsten Wanted-Punkte auf eurem Konto. Je höher der Punktestand, umso besser. Am Ende jedes Zuges erhaltet ihr als Belohnung dafür Legendenpunkte. Selbstverständlich werden die Marshalls Jagd auf euch machen, damit ihr nicht jede Runde euren Vorsprung ausbauen könnt. Im Duell fordern sie euch heraus und versuchen euch festzunehmen.

Ein gutes Pferd erhöht eure Reichweite auf der Karte deutlich. Ein Muli kann wiederum besonders viel Beute aus den Minen transportieren.
Ein gutes Pferd erhöht eure Reichweite auf der Karte deutlich. Ein Muli kann wiederum besonders viel Beute aus den Minen transportieren. © Ingame/Sebastian Hamers

Einmal verknackt, verliert ihr nicht nur sämtliche Wanted-Punkte, sondern auch einen Teil eurer Gold- und Barreserven. Die Haftzeit endet allerdings ziemlich schnell, schon im nächsten Zug dürft ihr die Verbrecherkarriere wieder aufnehmen. Möglicherweise seid ihr jetzt aber auch geläutert und strebt ab sofort den Weg des Marshalls an. Mit einem gelöschten Wanted-Konto steht euch diese Option ab sofort offen. Marshall-Spieler hingegen können sich jederzeit umentscheiden, alle ihre gewonnenen Marshall-Punkte verlieren und sich auf den Pfad des Deperados begeben.

Die Open-World von Western Legends

Ab sofort seid ihr jetzt allerdings der Gejagte und müsst immer um das sauer ergaunerte Geld und eure Wanted-Punkte zittern. Als Marshall habt ihr solche Sorgen nicht. Über die Marshall-Karriere könnt ihr zwar auch den ein oder anderen Legendenpunkt erspielen, es kommt aber nicht zur regelmäßigen Ausschüttung von Punkten an jedem Rundenende. Daher mag der Weg des Outlaws vielleicht doch ganz attraktiv sein, wenn ihr gerne mit dem Feuer spielt. Prinzipiell können aber beide Parteien auf die meisten anderen Optionen im Spiel zurückgreifen und sich so weitere Legendenpunkte verdienen oder ihre Ausrüstung verbessern.

Das Schürfen von Gold ist eine gute Möglichkeit um an große Geldmengen zu kommen. Etwas Glück gehört aber auch dazu.
Das Schürfen von Gold ist eine gute Möglichkeit um an große Geldmengen zu kommen. Etwas Glück gehört aber auch dazu. © Ingame/Sebastian Hamers

Dazu bewegt ihr euch frei in der offenen Welt umher. Im Gegensatz zu den scheinbar endlosen Weiten eines Red Dead Redemption sind euch auf dem Spielbrett allerdings doch eher recht enge Grenzen gesetzt. Dreh- und Angelpunkt des Geschehens sind die beiden Dörfer Red Falls und Darkrock. Rings um die beiden Westernstädte könnt ihr aber auch noch die Prärie unsicher machen, wo es ebenfalls ein paar Jobs zu erledigen gibt. Da euch in jeder Runde aber nur drei Aktionen zur Verfügung stehen, müsst ihr eure Optionen jedoch gut planen.

Western Legends bietet viele Möglichkeiten

Dazu zählt selbstverständlich auf die Fortbewegung durch den Wilden Westen. Viele Aktionen lassen sich nur an bestimmten Orten durchführen, so dass ihr mit eurer Spielfigur ständig umherreisen müsst. Da ist es schon ein enormer Vorteil, wenn ihr eure Erledigungen nicht zu Fuß durchführt. Ein schnelles Pferd erhöht euren Aktionsradius doch ganz erheblich. Ziemlich praktisch kann aber auch ein Maultier sein, das unermüdlich zusätzliche Lasten schleppt. Für Goldschürfer ist so ein treuer Wegbegleiter nahezu unerlässlich, damit ihr die Nuggets auch in größerer Menge zur Bank schleppen könnt.

Wild-West-Fans freuen sich über das Aufgebot an prominenten Westernhelden.
Wild-West-Fans freuen sich über das Aufgebot an prominenten Westernhelden. © Ingame/Sebastian Hamers

Lohnen kann ebenso der Besuch im General Store sein. Sofern ihr über das notwendige Kleingeld verfügt, könnt ihr euch dort mit neuen Waffen und anderen hilfreichen Western-Gadgets eindecken. Eine ordentliche Knarre mit reichlich Durchschlagskraft kann im Duell schnell den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Eine Western Legende ist eben doch nur so gut wie seine Ausrüstung. Deshalb lassen sich viele Waffen auch noch einmal aufrüsten, wenn ihr einige zusätzliche Dollar investiert. Aufgelevelte Flinten machen euch so berüchtigt, dass sie euch sogar einen Extra-Legendenpunkt einbringen.

Die Welt von Western Legends erkunden

Nicht fehlen darf ein weiterer echter Western-Klassiker: das Pokerspiel! Ein Besuch im Saloon lädt dazu ein, mit ein paar ehrenwerten Westmännern Karten zu kloppen. Im Spielverlauf sammelt ihr Pokerkarten, die ihr jetzt im Saloon einsetzen dürft. In der Tischmitte werden drei Karten als Flop ausgelegt, ihr dürft die Auslage mit eigenen Karten von der Hand ergänzen. Klassisches Texas Hold’em. Allerdings verfügen bestimmte Pokerkarten beim Einsatz im Saloon über Sonderfertigkeiten. Mit der Karte „Betrug“, die regulär nur eine einfache Zweierkarte darstellt, lässt sich als jede Karte eurer Wahl einsetzen. Mit dieser kleinen Schummelei könnt ihr theoretisch dann sogar fünf Asse auslegen. Steht euch so eine Hand zur Verfügung, sollten euch einige zusätzliche Dollar beim Kartenspiel sicher sein.

Das Inventar und das Equipment des Charakters lässt sich über ein eigenes Tableau verwalten.
Das Inventar und das Equipment des Charakters lässt sich über ein eigenes Tableau verwalten. © Ingame/Sebastian Hamers

Ihr solltet die Pokerkarten allerdings nicht nutzlos verschwenden. Sie sind ein wertvolles Gut und lassen sich auf vielfältige Art und Weise einsetzen. Vornehmlich benötigt ihr die Pokerkarten im Kampf. Die Kampfregeln wurden ziemlich einfach gehalten. Beide Duellanten spielen eine Karte verdeckt aus. Anschließend werden beide Karten aufgedeckt und der Spieler mit der höheren Karte gewinnt. Allerdings können anschließend noch spezielle Pokerkarten als Reaktion gespielt werden. Außerdem beeinflussen diverse Charaktereigenschaften oder auch Gegenstände den Ausgang des Gefechts.

Hitzige Duelle in Western Legends

Zu Schießereien kommt es in Western Legends recht häufig. Es wird eigentlich ständig geballert. Die Spieler duellieren sich untereinander, kämpfen aber auch immer wieder mit unterschiedlichen Nicht-Spieler-Charakteren. Die Outlaws werden möglicherweise vom Sheriff gestellt, während die Marshalls den neutralen Bandenmitgliedern nachstellen, um sich weitere Punkte zu verdienen. Wenn ihr euch selbst als Bandit versucht, könnt ihr natürlich auch die Bank ausrauben. Bevor ihr die Kohle aus dem Tresor holt, müsst ihr allerdings erst den Wachmann über den Haufen schießen.

Als Marshall klettert ihr für bestimmte Aktionen in der Karriereleiter weiter nach oben und erhaltet dafür Belohnungen.
Als Marshall klettert ihr für bestimmte Aktionen in der Karriereleiter weiter nach oben und erhaltet dafür Belohnungen. © Ingame/Sebastian Hamers

Ganz ohne Waffengewalt werdet ihr wohl kaum durch Western Legends kommen. Dennoch gibt es einige vielversprechende Wege für friedfertigere Cowboys. Wenn ihr euch zu den Minen bewegt, könnt ihr euer Glück beim Goldschürfen herausfordern. Vielleicht ist euch Fortuna Hold und die beiden Schürfwürfel gewähren euch das ein oder andere Goldnugget. Diese könnt ihr dann in der Bank gegen Bares eintauschen. Die erarbeiteten Dollar dürft ihr dann beispielsweise beim Varieté auf dem Kopf hauen. Das dort investierte Geld bringt euch wiederum Legendenpunkte ein.

Viehtreiben als Beschäftigung in Western Legends

Für ehrliche Arbeit gibt es noch eine weitere Alternative. Ihr könnt Viehtrieb betreiben und entlaufene Kühe ihrem Besitzer wieder zurück auf den Hof bringen, um eine Belohnung zu erhalten. Auf diese Idee würde ein echter Desperado natürlich niemals kommen. Trotzdem kann er sich eine kleine Kuhherde zulegen. Er vertickt die Rinder jedoch stattdessen an einen Hof der Konkurrenz. Ihr habt also wieder einmal die Qual der Wahl.

Die Pokerkarten sind ein zentraler Bestandteil von Western Legends, auch die Kämpfe werden mit ihnen ausgeführt.
Die Pokerkarten sind ein zentraler Bestandteil von Western Legends, auch die Kämpfe werden mit ihnen ausgeführt. © Ingame/Sebastian Hamers

Während ihr in der offenen Welt von Western Legends euren Tätigkeiten nachgeht, wird diese durch die Storykarten immer wieder etwas verändert. Die Storykarten bringen kleine Geschichtshappen ins Spiel, die im Großen und Ganzen jedoch mehr der Atmosphäre dienen, als eine wirkliche Geschichte zu erzählen. Auf der Storykarte befindet sich eine Leiste, die sich immer dann füllt, wenn bestimmte Ereignisse im Spiel eintreten. Wurde die Leiste abgeschlossen, kommen neue (neutrale) Banditen ins Spiel und auch der Sheriff rückt um einige Felder aus. Alle Spieler, die zum Fortschritt der Geschichte beigetragen haben, erhalten außerdem eine kleine Belohnung.

Western Legends bietet eine variable Spieldauer

Für den tatsächlichen Spielfortschritt sind die Storykarten allerdings ohne jede Relevanz. Das Spielende wird ausgelöst, sobald der erste Spieler eine zuvor festgelegte Anzahl von Legendenpunkten gesammelt hat. Damit könnt ihr die Spieldauer einer Partie ganz nach euren Wünschen gestalten. Gerade wenn ihr mit einer großen Gruppe an den Start geht, solltet ihr die Zahl der zu erreichenden Punkte nicht zu hoch setzen. Sonst steht euch eine Partie in epischer Länge bevor. Laut der Angabe auf der Verpackung müsst ihr für ein Spiel zwischen 90 und 120 Minuten einplanen. Tatsächlich könnt ihr die Spieldauer aber auch problemlos in beide Richtungen anpassen, in dem ihr das Punkteziel verändert.

Western Legends ist in der deutschsprachigen Ausgabe über Boardgame Box erschienen und kostet etwa 60€.
Western Legends ist in der deutschsprachigen Ausgabe über Boardgame Box erschienen und kostet etwa 60€. © Ingame/Sebastian Hamers

Western Legends ist in der deutschsprachigen Version über Boardgame Box erschienen. Das Spiel ist für zwei bis sechs Spieler ab vierzehn Jahren ausgelegt. Preislich müsst ihr mit etwa 60€ rechnen. In Kürze soll zudem noch die Erweiterung mit dem klangvollen Namen „Eine Handvoll Extras“ erscheinen, die wir allerdings noch nicht begutachten konnten.

Western Legends im Test: Fazit und Testwertung zum Open-World-Brettspiel

Western Legends im Test: Yehaaw oder Hell no? Unser Fazit zum Open-World-Brettspiel
Western Legends im Test: Yehaaw oder Hell no? Unser Fazit zum Open-World-Brettspiel © Ingame

Hat der gute alte Western ausgedient? Besonders viele Spiele, egal ob analog oder digital, gibt der Markt ja nun wirklich nicht gerade her. Umso erfreulich ist allerdings, dass die Western-Spiele dann wenigstens qualitativ überzeugen können. Western Legends kann sich dieses Gütesiegen jedenfalls an sein Revers heften. Zwar kann die offene Welt natürlich mit der eines Red Dead Redemption mithalten, für ein Brettspiel liefert Western Legends aber eine sehr beachtliche Freiheit für die Spieler. Ihr erhaltet einen Sandkasten mit vielen Möglichkeiten und Wegen, um euch die notwendigen Legendenpunkte zu holen. Mir hat es großen Spaß gemacht, die zahlreichen Optionen zu erkunden und die besten Strategien für den Sieg auszuloten. Vom Spielgefühl her macht es schon einen großen Unterschied, ob ihr den Weg des Marshalls oder des Banditen wählt. Wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt, könnt ihr die Vorzüge beider Rollen sogar binnen einer Partie kennenlernen. Gelegenheit macht Diebe und manchmal verlockt sie sogar den aufrichtigen Cowboy zu seiner ersten Gesetzesübertretung. Und ist der Ruf erstmal ruiniert… Dicke Bonuspunkte sammelt Western Legends zudem für seine Ausstattung. Der General Store kommt als schöner 3D-Ständer ins Spiel, in dem alle Warenkarten ihren Platz finden. Überhaupt machen das Sammeln und Aufwerten von Equipment großen Spaß. Ständig ist man als Cowboy auf der Suche nach einer noch besseren Kanone oder einem schnelleren Pferd, um seine Erfolgschancen zu optimieren. Trotz aller Pluspunkte, so hat Western Legends auch ein paar Makel. So richtig packend wird die Partie erst, wenn vier oder gar noch mehr Spieler am Tisch sitzen. In kleiner Runde besteht leider die Gefahr, dass die Interaktion einfach zu gering wird. Haben sich zum Beispiel alle Spieler für eine brave Marshall-Karriere entschieden, fällt die spannende Jagd nach den Banditen nahezu vom Tisch. In diesem Fall reiten alle Spieler durch die Prärie ohne sich großartig gegenseitig zu stören. Spielt ihr Western Legends in großer Runde, minimiert sich dieses Risiko natürlich. Das geht dann allerdings auf Kosten der Wartezeit. Wenn sich tatsächlich sechs Spieler an Western Legends beteiligen, wartet ihr schon eine längere Zeit bis ihr dann wieder am Zug seid. Ihr müsst euch also schon ein wenig in Geduld üben. Wenn ihr mit diesen Schwächen zurechtkommt, wartet auf euch ein wirklich sehr vielseitiges und thematisch starkes Brettspiel, das euch viele Freiheiten lässt.

ProsCons
+ offene Spielwelt- erst ab vier Spielern richtig gut
+ für bis zu 6 Spieler- lange Wartezeiten in großen Spielgruppen
+ spielt als Marshall oder Outlaw
+ tolle Wild-West-Atmosphäre
+ gutes Spielmaterial
+ ermöglicht viele unterschiedliche Strategien

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