Die Reise zur Regenbogenbrücke führt euch natürlich auch über das Meer.
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Die Reise zur Regenbogenbrücke führt euch natürlich auch über das Meer.

Wikinger-Mythos in acht Kapiteln

Die Wikinger Saga im Test: Reise zu den Toren von Asgard

  • vonSebastian Hamers
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In acht Kapiteln reist ihr mit eurem Stamm zur Regenbogenbrücke Bifröst. Vor Wächter Heimdall begehrt ihr Einlass in die Hallen von Asgard.

Brettspiele mit Wikinger-Thema haben wir in den letzten Jahren wirklich schon viele gesehen. Das Nordmann-Szenario scheint sich bei den Spielern aber immer noch nicht abgenudelt zu haben. Vor allem nicht, wenn ein Spiel optisch opulent daherkommt wie Die Wikinger Saga von Schmidt Spiele. Grafisch eine Pracht, dazu kommt eine hohe Materialqualität und ein aufgeräumtes Inlay, in dem alle Karten ordentlich einsortiert werden können. Als Sahnehäubchen gibt es gleich einen ganzen Schwung stimmungsvoller Wikinger-Abenteuer, die ihr auf eurem Weg zum großen Finale an der Regenbogenbrücke Bifröst erlebt. Alle Zutaten für ein episches Nordland-Erlebnis stehen bereit, die Wikinger Saga kann beginnen.

Der Weg von eurem Wikingerdorf bis hin zu den Toren von Asgard ist lang und steinig. Eure Reise führt euch über acht Etappen. Sie beginnt in den grünen Welten von Midgard, führt euch auf hohe See, hinein in das finstre Nidavellir, wo ihr das Runentor passiert und einen Abstecher in die alte Zwergenstadt wagt. Weiter geht es in die eisigen Regionen von Vanaheim. Dort erlebt ihr Abenteuer im Frosttal und stattet den steinernen Wächtern einen Besuch ab. Nach einer weiteren Fahrt mit eurem Langboot landet ihr schließlich an der Regenbogenbrücke, wo euch schon ihr Wächter Heimdall erwartet. Dem erfolgreichsten Wikingerstamm wird Einlass gewährt in die Hallen von Asgard, dem Ziel eurer Reise.

Eine lange Reise mit der Wikinger Saga

Jeder Abschnitt der Expedition wird durch einen stimmungsvollen Text eingeführt. Danach widmet ihr euch dem Spielplan, der den Fortschritt eurer Wikinger innerhalb der Region anzeigt, die ihr gerade spielt. Euer Volk wird durch eine Wikingerfigur dargestellt, die sich Feld für Feld ihrem Ziel nähert. Dieses kommt in Form der Abenteuerkarte ins Spiel, die ihr jetzt herumdreht und an einer vordefinierten Position an der Fortschrittsleiste legt. Die Abenteuerkarte überdeckt einen Teil der Fortschrittsleiste und fügt so Boni oder Mali ein, die ihr auf einzelnen Feldern erzielen könnt.

Vorzeige-Inlay: Die Wikinger Sag zeigt, wie es geht. Alle Karten lassen sich fein säuberlich einsortieren.

Auf diese Fortschrittsleiste werden aber nicht nur die Wikinger und die herumgedrehte Abenteuerkarte gelegt, sondern auch der sogenannte Wikingerpfad. Dabei handelt es sich um eine Schiebetafel, die gleich mehrere Felder auf der Leiste überdeckt. Eure Wikingerfiguren werden auf diese Tafel gestellt. Im weiteren Spielverlauf wird der Pfad mehrfach nach vorne versetzt. Auf diese Weise wandern auch die Wikingerfiguren selbst ihrem Ziel entgegen, sie werden auf der Schiebetafel mitverrückt.

Zweigeteilte Fortbewegung in der Wikinger Saga

Letztlich dreht sich in Die Wikinger Saga alles darum, mit der eigenen Wikingerfigur die Boni auf der Fortschrittsleiste abzugreifen. In jedem Abenteuer werden drei Bonus-/Malusmarker auf der Leiste verteilt. Die meisten Belohnungen, aber auch die meisten Bestrafungen, gibt es allerdings erst in der Schlussphase des Abenteuers. Die Felder auf der ausgelegten Abenteuerkarte sind mit Boni und Mali gespickt. Hier besteht die Kunst darin, auf den richtigen Feldern zu landen.

Sowohl der Wikingerpfad als auch die Wikinger selbst bewegen sich im Spielverlauf ihrem Ziel entgegen.

Doch wie bewegen sich die Wikinger überhaupt ihrem Ziel entgegen? Die Bewegung besteht aus zwei Teilen. Zunächst wird eine Wegkarte gezogen. Sie zeigt an, um wie viele Felder sich die gesamte Schiebetafel nach vorne bewegt. Anschließend spielt ihr eine Wikingerkarte von der Hand. Mit ihr zieht ihr jetzt die Figur auf der Schiebetafel nach vorne. Die Zahl der Felder variiert natürlich von Wikinger zu Wikinger. Bleibt also zu hoffen, dass ihr einen passenden Wikinger auf der Hand habt, mit dem ihr jetzt vielleicht einen Bonus einsacken könnt.

In der Wikinger Saga könnt ihr neue Stammesmitglieder anheuern

Die Auswahl eurer Wikinger ist zunächst noch arg begrenzt. Jeder Stammesführer muss mit sieben Wikingern zurechtkommen. Zu Beginn eines Abenteuers dürft ihr eurer Familie aber weitere Wikinger hinzufügen. Mit ein paar Goldreserven seid ihr schon zu Spielbeginn ausgerüstet. Weitere Münzen könnt ihr als Belohnung auf dem Weg kassieren, wenn ihr auf den richtigen Feldern landet. Je nach gewähltem Abenteuer habt ihr Zugriff auf andere Wikingerkarten. Dadurch wird Die Wikinger Saga recht variabel. Tauscht ihr ein Abenteuer gegen ein anderes aus, tauchen plötzlich auch neue Wikingerkarten auf.

In vielen Regionen könnt ihr neue Wikinger für euren Stamm anwerben.

Viele Wikinger sorgen allerdings nicht nur dafür, dass ihr mit eurer Figur voranrückt. Einige von ihnen verfügen auch noch über eine hilfreiche Zusatzfähigkeit. Mit ihrer Hilfe könnt ihr etwa an zusätzliche Karten gelangen, mehr Gold und sogar Siegpunkte erhalten. Letztlich strebt ihr natürlich vor allem eine möglichst große Zahl von Siegpunkten an. Doch gerade in der frühen Phase des Spiels ist ein üppiger Goldvorrat vorteilhaft. Mit der Kohle heuert ihr neue Gefährten mit mächtigeren Fähigkeiten an, die euch wiederum zusätzliches Gold und weitere Siegpunkte sichern. Ohne Moss ist eben auch der Welt der Wikinger wenig los.

Göttliche Strafen in der Wikinger Saga

Einige Wikinger verfügen sogar über ein variables Schritttempo. Rekrutiert ihr beispielsweise den Wikinger Halvar, dürft ihr eure Figur um zwei Felder nach vorne, aber auch wieder zurückbewegen. Dadurch erhöht ihr natürlich die Chance, vielleicht ein Bonusfeld abzugreifen oder einen Malus zu verhindern. Die Rückwärtsbewegung kann zudem hilfreich sein, wenn ihr auf der Schiebetafel schon sehr weit nach vorne gerückt seid.

Die Reise zur Regenbogenbrücke führt euch natürlich auch über das Meer.

Wandert eure Figur einmal über den Rand der Tafel hinaus, erwartet euch eine Strafe. Die Form der Bestrafung variiert von Abenteuer zu Abenteuer. Sie wird zudem auch erteilt, wenn ihr in der Schlussphase des Abenteuers über das Ziel hinausschießt. Allzu eilige Stammesführer müssen sich der göttlichen Strafe fügen. Für besondere Hast gibt es ohnehin keinen Anlass. Weder die Boni noch die Mali werden aus dem Spiel entfernt, wenn der erste Stammesführer sie kassiert hat.

Die Wikinger Saga schickt die Krieger nach Walhalla

Abschließen könnt ihr ein Abenteuer erst, wenn eure Wikingerfigur im Bereich der ausgelegten Abenteuerkarte angelangt ist. Ist es soweit, dürft ihr einen eurer schon ausgespielten Wikinger nach Walhalla entsenden. Der Auserwählte wird euch am Spielende Siegpunkte einbringen. Allerdings steht euch der entsendete Wikinger für die weiteren Abenteuer nicht mehr zur Verfügung. Die Krieger in Walhalla kommen erst an der Regebogenbrücke Bifröst wieder zum Einsatz. Das große Finale bestreitet ihr ausschließlich mit diesen Wikingern. Ihr baut euch also bereits im Verlauf des Spiels ein kleines Deck für das letzte Abenteuer auf.

Landet ihr mit euren Wikingerfiguren auf den richtigen Feldern? Diese Frage steht bei Die Wikinger Saga im Mittelpunkt.

Die Götter verharren jedoch nicht stumm am anderen Ende der Regenbogenbrücken in den Hallen Asgards. Sie mischen sich auch schon vorher aktiv in den Spielverlauf ein. An bestimmten Wegpunkten könnt ihr schon auf dem Weg die Gunst der Götter erwerben. Erhaltet ihr eine der sechzehn Götterkarten, habt ihr eine besonders mächtige Waffe in der Hand. Eine Götterkarte wird wie eine gewöhnliche Wikingerkarte gespielt. Sie lässt eure Wikingerfigur voranrücken, die angezeigte Sonderfähigkeit ist allerdings ungleich mächtiger. Leider kann eine Götterkarte nur einmal verwendet werden. Setzt sie also weise ein!

In Wikinger Saga führen viele Wega nach Walhalla

Im Verlauf der Partie besteht ihr acht Abenteuer, die euch durch unterschiedliche Orte der nordischen Mythologie führen. Soweit sind die Vorgaben fix. Doch davon abgesehen bietet die Wikinger Saga viel Spielraum um den Ablauf unterschiedlich zu gestalten. Dem Spiel liegen deutlich mehr Regionen bei als ihr für den Spielaufbau benötigt. Nach Belieben könnt ihr einzelne Abenteuer austauschen und so das Spiel auf eine neue Art erleben. Praktischerweise macht euch das Regelheft einige Vorschläge, wie ihr die unterschiedlichen Abenteuer sinnvoll kombinieren könnt.

Keine Wikinger Saga ist komplett ohne die vielen nordischen Gottheiten.

Die Wikinger Saga ist für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren geeignet. Eine Partie dauert in etwa eine Stunde. Das Spiel sollte inzwischen flächendeckend im Handel zu finden sein. Preislich müsst ihr mit etwa 35-40€ rechnen.

Fazit: In Asgards Hallen erhält Die Wikinger Saga die folgende Testwertung

Die Wikinger Saga im Test: So schneidet das nordische Brettspiel-Abenteuer ab.

Die Wikinger Saga weckt Hoffnungen auf ein erzählerisch dichtes Abenteuerpaket im hohen Norden. Diese Hoffnungen kann das Spiel nur zu einem kleinen Teil erfüllen. Zwar sind die einführenden Geschichten stimmungsvoll verfasst, doch danach verliert sich der Erzählstrang ziemlich schnell. Spielerisch geht es vor allem darum, die eigene Wikingerfigur zu den lukrativen Feldern auf der Fortschrittsleiste zu bewegen. Das hätte vermutlich auch zu jedem x-beliebigen anderen Thema gepasst. Eine packende Wikinger-Atmosphäre will so nur zum Teil aufkommen. Auf der anderen Seite haben wir die spielerische, rein mechanische Seite von Die Wikinger Saga. In diesem Punkt liefert das Spiel hingegen ab. Die Mechanik rund um die Bewegungsabläufe der Figuren wirkt frisch und unverbraucht. Ebenso weiß der variable Spielaufbau zu gefallen. Wird das Setting an einigen Stellen verändert, bietet das Spiel direkt ein paar ganz andere Strategien an. Es kommen immer wieder andere Wikingerkarten ins Spiel, die mit ihren ganz persönlichen Fähigkeiten die Partie bereichern. Dadurch spielt sich die Wikinger Saga ziemlich abwechslungsreich. Es empfiehlt sich vor allem, die vorgeschlagenen Szenarien aus dem Regelheft einmal auszuprobieren. In einigen Settings geratet ihr schnell an große Goldmengen, manchmal müsst ihr euch jede Münze hart erarbeiten. Es gibt Szenarien, in denen ihr vergleichsweise einfach an neue Stammesmitglieder kommt, dafür lassen sich vielleicht die Siegpunkte nur sehr beschwerlich generieren. Wenn ihr es gerne auf die harte Tour mögt, spielt ihr den „Pfad des Leidens“, der die ultimative Herausforderung für Stammesführer darstellt. Wenn ihr euch davon freimacht, ein Brettspiel mit erzählerischen Qualitäten in Händen zu halten, weiß Die Wikinger Saga gut zu unterhalten und siedelt sich in Sachen Anspruch im gehobenen Familienspielniveau an.

Pros

Cons

+ hochwertiges Material

- gauckelt eine tiefergehende Geschichte nur vor

+ frische Spielmechanik

- Thema austauschbar

+ optisch ansprechend

+ stimmungsvolle Story-Happen

+ einfache Regeln

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