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World of Warcraft – Wrath of the Lich King im Test: Das Brettspiel mit WoW-Lizenz

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Von: Sebastian Hamers

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World of Warcraft: Wrath of the Lich King erscheint bei uns über Asmodee und kostet 60-65€. © Asmodee

World of Warcraft: Wrath of the Lich King kombiniert Blizzards Online-Rollenspiel mit der bewährten Pandemic-Spielmechanik.

Ein Videospiel zur Entspannung? Geht eigentlich immer! Doch immer mehr Gamer greifen alternativ regelmäßig ebenso zu einer analogen Spielform. Die Schnittmenge von Video- und Brettspielern ist hoch. Und so ist es auch kein Wunder, dass sich viele Brettspiel-Verlage intensiv um attraktive Computer- und Videospiellizenzen bemühen, um damit ihre eigenen Titel aufzuwerten. Gerade unter dem Dach der Asmodee-Familie lassen sich inzwischen etliche Brettspiele finden, die auf einer Videospielmarke beruhen. Fallout, Sid Meier’s Civilization, Doom oder Bloodborne… die Liste der analogen Umsetzungen ist lang. Blizzards Online-Rollenspiel World of Warcraft gilt als ein besonders beliebter Kandidat für eine „Verbrettung“ eines Computerspiels. Das langlebige MMO kann auf eine ganze Liste von analogen Spielen blicken. Erst kürzlich sorgte die liebevolle Umsetzung Small World of Warcraft für Furore, während in diesem Jahr schon wieder eine neue WoW-Umsetzung im Handel steht. World of Warcraft: Wrath of the Lich King verbindet die Welt von Azeroth mit der bekannten Spielidee der erfolgreichen Brettspielreihe „Pandemie“. Wenn das mal nicht nach einer guten Kombi klingt…

Pandemie meets World of Warcraft in Wrath of the Lich King

Brettspiel-Fans ist das Pandemic-Spielsystem sicher ein Begriff. Das Original gilt zurecht als Meilenstein und machte das kooperative Brettspiel in großem Stil populär. Die Grundidee von Pandemie kommt auch bei World of Warcraft: Wrath of the Lich King zum Einsatz. Statt einem neuartigen Virus sollt ihr diesmal allerdings den Armeen des Lich Kings Einhalt gebieten, die sich über das ganze Land ausbreiten. Ihr schlüpft dabei in die Rollen bekannter WoW-Ikonen, die sich dieser waghalsigen Mission stellen.

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Bei World of Warcraft: Wrath of the Lich King habt ihr die Wahl zwischen 7 prominenten Charakteren. © Asmodee

WoW-Veteranen fühlen sich bereits bei der Auswahl des eigenen Charakters heimisch. In World of Warcraft: Wrath of the Lich Kings feiert ihr ein Wiedersehen mit Lichtgestalten wie Jaina Prachtmeer, Thrall, Lady Liadrin und vielen mehr. Sieben bekannte Helden aus dem WoW-Universum haben den Weg ins Spiel gefunden. Sie sorgen allerdings nicht nur für mehr Warcraft-Atmosphäre, sondern verfügen auch über individuelle Fertigkeiten, die ihr gemeinsam zum Wohle von Azeroth einsetzt.

Zugängliche Regeln bei World of Warcraft: Wrath of the Lich King

Gemäß der Story stoßt ihr in den eisigen Kontinent Nordend vor, um den Lichkönig in seinem eigenen Reich ein für alle Mal auszuschalten. Dazu müsst ihr euch aber erstmal den Angriffen seiner wütenden Schergen erwehren, bevor ihr letztlich in die dunkle Festung der Eiskronenzitadelle eindringt. Bevor ihr euch auf den Weg zur Zitadelle macht, gilt es drei Missionen zu erfüllen. Erst nach Abschluss dieser Quests ist die Bahn frei und ihr könnt euch dem Lichkönig in einem fulminanten Endkampf stellen.

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In World of Warcraft: Wrath ot the Lich King strömen die Ghule für das Böse in die Schlacht. © Asmodee

Keine leichte Aufgabe, denn in den dunklen Landen wimmelt es nur so vor Ghulen und Monstrositäten. In jedem Spielzug werden neue Monster an die Oberfläche der Welt gespült. Dazu werden Karten vom sogenannten Geißelstapel gezogen. Die Karte zeigt euch an, an welcher Stelle ein neuer Ghul platziert werden muss. Ein Ghul alleine stellt noch kein größeres Problem dar. Doch wenn sich Ghule an einem Ort zusammenrotten, kommt es zu einer Monsterflut und die Schergen des Lichkönigs dringen ungehindert ins Land ein. Dies wird im Spiel dargestellt, indem der Verzweiflungsmarker um ein Feld nach vorne gerückt wird. Landet der Verzweiflungsmarker auf dem letzten Feld seiner Leiste, habt ihr das Spiel sofort verloren.

Wahre Monsterflut in World of Warcraf: Wrath of the Lich King

Die Zahl der Geißelkarten, die am Ende eines jedes Spielzugs gezogen werden muss, erhöht sich dabei kontinuierlich. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad wird eine bestimmte Anzahl von „Die Geißel erhebt sich“-Karten ins Deck gemischt. Sobald eine solche Karte an die Oberfläche gespült wird, erhöht sich die Macht des Lichkönigs. Auf diese Weise werden nicht nur dauerhaft mehr Ghule in die Welt geschwemmt. Ein Feld wird weiterhin direkt mit drei Gegnern besetzt, so dass an diesem Ort schon bald eine Monsterflut droht.

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World of Warcraft: Wrath of the Lich King liegen insgesamt 47 hochwertige Miniaturen bei. © Asmodee

Als wäre das nicht genug, wird außerdem noch eine Monstrosität ins Spiel gebracht. Zu guter Letzt wird auch noch der Ablagestapel mit den Geißelkarten gemischt und oben zurück auf den Stapel gelegt. Deckt ihr in den nächsten Zügen nun Geißelkarten auf, werden an den Orten frische Ghule platziert, die ohnehin schon von Übervölkerung bedroht sind. Eure Heldengruppe muss also schwer auf Draht sein, um das drohende Unheil von Azeroth abzuwenden.

In World of Warcraf: Wrath of the Lich King sind echte Helden gefragt

Glücklicherweise sind eure Charaktere gut für den Kampf gegen das Böse gewappnet. Im eigenen Spielzug dürft ihr vier Aktionen direkt in Folge ausführen, bevor der Lichkönig seine Kräfte aktiviert. Einige davon werdet ihr zwangsweise in die Bewegung der Spielfigur investieren müssen. Die zahlreichen Orte sind durch Linien miteinander verbunden, ihr müsst euch also von Schauplatz zu Schauplatz nach vorne hangeln, um in die Brennpunkte vorzustoßen. Im Spielverlauf dürft ihr zwischenzeitlich allerdings einige Hochburgen auf der Karte platzieren. Diese sind besonders praktisch, da ihr zu diesen ausgewählten Punkten direkt per Flugaktion springen könnt.

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Quests lassen sich in World of Warcraft: Wrath of the Lich King nur auf bestimmten Feldern erfüllen. © Asmodee

So gelangt ihr deutlich schneller zu den Orten mit den Ghulen, um sie im Kampf zu stellen. Setzt ihr dort die Kampfaktion ein, attackiert ihr die Gegner mit den beiden Spezialwürfeln. Pro Erfolg, der auf den Würfeln zu sehen ist, wird einem beliebigen Feind ein Schadenspunkt zugefügt. Die stinknormalen Ghule halten zum Glück nicht viel aus. Schon nach einem Treffer streichen sie die Segel. Eine Monstrosität hingegen hält im Kampf deutlich länger durch. Sie kann gleich drei Treffer einstecken, bevor sie aus dem Spiel entfernt wird.

Die Macht der Karten in World of Warcraft: Wrath of the Lich King

Habt ihr mit eurer Attacke nicht alle Gegner vor Ort aus dem Weg geräumt, holen jetzt die Ghule zu Gegenschlag aus. Jeder Gegner fügt eurem Helden einen Schadenspunkt zu. Habt ihr beim Würfelwurf einen oder mehrere Schilde gewürfelt, können euch diese vor Treffern bewahren. Im Kampf seid ihr allerdings nicht nur auf das Würfelglück angewiesen. Mit den Handkarten könnt ihr diesem auf die Sprünge helfen. Durch den Einsatz von Kampfkarten erhöht ihr die Zahl der Treffer, die Verteidigungskarten bieten euch hingegen einen erweiterten Schutz. Im Spiel gibt es sogar Heilungskarten, die eure Lebensenergie nachträglich wieder auffüllen. Das macht das Bestehen im Kampf auf jeden Fall deutlich leichter.

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Die Eiskronenzitadelle ist die letzte Herausforderung für die Helden in World of Warcraft: Wrath of the Lich King. © Asmodee

Dennoch solltet ihr die Handkarten mit Bedacht einsetzen. Am Ende jedes Zuges erhaltet ihr immer nur zwei neue Karten, egal wie viele ihr in der laufenden Runde eingesetzt habt. Die Handkarten sind also eine knappe Ressource, die ihr zumal auch noch für das Abschließen der Quests benötigt. Die Quests stellen zusätzliche Bedrohungen für Azeroth dar, um die ihr euch kümmern müsst, bevor ihr euch in den Kampf mit dem Lich King begebt.

Quests abschließen in World of Warcraft: Wrath of the Lich King

Die Zeit drängt. Da immer mehr Monster auf der Karte aufploppen, solltet ihr euch mit dem Questen nicht zu lange Zeit lassen. Eure Helden reisen also eilig zu den Questorten, um dort abermals die beiden Würfel zu werfen. Mit gewürfelten Erfolgen bewegt ihr den Marker auf der Questkarte um ein Feld nach vorne. Erst wenn der Marker das letzte Feld erreicht, habt ihr die Quest gemeistert und erhaltet eine Belohnung. Wie schon in den Kämpfen, so dürft ihr auch beim Questen eure Handkarten als Booster verwenden, nur dass diese dabei nicht verbraucht werden. Die Questkarten machen dabei allerdings immer genaue Angaben, welche Handkarte für den Fortschritt verwendet werden dürfen.

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Die Monstrositäten sind besonders starke Gegner in World of Warcraft: Wrath of the Lich King. © Asmodee

Da jede Quest durch einen Boss-Gegner dargestellt wird, birgt das Questen natürlich auch nicht gerade unerhebliche Gefahren. Nach jeder Questen-Aktion wird der Boss aktiviert und fügt eurem Charakter ein paar Schadenspunkte zu. Habt ihr eure Mission dennoch erfüllt und alle drei Quests abgeschlossen, dann wird die finale Aufgabe in der Eiskronenzitadelle freigeschaltet. Diese wird nach dem gleichen Prinzip abgehandelt, ist aber natürlich nochmal einen ganzen Schlag schwerer zu bewältigen. Habt ihr den Questmarker in der Eiskronenzitadelle auf das letzte Feld geschoben, dann wurde der Lich King besiegt und die Partie endet in einem Triumph.

World of Warcraft: Wrath of the Lich King ist für ein bis fünf Spieler ab vierzehn Jahren geeignet. Für eine Partie müsst ihr ungefähr eine dreiviertel Stunde einplanen. Das Spiel erscheint über Asmodee im deutschsprachigen Handel und ist ab sofort zum Preis von 60-65€ zu haben.

Fazit: Die Kombination aus Pandemic-Spielsystem und WoW-Fanservice bescheren World of Warcraft: Wrath of the Lich King diese ingame-Testwertung

Wertungsgrafik World of Warcraft Wrath Lich King
World of Warcraft: Wrath of the Lich King profitiert vom bewährten Pandemic-Spielsystem und heimst damit diese Testwertung ein. © ingame.de

Als Fan von Blizzards MMO begegnet man WoW-Umsetzungen in anderen Unterhaltungsformen oft etwas argwöhnisch. Brettspieler hatten zuletzt allerdings wenig Anlass zur Sorge. Sowohl bei Small World of Warcraft als auch beim vorliegenden World of Warcraft: Wrath of the Lich King handelt es sich um liebevolle Adaptionen des Online-Rollenspiels. Wer schon einmal etwas tiefer in die Welt von Azeroth eingetaucht ist, fühlt sich im neuen WoW-Brettspiel direkt zu Hause. Dank der Verwendung bekannter Orte, Helden, Endbosse und vielem mehr, stellt sich sofort ein angenehmes WoW-Feeling ein. Die Liaison mit dem bewährten Pandemic-Spielsystem erweist sich ebenfalls schnell als eine gute Idee. Pandemie-Fans erhalten nicht einfach nur alten Wein in neuen Schläuchen, sondern dürfen sich über ein paar Neuerungen freuen, ohne die Grundidee des Spiels zu sehr zu verwässern. Ihr seid PC-Gamer und wollt einfach mal gerne ein Brettspiel mit einem coolen Thema spielen? Dann seid ihr mit World of Warcraft: Wrath of the Lich King ebenfalls bestens bedient. Das Regelwerk ist für ein Strategiespiel vergleichsweise schlank und unkompliziert, so dass sich auch Gelegenheitsspieler schnell zurechtfinden. Zudem bleibt die Spieldauer mit 45 Minuten noch recht überschaubar. Optisch weiß World of Warcraft: Wrath of the Lich King ebenfalls zu überzeugen. Das Spiel kann dank der offiziellen Blizzard-Lizenz bei den Artworks aus dem Vollen schöpfen. Der typische WoW-Look lässt sich im Brettspiel sofort wiedererkennen. Zur Atmosphäre tragen allerdings auch die 47 Miniaturen bei, mit denen das Spiel noch plastischer erlebbar wird. Insgesamt bietet World of Warcraft: Wrath of the Lich King ein tolles Gesamtpaket, das bei vielen WoW-Fans für Begeisterung sorgen dürfte.

ProCon
+ offizielle WoW-Lizenz- kein Spiel für Hardcore-Strategen
+ mit 47 Miniaturen- aufwändiges Material sorgt für hohen Preis
+ bewährtes Pandemic-Spielsystem
+ kooperative Spielweise
+ 7 bekannte Charaktere mit individuellen Stärken
+ anpassbarer Schwierigkeitsgrad
+ auch alleine spielbar

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