Yokai wird über Game Factory vertrieben und kostet etwa 10€. Das Spiel steht ab sofort im Handel.
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Yokai wird über Game Factory vertrieben und kostet etwa 10€. Das Spiel steht ab sofort im Handel.

Ordnung ist das halbe Leben

Yokai im Test: Das kooperative Knobelspiel

  • vonSebastian Hamers
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Das kleine Kartenspiel Yokai wirkt auf den ersten Blick ganz harmlos. Schnell entpuppt es sich jedoch als anspruchsvoller Puzzler mit kooperativem Ansatz.

Es darf wieder gepuzzelt und geknobelt werden, diesmal sogar kooperativ. Der Schweizer Brettspiel-Verlag Game Factory hat ein kleines Kartenspiel mit asiatischem Setting veröffentlicht, das eure grauen Zellen ordentlich zum Qualmen bringt. Die kleine Geschichte bietet allerdings nicht viel mehr als eine lose Rahmenhandlung. Die namensgebenden Yokai, japanische Fabelwesen, wurden reichlich durcheinandergewirbelt. Das Kuddelmuddel scheint den Fantasiegestalten nicht sonderlich gut zu bekommen. Ihr müsst den vier verschiedenen Yokai-Familien helfen, wieder zueinander zu finden und so den Frieden zu wahren. Dabei geht ihr gemeinschaftlich an die Sache heran. Leider sind euch in Sachen Kommunikation jedoch enge Grenzen gesetzt.

Ähnlich spartanisch wie die Geschichte des Spiels, fällt auch die Materialausstattung aus. In der kleinen Spieleschachtel findet ihr gerade einmal 39 quadratische Karten, die in einer Partie aber noch nicht einmal alle zum Einsatz kommen. Die Basis des Spiels bilden die Yokai-Karten. Vier Familien in den Farben rot, grün, lila und blau. Jede Yokai-Familie besteht aus vier Mitglieder, macht also insgesamt 16 Spielkarten, die ihr einmal kräftig durchmischt und dann in einem 4x4-Raster verdeckt vor euch auslegt. Mit vereinten Kräften führt ihr die Familien nun wieder zusammen.

In Yokai müsst ihr die Ordnung wiederherstellen

Da ihr bei Spielbeginn keine Ahnung habt, wie die Karten im Raster angeordnet sind, müsst ihr erstmal Informationen sammeln. In eurem Zug dürft ihr euch im Geheimen zwei beliebige Karten ansehen. Ihr legt sie verdeckt wieder zurück an ihren ursprünglichen Platz, bevor ihr anschließend damit beginnt, für etwas Ordnung im Chaos zu sorgen. Eine beliebige Karte dürft ihr nun verschieben. Dabei muss es sich nicht zwingend um eine der beiden Karten handeln, die ihr euch zuvor angesehen habt. Ebenso muss auch das 4x4-Raster nicht seine quadratische Form wahren. Ihr dürft die Karte aufnehmen und sie an den gewünschten Ort legen. Alles ist erlaubt, solange alle Karten weiterhin miteinander verbunden bleiben.

Mit den Hinweiskarten könnt ihr euren Mitspielern zumindest teilweise Informationen weitergeben.

Bevor ihr den Staffelstab an den nächsten Spieler übergebt, kommen jetzt noch die Hinweiskarten ins Spiel. Zum Abschluss des Zuges deckt ihr die oberste Karte vom Hinweiskartenstapel auf. Statt eine Karte zu enthüllen, dürft ihr alternativ auch eine der schon aufgedeckten Hinweiskarten einsetzen. Hinweiskarten werden auf die verdeckten Yokais in der Auslage gelegt. Die Hinweise sind eine gute Möglichkeit, die Mitspieler an eurem Wissen teilhaben zu lassen.

Unklare Hinweise in Yokai

Leider drücken sich die Hinweise nicht immer ganz so kristallklar aus. Die meisten Hinweiskarten zeigen gleich mehrere Farben an. Unter einer blau-grün-roten Hinweiskarte könnte sich ein Yokai aus einer dieser drei verschiedenen Familien befinden. Immerhin gibt es auch eine Handvoll einfarbiger Hinweise. Mit ihnen könnt ihr einen Yokai eindeutig für eure Mitspieler kennzeichnen. Mit Hilfe der Hinweiskarten und durch das ständige Verschieben einzelner Karten, kehrt langsam wieder die ersehnte Ordnung ein.

Am Spielende sollten die Mitglieder einer Familie miteinander verbunden sein.

Ihr solltet euch beim Sortieren der Yokais aber nicht zu viel Zeit lassen. Spätestens wenn die letzte Hinweiskarte platziert wurde, endet die Partie. Jetzt sollten alle Mitglieder einer Familie miteinander verbunden sein. Dazu deckt ihr am Spielende alle Yokais auf und prüft, ob eure Mission erfolgreich war. Als ehrgeizige Spieler könnt ihr optional die Punktwertung hinzunehmen, bei der ihr etwa Boni für nicht eingesetzte Hinweiskarten erhaltet.

Yokai bietet mehrere Schwierigkeitsgrade

Mit ein wenig Übung ist Yokai in dieser Basisversion ganz gut zu schaffen. Viele kooperative Spiele verlieren schnell ihren Reiz, wenn die Mechanik erst einmal bezwungen wurde. Bei Yokai fängt die Herausforderung an dieser Stelle jedoch erst so richtig an. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich noch erheblich steigern. Ihr könnt beispielsweise noch die Nachbarschaftskarten mit ins Spiel nehmen. Ihr habt jetzt zusätzlich die Auflage, dass zwei bestimmte Familien benachbart zueinander liegen müssen.

Yokai wird über Game Factory vertrieben und kostet etwa 10€. Das Spiel steht ab sofort im Handel.

Richtig verrückt wird es, wenn ihr die Yokais in einer vorgegebenen Formation anordnen sollt. Ihr könnt das Spiel nur gewinnen, wenn die Karten am Ende in Form einer römischen Eins, einer Pyramide oder einer anderen Vorgabe ausliegen. Durch die verschiedenen Schwierigkeitsgrade bleibt Yokai also auch noch nach vielen erfolgreichen Spielen interessant. Es gibt immer noch ein neues, noch wahnwitzigeres Ziel.

Yokai ist ein kooperatives Denkspiel für zwei bis vier Spieler ab acht Jahren. Für eine Partie müsst ihr ungefähr zwanzig Minuten einrechnen. Das Spiel ist über Game Factory erschienen und kostet etwa 10€.

Fazit: Yokai knobelt sich zu folgender Testnote

Yokai im Test: So gut ist das Knobelspiel um die japanischen Geistwesen.

Auf den ersten Blick wirkt Yokai so harmlos. Es kann die Nähe zum guten alten Memory nicht verleugnen und eigentlich sind es doch auch nur 16 Karten. Kann doch also nicht so schwer sein, oder? Mit dieser Einstellung sind wir dann erstmal direkt krachend gescheitert. Die sich ständig verändernde Auslage hat uns doch vor erhebliche Probleme gestellt. Zwar konnten wir recht zügig ausmachen, in welche Ecke wir welche Familie verfrachten wollten, doch in den Grenzbereichen kamen wir gehörig ins Schwimmen. Da waren auch die nicht immer ganz so eindeutigen Hinweiskarten keine große Hilfe. Im zweiten Durchgang lief es da schon viel besser. Mit der nötigen Konzentration konnten wir auch die mehrfarbigen Hinweise gleich viel besser deuten. Yokai ist eine echte Herausforderung und stellt dabei den kooperativen Aspekt sehr schön heraus. Ihr müsst schon immer höllisch aufpassen, um die Züge der Mitspieler richtig zu deuten. Nur dann fügen sich die Karten gut zusammen wie bei einem Puzzle. Haben sich die Yokais am Spielende tatsächlich hübsch sortiert aneinandergereiht, ist das schon ein echtes Erfolgserlebnis, bei dem ein echtes Wir-Gefühl entsteht. Besonders gelungen finde ich zudem den moderat aufsteigenden Schwierigkeitsgrad. Viele kooperative Spiel verlieren schnell den Reiz, wenn es erst einmal bezwungen werden. Yoka stellt euch jedoch direkt vor neue Aufgaben. So bleibt das Spiel auch langfristig reizvoll. Für einen knappen Zehner erhaltet ihr einen knackigen Puzzler, der eure Gehirnzellen auf Trab bringt.

Pros

Cons

+ kooperative Spielweise

- mehrere Partien nacheinander ermüden schnell

+ verschiedene Schwierigkeitsgrade

+ fördert Konzentration

+ erzeugt ein schönes Wir-Gefühl

+ spielt sich auch zu zweit gut

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