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Dota-Legende N0tail: „Valve muss etwas verändern!“

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N0tail
Johan „N0tail“ Sundstein gehört zu den bestverdienendsten E-Sportlern überhaupt. © Benedikt Wenck/dpa

N0tail gehört zu den erfolgreichsten E-Sportlern überhaupt, die Dota-Weltmeisterschaft konnte er zweimal gewinnen. Nun ist er als Spieler im Ruhestand - und kümmert sich um ganz andere Dinge.

Lissabon - Johan „N0tail“ Sundstein ist wohl einer der wenigen Menschen, die man als Gesicht des professionellen Dota 2 bezeichnen könnte. Mit der Deutschen Presse-Agentur spricht der 28-jährige Däne über seine Spielpause, seine Wahlheimat Portugal und die Situation in der Szene.

Johan „N0tail“ Sundstein gewann mit dem Team OG zwei mal die Dota-2-WM „The International“. Der der 28-jährige Däne gehört damit zu den bestverdienendsten E-Sportlern überhaupt.

Johan „N0tail“

Frage: Wie geht es Ihnen im Spieler-Ruhestand? Hat sich Ihr Lebensstil stark verändert?

Antwort: Ich habe noch viel mit dem Spiel zu tun, da ich ja noch eng mit OG zusammenarbeite, aber ich habe auch neue Verantwortung übernommen. Ich habe zwei Hundebabys, die vier Monate alt sind und mache viel Gartenarbeit. Die Hundebabys kommen jetzt in ihre hormonelle Phase und beanspruchen den Großteil meiner Zeit und Aufmerksamkeit. Dieser Wandel war sehr gesund für mich und ich wollte mich schon lange von Dota entfernen. Ich war 15 Jahre lang Spieler und auch wenn es sich lohnt, hinterlässt es Spuren. Man muss bereit sein, alles hintenanzustellen.

Frage: Wie haben Sie sich in Portugal eingelebt?

Antwort: Portugiesisch zu lernen war ein sehr langsamer Prozess. Ich habe pandemiebedingt viel Zeit Zuhause verbracht und da ich lieber von Muttersprachlern als von Duolingo lernen würde, geht es eher langsam voran. Trotzdem war es eine großartige Veränderung, die Leute und das Wetter sind super! Ich habe viele Jahre unterwegs verbracht und mich nirgendwo so richtig Zuhause gefühlt. Hier möchte ich jetzt langfristig Wurzeln schlagen.

Unzufriedenheit mit Valve

Frage: In letzter Zeit sind viele Leute unzufrieden mit Entwickler Valves Management der professionellen Dota-Szene. Wie sehen Sie das Machtverhältnis zwischen Valve und den Teams und Fans?

Antwort: Ich denke auf jeden Fall, dass Valve etwas verändern muss. Die Menschen, die an Dota arbeiten, sind entweder überarbeitet oder unterbesetzt. Corona kann nicht immer eine Entschuldigung sein, denn Sachen laufen schon seit einiger Zeit schief. Dota hat eine sehr aktive Community, die das Spiel aufgebaut hat und ohne die es heute nicht existieren würde. Valve muss nur eine Tür öffnen und anfangen, E-Mails zu beantworten.

Andererseits denke ich, dass Valves finanzielle Anreize bei Steam und nicht bei Dota liegen. Andere Firmen würden sich die Finger nach einem Spiel wie Dota lecken. Ich weiß auch nicht, was ich machen soll, viele Leute sind hier schon gescheitert aber wir können es nur weiterhin probieren. dpa

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