Saudische Beteiligung

ESL & FACEIT: E-Sport Firmen verkauft durch Milliarden Deal

  • Oliver Schmitz
    VonOliver Schmitz
    schließen

Mega Deal im E-Sport: ESL und FACEIT werden zu einem Unternehmen. Eine Saudi-Firma hat beide für 1,5 Milliarden aufgekauft. Dies führt zu Änderungen und Kritik.

Köln/London – Mit ESL und FACEIT werden zukünftig zwei der größten Unternehmen der E-Sport-Branche gemeinsam unter einem Banner auftreten. Als ESL FACEIT Group sollen die beiden Szene-Größen noch im Jahr 2022 zu einem gemeinsamen Konzern fusionieren. Dies führt auch zu einigen Veränderungen für die jeweiligen Communities. Hinter der Fusion steckt die Übernahme durch die Savvy Gaming Group (SGG), welche nun für viel Kritik sorgt.

Name des UnternehmensESL FACEIT Group
BrancheE-Sport
GründungQ2 2022 (geplant)
Mitarbeiterca. 680
LeitungCraig Levine und Niccolo Maisto (Co-CEO)
BesitzerSavvy Gaming Group (SGG)

Fusion im E-Sport: Saudi-Unternehmen übernimmt ESL und FACEIT für 1,5 Milliarden

Was passiert mit ESL und FACEIT? Vor der Planung der Fusion hatte das durch saudisches Geld finanzierte Unternehemen Savvy sowohl die ESL Gaming als auch FACEIT aufgekauft. Dafür sollen diese laut Handelsblatt rund eine Milliarde US-Dollar für das Kölner Unternehmen und nochmal 500 Millionen für FACEIT gezahlt haben. Die ESL ist einer der größten Veranstalter von E-Sport-Turnieren in Spielen wie League of Legends und FACEIT ist vor allem für seine Online-Wettkampf-Plattform bekannt. Die ESL Gruppe gehörte zuvor vor allem der schwedischen Modern Times Group (MTG), welche 2015 zum Großteil des Unternehmens erworben hatte.

Die neue ESL FACEIT Group soll im zweiten Quartal 2022 (April bis Juni) offiziell gegründet werden, heißt es auf der offiziellen Website. Ziel sei es, die „weltweit führende kompetitive Gaming Plattform“ zu erschaffen. Darüber hinaus möchte man unter anderem auch mehr Spieler und weitere Regionen erreichen sowie die bestehenden Tools wie Anti-Cheat-Programme weiterentwickeln. Alle zum Unternehmen gehörenden Marken, wie eben ESL und FACEIT, aber auch DreamHack, ESEA und Badlion sollen in Zukunft weiter koexistieren.

Wie ist die ESL FACEIT Group organisiert? Die Leitung des neuen E-Sport-Giganten wird gemeinsam von Craig Levine (ESL) und Niccolo Maisto (FACEIT) als Co-CEOs übernommen werden. Beide sind bereits jetzt in dieser Funktion tätig. Ralf Reichert, der Gründer und noch Co-CEO von ESL Gaming, wird derweil die neu geschaffene Rolle des „Executive Chairman“ einnehmen. Damit ist er zwar nicht mehr direkt am Tagesgeschäft beteiligt, soll das Führungsteam aber unterstützen.

ESL und FACEIT Fusion: Übernahme der E-Sport-Größen sorgt für Kontroverse

Wer ist der neue Besitzer von ESL und FACEIT? Die Savvy Gaming Group (SGG) ist ein noch recht unbeschriebenes Blatt in der E-Sport-Szene. Der neue Besitzer der ESL FACEIT Group wurde erst 2021 gegründet und wird komplett durch den Staatsfond von Saudi-Arabien finanziert. Geschäftsführer von SGG ist Brian Ward, der frühere „Head of worldwide studios“ von Activision Blizzard.

Zu dem neuen E-Sport-Giganten gehören neben ESL und FACEIT auch die großen Marken DreamHack und ESEA.

Wieso sorgt die ESL und FACEIT Übernahme für Kritik? Dieser finanzielle Hintergrund hat bereits für viel Kritik an der neuen ESL FACEIT Group gesorgt. In den sozialen Netzwerken übten viele Fans deutliche Kritik an der Übernahme durch die SGG. Dem Wüstenstaat wird immer wieder die Missachtung von Menschenrechten vorgworfen. Dies hatte in der Vergangenheit schon zu Kontroversen im E-Sport geführt. So hatten der Turnier-Veranstalter BLAST und LoL-Publisher Riot Games ihre Partnerschaft mit dem saudischen Stadt-Projekt NEOM beendet, nachem es einen massiven Backlash aus der Community gegeben hatte.

Fusion von ESL und Faceit könnte den E-Sport nachhaltig ändern

Welchen Einfluss hat die Fusion von ESL und FACEIT? Während die kürzliche Activision Blizzard Übernahme durch Microsoft einer der größten Deals in der Gaming-Geschichte war, ist die Übernahme und Fusion von ESL und FACEIT wohl das Äquivalent für den E-Sport. Beide gehören zu den größten Unternehmen und Turnier-Veranstaltern weltweit und könnten gemeinsam zu einem noch größeren Player werden. Dies wird sehr wahrscheinlich einen nachhaltigen Einfluss auf die komplette Branche haben – auch wenn das genaue Ausmaß noch unklar ist.

Ein zumindest für die deutsche E-Sport-Szene großes Ding ist der derzeitige Bau des RCADIA in Hamburg. Das größte Gaming House in Europa steht kurz vor seiner Eröffnung und hat auch für E-Sportler einiges zu bieten.

Rubriklistenbild: © ESL FACEIT Group

Kommentare