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FIFA-Weltmeister Umut: „Ich nehme das sehr, sehr ernst“

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VBL Grand Final
RBLZ_Umut hat am Sonntag den FIFAe World Cup gewonnen. © Marius Becker/dpa

Der FIFA-Einzel-WM-Pokal bleibt in Deutschland. Nach zwei Jahren Wettkampfpause löst Umut seinen Vorgänger MoAuba als Weltmeister ab. Das hat er nicht nur seiner Disziplin zu verdanken.

Berlin - Erste WM und direkt der Titel: Umut „RBLZ_Umut“ Gültekin von RB Leipzig hat bei seinem ersten Antritt direkt den FIFAe World Cup in Kopenhagen gewonnen - die Einzelweltmeisterschaft in FIFA 22.

Umut „RBLZ_Umut“ Gültekin ist seit 2020 FIFA-Profi bei RB Leipzig. Im vergangenen Jahr gewann er die deutsche Einzelmeisterschaft der Virtual Bundesliga, in diesem Jahr wurde er Vizemeister. Der Titel im FIFAe World Cup ist der bisher größte Erfolg des 19-Jährigen aus Hamburg. Vom „kicker“ wurde er bereits zweimal zum „eFootballer des Jahres“ ausgezeichnet.

Umut „RBLZ_Umut“

Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur erklärt der 19-Jährige aus Hamburg, welche Bedeutung der Titel für ihn hat, wie stark der Zusammenhalt zwischen den deutschen FIFA-E-Sportlern ist und dass der Finalgegner kein Unbekannter war.

Frage: Jetzt, ein paar Tage nach dem WM-Titel - wie fühlt es sich an?

Antwort: Ich weiß nicht, ob ich das schon ganz realisiert habe, dass ich jetzt Weltmeister bin. Es ist schon etwas ganz anderes, als die deutsche Meisterschaft zu gewinnen.

Frage: Welche Bedeutung hat der Einzelmeisterschaftstitel für Sie?

Antwort: Für mich hat die Einzel-WM schon mit Abstand den größten Stellenwert, weil du nur für dich selbst spielst. Es geht einfach darum, der beste Spieler zu sein. Und es wird auch am meisten Preisgeld ausgeschüttet. Das Ziel jedes E-Sportlers ist es erst einmal, die WM zu erreichen. Und natürlich ist es dann das große, große Ziel, die WM zu gewinnen - aber das ist unwahrscheinlich, egal, wie gut man ist. Dass es für mich direkt beim ersten Mal geklappt hat, ist überragend.

Umut: „Habe mich nicht auf Elfmeterschießen vorbereitet“

Frage: Haben Sie sich besonders auf ein Elfmeterschießen vorbereitet, vielleicht auch speziell auf den Finalgegner Nicolas „nicolas99fc“ Villalba?

Antwort: Um ehrlich zu sein, habe ich mich aufs Elfmeterschießen gar nicht vorbereitet. Ich hatte davor keins und habe das auch nicht extra geübt. Bei mir passieren eigentlich mehr Tore, deswegen ist es relativ unwahrscheinlich, dass es bei mir dazu kommt. Bei Nico war das aber komplett anders. Er lässt wenige Tore passieren, weil er defensiv so stark ist. Wir haben in den Tagen vor der WM auch viel miteinander trainiert, weil er auf der anderen Seite des Turnierbaums war und auch ein starker Spieler ist.

Frage: Im Publikum haben viele deutsche E-Sportler lautstark mit Ihnen mitgefiebert. Ist dieser enge Zusammenhalt der deutschen Top-Spieler ein Vorteil gegenüber anderen FIFA-Nationen?

Antwort: Wir halten schon echt stark zusammen. Im Spiel habe ich die auch die ganze Zeit gehört, wie sie alle rumgeschrien haben. Und am Tag danach merkst du, wie von allen die Stimme weg ist. Das ist super cool, dass sie sich so für mich gefreut, mitgefiebert und mich auch gepusht haben. Das weiß ich sehr zu schätzen! Aber Nico wurde auch angefeuert. Das war schon ein gutes Battle. Aber ich glaube, von der Stimmung her hat da Deutschland schon gewonnen.

Weltmeister in FIFA 22: „Ich nehme das sehr, sehr ernst“

Frage: Der Streamer Elias „EliasN97“ Nerlich hat in seinem Stream Ihre Disziplin gelobt. Im Gegensatz zu anderen E-Sportlern hätten Sie ihm meist abgesagt, wenn es darum ging, gemeinsam andere Spiele wie Fortnite oder Among Us zu spielen. Sehen Sie sich da auch selbst so diszipliniert?

Antwort: Ich weiß nicht, ob ich so diszipliniert bin - aber ich nehme das schon sehr, sehr ernst. Wenn ich eine WM spiele, fokussiere ich mich voll und ganz darauf und gebe alles dafür. Man weiß ja nicht, was in der Zukunft passiert. Ich weiß, dass ich dieses Jahr sehr gut in meinem FIFA-Skill war und FIFA 22 mir gut liegt. Das war dann auch mein persönlicher Ehrgeiz, zu sagen: Ich muss da jetzt durch - auch wenn ich Bock gehabt hätte, mit den Jungs andere Spiele zu spielen. FIFA ist halt mein Job.

Frage: Sie wirkten das ganze Turnier über mental sehr stabil und ruhig. Stecken Sie da besondere Energie rein?

Antwort: Ich glaube, das ist einfach meine Persönlichkeit. Ich bin eher der Typ, dass ich fokussiert bleiben will. Nach dem Sieg gegen Emre Yilmaz im Halbfinale zum Beispiel habe ich einfach versucht, weiter im Fokus zu bleiben und nicht rumzuschreien. Weil ich wusste: Da kommt noch das Finale.

Nächste Aufgabe für Umut: FIFAe Nations Cup

Frage: Das große Saisonfinale ist der FIFAe Nations Cup in der nächsten Woche. Wie sehen Sie ihre Chancen mit ihrem Teamkollegen Mustafa „Musti“ Cankal?

Antwort: Das ist ein 2v2, also ein komplett anderes Spiel. Die Karten sind da neu gemischt. Ich würde aber schon sagen, dass Musti und ich im 2v2 sehr gut sind. Deswegen denke ich, dass wir gute Chancen haben. dpa

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