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Was Twitters ungewisse Zukunft für E-Sport-Teams bedeutet

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Die Probleme um Twitter machen auch E-Sport-Organisationen sorgen. © Jeff Chiu/AP/dpa

Seit Elon Musks Übernahme wachsen Zweifel an der Zukunft Twitters. Ein Wegbrechen würde drastische Folgen für den E-Sport bedeuten. Ersatz wäre dennoch denkbar - wenn es die Communitys zulassen.

Essen - Seit der Übernahme durch Elon Musk herrscht Sorge über die Zukunft von Twitter, auch im E-Sport. Der Kurznachrichtendienst ist essenziell für eines der wichtigsten Werkzeuge der Organisationen: Social-Media-Marketing.

„Kurz gesagt erlaubt uns Social Media schnelles Feedback und eine aktive Interaktion zwischen Marken und Communitys, anders als tradierte Kanäle wie Werbung im linearen Fernsehen“, sagt Zanne Wong im Interview mit der Deutschen Presseagentur. Sie spezialisiert sich auf das Marketing von Markeninhalten im E-Sport und war in der Vergangenheit als Head of Esports Marketing für Riot Games EMEA und als globale E-Sport-Redaktionsleiterin für Red Bull tätig.

Twitter als direkter Kommunikationskanal

Communitys teilen Feedback, stellen Fragen, tauschen sich aus, während Unternehmen in Echtzeit ihre Zielgruppen messen, ihnen zuhören und lernen. Social Media ist dabei nicht gleich Social Media. Twitters Alleinstellungsmerkmal etwa sei die unmittelbare Kommunikation zwischen E-Sport-Organisationen und ihrem Publikum.

Ergebnisse oder Ankündigungen, Teamwechsel oder Spielpläne: besonders für zeitsensible Inhalte sei Twitter unverzichtbar. „Darauf richten sich andere Plattformen gerade nicht zwingend aus, besonders in Sachen Algorithmen“, sagt Wong. „Nehmen wir TikTok: Dort geht es um Engagement mit Inhalten, mit denen du dich schon beschäftigst.“

Zukunft Twitters zunehmend fraglich

Ein Wegbrechen Twitters wäre entsprechend Grund zur Sorge. Wong befürchtet unter anderem eine komplette Umgestaltung konventioneller Strategien: „Wie werden Teams Updates mitteilen? Ich weiß nicht, ob das derzeit eine andere Plattform in gleichem Maß erlaubt.“

Kurz nach der Übernahme Musks im Oktober sollen, so Erhebungen des Magazins MIT Technology Review, bereits eine Million Nutzer den Kurznachrichtendienst verlassen haben. Gleichzeitig haben Unternehmen wie der Autohersteller General Motors vorerst die Werbung auf der Plattform eingestellt - mit täglich vier Millionen Dollar Verlust zur Folge, behauptet Musk.

Mehr noch: Laut Prognosen des Marktforschungsunternehmens Insider Intelligence werde Twitter infolge der Übernahme Musks über 32 Millionen Nutzer weltweit, rund zehn Prozent der aktiven Nutzerbasis, in den kommenden zwei Jahren verlieren. Zudem soll das Wachstum der Werbeeinnahmen, die 2021 90 Prozent von Twitters Einnahmen ausmachten, nahezu völlig stagnieren.

Twitter-Ersatz im E-Sport: denkbar, aber schwierig

Konkurrenzplattformen sehen derweil Zulauf. Der dezentralisierte Mikro-Bloggingdienst Mastodon aus Deutschland zum Beispiel sei laut Gründer Eugen Rochko unmittelbar nach Musks Übernahme von 300.000 auf rund 2.5 Millionen Nutzer gewachsen. Wong denkt, dass solche Plattformen grundsätzlich als Alternative infrage kämen.

Dafür müssten aber langfristig genug Menschen selbstständig wechseln. „Wir können versuchen, so einen großen kulturellen Wandel selbst herbeizuführen“, sagt Wong. „Aber schlussendlich glaube ich nicht, dass Unternehmen darüber entscheiden werden, sondern Communitys.“ dpa

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