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Wie die Dota-Szene Neulingen den Einstieg erleichtern will

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The International
Bis zur Bühne der Dota-Weltmeisterschaft „The International“ ist es ein langer, komplexer Weg. © Valve/dpa

Die Zahl an Menschen, die Dota 2 spielen, stagniert. Entwickler Valve, aber auch einige Menschen aus der Dota-Community versuchen, den Trend umzukehren. Kann das klappen?

Bellevue - Dota 2 gehört weiter zu den wichtigsten E-Sport-Titeln der Welt. Nicht nur werden bei der Weltmeisterschaft „The International“ jährlich Rekordsummen an die Gewinnerteams ausgezahlt. Auch die Zahl der Zuschauenden kann an Zeiten vor der Corona-Pandemie anknüpfen, wie zuletzt beim Arlington Major, berichtet „Esports Insider“. Doch die Szene hat ein Problem.

Dota zählt von Haus aus schon zu den komplexesten E-Sport-Titeln. Von Anfang an stehen den Spielenden 123 Helden mit jeweils mehreren Fähigkeiten zur Verfügung, was schnell überfordern kann. Darüber hinaus kann man die meisten Helden auch noch flexibel in verschiedenen Rollen einsetzen, was es schwer macht, überhaupt allgemeingültige Fakten über die Charaktere zu lernen.

Das Spiel steht gleichzeitig in der Spannung, die aktive Community halten zu müssen. „Wenn das Spiel kontinuierlich aktualisiert wird und die WM weiterhin stattfindet, habe ich das Gefühl, dass die derzeitigen Spieler gehalten werden können“, sagt Kevin „Purge“ Godec im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings: „steamcharts“ zufolge stagniert die Zahl der gleichzeitig Spielenden seit Jahren.

Dota 2: Immer neue Updates

Wenn Purge auf seinem Youtube-Kanal neue Spielupdates analysiert, sind die Videos teilweise über neun Stunden lang - wie vor rund fünf Monaten zum Patch 7.31. Neue Mechaniken werden eingeführt oder Helden radikal umgebaut.

Diese Erneuerung bringt immer mehr Komplexität, was Neulinge abschrecken kann. Mit einem überarbeiteten und expandierten Tutorial-System versucht Entwickler Valve, hier gegenzusteuern.

„Es ist nie zu spät, Neue dazu zu bringen, Dota zu spielen. Aber es kommt einfach darauf an, wie weit man bereit ist, dafür zu gehen. Viele der bisherigen Spieler wären nicht damit einverstanden, wenn die Spielmechaniken auf eine breitere Zielgruppe angepasst werden und das Spiel dadurch an Tiefe verliert“, sagt Shannon „SunsFan“ Scotten im dpa-Interview. Der Kommentator hat mit einem Partner ein Tool entwickelt, das das Lernen von Dota beim Zuschauen erleichtert.

Hilfsmittel für Neulinge in Dota 2

Mit der Erweiterung für die Streamingplattform Twitch können Zuschauende mit Bedienflächen im Stream so interagieren, als ob sie selbst in der Partie wären. So sind alle Informationen über Helden, Zauber und Gegenstände direkt zum Nachlesen verfügbar.

Neben einer Vielzahl an Streamern haben ESL, Dreamhack und Valve für ihre Turniere Nutzungsverträge mit SunsFan abgeschlossen. Dem Major-Ausrichter in Arlington, PGL, wurde vorgeworfen, das Tool selbst kopiert zu haben.

„Bei der letzten Dota-WM hatten wir 16 Millionen Nutzer, 198 Millionen und Klicks und 883 Millionen Berührungen mit unseren Bedienelementen“, sagt SunsFan. „Wir kriegen viele positive Tweets und Nachrichten über unser Tool. Auch von Leuten, die früher gespielt haben und nicht alles Neue kennen.“

Dota-Turnierstream für Neulinge eingestellt

Obwohl genug Interesse für derartige Angebote vorhanden zu sein scheint, werden manche Initiativen auch wieder eingestellt. Der Newcomer-Stream für die Dota-WM, an dem Purge und SunsFan beteiligt waren, wurde nach Versuchen bei den WMs 2014 und 2015 eingestellt.

„Das Problem war, dass der Newcomer-Stream ein separates Erlebnis vom Hauptstream war“, sagt Purge. Allerdings sei man nicht gleichermaßen mit Inhalten beliefert worden, was die Tragweite des Turniers nicht gleichermaßen kommuniziere. „Das hat eine große Bedeutung.“ Deshalb habe man im Folgejahr versucht, mehr solcher Inhalte einzubinden.

SunsFan ist um die Zukunft des Spiels allerdings nicht besorgt: „Dota ist zwar spät in seinem Lebenszyklus, aber dieser war schon sehr lang. Wer weiß also, wie lange das Spiel noch hat“, sagt er. „Es ist nur ein leichter Abfall und die Zahlen sind noch sehr solide, also gibt es noch viel, was getan werden kann.“ dpa

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