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ChatGPT: Der unsichtbare Gesprächspartner und kreative Ratgeber

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Romina Kunze

Ob im privaten oder beruflichen Alltag: Der US-amerikanische Text-Bot „ChatGPT“ von OpenAI weiß dank Künstlicher Intelligenz (fast) immer zu helfen.

Hamburg – Die meisten kennen das sicherlich: Im Alltag beschäftigen uns allerlei Fragen. Laut einer Statistik werden weltweit täglich rund 3,5 Milliarden Suchanfragen auf Google gestellt. Mögliche Antworten auf diese Fragen kann man sich seit November 2022 auch von dem Programm „ChatGPT“ einholen.

NameChatGPT
Art der SoftwareChatbot
Software-EntwicklerOpenAI
AnwendungsbereichPrivat und im Beruf
Veröffentlicht amNovember 2022
Hauptsitz der EntwicklerSan Francisco (USA)

Bei ChatGPT handelt es sich um einen Prototyp eines sogenannten Chatbots, also einer Software, die basierend auf Künstlicher Intelligenz (KI) eine Konversation mit dem User führen kann. Besonders an ChatGPT ist, dass das Programm – anders als etwa bei Suchmaschinen, wie Google, Yahoo und Co. – nicht nur Antworten auf gezielte Fragen ausspuckt, sondern mit den Nutzern in einen mehrstufigen Dialog treten kann; falls denn gewünscht. Bislang allerdings nur in Schriftform.

ChatGPT: Dialoge mit dem Computer auf menschlichen Niveau

„ChatGPT ist darauf optimiert, Dialoge zu führen. Unser Ziel ist es, dass der Umgang mit Software, die auf künstlicher Intelligenz basiert, noch natürlicher wird“, schreibt der Entwickler OpenAI auf seiner Homepage über das kostenlose Gesprächs-Tool. Binnen Sekunden liefert der Computer Texte, die kaum von denen eines einigermaßen eloquenten Menschen zu unterscheiden sind; sowohl in Sachen Sprachduktus als auch Rechtschreibung und Grammatik.

ChatGPT, Siri und Co.: Wo finden Chatbots Anwendung?

Hinter der Software ChatGPT verbirgt sich ein sogenannter Chatbot; einem Programm, das durch künstliche Intelligenz (KI) Gespräche in einer natürlichen, menschlichen Sprache mit den Usern führen kann. Daher nutzen Unternehmen Chatbots häufig in ihrem Kundenservice, um den Kunden automatisierte Antworten auf häufig gestellte Fragen geben zu können. Auch in der internen Kommunikation finden die Bots Anwendung.

Dass der Gesprächs-Roboter dich nach deinem Wohlbefinden fragt, ist eher unwahrscheinlich. Und mit der Formulierung „natürlicher Dialog“ auch nicht gemeint. Viel mehr glänzt das Programm damit, dass der Chatbot Zusammenhänge einer Konversation versteht. Er „erinnert“ sich an den Gesprächsverlauf und kann daher selbst knapp formulierte Folgefragen beantworten. Auch Personalpronomen anstelle von bereits erwähnten Namen, kann er richtig zuordnen.

Kommunikations-Knigge für ChatGPT: Nur ein Thema pro Gesprächsfenster

Die Logik der KI und damit das Verständnis für thematische Kausalität greift nur, solange man sich in einem und demselben Chatfenster befindet. Anders als bei Suchmaschinen, bei denen Anfragen in eine Suchleiste eingegeben werden, öffnet man bei ChatGPT ein Gesprächsfenster und stellt seine Frage.

Ein Beispiel für das Verständnis von thematischer Kausalität des Chatbots:

User: Wann erschien Star Wars?

ChatGPT: Star Wars erschien erstmals am 25. Mai 1977 in den USA.

User: Wer hat Regie geführt?

ChatGPT: George Lucas hat die Regie bei Star Wars geführt.

User: Wann wurde er geboren?

ChatGPT: George Lucas wurde am 14. Mai 1944 geboren.

User: Und wo?

ChatGPT: George Lucas wurde in Modesto, Kalifornien, USA geboren.

Dabei gilt die Faustregel: ein Thema pro Chatfenster. Im Grunde also ein Kommunikations-Knigge, der sich bereits für menschlichen Dialog bewährt hat. Wer in einem Gespräch fließend von Pontius zu Pilatus übergeht und wild von Thema zu Thema springt, wird von seinem natürlichen Gesprächspartner ebenfalls eher wenig brauchbare Rückmeldungen bekommen.

Stummer Diener: Anders als andere Sprachassistenten gibt es ChatGPT nur in geschriebener Form

Vom Prinzip funktioniert der Chatbot von OpenAI wie bei einem persönlichen Assistenten, den man von den Big Player um Apple und Amazon kennt. Nur dass deren Chatbots Siri (Apple) und Alexa (Amazon) akustische Sprachassistenten sind, während sich ChatGPT auf das geschriebene Wort beschränkt. Doch OpenAI bietet auch KI im Bildbereich an. Mit DALL-E kann man sich Bilder von einer künstlichen Intelligenz generieren lassen, die teilweise erstaunliche Ergebnisse liefert.

Eine Illustration, die das Logo der Entwickler-Firma OpenAI und die Software ChatGPT auf einem Handy zeigt.
Seit November 2021 ist der vielfältig einsetzbare Chatbot „ChatGPT“ der Software-Firma OpenAI auf dem Markt. (Illustration) © Koen van Weel/Imago

Um das Programm nutzen zu können, müssen sich User auf der Homepage von ChatGPT online registrieren und anmelden. Da es sich dabei um eine US-amerikanische Software handelt, ist die Sprache zunächst auf Englisch eingestellt. Allerdings ist das Programm mehrsprachig; der Chatbot antwortet auf Deutsch, wenn die Fragen auf Deutsch gestellt werden. Tutorial-Videos, Tipps und Tricks gibt es auf YouTube oder TikTok.

Ob fiktive Geschichte, Anschreiben oder Kochrezept: ChatGPT ist um keine Antwort verlegen

Der Anwendungsbereich von ChatGPT ist vielfältig. Der Bot hilft dir nicht nur dabei, auf den entfallenen Namen eines Schauspielers, Buchtitels und Co. zu kommen, sondern kommt auch anderen Bitten nach; sowohl aus dem Privat- als auch Berufsleben. Auf Wunsch generiert das Programm beispielsweise Bewerbungsanschreiben, beantwortet E-Mails oder erstellt ganze Aufsätze, wie Inhaltsangaben. Computercodes kann das Programm ebenso schreiben, wie komplexe Sachverhalte aus Mathematik oder Wissenschaft vereinfacht darstellen.

Anwendungsmöglichkeiten von ChatGPT:

Wer Tipps im Alltag braucht, kann sich ebenfalls an ChatGPT wenden. Keine Idee, was man mal so kochen könnte? Der Chatbot watet prompt mit mehreren Vorschlägen auf und liefert auf Wunsch gleich das Kochrezept und die Einkaufsliste dafür mit. Dem Filius oder Töchterchen eine neue Gute-Nacht-Geschichte vorlesen? Kein Problem. Die KI denkt sich anhand weniger Schlagwörter eine aus.

Tücken der Technik: Auch eine Künstliche Intelligenz wie ChatGPT macht Fehler

Der Wissensschatz des Programms speist sich aus umfangreichen Daten-Input aus Internet-Foren, Nachrichtenartikel, sozialen Medien, Büchern und vielen mehr. Dabei handelt es sich um einen Lernprozess: Um die Textgenerierung von ChatGPT zu verbessern, wird die Software stetig um Daten erweitert und durch menschliches Feedback trainiert.

VorteileNachteile
Umfangreiche Daten-GrundlageGelegentliche Fehlinformationen
Formuliert fehlerfreie TexteGelegentliche Überlastung
Menschlicher Sprachduktus und -stilNur geschriebener, nicht gesprochener Text
Originalität und Kreativität in der AnwendungDaten-Grundlage reicht nur bis 2021
Kostenlose, offene NutzungMitunter von Vorurteilen geprägt
MehrsprachigHumor? Naja...

Allerdings hat das Tool auch seine Tücken: Die Entwickler OpenAI warnen in ihrer Software-Startseite selbst davor, dass ChatGPT „gelegentlich falsche Informationen generiert“. Bewerbungsschreiben erstellt der Chatbot beispielsweise aufgrund von Annahmen, die sich aus der Stellen-Ausschreibung ergeben. Möchtest du dich als IT-Spezialist bewerben, setzt die KI voraus, dass du Informatik studiert hast.

Aktuellste Daten und Informationen sind möglicherweise noch nicht hinterlegt. Und wer Witze hören will, darf sich auf ähnliche Schenkelklopfer wie die von Siri oder Alexa einstellen.

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