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Electronic Arts (EA): Das Unternehmen hinter FIFA, Sims, Battlefield und Co.

  • Henrik J
    vonHenrik J
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Electronic Arts ist eine der erfolgreichsten Videospielfirmen der Welt. Titel wie FIFA oder Sims verkaufen sich millionenfach. Wir verraten alle Infos über EA.

  • Electronic Arts (EA) ist ein US-amerikanischer Videospiel-Publisher.
  • FIFA, Sims und Co. – Das sind EAs Spiele-Hits.
  • Alle Informationen zu Gründung, Lootbox-Skandalen und Studios des Unternehmens.

Redwood City, USA – Electronic Arts (EA) ist einer der größten Videospiel-Publisher und Hersteller der Welt. Das Unternehmen mit Firmensitz in Kalifornien hat eine lange Geschichte hinter sich. EA war nicht immer auf das leichte Geld in Form von Lootboxen oder DLCs aus wie es heute gern angenommen wird. Zur Zeit der Gründung wollte Electronic Arts beispielsweise die Kunst hinter Videospielen mehr zum Vorschein bringen. Das ist die Geschichte des wohl umstrittensten Unternehmens in der Gaming-Branche.

Aktienkurs

ERT (FRA)

Umsatz

5,15 Milliarden US-Dollar (April 2018 - März 2019)

CEO

Andrew Wilson

Zentrale

Redwood City, Kalifornien, USA

Gründer

Trip Hawkins

Tochterunternehmen

EA Sports, BioWare, DICE, Respawn Entertainment, Popcap Games, mehr

Electronic Arts (EA): Die Gründung des Unternehmens

Trip Hawkins hatte eine Vision. Nachdem die Technik immer weiter voranschritt, wollte er unbedingt ein Computerspielunternehmen gründen. Obwohl er diesen Traum bereits 1975 hatte, wartete der Harvard- und Stanford-Absolvent ganze sieben Jahre, bevor er seine Tätigkeit bei Apple niederlegte. 1982 hatten genügend Haushalte einen Computer und die Videospielindustrie boomte. 

Zur Gründung hieß Hawkins Unternehmen noch Amazin’ Software. Da der in Kalifornien geborene Entwickler jedoch die Kunst in Videospielen in den Vordergrund stellen wollte, entschied er sich für eine Namensänderung. Nach eifriger Überlegung landete man letzten Endes beim heutigen Namen Electronic Arts.

EA-Gründer Trip Hawkins (rechts) im Gespräch an seiner Alma Mater, der Universität von Santa Barbara.

Die ersten Spiele von EA sorgten vor allem durch ihre künstlerischen Cover für Aufmerksamkeit, in welchen allesamt das damalige Logo von Electronic Arts versteckt wurde. Anfang der 80er Jahre kam es zu einem Überfluss an durchschnittlichen Spielen für den Konsolen-Markt. Spiele wurden lieblos und nur für das schnelle Geld entwickelt. Das beste Beispiel für diese dunkle Stunde der Videospielindustrie ist wohl das Spiel zu E.T. Um diesem Marktcrash aus dem Weg zu gehen, konzentrierte EA sich auf den PC-Markt.

FIFA, Madden und Co. – Die Geburtsstunde von EA Sports

1983 erscheint das weltweit erste Sportspiel mit Profisportlern auf dem Cover. Bei One on One: Dr. J vs. Larry Bird handelt es sich um ein Eins-gegen-Eins-Basketballspiel. Dies sollte der erste Eintrag in einer langen Liste an Sportspielen werden. 1988 sicherte sich EA die Rechte an "John Madden" und starte die vor allem in den USA beliebte Football-Reihe. Damit der Fußball nicht auf der Strecke bleibt, entwickelte ein kleines EA-Team aus Kanada 1994 mit FIFA International Soccer den ersten Teil der bis heute erfolgreichsten Fußballsimulationsreihe FIFA, die mit FIFA 20 

One on One: Eines der ersten Sportspiele von EA.

Firmengründer Trip Hawkins war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr Teil von Electronic Arts. Mit 3DO gründete er eine neue Firma, welche nun den Hardware-Markt erobern sollte. Die Konsole mit dem Namen 3DO Interactive Multiplayer konnte jedoch nicht an den Erfolg von Electronic Arts anknüpfen und blieb hinter den Erwartungen zurück.

Mit dem Erfolg von FIFA International Soccer wurde in Vancouver eine eigene Division gegründet, welche sich ausschließlich um Sportspiele kümmern sollte. Dies war der Gründungstag von EA Sports. Über die Jahre versuchte sich EA an den verschiedensten Sportarten. Von Tennis über Snowboard bis hin zum Cricket war alles dabei.

Wirklich durchsetzen konnte sich jedoch nur eine Handvoll Spiele. Neben der Eishockey-Simulation NHL und der Basketball-Simulation NBA Live, sind es vor allem Madden NFL und FIFA, welche jährlich hohe Beträge in die Kassen von EA spülen. Trotz immer wiederkehrender Kritik an den minimalen Veränderungen, erscheinen jedes Jahr neue Ableger der FIFA- und Madden-Reihe. 

Electronic Arts (EA) ist variantenreich – Need for Speed und Sims

Alle EA Studios im Überblick

Firmensitz

BioWare

Edmonton (USA)

BioWare Austin

Austin (USA)

BioWare Montreal

Montreal (Kanada)

Criterion Games

Guildford (UK)

EA Black Box

Montreal (Kanada)

EA Byrnest

Brookhaven (USA)

EA Canada

Vancouver (Kanada)

EA China

Shanghai (China)

EA Digital Illusions CE (DICE)

Los Angeles (USA)

EA Easy

Stockholm (Schweden)

EA Japan

Tokio (Japan)

EA Korea

Seoul (Südkorea)

EA Mobile India

Hyderabad (Indien)

EA Mobile Romania

Bukarest (Rumänien)

EA Montreal

Montreal (Kanada)

EA Morrisville

Raleigh (USA)

EA UK

Guildford (UK)

EA Salt Lake

Salt Lake City (USA)

EA Southeast Asia

Singapur (Singapur)

EA Tiburon

Maitland (USA)

European Integration Studios

Madrid (Spanien)

Ghost Games

Göteborg (Schweden)

Mindestens genauso bekannt wie die FIFA-Reihe sind die Need for Speed-Spiele von Electronic Arts. Alles begann 1994, als "The Need for Speed" für die Konsole von Firmengründer Trip Hawkins, den 3DO Interactive Multiplayer erschien. Kurze Zeit später folgten Portierungen für die PlayStation und den PC. Die Anzahl der Fahrzeuge im ersten Need for Speed betrug gerade einmal 8 Wagen.

Der große Erfolg, welcher Need for Speed zu einer der bekanntesten Rennspiel-Reihen machte, folgte mit dem Umschwung auf die Playstation 2. Need for Speed Underground, Most Wanted oder Carbon gelten sowohl in der Community als auch bei Kritikern als echte Klassiker. Verfolgungsjagden mit der Polizei und Autos tunen: dieses Erfolgsrezept zog die Spieler in seinen Bann.

Der Erfolg von Need for Speed stieg dermaßen an, dass auch die Rennspiel-Reihe in den jährlichen Release-Zyklus von EA aufgenommen wurde. Dies tat den Spielen allerdings alles andere als gut. Viele Teile der Reihe blieben hinter den Erwartungen der Fans zurück. Need for Speed Payback (2017) beispielsweise erhielt auf der Rating-Website MetaCritic nur schlappe 62 Punkte, die bislang niedrigste Bewertung der gesamten Reihe. Auch der Kinofilm mit Breaking Bad-Schauspieler Aaron Paul in der Hauptrolle, welcher 2014 erschien, konnte die Fans nur wenig zufriedenstellen.

Einen ganz anderen Ansatz verfolgte EA mit der Sims-Reihe. Die Lebenssimulation bot Spielern im Jahre 2000 noch nie gesehene Möglichkeiten, ein eigenes Haus und Leben zu gestalten. Mittlerweile enthält die Sandbox-Reihe insgesamt vier Hauptteile und einige Online- sowie Mobile-Ableger.

Endlose Freiheiten in Sims.

Die Sims waren in der Videospiel-Geschichte der Vorreiter für DLCs. Etliche Erweiterungspakete erschienen für jeden Sims-Teil – einige davon zum Preis eines eigenständigen Spieles. Trotz der teilweise kleinen Änderungen am Hauptspiel verkauften sich die DLCs dermaßen gut, dass EA das Konzept auch auf weitere Titel anwandte. Insgesamt spielte die Sims-Reihe über 5 Milliarden US-Dollar in die Kassen von Electronic Arts.

Electronic Arts (EA) im Kampf gegen Call of Duty und Fortnite

Seit dem Jahr 2000 entwickelt das Studio DICE die Battlefield-Serie für EA. Die Ego-Shooter-Reihe ist jedem Gamer ein Begriff. Zusammen mit der Call of Duty-Reihe bildet Battlefield das Monopol des Ego-Shooter-Genres. Im Gegensatz zu Call of Duty blieb Battlefield meist in vergangenen Kriegsgeschehnissen verhaftet.

Vietnam und die Weltkriege dienten des Öfteren als Schauplätze für Battlefield. Ausnahmen bilden dabei die Spiele Battlefield Hardline, in welchen man als Bankräuber oder Polizist spielt und Battlefield 2142, welches ein Taktik-Shooter ist. In der Regel erscheint alle zwei Jahre ein neuer Battlefield-Titel. Wie nun angekündigt, wird auch 2021 ein Battlefield-Spiel für die Next-Gen-Konsolen Xbox Series X und PS5 erscheinen. Möglicherweise handelt es sich dabei um Battlefield 6.

Wir schreiben das Jahr 2017 und Fortnite beherrscht die Gaming-Welt. Das kostenlose Battle-Royale-Spiel überzeugt durch sein kreatives Gameplay,  welches eine Mischung aus Aufbau und Shooter ist, sowie mit seiner bunten Comic-Grafik. Bis EA auf den Battle-Royale Hype-Train aufsprang, dauerte es jedoch zwei Jahre.

Apex Legends erklärte Fortnite den Krieg.

2019 erschien sowohl der Battle-Royale-Modus für Battlefield 5 namens "Firestorm", als auch das von Respwan Entertainemt entwickelte Apex Legends. Genau wie Fortnite ist Apex Legends ein kostenloser Battle-Royale-Shooter. Das Spiel basiert auf einer weiteren EA-Reihe, und zwar Titanfall. Tatsächlich spielt Apex Legends 30 Jahre nach den Geschehnissen von Titanfall 2. Zusammen mit Fortnite und PUBG zählt Apex Legends zu den erfolgreichsten Battle-Royale-Shootern aller Zeiten.

Electronic Arts (EA) in der Kritik – Die bösen Lootboxen

Trotz ausgezeichneter Spiele besitzt EA in der Öffentlichkeit nicht das beste Image. Der Firma wird immer wieder Geldgier vorgeworfen und das aus guten Gründen. Lootboxen hatten so gut wie in jedem Spiel von EA mal ihren Gastauftritt. Dauerhaft durchgesetzt hat sich das System vor allem in der FIFA-Reihe.

Verführerische Angebote in FIFA 20.

Im Ultimate Team-Modus müssen Spieler ihr eigenes Team aufbauen. Die Fußballer sind dabei als Sammelkarten erhältlich. Ein Pack enthält 12 Gegenstände, darunter vier Spieler. Um dieses Pack mit der ingame-Währung zu bezahlen, müsste man einige Stunden FIFA spielen. Alternativ kann man aber auch einfach 1,50 € zahlen. Zahlt man mit Echtgeld, kommt man leichter und vor allem schneller an bessere Spieler. Dies ist ein Paradebeispiel für das in der Gaming-Community umstrittene Pay-to-Win-Konzept.

Trotz zahlreicher Beschwerden bliebt EA dem Lootbox-System treu. Alleine durch gekaufte Packs in FIFA Ultimate Team nimmt EA jedes Jahr mehrere Milliarden ein – frei nach dem Motto "Wenig Mühe, hoher Ertrag". Besonders bedenklich ist dieses System auch, weil FIFA keine Alterseinschränkung besitzt. Das Öffnen von Packs kommt in vielen Punkten Glücksspiel gleich. EA zeigt sich uneinsichtig und weist die Glücksspiel-Vergleiche ab. Die "Überraschungsmechanik" komme dem Unternehmen nach viel mehr Überraschungseiern gleich.

EA: Das Lootbox-System in Star Wars Battlefront 2 galt für viele Spieler als absolute Frechheit.

Den Vogel abgeschossen hatte es EA mit dem Lootbox-System in Star Wars Battlefront 2. Das ebenfalls von DICE entwickelte Spiel bot den Spielern Waffen und Einheiten, welchen einen klaren Vorteil geben, für Echtgeld an. Um beispielsweise den Imperator oder Darth Vader zu spielen, mussten Fans über 40 Stunden in den Titel investieren, oder eben zahlen. EA erntete für diese Vorgehensweise harsche Kritik. Die Entschuldigung von Electronic Arts wurde auf Reddit zum Eintrag mit den meisten Dislikes aller Zeiten. Mehr als 700.000 negative Bewertungen erhielt die kurze Entschuldigung innerhalb weniger Tage. Immerhin ist das Lootbox-System mittlerweile komplett aus Star Wars Battlefront 2 verschwunden.

Rubriklistenbild: © Electronic Arts

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