Mit Facebook in die Zukunft

Meta: Das US-Technologie-Unternehmen von Facebook und Instagram

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    VonPeer Schmidt
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Meta ist ein US-amerikanisches Technologie-Unternehmen, dem die sozialen Netzwerke Facebook, Instagram, WhatsApp und Virtual-Reality-Technologie gehören.

Menlo Park, Kalifornien - Im Oktober vergangenen Jahres verkündete Facebook-CEO Mark Zuckerberg die aufsehenerregende Namensänderung des Mutterkonzerns von Instagram, WhatsApp und Oculus VR. Aus Facebook wird Meta. Damit kündigte er nicht nur eine Änderung auf dem Firmenbriefpapier an, sondern eine Neuorientierung der Unternehmensstrategie, weg von einem primären Social-Media-Fokus hin zu Virtual Reality und dem Metaverse.

Unternehmensname:Meta
Gründung: 2004 in Cambridge, Massachusetts, Vereinigte Staaten
Hauptsitz:Menlo Park, Kalifornien, Vereinigte Staaten
CEO:Mark Zuckerberg
Tochtergesellschaften: WhatsApp, Meta Platforms Ireland, Giphy und weitere
Branche:Werbung, Soziale Medien, Virtuelle Realität

Meta: Das US-amerikanische Technologie-Unternehmen mit Facebook, Instagram und WhatsApp

Schon länger deuten viele Zeichen darauf hin, dass dem Gründer der inzwischen volljährigen Plattform (18 Jahre besteht Facebook mittlerweile) langsam langweilig wird. Inmitten von anhaltender Kritik nicht nur an seinem Unternehmen, sondern auch an seiner Person hat er sich neuen Spielwiesen zugewandt. So ist die Namensänderung des Konzerns von Facebook zu Meta keinesfalls nur eine neue Marketingstrategie.

Vielmehr läutet Zuckerberg damit eine umfassende Neuorientierung der Unternehmensausrichtung ein. Anstelle von Social-Media-Apps, die Nutzerinnen und Nutzer lediglich auf ihren Smartphones oder Tablets nutzen, schwebt dem Firmenboss eine gänzlich neue, immersive Interneterfahrung vor, in die User mithilfe von VR-Brillen und digitalen Alter Egos gänzlich eintauchen können: Willkommen im Metaverse! Zuckerbergs erklärtes Ziel ist es, eine Art digitales Universum zu kreieren, in dem die einzelnen Plattformen zu einer wahrhaft zweiten virtuellen Realität werden, in denen Nutzerinnen und Nutzer bald große Teile ihres Lebens verbringen können sollen.

Mit Virtual Reality und 3D will sich Meta in den Nutzeralltag integrieren

Zwar gibt es noch keine allzu konkreten Entscheidungen, wie dies in der Praxis aussehen soll. Eine Richtung ist allerdings bereits erkennbar: So könnte es beispielsweise in der Zukunft möglich werden, dass Userinnen und User mit einem einzigen Avatar zwischen den bis dato noch getrennten Apps, Plattformen und Spielen hin und herwandern können. Vermutungen reichen von einer reinen Nutzeroberfläche, die verschiedenste Dienste und Anwendungen integriert bis hin zu einer virtuellen 3D-Welt, wie man sie aus Open-World-Spielen bereits kennt.

Meta ist ein Technologie-Unternehmen, dem die sozialen Netzwerke Facebook und Instagram, WhatsApp und Oculus, dem Hersteller von Virtual-Reality-Technologie gehören.

Dabei sind die Pläne nicht auf Spiele und Social-Sharing-Plattformen beschränkt. Im Metaverse sollen vielmehr große Teile des Lebens integriert werden, mit dem Ziel, das mobile Internet, wie wir es heute kennen, grundlegend zu erneuern. Unterstützt von VR-Hardware und Körpersensoren sollen User in Zukunft beispielsweise virtuelle Konzerte oder Veranstaltungen besuchen oder mit Freunden in einer virtuellen Welt interagieren können.

Bereits in fünf bis zehn Jahren sollen erste Funktionalitäten die User erreichen, so Zuckerberg bei der Verkündung. Der Konzern wolle in den nächsten Jahren bis zu zehn Milliarden US-Dollar in dieses Projekt investieren, das bereits VR-Brillen herstellt und bald „smart glasses“ auf den Markt bringen will.

Übernahme von Instagram, WhatsApp und Oculus durch das Unternehmen Meta

So futuristisch wie die Pläne zum Metaverse klingen, kündigt sich diese Entwicklung doch schon länger an. Seit der Konzerngründung im Jahr 2004 ist Meta-ehemals-Facebook stetig gewachsen und hat diverse Unternehmen akquiriert, die in Zukunft alle eine Rolle in Metas „neuem“ Internet spielen werden. Neben der Facebook-Plattform und dem Facebook Messenger sind diese Unternehmen Teil von Meta:

  • Instagram: Die Social-Media-App zum Teilen von Videos und Fotos gehört bereits seit 2012 zu Facebook. Mit damals gerade einmal zwölf Mitarbeitern und ohne jegliche Einnahmen durch ihre App investierte Zuckerberg dennoch eine Milliarde US-Dollar in den Kauf von Instagram.
  • WhatsApp: Der Instant-Messaging-Dienst wurde 2009 gegründet und bereits fünf Jahre später für 19 Milliarden US-Dollar Teil des Facebook-Konzerns. Neben Nachrichten und Anrufen nutzen inzwischen über zwei Milliarden Menschen weltweit den Dienst auch, um Fotos und Dateien zu teilen sowie für Videotelefonie.
  • Oculus: Im Jahr 2012 via Crowdfunding gegründet, kaufte Facebook das Start-up Oculus VR bereits zwei Jahre später für 2,3 Milliarden US-Dollar und benannte es in Oculus um. Facebook verfolgt mit diesem Erwerb das Ziel, die VR-Brillen aus der Gaming-Sparte herauszulösen und in eine Kommunikationsplattform zu integrieren.

Das Fundament des Metaverse — Weitere Tochterunternehmen liefern Hardware- und Finanzlösungen

Neben den drei bekanntesten Diensten Instagram, WhatsApp und Oculus gehören noch einige weitere Tochterunternehmen zum Meta-Konzern:

  • Workplace: Eine Social-Media-App für den Arbeitsplatz
  • Portal: Ein Hardware-Hersteller für KI-gestützte Video-Anrufe
  • Diem: Eine digitale Blockchain-Währung
  • Novi: Eine digitale Crypto-Geldbörse, mit der Nutzer internationale Transaktionen tätigen können

Diese Liste von Übernahmen macht eindrucksvoll deutlich, dass sich Meta bereits seit Jahren darum bemüht, sich auf dem Feld der virtuellen und erweiterten Realität möglichst breit aufzustellen. Von sozialer Interaktion bis hin zu Bezahlservices und notwendiger Hardware decken die Tochterunternehmen bereits jetzt sämtliche Schnittstellen ab, die ein funktionierendes Metaverse, wie Zuckerberg es sich vorstellt, benötigt. Anstatt zu riskieren, auf Services oder Produkte lästiger Mitbewerber angewiesen zu sein, investiert Meta viele Milliarden in den Ankauf von Start-ups.

Neben Facebook oder Instagram gehören auch die Tochterunternehmen Workplace, Portal, Diem und Novi zu Meta.

Börsenkurse der Meta-Aktie mit viel Bewegung in den letzten Jahren

Auch wenn sich der neue Unternehmensfokus sowie die Investitionen in der Zukunft potenziell auszahlen könnten, sind sie nicht ohne Risiko. So hatte sich das Unternehmen aus dem Silicon Valley ursprünglich erhofft, mit der Umbenennung zu Meta eine neue Erfolgswelle einzuläuten. Stattdessen gab es in dem noch jungen Jahr 2022 nun erst einmal einen ordentlichen Dämpfer. Befand sich Meta zum vergangenen Jahresende noch auf Platz 6 im weltweiten Ranking der Marktkapitalisierung von Unternehmen, stürzte es im Februar ganze fünf Plätze ab auf Rang 11.

Der Börsenkurs der Meta-Aktie hat in den letzten Monaten viel Bewegung erlebt.

Grund dafür ist ein massiver Marktwertverlust von satten 500 Milliarden Dollar an der US-amerikanischen Börse. Und auch der Schwenk hin zu einem stärkeren Fokus auf Virtual Reality scheint nicht bei allen Investoren auf Gegenliebe zu stoßen. Es scheinen ausgerechnet die massiven Investitionen in den neuen Firmenzweig zu sein, die den Investoren ein Dorn im Auge sind. Beispielsweise verlor Meta erst kürzlich zehn Milliarden US-Dollar mit ihrer Abteilung Reality Labs.

Meta in der Kritik – Facebooks Probleme mit Werbung und Datenschutz

Es sind aber nicht nur der Name und die Zukunftspläne, die Zuckerberg finanzielle Kopfschmerzen zu bereiten scheinen. Die von Apple angekündigten neuen Einschränkungen der Privatsphäre-Einstellungen von iPhone und Co. wie das Anti-Tracking-Feature haben sich ebenfalls deutlich negativ auf die Unternehmensbewertung ausgewirkt. Der enorme Unternehmenserfolg der Plattformen Facebook und Instagram sind zu großen Teilen auf das hauseigene Ad-Tracking-System zurückzuführen, mit dem die Apps ihren Usern personalisierte Werbeanzeigen zuspielen konnten und damit für Werbekunden sehr attraktiv waren.

Apples Update hat dem nun mit einem Paukenschlag ein Ende gesetzt. Und auch Unternehmen wie Google planen bereits ähnliche Features, mit denen Nutzerinnen und Nutzer Facebooks Tracking ausschalten können. Mit diesen Neuerungen verliert die Plattform für Werbekunden deutlich an Nutzen, da sie kaum mehr die Möglichkeit haben, ihre Zielgruppen dort direkt zu erreichen und ihre Produkte gewinnbringend zu vermarkten. Dies hatte in der sehr kurzen Zeit seit Einführung des Anti-Tracking-Updates von Apple bereits massive Auswirkungen auf Facebook. Viele Werbekunden haben bereits ihr gesamtes Anzeigenbudget zu Konkurrenten verlagert, womit die Haupteinnahmequelle von Facebook und Instagram zusehends in sich zusammenfällt.

Rubriklistenbild: © Meta

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