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Nvidia: Die wichtigsten Informationen zum Chip-Giganten

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Von: Julia Hawener

Nvidia
Nvidia ist vor allem für die Entwicklung der GeForce-Grafikkarte bekannt. © Andrea Warnecke/dpa-tmn/dpa

Die Firma Nvidia ist vor allem bei Gamern für seine GeForce Grafikkarten bekannt. Dabei sind die Produkte des Chip-Giganten nicht nur in Gaming-PCs zu finden.

Kalifornien – Wegen seiner GeForce Spieler-Grafikkarten kennt vermutlich jeder Gamer den Chip-Hersteller Nvidia. Schließlich ist so eine Grafikkarte das Herzstück eines jeden Gaming-PCs, und die des kalifornischen Prozessoren-Entwicklers gehören mit zu den besten der Welt. Abseits der Zocker-Szene haben viele jedoch noch nie von dem Hersteller gehört. Dabei wird der Halbleitergigant auch nach eigenen Angaben immer mehr Teil der Automobilbranche. So werden die Chips von Nvidia in zahlreichen modernen Fahrzeugen verbaut, etwa um die Revolution des autonomen Fahrens voranzutreiben.

FirmennameNvidia
Gründungsjahr5. April 1993
GründerJensen Huang (Präsident und CEO), Chris Malachowsky und Curtis Priem
BrancheHalbleiterbranche, Mikroelektronik, Informationstechnik
FirmenhauptsitzSanta Clara, Kalifornien (USA)
Bekannteste ProdukteGeForce-Grafikkarten (GTX, RTX), Tegra Prozessor
Umsatz26,91 Milliarden US-Dollar (Stand: Juli 2022)
Größte KonkurrenzAMD, Dell, Samsung

Zwar hat sich Nvidia auf die Herstellung von Grafikchips (GPUs) spezialisiert, doch der Umsatz des Unternehmens lebt nicht nur vom Gaming. Er wird auch von den Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz, der 5G-Kommunikationstechnologie und – wie bereits erwähnt – der selbstfahrenden Autos beeinflusst.

Für das Jahr 2022 wird laut der Börse ein Umsatz von 26,9 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Neben vielen Niederlassungen in den USA, hat das Unternehmen unter anderem Standorte in Kanada, Brasilien, Indien, China, Japan, im Nahen Osten, Australien und Europa. In Deutschland gibt es Standorte in Berlin, Stuttgart, München und Würselen.

Nvidia: Gründer hatten guten Riecher für den Gaming-Trend

Gegründet wurde das IT-Unternehmen Nvidia im April 1993 von Jensen Huang, Chris Malachowsky und Curtis Priem. Ersterer ist heute CEO der Firma. Die drei waren damals davon überzeugt, dass PCs irgendwann in allen Haushalten zu finden sein werden, nicht nur in Firmen oder bei Geschäftsleuten.

Den Fokus setzten sie dabei auf Grafikkarten, insbesondere solche, die Videospiele antreiben. Denn in diesem Bereich vermuteten sie den größten Wachstum, schreibt das Unternehmen auf seiner Webseite. Nvidia hat seinen Hauptsitz in dem US-amerikanischen Staat Kalifornien.

GeForce: Nvidia hat großen Durchbruch mit Grafikkarte und landet Deal für die Xbox

Der GPU-Markt war allerdings hart umkämpft, als Nvidia in den frühen 1990ern auf der Bildfläche auftauchte. Erst mit der Entwicklung der GeForce-Grafikchips 1999 konnte sich der Hersteller vom Rest abheben. Die Grafikkarte unterstützte viele der damals verfügbaren Videospiele und lieferte fortschrittlichere 3D-Grafik- und Beleuchtungstechniken als die Konkurrenz. Ein Jahr später kam der nächste große Erfolg: Microsoft ließ sich die Grafikprozessoren für seine erste Spielekonsole, die Xbox, von Nvidia liefern.

Mit dem großen Durchbruch fing der Chip-Gigant an, kleinere Unternehmen aufzukaufen. Der Plan war offenbar, vor allem zu Beginn, möglichst viele Konkurrenten vom Markt zu beseitigen und den eigenen Einfluss zu stärken. Den Start machte dabei im Dezember 2000 der Grafikkarten-Hersteller 3Dfx. Über die Jahre folgten zahlreiche weitere Firmen.

Millionendeals: Übernahmen von Nvidia

2019 übernahm Nvidia den israelischen Netzwerkspezialisten, Mellanox, für rund 7 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2020 kündigte der Chip-Konzern die Übernahme der Arm Group für rund 40 Milliarden US-Dollar an. Das wäre die größte Akquisition in der Unternehmensgeschichte gewesen, doch wie später groß in zahlreichen Medien berichtet wurde, platzte der Deal Anfang 2022.

Sony, Tesla und Amazon: Bekannte Kunden von Nvidia

Durch die Übernahme-Strategie und die Tatsache, dass Nvidia bereits seit Beginn seiner Geschäftstätigkeiten seine gesamte Chipfertigung an externe Partner wie TSMC oder UMC auslagerte, glänzte das Unternehmen in den Anfangsjahren mit einem enormen Wachstum. Das Fortune Magazine ernannte Nvidia 2002 sogar zum schnellsten wachsenden Unternehmen der USA. Und auch Forbes zeichnete die US-amerikanische Firma 2007 als Unternehmen des Jahres aus.

Größte Meilensteine in der Geschichte von Nvidia

Über die Jahre folgten Zusammenschlüsse mit Automarken und auch ein Vertrag mit Sony für die Playstation 3 und mit Nintendo für die Switch. Das Unternehmen, das also zu Beginn vor allem für die Grafikprozessoren der GeForce-Produktreihe für PCs bekannt war, entwickelt heute auch Hardwarelösungen sowie Software und ist in vielen Branchen vernetzt.

Neben Privatleuten bedient Nvidia bekannte Kunden wie Amazon, Tesla, Facebook und Baker Hughes. Partnerschaften bestehen beispielsweise mit Softwareunternehmen wie VMWare und Adobe sowie Automobilherstellern wie BMW.

Grafikkarten von Nvidia: Stimmt ab!

Bekannte Produkte von Nvidia

Für den normalen Endverbraucher verkauft Nvidia seine Grafikprozessoren unter dem Markennamen GeForce. In diesem Bereich gab es auch die GeForce-Reihe Nvidia Quadro, die für professionelle Grafikverarbeitungsprodukte wie CAD (Computer-Aided Design) modifiziert wurde. Die Marke wurde zurückgezogen und durch die RTX-Linie ersetzt.

Anders läuft es bei den neuen Generationen der Produkte, die für Unternehmen hergestellt werden. Diese werden immer nach einem berühmten Wissenschaftler benannt, wie etwa Tesla, Turing oder Maxwell. Auch im Konsolenmarkt versucht sich der Chip-Gigant seit 2013: zuerst mit der mobilen Konsole Nvidia Shield Portabl, später mit einem Tablet-PC, dem Nvidia Shield Tablet.

GeForce Now: Der Cloud-Gaming-Dienst von Nvidia

Nvidia bedient auch Personen, die weder einen Gaming-PC noch eine Spiele-Konsole besitzen und trotzdem zocken wollen. Mit dem Game-Streaming-Dienst GeForce Now kann man unabhängig von der eigenen Hardware die neuesten Games spielen. Die Spiele werden dabei auf einem entfernten Server gehostet und können dann über das Internet gestreamt werden. So können aktuelle Games auch auf Chromebooks, Macs und Smartphones gespielt werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern von diesen sogenannten Cloud-Gaming-Services gibt es bei GeForce Now von Nvidia einen kostenlosen Plan. Bei diesem hat man Zugriff auf die eigenen Spiele auf Steam, Epic Games Store, EAs Origin oder Ubisoft Connect.

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